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Kritik:
Ice Age 1-4


von Christian Mester

Ice Age
(2002 - 2009)
Regisseur: Carlos Saldanha
Cast: -

Story Teil 1:
Faultier Sid wacht eines Tages auf und merkt, dass all seine Verwandten schon ohne ihn auf große Reise gegangen sind: kein Wunder, die Eiszeit bricht an. Geknickt macht er sich also gleichfalls auf den Weg und trifft auf das zynische Mammut Manfred, das sich erst nur widerwillig mit den kleinen Trottel einlässt. Erst als den beiden ein Baby in die Hände fällt beschließen sie, es gemeinsam zurück zu den Menschen zu bringen. Das verspricht auch der plötzlich dazu stoßende Säbelzahntiger Diego, der insgeheim plant, das Baby seinen Kollegen zum Frühstück zu bringen...

Story Teil 2:
Panik im Eiszeittal: es beginnt zu tauen, und mit dem steigenden Wasser tauchen zwei große Raubfische auf, die für Angst und Schrecken sorgen. Das vermeintlich letzte Mammut Manny findet indes erstmals eine Freundin und zwei neue Begleiter, irre Opossums, halten mit ihrer verrückten Art alle auf Trab...

Story Teil 3:
Als Sid eines Tages eine versteckte Welt mit Dinosauriern findet, wird er spontan Ziehvater für drei Tyrannosaurier-Babies. Ihm auf der Spur sind daraufhin Diego, Manny und seine Freundin, die ihrerseits dabei sind, Eltern zu werden...

Kritik Teil 1: Ice Age
Als 20th Century Fox 2002 mit animiertem Säbelzahntiger gegen Genre-Kollegen wie Monster AG antrat, ahnte niemand, dass es der Start einer der erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten werden würde. Die dreiteilige Geschichte von Sid, Scrat, Manny und Diego hat heute weltweit mittlerweile schon über eine Milliarde Dollar eingespielt und während Teil 3 gerade mächtig an den Kassen abräumt, ist auch ein vierter schon im Gespräch.

Gern erinnert man sich daran zurück, wie alles mal angefangen hat. Jeder, ausdrücklich jeder, hatte damals herzlichst zu lachen, als Urzeit-Eichhörnchen Scrat im Trailer zum ersten Mal gierig über die Leinwand fetzte und keuchend versuchte, einem einstürzenden Riesengletscher zu entkommen. Herrlich skurriler Humor sollte langfristig eins der Markenzeichen der lustigen Serie werden, ebenso wie die Hauptstars, die dank ihrer tollen Persönlichkeiten zu Recht als Plüschtiere in Millionen Kinderzimmern landeten. Grafisch war Ice Age zwar damals wie heute kein Vergleich zu den Pixars, legt aber schon beim ersten glücklicherweise großen Wert auf das Wichtigste: auf die Mimik. Auch wenn manches noch wie klobiges Spielzeug aussieht, sind die Blicke und Augenspielereien zumeist derart gut gelungen, dass man bei der eher simpel gehaltenen Optik gern mal ein Auge zudrückt. Darüber hinaus bietet der erste aber sogar noch weit mehr.

Wer nach dem albernen Trailer typisch lustigen Kinderklamauk erwartete, durfte Bauklötze staunen: neben den zu erwartenden niedlichen, albernen Figuren und typischen Action-Szenen birgt der Film viele eher nachdenkliche Momente und wirkungsvolle Charakterszenen, mit denen man sicher nicht rechnet (und das schaffen sie sogar, ohne die Figuren singen zu lassen). Selbstredend liegt das Hauptaugenmerk weiterhin auf dem Humor, doch ein, zwei stimmige Szenen berühren sehr, was bei einem komplett im Computer animierten Film immer große Kunst ist. Schön ist auch, dass die Gags im Film recht gut jongliert werden: zum einen immer familienfreundlich und damit selbst für Kleinste immer lustig, zum anderen aber nie nervig-dämlich; im Gegenteil, laufend werden viele Seitenhiebe und Doppeldeutigkeiten gebracht, über die nur Erwachsene so richtig schmunzeln können. Eine Rarität für Filme wie diesen, die die Geschichte nur schöner und spannender machen. Was man am ersten hauptsächlich kritisieren kann ist, dass sowohl die Action als auch die Optik unglücklicherweise sehr spartanisch ausfallen. Gerade im Vergleich mit den anderen beiden fällt es immens auf, dass der erste in dieser Hinsicht viel zu zurückhaltend war.

6,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

Kritik Teil 2: Ice Age 2 - Jetzt tauts
Teil 2 kam nur vier Jahre nach dem ersten, doch was einfach nicht zu übersehen ist, ist der gewaltige Sprung der Technik. War der erste Film noch extrem detailarm und bestand größtenteils aus nur wenigen Farben und Details, ist 2 ohne Zweifel durch und durch bildschön. Ob es nun die Felle der Tiere sind oder die vielen Eis- und Wasserelemente; alles sieht atemberaubend gut aus und ist gerade in HD eine absolute Augenweide.

Inhaltlich ist das Sequel größtenteils gewohnte Kost geworden: mit Scrat kommen neue Nuss-Sketche, Sid stolpert erneut gekonnt durch die Gegend und Manny nölt. So viel schöner Ice Age 2 aber sein mag, so lässt sich leider ebenso wenig übersehen, dass sich das Hauptaugenmerk verlagert hat. Wechselte das Original noch zwischen Fun und gutem Ernst, wechselt 2 nunmehr zwischen Fun und... weniger guten Fun. Den rührenden Part schenkt man sich dieses Mal nämlich komplett um stattdessen mit neuen Figuren, wie zwei hyperaktiven Jackass-Opossums und einem weiblichen Mammut (deren vorhersehbare Love-Story mit Manny schrecklich öde ausfällt) den bereits witzigen Teil noch weiter auszubauen.

Mehr Scrat ist in der Tat besser, aber die restlichen Figuren kommen mit der verstärkten Jagd nach Späßen eher weniger gut klar. Die Oppossums nerven mit überdrehtem Date Movie-Humor, Diego bekommt fast nichts zu tun und so bleibt nur noch Sid, der aufgrund der vielen neuen Figuren gehörig zurückstecken muss. Überhaupt bleibt beim Abspann ein recht fader Beigeschmack zurück, gerade weil der erste noch so gut war. Schlimm ist, dass der Humor sich hier fast exklusiv an die Kleinsten richtet; wirklich gute Gags bleiben insgesamt eher aus. Schade, denn die aufpolierte Optik ist eine Wucht und schon allein für Scrats neue Untaten lohnt sich der Besuch, aber die besondere Note, die den ersten noch wertiger als Genre-Kollegen machte, fehlt hier..

4,5 / 10

Kritik Teil 3: Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los
Nach dem allgemein großen Lob am ersten durfte sich 2 verstärkt Kritik über verlorene Werte anhören, aber auch 3 versucht es gar nicht erst, zu alten Stärken zurückzukehren. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, da er stattdessen andere Stärken gelungen ausbaut.

Den Autoren sei Dank ist der Humor im dritten nicht mehr ganz so flach und bedeppert wie zuvor, und den fehlenden Anspruch ersetzt man einfach mit völlig verrückten Momenten - und mehr Action. Ob im Wasser, zu Land oder neuerdings auch in der Luft, durchweg geht es flott zur Sache, wobei die Dinos fast immer klasse eingesetzt werden. Da braucht man sich auch nicht wundern, wenn Kids nach dem Kino über beide Backen strahlen und wie Flugsaurier durch die Gänge segeln, oder gar lauthals ihre liebsten Sid-Szenen nachspielen.

Während Scrat mit seiner Nuss mal wieder mit die besten Szenen bekommt (sein Act wird langsam zur Mr. Beanschen Selbstnummer), bekommt der werte Sid (wieder klasse von Otto Waalkes gesprochen) endlich mal wieder mehr zu tun; als frisch gebackener Dino-Papa darf er laufend gepflegten Unsinn verzapfen und wie ein wilder Mix aus Charlie Chaplin und Goofy über die Leinwand tollen. Statt pansiger Love-Story gibt es darüber hinaus den wohl besten Tyrannosaurus seit Jurassic Park II: The Lost World und zum Glück auch wieder Gags, bei denen auch die älteren Semester wieder was zu Lachen haben - wenn man denn ein gesundes Maß an Schadenfreude mitbringt.

Visuell ist der dritte ohne Frage wieder top, was nach dem zweiten aber eh nicht anders zu erwarten war. 3 springt also guter Dinge in die Mitte der Vorgänger und dürfte jeden bestens unterhalten, der schon die anderen zwei nett fand..

5,5 / 10

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