Story:
Als die beiden Elite-Soldaten Duke und Ripcord eines Tages mit ansehen müssen,
wie ein mysteriöses Terroristenteam mit Hightechwaffen von einer ebenso
rätselhaften und futuristisch ausgestatteten Sondereinheit in die Flucht
geschlagen wird, setzen sie alles daran, sich ihr anzuschließen. Ihre Hilfe wird
auch benötigt, denn ein Superbösewicht droht die Welt zu vernichten...
regie :
stephen sommers
cast :
channing tatum, rachel nichols
kritik :
christian westhus
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Kritik:
Was hat man im Vorfeld
schon von „G.I. Joe“ erwartet? Eine weitere Spielzeugreihe, die sich in Filmform
anschickt, dem Transformers-Erfolg nachzueifern und das wohl nach bewährter
Machart, nur wohl nicht so gut wie das Vorbild. Das verspricht einen Film, reich
an Effekten und arm an Intellekt. Nun war der zweite Robo-Klopper aber eine
mittlere Katastrophe und wie das so ist mit den Überraschungen, entpuppt sich „G.I.
Joe“ als der wesentlich bessere Film für die Sommerunterhaltung.
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"Seltsam. Laut Script sollen
wir die Oberteile tauschen."
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Man mag gegen die zwielichtige
Subkultur der Jahreszeiten abhängigen Unterhaltungsblockbuster sagen was man
will, aber gegen ein wenig Spaß und Zerstreuung kann man doch nichts haben. Ein
Mindestmaß an Anstand und Niveau dabei immer vorausgesetzt. Und auch, wenn die
Joes dieses Mindestmaß ab und an unterbieten, macht die Chose doch erstaunlich
viel Spaß. Warum? Weil das Gesamtpaket stimmt. „Transformers“ hat Effekte zum
Niederknien, von denen man aber zu selten wirklich was sieht. Das war’s dann
schon. „G.I. Joe“ ist rasant, nicht zu blöd, hat coole Figuren, einen klar
definierten Bösewicht und versteht vor allem was von Selbstironie.
In erster Linie aber, ist dieser Film so viel mehr der Film gewordene
Kindertraum. Ein Traum, der Klischeegetreu wohl eher Jungs und Männer anspricht,
aber ein irres, mit grellen Effekten und Farben zugekleistertes Spektakel
bietet, das sich endlich mal tatsächlich wie eine Spielzeugverfilmung anfühlt.
Und das meistens positiv. Wir haben ein lässiges Team von Helden in genau der
richtigen Mischung, wir haben abgefahrene Waffen, noch abgefahrenere
Kampfanzüge, Jets und Fahrzeuge, wir haben gleich zwei obercoole Ninjas, gleich
zwei hübsche Frauen in wichtigen Rollen, es gibt abgespacete Bösewichte und irre
Kampfstationen an den verrücktesten Orten. Nach Logik, Sinn und
wissenschaftlicher Machbarkeit sollte man gar nicht erst fragen; wer den Krempel
so finanziert hat, am besten auch nicht, wenn doch ein Hauptaspekt des bösen
Plans eh mal wieder Geld zu Finanzierungszwecken ist. Allein wegen der
Unterwasserbasis freut sich der geneigte Zuschauer nen Ast und weil alles, was
sich irgendwie bewegen lässt, mit irgendwelchen Gadgets, die in der Regel
ballern können, ausgestattet ist, wird die Sache noch fetziger.
Weil Stephen Sommers vor ein paar Jahren schon mal was von neckischer
Unterhaltung verstand („Die Mumie“), kann man den herrlich beknackten, aber
schwer unterhaltsamen Kram auch in groszügiger Übersichtlichkeit bewundern. Die
Effekte sind manches Mal unterdurchschnittlich, aber weil kaum eine Szene ohne
sie auskommt und weil es immer noch genügend gelungene Effekte gibt, wirkt das
Ganze halbwegs rund. Der erste Angriff auf Armeefahrzeuge wirkt noch etwas
gesetzt und normal, doch ab dann gibt es ein Dauerfeuer an den schrägsten Ideen,
die man sich für unterhaltsame Sci-Fi-Action mit Militärhintergrund ausdenken
kann. Der Angriff auf eine Basis ist feurig und rasant und die zerstörungswütige
Verfolgungsjagd durch Paris lässt sogar vergessen, dass diese
Beschleunigungsanzüge eigentlich total daneben sind. Besonders optisch. Das
Schlussgefecht ist sogar noch cooler und noch abgefahrener und ist allein wegen
des Schauplatzes schon einen Blick wert.
Die eigentliche Handlung ist so simpel wie effektiv. Teuflisch tückische
Massenvernichtungswaffe wird entwickelt, die Guten haben sie, die Bösen wollen
sie und kriegen sie auch immer mal wieder. Zwei klar in ihrer Gesinnung
definierte Teams hauen sich die Rüben ein und die Oberschurken konspirieren im
Hintergrund. Als Zuschauer kann man den eigentlichen Drahtzieher eigentlich
sofort enttarnen und auch bei den anderen großen Enthüllungen, ist es mehr als
deutlich, so dass wir den Joes immer ein Stück mit den Erkenntnissen voraus sind
und meistens wissen, wer hier wen linken will.
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Channing Tatums Karriere.
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Die Figuren sind natürlich
Klischess und Stereotypen, aber in der Regel ganz ordentlich geschrieben und
sympathisch. Abzüge gibt’s für Dennis Quaid, der nicht nur dämlich aussieht,
sondern auch gelangweilt wirkt. Niete des Films ist aber klar und eindeutig
Hauptdarsteller Channing Tatum, der emotionslos eine nicht gerade unemotionale
Rolle abgibt und ständig wirkt, wie ein Fleischklops auf Steroide. Da herrscht
dann massiver Druckabfall im Sympathiezentrum, aber glücklicherweise passt es im
Umkreis einigermaßen.
Marlon Wayans reißt sich halbwegs zusammen und kann ein paar Lacher ernten, die
beiden Ninjas, besonders Ray Park, sind schweigsam und haben es durchaus drauf,
Christopher Eccleston chargiert sich wunderbar einen Wolf und äußerst positiv
anzumerken ist auch die Tatsache, dass beide weiblichen Hauptfiguren – besonders
für Filme dieser Art – ordentlich bis gut weg kommen. Gewitzt, tough, clever und
mit erfrischend unpenetrant, ja fast schon sparsam eingesetzter Sexyness. Dass
beide Damen gegen Ende eine Wendung durchmachen, die dann doch etwas zu stark
nach Klischee riecht, darf angemerkt werden, aber insgesamt ist das überraschend
positiv. Auch weil der Humor passt, der zwar ein gutes Stück von intelligent und
hintersinnig entfernt ist, aber hübsch selbstironisch daher kommt und nie
beleidigend dumm ist. Sienna Miller hat z.B. hier und da einen flotten Spruch
auf den Lippen, der zwar gaga erscheinen mag, aber eigentlich genau passend ist.
„Schöne Schuhe.“
Highlight des Films, auf darstellerischer Seite, ist aber sicherlich Joseph
Gordon-Levitt. Der junge Mann ist eigentlich zu gut für Filme dieser Art, aber
dafür gibt er einen der coolsten, wirrsten und optisch originellsten
Finsterlinge, die das US-Mainstreamkino seit langer Zeit hervorgebracht hat.
Schön übrigens auch, dass sich der Film zwar nach Spielzeug-Action anfühlt, die
Militärhuldigung aber nicht zu deutlich in den Vordergrund rückt. Damit wären
die positiven Aspekte des Films aber auch schon abgehakt, denn ein Meisterwerk
des Unterhaltungskinos sieht doch anders aus und obwohl „G.I. Joe“ diesen Sommer
klar zum oberen Drittel der Blockbuster gehört, gibt es einige Faktoren, die die
Wertung am Ende mindern.
Neben einigen bereits angesprochenen Faktoren, wie darstellerischen Ausfällen
und der Tatsache, dass Humor- und Spaßfaktor nur manchmal die Dämlichkeit
vergessen machen (Schießen durch Codewort? Hallo?), ist der ganze Radau
irgendwann doch zu simpel und der leicht trashige, bisweilen billige Eindruck,
lässt sich nicht wirklich abschütteln. Ständig wird mit fiesen kleinen
Nano-Insekten herumexperimentiert, die eigentlich für alles herhalten müssen,
was der Story Antrieb gibt. Entsprechend ist eigentlich halbwegs klar, wie das
hier endet und das tatsächliche, irgendwie plötzliche Ende mit dem mehrfachen
Masken-, Identitäts- und Gesinnungswechsel, wirkt dann in jeder zweiten Variante
unfreiwillig komisch. Der Versuch, den Figuren durch seichte und schwach
gespielte Flashbacks Tiefe zu geben, geht nach Hinten los und die Musik ist doch
recht einfältiges Gedudel und zeigt dann beim Abspann auf unangenehme Weise,
welche Zielgruppe man hatte. Und weil’s zum birnigen Rest passt, reden sich
unsere Freunde hier permanent mit ihren beknackten Namen an. „Ey Storm Shadow,
reich mir mal bitte die Marmelade.“
Wer aber sonst nichts Besseres zu tun hat, kann ja mal zählen wie oft ihn dieser
Film an „Star Wars“ erinnert. Das ist ab und an auffallend deutlich. Das
vertreibt ja eventuell die Zeit bis zur Fortsetzung, die hier mehr als deutlich
angekündigt wurde und eigentlich durchaus willkommen ist. Ein paar
Verbesserungen vorausgesetzt.
Fazit:
Saublöd, trashig - aber unterhaltsam. Eine simple gut-vs.-böse Geschichte, die
permanent den Geist ihrer Vorlage atmet, ohne zu sehr das Militär zu
glorifizieren. Spaßige Figuren, coole Bösewichte, ordentliche Action, Tempo und
ein abwechslungsreiches Hin-und-Her können durchaus für kurzweiligen Spaß
sorgen. Ein überstilisierter Jungentraum für den Sommer, wenn auch streng genommen kein guter Film.
5 / 10
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