Story:
Alan, Stu und Phil wachen eines Morgens mit einem Höllenkater in Vegas auf und
haben nicht den blassesten Schimmer, was an dem Abend zuvor passiert ist. Sie
wissen nur noch, dass sie in der Stadt den Junggesellenabschied ihres besten
Freundes Doug feiern wollten – doch Doug, der eigentlich bis zum Nachmittag auf
seiner eigenen Hochzeit erscheinen sollte, ist spurlos verschwunden. Dafür haben
sie auf einmal ein Baby und einen Tiger.
regie :
todd philipps
cast :
zach galifianakis, bradley cooper
kritik :
christian mester
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Kritik:
Trip mit Folgen?
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"Vinnie? Ja, ich bräucht mal deine Hilfe!"
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Dass Hangover der
Überraschungshit des US-Sommers werden würde, damit hatte sicherlich niemand
gerechnet. Kein bekanntes Gesicht unter den Hauptrollen, Regie vom Macher von
Der Date-Profi und ein Drehbuch vom Schreiber von Der Womanizer sprachen
eigentlich grundlegend gegen einen echten Homerun, doch irgendwie konnte das abgedrehte
Vegas-Abenteuer aller Skepsis trotzen und schon Tausende begeistern. Zu Recht?
Was den Machern absolut gelungen ist, sind die vier Freunde und ihre Chemie
miteinander. Im Großen und Ganzen bedienen die drei Hauptfiguren zwar wieder die
typischen Komödienklischees (einen Vernünftigen, einen Schönling, einen Freak),
doch im Vergleich zu anderen Buddy-Konstellationen wirken sie alle glaubhaft, ja
fast real. Man kauft ihnen ab, dass diese so unterschiedlichen Figuren wirklich
Freunde sein könnten. Auch, dass sie sich schon ewig kennen, was ihre
Freundschaft ungemein angenehmer und entspannter macht. Es wirkt endlich mal
nicht aufgesetzt und es tut gut zu sehen, dass der Vernünftige mal nicht direkt
der ängstliche, sozialschwache und cartoonhafte Vollnerd ist, der Freak kein
einsilbiger Chaostyp, der Beau kein übertriebener Frauenmagnet. Sie wirken
wie... Menschen, mit Vergangenheiten, Sorgen und Eigenarten.
Das gleiche findet sich auch in den Späßen wieder, die fast hauptsächlich aus
irrer Situationskomik und verrückten Zufällen bestehen. Ein tanzender Mike
Tyson? Ein Tiger im Polizeiwagen? Angriff eines nackten Asiaten? Alles mit
dabei, doch wie auch die Figuren bleiben die Geschehnisse immer halbwegs
glaubwürdig und wirken nie zu abgedreht. Vor allem in der ersten Hälfte des
Films sind unheimlich viele Gags gelungen, was hauptsächlich an den drei
charismatischen Freunden liegt, die auch allein schon Spaß machen (und ruhig
wiederkommen können). Überhaupt -
wer selbst gern verrückte Partyabende mag, für einen Vegas-Trip mit ungeahnten
Folgen offen wäre und
gegebenenfalls auch schon mal rekonstruieren durfte, was am Vorabend so alles
geschah, wird ohne Ende zu Lachen haben, denn das Szenario ist einfach
hervorragend eingefangen und wird herrlich auf die Spitze getrieben.
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Hollow Man 3?
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Zach Galifianakis, der den
Verrückten der Truppe spielt, bekommt dabei mit seiner unberechenbaren Art mit
Abstand die besten Szenen; der Mann könnte glatt einer der nächsten namhaften
Comedy-Stars werden. Justin Bartha (der Bräutigam) und Ed Helms (der
Vernünftige) kriegen allerdings eher weniger zu tun, sind aber durchweg solide
und fungieren hauptsächlich als Gegenpunkt, und Bradley Cooper? Also wenn es
einen gibt, der im kommenden A-Team Kinofilm den spitzbübischen Glatteischarmeur
Faceman spielen muss, dann er.
Wie die meisten Kater hat dieser leider aber auch seine Unannehmlichkeiten, die
das Erlebte etwas trüben. So flacht das Tempo ab der Hälfte plötzlich ganz schön
ab, und je mehr Teile vom großen Gesamtpuzzle zusammenkommen, desto mehr nimmt
auch der Spaß ab. Vor allem das Ende mit dem letztendlichen Fund des Bräutigams
will überhaupt nicht zum langen Vorlauf passen und bleibt weit hinter dem
gelungenen Hinweg zurück. So gut die drei Freunde an sich auch sein mögen, so
schlecht sind leider alle Nebenrollen, die fast allesamt nervig und überzogen
ausfallen.
Ken Jeong als Bösewicht ist schrill und unerträglich, die hübsche Heather Graham
als verliebte Strippermama fast schon ein laufender Meta-Joke, der nur noch
schlimmer wird, als man tatsächlich versucht, ihr eine authentische Love-Story
mit einer der Figuren zu vermitteln. Man wartet eigentlich nur darauf, dass der
Regisseur ins Bild kommt und bestätigt, dass sich die Prostituierte aus From
Hell und Pornodarstellerin aus Boogie Nights und Sexagentin aus Austin Powers II
hier gerade in Hangover-Stu verknallt hat. Aber das ist ja Vegas, der
Mythenplatz verrückter Zufälle. Darüber hinaus fällt vor allem eine Szene sehr
schlecht auf, in der die Jungs mal eben im Handumdrehen beim Kartenspielen
gewinnen, als wäre es das einfachste auf der Welt. Das und so andere
Kleinigkeiten wollen nicht so wirklich zum relativ ehrlichen Anfang passen.
Fazit:
Hangover ist unter dem Strich eine gute Komödie und sicher auch – wie es überall
berichtet wird – eine der besten des Jahres. Das mag aber eher daran liegen,
dass Konkurrenz wie Bride Wars, Kaufhaus Cop, Pink Panther 2, Das Hundehotel,
Miss March, Dance Flick und Nachts im Museum 2 die Latte dieses Jahr allgemein
sehr niedrig halten.
6,5 / 10
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