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Film Kritik
 
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Ghost Rider

Story:
Als junger Kerl verkauft der ahnungslose Johnny Blaze dem Teufel seine Seele um seinen Vater vor dem Tod zu beschützen. Doch der hinterlistige Teufel bricht sein Wort und von nun an steht er in seiner Schuld.

Blaze wird ein berühmter Motorrad Stuntfahrer bis eines Tages der Teufel auftaucht und ihn zum Ghost Rider macht. Einem Auftragskiller der für ihn entflohene bösartige Seelen auslöschen soll. Nun treibt er als feuriger Motorradfreak für Angst und Schreckne sowie jede Menge Zerstörung ....

regie :
mark steven johnson (daredevil)
cast  : nicolas cage, eva mendes, peter fonda
kritik : frederic garz
 

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Kritik:
Was lange wehrt wird endlich gut. Wie gerne hätte ich meine Filmkritik mit diesen Worten begonnen. Immer wieder verschoben aufgrund verschiedenster Ausreden schaffte es der lang ersehnte Marvel-Comic "Ghost Rider" dank Mark Steven Johnson nun endlich auf die große Leinwand. Johnson, genau, das war der Mann, der Daredevil verbrach, den langweiligen Comicstreifen mit Grinsebacke Ben Affleck. Mir läuft es heute noch eiskalt den Buckel runter wenn ich nur daran denke, was Johnson damals für Potential in den Wind setzte. 

Hoffentlich, hoffentlich dachte ich, erleben wir bei "Ghost Rider" kein Deja Vu. Klar, die Comicverfilmungen boomen, wer jedoch genau hinsieht erkennt, dass nur wenige wirklich überzeugen. Beispielsweise Batman Begins, Spider Man 1+2 oder die Fantastic 4. Viel Mittelmaß ala "Elektra"oder "Aeon Flux" die versuchen mit auf den Zug aufzuspringen und dabei kläglich versagen trüben auf der anderen Seite den ansonsten anspruchlosen aber unterhaltsamen Schwarm an Adaptionsversuchen bekannter Comics.

Doch da kein Ende der kreativ- und ideenlosen Filmwelle in Sicht ist, sich ein Remake an das andere reiht und die Zeiten der Comicviecher einfach nicht abreißen will, geben wir Johnson eine zweite Chance, mit "Ghost Rider" alles, nun gut, sagen wir vieles wieder gut bzw. besser zu machen (wobei das nicht allzu schwer werden sollte.). Mit Nicolas Cage holte man nicht nur einen absoluten Comicfreak ins Boot sondern im Gegensatz zu Ben Affleck jemanden mit Ausstrahlung, grandiosem schauspielerischem Talent und ordentlich Charisma. 

Das kann man zwar von Eva Mendes nicht gerade behaupten, jedoch scheint sie sich zu einem Art Zuschauermagnet entwickelt zu haben. Zumindest für das überwiegend männliche Publikum (das wohl die potentielle Zielgruppe darstellt). Ich will nicht behaupten, sie könnte nicht gut schauspielern, aber bis jetzt hat sie mir stehst das Gegenteil bewiesen und in "Ghost Rider" zeigt sie bis auf ordentlich Haut im oberen Körperdrittel nicht viel von ihrem (bisher verborgenen) Können.

Jetzt kann man die an den Haaren herbeigezogene Liebesbeziehung zwischen den beiden schon fast erahnen und damit beginnt dann auch der Film. Der erste Abschnitt (das Wort ist mit Absicht gewählt) versetzt uns zurück in die Vergangenheit und zeigt den jungen "Rider" wie er das Leben seines Vaters mithilfe eines zwielichtigen Vertrages mit dem Teufel zu retten glaubt. Doch nicht nur der Vater muss dran glauben, auch die Beziehung mit seiner (wesentlich hübscheren) Jugendliebe geht in die Brüche und so fügt er sich seinem Schicksal und wirbelt von nun an als tollkühner Biker durch die USA.
 

Doch das ist schon der nächste Abschnitt. Schlimm wie eintönig und langatmig diese Vergangenheitssequenz sich zu Beginn zieht und dann so abrupt endet und die tollkühnen Stunts von Johnny Blaze einsetzen. Schnitt. Schnitt. Erst jetzt wird es interessant und dann wird doch so wenig von seinen großartigen Sprüngen auf dem Motorrad gezeigt. Eine kurze Rückblende in die Vergangenheit und mehr Motorrad- Action hätten hier für mehr Tempo und Unterhaltung gesorgt als diese plumpe Aneinaderreihung von Storyschnipseln.

Das zieht sich leider durch den gesamten Film. Irgendwie erweckt es den Anschein als hätte man über die ganzen Monate zu sehr auf die Special Effects geschielt und die Story derb vernachlässigt. Zwar entstehen keine Lücken, aber das ganze wirkt nicht 100% flüssig. Gut, wird man sagen, Story ist ja auch nicht die Hauptsache. Comicverfilmungen leben nun mal von Action, Stars und Effekten. Das ist schon richtig, allerdings muss der Film als ganzes überzeugen, und eine Geschichte kann nicht nur von einem klasse aufgelegten Nic Cage und ordentlich Feuer-Effekten leben.

Doch dazu später. Neben dem Kritikpunkt der Story-Zusammensetzung wiegen neben der durchschnittlichen (aber doch irgendwie passenden) Performance von Frau Mendes die lieblos zusammengeschusterten Gegner des Ghost Riders negativ. Was ist denn hier in die Macher gefahren? Ist das alles was ein so immens großes Comicuniversum zu bieten hat? Hoffentlich nicht, sonst sehe ich ein baldiges Ende der Comicwelle nahen. 

Wer bitte fürchtet sich vor einem Mephistopheles (gespielt von Peter Fonda) der so wenig böse Ausstrahlung mit bringt dass sich selbst Cage schwer damit tut, ihn ernst zu nehmen. Was sind denn das für lasche Gegner? Wer fürchtet sich denn da? Spuken ein wenig rum, verwandeln sich ansprechend und versinken ebenso schnell in den ewigen Jagdgründen. Dear Mr. Johnson, da hättest du sie gleich lassen können.

Wer nun eins und eins zusammenzählen kann dem wird schnell klar, wie nun die Action ausfallen wird. Richtig, irgendwie nicht richtig ernst. Spektakulär, keine Frage, dafür sorgen die wahnsinnigen Special Effects (dafür hatte man ja auch genug Zeit). Aber bis auf die Distanzsprünge zu Beginn und diverser "Rider Vs. Ghosts" - Fights (ich liebe diese Anglizismen) springt nie so wirklich der Funken über. Und, wie ich meine, Feuer hat der Film mehr als genug.
 

Versteht mich nicht falsch. Die Verwandlung von Nic zum Rider ist großartig, der Dreh wird allen Beteiligten sicherlich Spaß gemacht haben, aber der Anblick der Actionszenen lassen einen SciFi-Film- Liebhaber eher kalt. Alles schon mal gesehen, größer, spektakulärer, besser. Da helfen auch keine großartigen Effekte. Lauwarmer Aufguss bewehrter Comic-Action ohne etwas Neues und Aufregendes zu zeigen. Parallelen zu "DareAffleck" entstehen erneut.

Jetzt werden sie sich fragen, oh weh, Story zu plump inszeniert, nichts neues in Sachen Action, einzig die Effekte hauen vom Hocker, was hat sich Nicolas Cage nur gedacht. Ehrlich, das frage ich mich auch. Schon in Oliver Stone's "TwinTower" Drama blieb Cage weit unter seinen Möglichkeiten und auch Ghost Rider bleibt am Ende nur ein Film für eingefleischte Cage Fans. Er macht einen fabelhaften Eindruck, mit viel Witz und Charme verkörpert er einen sympathischen Johnny Blaze der einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Genau so wird es leider auch den Zuschauern ergangen sein, nachdem sie den Kinosaal verlassen haben.

Nicht die Erwartungen waren zu hoch, sondern die Inszenierung wohl eine Spur zu hoch für Regisseur Mark Steven Johnson. Lernt man nicht aus seinen Fehlern? Sollte man glauben, manche eben nicht. 
 

Fazit:
Was bleibt nach rund 100 Minuten eigentlich übrig? Ein lahmer Showdown steht für den gesamten durchschnittlichen Film, Gegner vor denen sich niemand fürchtet, ein Nic Cage der vergebens versucht den Film zu retten und eine Eva Mendes die wohl nur den Machern des Filmes den Kopf verdrehte.

Kein Sin City, Blade oder Punisher. Das waren allesamt bessere Killer als der Rider, auch wenn dieser ein verdammt cooles Bike sein Eigen nennen darf. Doch die Action ist ausgelutscht, der Mix zwischen Witz und ernster erschreckender Atmosphäre nicht gefunden worden und von der Spannung wollen wir erst gar nicht reden. Mein Tipp an Mr. Johnson, ein Genre-Wechsel. 




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