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Kritik:
Hitcher,
der Highway-Killer


von Christian Mester
BG Chefredakteur, schrieb für Gamestar und Gameswelt, war Projektleiter für Kinofilm-Marketing, hat offensichtlich längst zu viele, aber noch immer viel zu wenige Filme gesehen...

The Hitcher (1986)
Regie: Robert Harmon
Cast: Thomas C. Howell, Rutger Hauer

Story:
Eines Tages nimmt der junge Jim den seltsamen Anhalter John Ryder mit, der sich im Gespräch als sadistischer Mörder entpuppt. Jim schmeißt den Mann mit aus seinem Fahrzeug, doch der große Höllentrip fängt damit erst an. Nicht nur, dass Ryder ihm ständig auf den Fersen bleibt und weitere Morde begeht, es gelingt ihm sogar recht erfolgreich, sie Jim anzuhängen...

Kritik:
Die Legende des unheimlichen Anhalters gab es fraglos schon an vielen Lagerfeuern zu hören und in manch einem Horrorfilm auch schon zu sehen (beispielsweise in "Düstere Legenden"); die bekannteste Verfilmung der Gruselmär dürfte man allerdings im 86er "Hitcher" finden.

Robert Harmons eigensinniger Horrorthriller schafft es wie nur wenige Titel, von Beginn an zu fesseln. Jim ist ein gewöhnlicher, sympathischer Kerl, der mit der Mitnahme des Anhalters eigentlich nur Langeweile vertreiben will. Dieser offenbart sich dann ja als gefährlicher Irrer, der allerdings nicht nur verrückt ist, sondern seinen Spaß darin findet mit seinen Opfern zu spielen. Umso spannender ist es also, dass Ryder seinen verzweifelten Gegenspieler nicht bloß töten will, sondern ihn - sehr zu besten Unterhaltung - fortan beispiellos terrorisiert.

Wie schon im sehr guten "Joyride - Spritztour" wird die endlose Einöde abseits der amerikanischen Großstädte zur isolierten Zone voller Schrecken, denn vor dem anscheinend allwissenden Killer scheint niemand sicher zu sein und keinen Ort zu geben, an dem man sich vor ihm verstecken kann. Jim hat demnach keinerlei Chance auf Flucht und ist gezwungen, selbst zum mutigen Helden zu werden.

Zur Spannung trägt sehr bei, dass der Film teilweise auf Klischees der 70er und 80er Jahre Slasherwelle zurückgreift, diese selbst aber ungewohnt nutzt und alternativ originell serviert. So ist die Polizei ausnahmsweise mal tatsächlich erreichbar, wird jedoch gleichzeitig zum Feind, da der Killer sie geschickt gegen seinen Helden einsetzt. Der Film lässt dabei nie von seinem Drive ab und sorgt mit unkonventionellen Handlungssträngen für grausige Überraschungen, die sich bis zum erfüllenden Finale strecken und immerzu für Spannung sorgen. Aufatmen darf man nach langer Hetzjagd erst beim laufenden Abspann und selbst dann beschleicht einen noch das Gefühl, dass die Jagd des Hitchers nicht vorbei ist (womit man Recht behalten darf, denn der Hitcher sollte 17 Jahre später noch einmal vorbei schauen, wenn auch in leicht anderer Form).

Juwel des Films ist dabei fraglos die Besetzung von "Blade Runner"-Star Rutger Hauer als unmenschlich wirkender Menschenjäger, der sich in der Rolle des ebenso charismatischen, wie wahnsinnigen Mörders erschreckend wohl fühlt. Es ist leicht zu glauben, dass er dem damals jungen C. Thomas Howell, wie es heißt, am Set tatsächlich furchtbare Angst einjagte, was sich atmosphärisch auch wunderbar bis aufs Sofa überträgt. Insgesamt eine nervenaufreibende Thrillergeschichte, die man als Fan des Genres gesehen haben muss.

Fazit:
Seltsamer, schauriger Action-Thriller mit starken Horrorelementen. Rutger Hauer macht für die Anhalterszene das, was Der Weiße Hai für Badestrände schaffte.

7 / 10
9-10 - Pflichtfilm, sollte man gesehen haben
7-8 - wirklich interessant oder echt unterhaltsam
5-6 - solide, durchschnittliche Unterhaltung
3-4 - immerhin zum Teil noch annehmbar
2-0 - was ist denn da passiert?

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