Story:
Im zweiten Teil von Hellboy
geht es um einen bösartigen Elfenprinzen namens Nuada,
der mit seiner Legion unheimlicher Kreaturen die Weltherrschaft an sich reißen
will. Team Hellboy bekommt derweil einen neuen Anführer in Form von Johann
Krauss, der gasförmig ist und in einem gesonderten Spezialanzug lebt. Fischmensch
Abe Sapien verliebt sich dazu noch in die Schwester des Prinzen, und
das Chaos ist perfekt...
regie :
guillermo del toro
cast :
ron perlman, selma blair
kritik :
christian mester
____________________________________________________________________________
Kritik:
Der zweite Teil
von Hellboy ist bunter und spektakulärer als der Vorgänger,
hat aber auch so
seine Probleme.
|

"Gebt mir Clint Howard!"
|
|
Hellboy, die Verfilmung des Mike
Mignola-Comics aus dem Jahre 2004 kam generell gut an, war vielen aber ein gutes
Stück zu abgedreht. Eine Love-Story zwischen Mensch und Dämon? Nazi-Superkrieger
und russische Magier? Wem das allerdings lag, der bekam ausgefallene Figuren,
jede Menge verrückte Action und einen guten Schuss Humor, der dank des perfekten
Castings von Ron Perlman als Hellboy genau passend kam. Einzig das ziemlich
überdrehte Ende mit zu vielen Computerfiguren driftete unnötig ins Alberne ab,
und schmähte somit ein wenig den Gesamteindruck.
Was im ersten als forciertes Spektakel endete, schreibt sich der zweite auf den
Leib. Hellboy 2 ist größer, aufwendiger, fantasievoller und noch viel
verrückter. Im Rahmen der verstoßenen Fantasywelt schaffen Guillermo und seine
Armeen von Künstler - die schon in Pan's Labyrinth und Blade 2 ihr Werk taten -
hier ein äußerst abwechslungsreiches und bizarres Bild an Kreaturen und Orten,
die absolut einzigartig sind. Wer Filme wie Die unendliche Geschichte, Der
dunkle Kristall oder Labyrinth sein Eigen nennt, wird um diesen Film nicht
drumherum kommen. Die Effekte und Kostüme sind derart
detailliert und gelungen, dass alles andere als ein sicherer Oscar-Gewinn in der
entsprechenden Sparte eine Beleidigung wäre - Hellboy 2 ist in Sachen Sets und Ausstattung der
stärkste Film des Jahres.
Gelungen ist auch mal wieder die Besetzung. Ron Perlman ist einmal mehr
der zähneknirschende Held mit Hang zur großen Klappe, der seine Figur auch so
überzeugend spielt, dass man die enorme Maskerade mit Leichtigkeit vergisst.
Das gleiche trifft auch auf Abe Sapien, Liz und Neuling Johann
Krauss zu, die
allesamt sehr individuell gestrickt sind.
|

"Pass auf, Abe. Mit den Frauen ist das so
wie mit Schleimtentakeln
aus der Dimension Zuluh...."
|
|
Highlight des Films ist ganz klar
Luke Goss als böser Prinz Nuada, der sein zu Unrecht verstoßenes Volk befreien
will und dafür auch über Leichen geht. Goss, der ehemals in einer britischen
Boyband sang und schon in Blade 2 den Bösen gab, nimmt mit seiner Präsenz jede
Szene für sich ein und beeindruckt mit sensationellen Zweikämpfen. Überhaupt ist
die Action im zweiten Hellboy imposanter als noch im ersten: riesige Kreaturen
verwüsten die Innenstadt, Nuada bittet zum Duell, schickt ihnen seine Lakaien
auf den Hals und
riesige magische Maschinen drohen, Team Hellboy auf einen Schlag zu vernichten.
Sowohl von der Inszenierung als auch von den Effekten her lässt sich
nichts bemängeln, allerdings fehlt ein ganz entscheidendes Element:
die Ernsthaftigkeit. Zwar steht "mal wieder" die Rettung der Welt auf dem
Plan, doch lässt das ganze Szenario die Ernsthaftigkeit anderer Popcornfilme
vermissen. Mit eindringlichen Ansprachen und einer späten Todesszene will
Hellboy 2 ernstgenommen werden, doch das nötige Gefühl kommt einfach nie auf. So
wirken sämtliche Versuche das ganze mit Spannung zu versetzen, gezwungen und
stören mehr oder weniger den Rest des Films. Dazu kommt ein fehlplatziertes
Intro mit einem jungen Hellboy, sowie ein übertriebenes Happy-End, das
klischeehafter nicht ausfallen könnte.
Es fällt auch schwer, sich in diesem Fall wirklich auf Hellboys Seite zu
stellen. Nuadas Methoden sind hart, aber letztendlich ist er ein verzweifelter
Sklave, der sein Volk aus seinem Gefängnis holen will. Er wird sogar von Nuada
um Hilfe gebeten - jemand spricht eine Warnung aus, dass Hellboy später
noch einmal eine bedeutende Gefahr für die Welt werden könnte - doch Hellboy
bekämpft die Rebellen weiterhin eisern, als gäbe es keine Alternative. Es fehlt auch der menschliche Aspekt,
fehlt doch dieses Mal der junge Agent Myers, der im ersten Film als
Zuschauerperspektive mit im Geschehen agierte.
Dazu kommen so einige Logiklöcher und eine extreme Vorhersehbarkeit diverser Momente, die
den weiteren Spaß trüben.
Fazit:
Hellboy 2: Die goldene
Armee schlägt seinen Vorgänger (7/10) durch grandiose Optik, bietet die besten
Sets und Kreaturen des Jahres und überzeugt durch unterhaltsame
Popcornaction. Bei all der Action vergaß man allerdings so einige Feinheiten,
weswegen Hellboy 2 leider an der ganz großen Wertung vorbei fliegen muss. Drückt
man ein Auge sind, wären es klare
8 / 10
_____________________________________________________________________________
:::::...: Diskussion im Forum
|