Story:
Bobby Green (Joaquin Phoenix) ist ein beliebter Clubbesitzer, in dessen Bar des
öfteren auch mieses Gesindel anzutreffen ist. Was niemand weiß: sein Bruder Joe
(Mark Wahlberg) und sein Vater Bert (Robert Duvall) arbeiten bei der Polizei.
Als Joe eines Tages von der russischen Mafia schwer verletzt wird, wechselt
Bobby die Fronten und beginnt einen riskanten Undercover-Einsatz...
regie :
james gray
cast :
joaquin phoenix, mark wahlberg
kritik :
christian mester
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Kritik:
Der neue Film mit
Joaquin Phoenix schlittert ganz knapp daran vorbei, ein Topfilm des Jahres zu
sein.
Schon die erste halbe Stunde
macht deutlich, was für eine Kraft in Gray's Mafiathriller steckt.
Joaquin Phoenix ist von Anfang an genial als zwielichtiger Clubbesitzer,
der eigentlich eine gute Seele hat und irgendwann mal damit vom Weg abgekommen
ist. Er ist zwar kein Day-Lewis in There will be Blood, aber er meistert vor
allem die innere Zerrissenheit, die seinen Charakter umgibt. Er ist ein Guter,
der sich mit Dealern und Killern umgibt und gleichzeitig ein Böser, der gezielt
den Polizisten aus dem Weg geht und Unrecht in seiner Nähe akzeptiert.
Ebenso hervorragend ist Altstar Robert Duvall (Der Pate 1+2, Apocalypse Now),
der einen interessanten Cop-Charakter spielt. Man nimmt ihm ab, dass er ein
hartes Leben als Cop hinter sich hat und gezeichnet darunter leidet, dass Bobby
nicht den gleichen Weg eingeschlagen hat wie sein Bruder. Er schafft es
gleichzeitig, den harten Hund seines Faches zu zeigen als auch den besorgten
Vater, der in dem Familien-Dreieick eine tragende Rolle spielt. Duvall besticht
in fast jeder seiner Szenen durch Intensität, die fesselt.
Nicht so gut ist leider Mark Wahlberg, der entgegen des Posters und Trailers
auch nur kaum zu sehen ist. In den wenigen Szenen die er hat, ist er zwar stark
und gut, kann aber keineswegs an seine Auftritte in Departed heranreichen.
Als vierte im Bunde ist Eva Mendes noch prägnant, bekommt aber mit den
vielen Szenen die sie hat nicht besonders viel hin. Jemand anderes wäre hier
mit Sicherheit besser gewesen.
Die Story von Helden der Nacht
ist vor allem dank Phoenix sehr gelungen. Mit Spannung verfolgt man, wie Bobby
den Mut aufbringt sich für seinen Bruder einzusetzen. Nach einem blutigen
Shootout bei einer Razzia steigt sie um einiges, als die vermeintlich überall
agierenden russischen Killer nach und nach für Schrecken sorgen. Gray schafft
eine unheimliche Atmosphäre, und obwohl die Russen nicht sonderlich gezeigt
werden, bekommt man das Gefühl einer unsichtbaren Bedrohung, die langsam näher
schleicht und Tod bedeutet. Dies findet seinen Höhepunkt in einer
Verfolgungsjagd bei Regen, die verdammt gut
in Szene gesetzt ist und mitfiebern lässt.
Helden hat allerdings so einige Probleme, die ihn vom Status eines Klassikers
abbringen. Zum einen wäre da die Tatsache, dass die erste Hälfte des Films
musikalisch sehr gut unterlegt ist, die zweite aber dagegen relativ kahl und
lieblos ausfällt. Das mag vielleicht die fehlende Partystimmung Bobby's
unterstreichen, raubt dem Film aber auch Kraft.
Während sich die erste Stunde relativ viel Zeit mit allem lässt, beeilt sich die
zweite leider viel zu sehr. Hastig eilt man auf ein gutes, aber viel zu
schnelles Ende zu, das wesentlich mehr Ruhe benötigt hätte. Mit weiteren 40-60
Minuten in der Gesamtlaufzeit wäre es auch möglich gewesen, Wahlberg's Figur
mehr Zeit zu geben und Phoenix somit etwas zu entlasten.
Der Schauspieler des russischen Anführers macht seine Sache zwar gut, aber auch
hier wäre es besser gewesen, einen bekannten, starken Schauspieler zu wählen.
Hätte man dann noch Mendes mit einer wirklich herausragenden Schauspielerin
besetzt, wäre Helden der Nacht ohne Zweifel einer der Frontrunner bei den
diesjährigen Oscars geworden. So ist es leider nur ein guter Genrefilm, der
soviel besser hätte sein können.
Fazit:
Gelungener
Mafiathriller mit einigen Schwächen, lohnt aber schon wegen Joaquin Phoenix.
7 / 10
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