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Harry Potter und...
- der Stein der Weisen
- die Kammer des Schreckens
- der Gefangene von Askaban
- der Feuerkelch
- der Orden des Phoenix


Kritik von Christian Mester
 

Harry Potter und der Stein der Weisen

HARRY POTTER AND THE SORCERER'S STONE (2001)
Story Teil 1:

Mit 11 Jahren kommt Harry Potter auf die berüchtigte Zaubereischule Hogwarts, in dem der Junge sofort als der Auserwählte angenommen wird. Als Kind soll er bereits den mächtigen bösen Zauberer Voldemort besiegt haben, den Mörder seiner Eltern, der seit Jahren versucht, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Mit Hilfe des sogenannten Stein der Weisen will er nun die Überhand ergreifen, doch mutig stellt sich Potter ihm mit seinen Freunden Ron und Hermine entgegen...

Kritik Teil 1: Harry Potter und der Stein der Weisen

Dass der erste Teil ein Riesenerfolg werden würde, stand damals völlig außer Frage. Der Film kam zu einer Zeit auf den Markt, als der Bücherhype bereits ganz oben war (wo er bis zur Veröffentlichung des letzten Buches dann auch blieb), und da Chris Columbus den Erstling recht akkurat umsetzt, war der Fortgang der Filme gesichert.

Verpönt war Potter damals noch bei den meisten Älteren, denn es hieß anfangs, Rowlings Werk sei doch bloß alberner Fantasyschmarn für die Kleinsten. Albern war der erste Film nicht, doch in der Tat noch speziell an die Kleineren Zuschauer gerichtet. Allein schon, weil Potter und Co. im ersten Teil gerade einmal elf Jahre alt sind und es somit schwer fällt, sich in sie hinein zu versetzen (zumal sie unentwegt mit sprechenden Hüten und Bildern etc. zu tun haben). Ähnlich niedlich fällt also die Geschichte aus, und während er fraglos einen netten Einstieg in die Welt und Figuren bietet, ist die Geschichte an sich durchweg eher oberflächlich und kindlich gehalten. Dazu kommt, dass die Effekte zwar abwechslungsreich und vielfältig sind, technisch aber nicht immer überzeugen können. Gerade Szenen in der Luft oder beim öden Quidditch lassen sehr zu wünschen übrig, was zumindest vom guten Soundtrack wieder aufgefangen wird.

Ein solider Einstieg in eine große Fantasy-Reihe, dessen beste Zeiten jedoch noch vor ihr lagen.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

Harry Potter und die Kammer des Schreckens

HARRY POTTER AND THE CHAMBER OF SECRETS (2002)
Story Teil 2:
Im zweiten Teil suchen die drei die sagenumwobene Kammer des Schreckens und ihren schrecklichen Bewohner, und decken zudem eine Verschwörung gegen ihren guten Freund, den Hausmeister Hagrid auf.

Kritik Teil 2: Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Die Fortsetzung setzt nahtlos am ersten an, wobei alles Bisherige effektiv Stückchen für Stückchen erweitert wird. Sämtliche Charaktere bekommen ein wenig mehr Tiefe, die grundlegende Geschichte verdichtet sich und auch sonst gibt es für alle mehr von Allem. Zwar ist der Anfang etwas schleppend geraten und Jar-Jar Binks-Verschnitt Dobby nervt gehörig, doch spätestens wenn es am Ende in besagte Kammer und gegen dessen schuppigen Bewohner geht, erreicht die Serie ihre bis dato besten Szenen.

Ein etwas dunklerer und ernsterer Ton tut der Geschichte gut, wodurch das komplette Geschehen direkt weniger handzahm und sorglos, sondern allgemein ernstzunehmender wird. Eine aufpolierte Fortsetzung, wenn auch noch immer nicht der ganz große Schlag, was vor allem an der übertrieben langen Lauflänge von fast drei Stunden liegt, die der Film nicht vernünftig füllen kann.

5 / 10

Harry Potter und der Gefangene von Askaban

HARRY POTTER AND THE PRISONER OF AZKABAN (2004)
Story Teil 3:
In ihrem dritten Jahr an der Hogwarts-Akademie für Zauberkunst erfahren die Kinder, dass der angeblich gemein-gefährliche Mörder Sirius Black aus seinem magischen Gefängnis ausgebrochen ist. An der Geschichte ist jedoch mehr dran als gesagt wird, weswegen sie sich aufmachen, der Sache auf den Grund zu gehen.

Kritik Teil 3: Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Nummer 3 unterscheidet sich maßgeblich von seinen Vorgängern, was mit Sicherheit vor allem am vollzogenen Regieabtausch liegt. Nachdem Kinderfilm-Regisseur Chris Columbus (Kevin allein Zuhaus) nach zwei Inszenierungen den Regiestuhl abgab, übernahm der mexikanische Dramenspezialist Alfonso Cuaron (Children of Men), der die Story, die Figuren und auch die Umgebung bedeutend reifen lässt. Vorbei sind die haltlosen Geplänkel, vorbei die kindlichen Spielereien - zum ersten Mal bekommt man wirklich das Gefühl, dass es im Großen und Ganzen um etwas geht. Dass Voldemort in der Tat eine ungemeine Bedrohung darstellt, dass die Welt nicht nur von sprechenden Hüten und ulkigen Muggels dominiert wird, dass ihre Zeit in Hogwarts nicht nur Spaß im Feriencamp bedeutet. Der Wechsel schlägt sich in fast Allem wieder: die Figuren (obwohl erst 14) wirken gereifter, gefestigter, nachdenklicher, der gesamte Stil ist merklich düsterer und die Story tiefschichtig. Auch die Nebenfiguren, im Vorfeld schon gut besetzt, werden hier mit Gary Oldman und David Thewlis klasse erweitert. Da Richard Harris verstarb, übernahm Michael Gambon für Oberzauberer Dumbledore, der in der Rolle zufällig einen sogar noch besseren Job machen kann.

Nummer 3 ist auch der erste, bei dem die lange Laufzeit von über zwei Stunden nicht zu Lasten der Geduld fällt, sondern durchweg gut genutzt wird. Was dem Film jedoch bei allen guten Dingen fehlt, ist ein ordentlicher Showdown, wie man ihn noch beim zweiten genießen konnte.

7 / 10

Harry Potter und der Feuerkelch

HARRY POTTER AND THE GOBLET OF FIRE (2005)
Story Teil 4:
Potter wird auserwählt, beim tödlichen trimagischen Turnier teilzunehmen. Dass das jedoch mehr als nur Schicksal ist, erfahren er und seine Freunde erst, als es fast zu spät ist...

Kritik Teil 4: Harry Potter und der Feuerkelch

Wahrlich erstaunlich: nachdem jeder der vorherigen Filme schon besser war als sein Vorgänger, trifft das auch auf den vierten zu, der zweifellos bis dato mit Abstand der beste von allen Teilen ist. Das trimagische Turnier ist Fantasy vom Feinsten, und selbst wenn man die Bücher oder vorherigen Filme nicht kennen mag, ist er eine deutliche Empfehlung für jeden, der ein Faible fürs Genre hat. Effekttechnisch eine Wucht, kämpfen Potter und seine Freunde sich hier durch enorm abwechslungsreiche Örtlichkeiten und Herausforderungen, die wunderschön in Szene gesetzt und mit tollen Action-Szenen beeindrucken. Nicht nur das - auch die Story fasst wieder guten Fuß. Sie ist zwar nicht mehr so düster wie die des Vorgängers, jedoch weiterhin wunderbar ernstzunehmen. Im Verbund mit dem sehr guten Showdown, an dem Ralph Fiennes offensichtlich große Freude hatte, kann man kaum zufriedener sein.

Die typischen Randelemente sind natürlich ebenfalls alle wieder mit dabei: die spaßigen Momente, das frühe Liebesgeplänkel und skurrile Lehrer, wobei gerade Alan Rickman als Snape immer interessanter wird. Harry Potter 4 ist nicht nur der bisweilen beste der Reihe, er ist als Stand-Out einer der besten Fantasyfilme der letzten Dekade.

8 / 10

Harry Potter und der Orden des Phoenix

HARRY POTTER AND THE ORDER OF THE PHOENIX (2007)
Story Teil 5:
Um der aufkommenden Gefahr Voldemorts entgegen zu wirken, fangen die drei im Geheimen an, die anderen Schüler in magischer Selbstverteidigung zu unterrichten. Die wird auch dringend benötigt, denn wieder hat das Böse Arges im Auge...

Kritik Teil 5: Harry Potter und der Orden des Phoenix

Es musste ja irgendwann einmal passieren, und nun war es soweit: Phoenix markiert den ersten größeren Abstieg der Reihe, da er es nicht vermag, den außerordentlich guten vierten Teil zu toppen, geschweige denn, ihn zu erreichen. Nach dem sehr bunten und Action-lastigen Turnier geht es in diesem wieder etwas gemäßigter zu, was daran liegt, dass der Großteil der Geschichte wieder in der Zauberschule spielt. Dort herrscht aber keine neue Leichtigkeit, denn gezeichnet von den erlebten Ereignissen herrscht noch immer Bedrohung, was man den Jugendlichen unentwegt anmerkt. Verängstigt fangen sie an zu trainieren, um später einmal um ihr Leben kämpfen zu können - diese Ernsthaftigkeit hält ebenfalls Einzug in Form einer neuen Lehrerin, die mit ihrem Terrorregiment für viele gute Szenen sorgt.

Gegen Ende wird es dann auch wieder etwas actionreicher, da die Kids ihre gelernten Kräfte auf die Probe stellen müssen, was in einem zwar etwas zu kurz geratenem, aber visuell und narrativ tollem Showdown endet. Potter 5 reicht somit nicht ganz an seinen erstklassigen Vorläufer heran, übernimmt die Staffel aber mit Schwung und ist ebenfalls ein wirklich guter Fantasy-Film.

7 / 10

Fazit

Wer sich bislang noch unsicher ist, sollte sich einen Ruck geben und unbedingt einmal in den vierten hineinschauen, der eigentlich für jeden Fantasyfan tolle Unterhaltung bieten dürfte. 3, 4 und 5 sind allesamt gut, wobei man die ersten beiden dabei zum Verständnis nicht unbedingt gesehen haben muss, da die übergreifende Handlung eigentlich jedes Mal kurz erklärt wird, bzw. sich aus der Handlung ergibt (geht nämlich auch ohne Texttafel, George). 1+2 sieht man also besser als Prequels an, die ähnlich wie die erste Star Wars Episode diverse Probleme mit sich bringen - will man die Helden der späteren Taten unbedingt als Kinder sehen? Das sollte man sich eventuell als Option offenstehen lassen, nicht aber als Muss sehen. Auffällig ist, dass diese ersten fünf Filme allesamt jeweils mehr als zwei Stunden gehen, was für Fan-DCs auf DVD annehmbar wäre, den Filmen aber nicht immer gut tut. Mindestens drei der ersten fünf sind zu lang, zwei davon sogar viel zu sehr. Von den rund 900 Minuten Gesamtlänge hätte man locker zwei ganzen komplette Stunden weglassen können, ohne Wichtiges zu verlieren.

Schauspielerisch muss man leider feststellen, dass Harry-Darsteller Daniel Radcliffe leider bis heute nichts wirklich dazu gelernt hat und als einzelstehende Rolle niemals funktionieren würde. Rupert Grint (Ron) und Emma Watson (Hermine) sind da leider auch nicht viel besser, da sie in allen Teilen immer nur jeweils den trotteligen Vogel und die strebsame, aber loyale Freundin spielen, die nie aus ihren gewohnten Rollen ausbrechen oder durch ihr Spiel überzeugen können. Das ist aber nicht allzu schlimm, da sie als Personen relativ sympathisch sind und von unzähligen Aspekten unterstützt werden - meistens von grandioser Optik, einem starken Soundtrack und diversen Topschauspielern wie Gary Oldman, Helena Bonham-Carter, Michael Gambon und Alan Rickman, die jedes Mal trotz Nebenrolle unheimlich viel zum Film beitragen.

Natürlich wird es vielen Älteren ein Dorn im Auge sein, dass die Hauptfiguren dieser langen Geschichte Kinder bzw. Jugendliche sind, wer sich aber darauf einlassen kann, wird mit einem originellen und ansprechenden Fantasyepos belohnt. Da die Schauspieler auch bisher nicht neu besetzt wurden, kommt auch eine gewisse Familiarität auf, dessen Vertrautheit im Laufe der Serie angenehm bleibt. Es spricht die weiteren Teile selbstredend nicht von Fehlern frei, lässt über diese zeitweise jedoch hinweg schauen. So gibt es auch in späteren Teilen teils alberne Kleinigkeiten, die aber von dem mittlerweile gereiften Rahmen zur Seite geräumt werden. Die extreme Pottermania ist also vielleicht etwas hoch gegriffen, aber die regelmäßige Vorfreude auf den jeweils nächsten Film ist berechtigt, da sie fortlaufend angenehm unterhält.
 

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