Story:
Bruce Banner (Edward Norton) wurde vor Jahren unfreiwillig hoch verstrahlt
und hat seitdem ein Problem: wird er wütend, verwandelt er sich in einen
unbesiegbaren Muskelberg, der kaum aufzuhalten ist. Die Army versucht ihn
zu fangen, doch als das nicht klappt, stellt man ihm einen ehrgeizigen
Supersoldaten (Tim Roth) entgegen...
regie :
louis leterrier
cast :
edward norton, liv tyler, tim roth
kritik :
christian mester
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Kritik:
Und noch ein
echter Homerun für Marvel: starkes Comeback des Grünen.
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Dieses Blind Date hatte sie sich anders
vorgestellt.
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Erinnern wir uns kurz mal an den
ersten Film von 2003. Ang Lee's Interpretation des Hulk war ein guter, aber zu
überladener und anstrengender Comic-Film, der einiges an Geduld forderte und in
den Action-Szenen oft sehr schräg ausfiel. Hulks Reise in den Orbit? Hulk-Pudel?
Hulk gegen eine fliegende Energiewolke (den Absorbing Man)? Das war für viele
zuviel des Guten.
Lee's Versuch, die Geschichte anspruchsvoll und gleichzeitig massentauglich zu
erzählen, schlug fehl, und so plante man für den neuen Hulk (der erst als
direkte Fortsetzung fungieren sollte) schlicht weniger Gerede und dafür Action,
Action, Action. Jetzt war die Skepsis also groß, dass der Neustart ein hirnloser
Klopper wie etwa der alte Lundgren-Punisher werden würde, aber weit gefehlt.
Das merkt man schon in der Eröffnungsszene. Mit größter Liebe zum Detail
wird einem künstlerisch kurz gezeigt, wie der Hulk in dieser neuen Version
entstanden ist: Banner probierte ein neuartiges Serum mit Strahlung an sich,
nicht ahnend, dass es ein geheimes Experiment zum Erschaffen von Supersoldaten
war. Banner reagierte, wurde unkontrolliert zum Monster und
verletzte bei der Flucht auch noch unwillens seine Freundin.
Aus dieser kurzen Anfangsgeschichte ergibt sich ein starkes Gerüst, das den
gesamten restlichen Film trägt.
Ausgesprochen gut ist Edward Norton als Bruce Banner, der Hulk als Fluch sieht
und diese Macht wieder loswerden will. Verzweifelt arbeitet er mithilfe eines
Forschers (Dr. Sterns) an einem Gegenmittel, das ihn vielleicht ein für alle Mal
davon befreien könnte. Würde er es schaffen, könnte Ross ihn eventuell in Ruhe
lassen und er zu seiner geliebten Betty zurück.
Norton spielt die Rolle mit großer Intensität und verleiht ihr dazu jede Menge
Charakter. Statt kalt und emotionslos wie Bana im ersten ist Norton mit höchstem
Eifer dabei und zeigt die Figur ein wenig wie Bill Bixby in der alten
TV-Serie: zurückhaltend, aber nett; genial, aber mutig, wenn es darauf ankommt.
Ebenfalls gut ist John Hurt als General Tad "Thunderbolt" Ross, der seine ganz
eigenen Ziele verfolgt. Zum einen peinlich berührt über seine eigenen Fehler,
ist er in der Pflicht des Militärs gefangen und versucht zugleich, seine Tochter
auf diese Art zu schützen. Dass sie ihn dafür hasst, akzeptiert er
stillschweigend
im Glauben, das richtige zu tun.
Hurt, der in History of Violence und Mr Brooks zuletzt sehr losgelassen war,
agiert im neuen Hulk sehr streng und starr, kann aber viel mit seiner Mimik
anstellen. Insgesamt etwas zu schweigsam, dennoch sehr treffend.
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"Tötet Smoochy? HuaarrrghghhhH!!!"
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Frauen haben in Comic-Filmen
leider oft nur dreierlei Nutzen: erstens, sie müssen Zucker für das Auge sein;
zweitens, sie müssen die Romantik für das weibliche Publikum schaffen und
drittens: sie sind der einfachste Grund, gegen den Bösen zu kämpfen. Liv Tyler
hat mit ihrer Rolle allerdings Glück gehabt, denn sie darf mehr als das sein.
Als Pfeiler zwischen Ross und Banner stellt sie eine wichtige Verbindung da, die
für die beiden Erzfeinde große Bedeutung hat.
Natürlich gerät sie in Not und es gibt auch Romantik, aber die wird herunter
gespielt und macht Platz für wichtigeres.
Nummer vier im Bunde ist Tim Roth als Emil Blonsky, der sich unnachgiebig von
außen mit in die Geschichte bohrt. Er ist ein alter, versessener Kämpfer, der
Ross' idealer Vision entspricht und den genauen Gegenpol zu Banner bildet.
Während Banner die Macht in sich loswerden will, will er sie um jeden Preis.
Nicht etwa, weil er Rache oder Besitz will, sondern weil Kämpfen und
Herausforderungen das einzige in seinem Leben ist - und seine Zeit als aktiver
Soldat ist bereits lange am Schwinden.
Roth spielt die Rolle des verbissenen Altkriegers einfach hervorragend.
Böse glänzen seine Augen bei dem Gedanken an mehr Macht, und sein Zusammenspiel
mit dem Hulk ist jedes Mal ein packendes Duell. Auch wenn er Banner persönlich
nicht kennenlernt, sieht man Blonsky in jeder Szene an, dass er sich Hulk zu
einer äußerst persönlichen Sache macht.
Großes Lob muss man Louis Leterrier aussprechen, denn der Film ist durchweg
großartig geworden. Die Kulissen und Drehorte sind umwerfend gut eingefangen,
und auch wenn man nach der Eröffnung in den brasilianischen Favelas etwas an
Größe verliert, ist er bis ins Detail klasse gemacht. Das bezieht sich auch auf
die Effekte. Sowohl Hulk als auch Abomination sind in den vielen Actionszenen
gut in Szene gesetzt und überzeugen mit spektakulären Fights und gutem Design.
Zwar wirkt auch dieser Hulk zuweilen noch etwas unecht, aber viel hängt auch
damit zusammen, dass der menschliche Verstand einen übermenschlich muskulösen
Monsterbodybuilder nur schwer real fassen kann.
Im Vergleich mit dem alten Hulk weiß der neue auch wesentlich mehr zu gefallen,
denn er wirkt reifer und erinnert optisch durchaus etwas an Edward Norton. Fans
der Comics dürfen sich zudem über so einige Goodies freuen: Shield wird erwähnt,
es taucht ein Superheld auf, ein berühmter Bösewicht des Hulks wird im Film
erschaffen, es gibt einen Wink in Richtung eines berühmten Schildträgers und
dann gibt es sogar noch "Hulk smash!" und einige bekannte Moves des großen
Grünen.
Was den Film vor noch höherer Bewertung verwahrt? So gut er auch ist, gibt es
keine einzige Performance, die etwa so gut ist wie die von Robert Downey Jr oder
(Kristallkugel) die von Heath Ledger in Batman 2. Dazu ist der Soundtrack zu
unauffällig und die Höhepunkte in Sachen Dramatik und Fun (obwohl beide gut
vertreten sind) nicht ganz hoch genug. Trotzdem, ein gutes Comeback und
eine definitive Kino-Empfehlung!
Fazit:
Der neue Hulk kommt
nicht an den Iron Man heran, muss er aber nicht. Hier muss sich keiner
verstecken, denn der Film ist tolles Popcornkino und ein Sahnestückchen für
Comic-Fans.
Harte Kritik gibt es übrigens
für die deutsche Schnittfassung: die Schnitte in der FSK 12 Fassung (FSK 16 ist
uncut) sind so stümperhaft und ungeschickt gesetzt, dass man nur mit dem Kopf
schütteln kann. Da wird die große Dynamik im Endkampf erheblich gestört. (Hat
auf die Endwertung nun aber keinen Einfluss)
7 / 10
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