Story:
Der Lehrer Elliott (Mark
Wahlberg) und seine Frau Alma (Zooey Deschanel) werden eines Tages Zeuge, wie
ein unheimliches Phänomen die Ostküste Amerikas heimsucht: Menschenmassen
verlieren scheinbar ohne Grund die Orientierung und bringen sich kurz darauf auf
brutalste Weisen um. Um diesen scheinbaren Terroranschlag zu entkommen, fliehen
sie vergeblich aufs Land, doch die Wahrheit sucht sie auch dort heim...
regie :
m night shyamalan
cast :
mark wahlberg, zooey deschanel
kritik :
christian westhus
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Kritik:
„Pflanzen würden
Seramis kaufen“ oder: Shyamalan bettelt um den Nobelpreis.
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Fear - Wenn... nichts Angst macht.
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M. Night Shyamalan, der Inder mit
dem exponentiell ansteigenden Cameo-Faible und einer Vorliebe für vertwistete
Mystery-Geschichten, serviert dem geneigten Zuschauer in „The Happening“ eine
interessante Spielerei, in der Angst vor Terrorismus mit der globalen Erwärmung
verknüpft wird.
Menschen begehen plötzlich Selbstmord, springen in Massen von Dächern und drehen
von einer Sekunde auf die nächste durch. Da knallen bei Amerikanern durchaus mal
schnell die Sicherungen durch und man spricht von terroristischen Anschlägen,
von Gas, welches im Gehirn der Menschen einen Schalter mit blöden Nebenwirkungen
umlegen soll. Komisch ist dabei nur, dass Mark Wahlberg schon am Anfang Einstein
zitieren muss, wenn es um das Verschwinden von Bienen geht und damit gleich mit
einem halben Vorgarten winkt. Wer Shyamalan kennt, wird auf den Terrorismus-Zug
wohl eh nicht so schnell anspringen. Etwas Mysteriöses muss her.
Und ja, wenn die Menschen plötzlich stehen bleiben, nicht mehr klare Sätze
bilden können (was der Film später unfreiwillig ad absurdum führt) und auf
bizarre Weise ihr Leben lassen, wirkt das definitiv mysteriös, in wenigen Fällen
sogar sehr stimmungsvoll. Denn so lange der Film nur die Auswirkungen der
eigentlichen Thematik präsentiert, sprich Panik, Selbstmord, Flucht,
funktioniert der Film. Vieles ist an der Schwelle zum unfreiwillig Komischen,
manches schon einen Schritt weiter, doch es ist interessant und auf diesem
Sektor geht „The Happening“ in Ordnung.
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Auch er hat für The Happening 2 unterschrieben.
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Irgendetwas muss dem Inder jedoch
über die Leber gelaufen sein, denn es fehlt nicht nur der obligatorische
Gastauftritt, so manch andere Dinge funktionieren auch ganz und gar nicht. Die
Regie ist beispielsweise völlig uninspiriert. Selbst der viel gescholtene „The
Village“ hatte einige klasse fotografierte, atmosphärisch beleuchtete und
stimmungsvoll inszenierte Szenen, doch „The Happening“ reiht lustiges
Baumrascheln mit Willi Wipfel mit einem Mark Wahlberg aneinander, der wohl ein
paar Runden zu oft mit dem Erklärbär um die Häuser gezogen ist. Wahlberg guckt
oft nur ziemlich drömelig aus der Wäsche und muss fast am Fließband erklärende
Sätze von sich geben, was denn gerade wie wo abläuft, die er selbst kaum glaubt.
Das Schärfste dabei ist, dass er eigentlich immer nur am raten ist und dieses
gefährliche Halbwissen, natürlich bierernst präsentiert. Die fabulöse Lösung des
Gas-Hokuspokus, kommt ihm sogar mehrfach, so als ob er beim ersten Mal, als er
feierlich verkündete was Sache ist, ganz raffitückisch doch noch nicht überzeugt
war, um es dann später aber so richtig zu sein.
Sobald ein Trupp Flüchtiger durch ländliches Gebiet stapft, schwenkt Shyamalan
die Kamera immer mal wieder halb-bedrohlich durch den Wald aus dem schon bald
die Erkenntnis rauscht, dass hier nicht mehr viel zu erwarten ist. Die Logik
muss dann wohl auch irgendwann, vor lauter Verzweiflung über die fehlende
visuelle Klasse vorheriger Shyamalan-Filme, stiften gegangen sein, denn wie sich
die Protagonisten hier fortbewegen, von A über C nach H gelangen und die Gruppen
unterwegs immer weiter aufgerieben werden, ist teilweise wirklich haarsträubend.
Der erklärwütige Wahlberg scheint ohnehin nur zufällig den Posten des Anführers
abgestaubt zu haben, da die Leute neben ihm allesamt einen Schritt zurückgemacht
haben, während Mark lustig stehen blieb. Und wenn er mal eine Entscheidung
trifft, sollte man Geld drauf setzen, dass irgendwo ein Haken zu finden ist.
Wahlberg gibt seinem Charakter null Tiefe und bleibt, wie so ziemlich alle
Darsteller, äußerst blass. Sympathie baut sich kaum auf, die Handlungen sind
selten nachvollziehbar und die menschliche Seite ist dermaßen unterkühlt, dass
man sich lieber weiter Blätter im Wind anschauen würde. Sein Gegenstück Zooey
Deshanel kann da auch nicht mehr bewirken, wenn sie auch etwas sympathischer
wirkt, als Wahlbergs angestrengt cooler Lehrer. Deshanel ist niedlich und ihre
Augen sind ein echter Hingucker, doch ihrer Figur fehlt Persönlichkeit und wurde
leider ein ordentlich öder Hintergrund angehängt. Zudem noch ein Kind, welches
aber nicht wirklich viel mehr zu tun hat, als ihr Schicksal zu ertragen. John
Leguizamo ist okay, aber farblos, andere Nebenfiguren oft gnadenlos überzeichnet
und schnell im Bereich des unfreiwillig Komischen.
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M Nights Zielpublikum.
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Was den Film aber wirklich und
endgültig und absolut killt und achtkantig über den Haufen schießt, sind die
Dialoge. Es ist unfassbar mit was für platten, hölzernen Phrasen sich die
Darsteller rumschlagen müssen. Da kapituliert der Realismus sofort und die
sensible, menschliche Seite, wird von Brachialemotionalität nieder geknüppelt.
Solch grottenübles gaga-Gewäsch hat man wirklich lange nicht mehr gehört. Gerade
die leicht kriselnde Beziehung zwischen Wahlberg und Zooey wird von einigen
verbalen Tiefschlägen erschüttert, die man in dieser geballten Anzahl selten
vernommen hat und auch noch mies synchronisiert ist. Die plattesten Anleihen,
die aufgesetztesten Emotionen und Szenen, bei denen man sich ernsthaft fragen
muss, wer so einen hanebüchenen Bockmist freigegeben hat. Wenn vorlaute Kids dem
Marky Mark Tipps für die Beziehung geben müssen, wenn ein Mann in einem Satz von
Hot-Dogs auf giftige Pflanzen und zurück schwenkt, und wenn Wahlberg mit seinem
stummen Partner die schärfste Verhandlung seit Jahren durchführt, kann man
wirklich nur den Kopf schütteln oder beschämt lachen. Und wer schon immer mal
wissen wollte, wie schlecht geschriebene Tränendrüsendramatik in einem Hollywood
A-Film aussieht, darf sich diesen Film nicht entgehen lassen.
Es ist wie gesagt, nicht ausnahmslos alles schlecht an diesem Film, aber
insbesondere Figuren und Dialoge greifen so dermaßen tief ins stille Örtchen,
dass er eigentlich kaum mehr zu retten ist. James Newton Howard liefert immerhin
einen ganz passablen Score ab, einige Szenen sind wirklich gut und so lange die
Figuren nicht handeln, sondern nur auf das Phänomen reagieren und sich das
Phänomen ausbreitet, hat „The Happening“ so seine Momente. Der Gedanke der
Hilflosigkeit und Panik im Angesicht einer plötzlichen, nicht greifbaren
Bedrohung ist ja auch interessant und faszinierend, ja sogar ein kluger Gedanke,
doch wer den menschlichen Aspekt so dermaßen versaubeutelt, darf sich nicht
wundern, wenn das komplette Werk einen Absturz erleidet.
Fazit:
Die Dämlichkeit der Dialoge zieht einem wirklich ein ums andere Mal die Schuhe
aus und das trübt den ohnehin nicht perfekten Film sehr. Blasse Darsteller, eine
Regie die besser sein könnte und eine Geschichte, die es oft nur bei
interessanten Ansätzen belässt und leider auch kaum wirkliche Spannung aufbauen
kann. Ganz klar eher enttäuschend.
4,5 / 10
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