Story:
Walt ist ein verbitterter
alter Mann, der nach dem Tod seiner geliebten Frau von scheinbar Allem genervt
wird. Seine restliche Familie besteht aus raffgierigen Heuchlern, ein junger
Priester geht ihm ständig mit einer Beichtbitte auf den Keks und dann müssen
ausgerechnet noch Asiaten in sein Nachbarhaus einziehen - ein Unding für den
rassistischen Kriegsveteran, der noch immer schlimme Erinnerungen an den
Koreakrieg hat...
regie :
clint eastwood
cast :
clint eastwood
kritik :
christian mester
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Kritik:
Clint's stilles
Drama über Rassismus überrascht, denn trotz der heiklen Thematik ist es...
unerwartet lustig.
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"Corega Tabs? Ich zeig euch unverschämten...."
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Clint Eastwood hat angefangen, da
drehte Hollywood noch in Schwarz/Weiß. Er hat damals in unzähligen Western
mitgespielt, war seitdem fünf mal Kultfigur Dirty Harry, 10 mal für den Oscar
nominiert, heimste 4 von den Goldjungen ein (zwei für Erbarmungslos, zwei für
Million Dollar Baby), schwang fünf mal als Komponist den Dirigierstab und hat –
obwohl er eigentlich Schauspieler ist - letztendlich schon weit mehr Filme
gedreht als bekannte Kollegen wie Wes Craven. Die Sache ist also eigentlich
klar: den Clint kennt man, und von daher war eigentlich abzusehen wie sein Neuer
Gran Torino (übrigens der Name eines Autos im Film) ausfallen würde.
Denkste. Vom Inhalt her konnte man wohl locker meinen, der neue Clint sei ein
typisch feinfühliges ruhiges Drama über Kriegsveteranen und Rassendifferenzen
und solche Sachen (wie er sie schon gemacht hat), doch obwohl es das ist - würde
man mit der Annahme gar kolossal falsch liegen. Statt Tränen und Mitleid
beschäftigt sein neuestes Werk in erster Linie nämlich die Lachmuskeln.
Woran das liegt? Der Film ist erst zunächst einmal nicht als Komödie ausgelegt –
hier gibt es keine Gags, keine Sketche, keine lustigen Oneliner und auch keine
anderen auf lustig getrimmten Szenen. Nein, nach wie vor ist es die Geschichte
eines hasserfüllten alten Mannes, der jedoch auf seine eigene Art irgendwie
sympathisch ist. Walt ist von Anfang an umgeben von nervigen und lieblosen
Menschen, die ihm gezielt auf den Zeiger gehen – etwa, wenn seine Enkelin ihn
dreist fragt ob sie wohl seine Couch nach seinem Tod haben darf – was ja ihrer
Meinung nach wahrscheinlich schon bald sein dürfte, oder wenn ihm seine
Schwiegertochter ein Telefon mit überdimensionalen Tasten schenkt, obwohl er
offensichtlich weder tatterig, noch von Demenz befallen ist. Walt begegnet all
dem mit unglaublichen Zynismus, der einfach fantastisch von Clint umgesetzt
wird. In den meisten Szenen kommen da alte Gesichtsausdrücke von Dirty Harry
wieder hoch, und Walt geht dabei auch noch alles andere als schonungslos mit
Schimpfwörtern um, was aufgrund der Heftigkeit der Ausdrücke und der Art, mit
der er sie herüber bringt, einfach zum Schießen komisch ist.
Herz hat der Film aber auch, und
damit geht es auf die andere Seite des Gartenzauns.
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"Das ist doch nicht etwa... .... Marley?"
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Walt hat viel Zeit im Koreakrieg verbracht und dabei viele Asiaten erschossen,
so dass er bis ins hohe Alter ein gewisses Feindbild hegt – das jedoch so
langsam aufgebrochen wird, als er die Kinder seiner neuen Nachbarn kennen lernt.
Soo zum einen ist hochintelligent und lässt sich als einzige von allen kein
Stück von dem alten Knacker verängstigen, während ihr stiller Bruder Tao laufend
von gefährlichen Gangs angesprochen wird. Sie wollen ihn haben, doch der
vernünftige Junge hat anderes im Sinn – Ziele, die Walt bald zu schätzen weiß.
Was sich daraus entwickelt ist eine wundervolle Mentorengeschichte ala Karate
Kid nur in weniger kitschig, die
natürlich weiterhingespickt ist mit schlimmsten Beleidigungen und
üblem Sarkasmus… wobei beides so grantig in Szene gesetzt ist, dass man unentwegt
lachen und schmunzeln muss. All das fängt Clint in schönen, angenehmen Bildern
ein, die er auch noch mit einem ebenso passenden Soundtrack untermalt. Trotz all
der Situationskomik vergißt Eastwood aber auch die ernsteren Nuancen nicht und
findet viele kleinere, auf den ersten Blick zwar unwichtige Momente, die aber
nachdenklich stimmen und die ganze Story schön abrunden.
Zum Ende
hin wird es dann leider schon ein wenig vorhersehbar und dadurch nicht mehr so
kräftig wie der Weg dahin, doch insgesamt wird eigentlich
jeder zufrieden und gut gelaunt aus dem Kino kommen.
Fazit:
Der neue Clint ist eine ungewöhnliche Freundschaftsgeschichte zwischen Clint und
einem jungen Mong, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
8,5 / 10
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