Story:
Ein
neuer Auftrag für Harvard-Professor Robert Langdon (Tom
Hanks). Ausgerechnet die katholische Kirche benötigt die Hilfe des
berühmt berüchtigten Symbologen, dessen Aufdeckung
des Da Vinci Codes vor einiger Zeit für jede Menge
unangenehmen Gesprächsstoff sorgte. Gebraucht werden seine weit reichenden Fachkenntnisse, denn niemand
Geringeres als die legendären Illuminaten drohen, die laufende
Papstwahl zu einer Katastrophe werden zu lassen…
regie :
ron howard
cast
: tom
hanks, ayelet zurer
kritik : christian mester
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Kritik:
Doch,
das Popcorn schmeckt.
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"Da läuft er, Robert
Zemeckis!"
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Groß war der
Hype damals um Sakrileg – The Da Vinci Code, denn sowohl
Presse als auch Leser verschlangen die ersten beiden Bücher so
gierig wie die Anaconda Owen Wilson in Anaconda. Als Film hatte man
sich das jedoch weitaus besser vorgestellt. Vor allem drei Dinge
störten gewaltig am Erstling: erstens, Langdon selbst bekam fast nichts zu
tun, zweitens, der Film war in großen Teilen zäh wie
Pattex und drittens, trotz 125 Millionen Dollar Budget war er weder
besonders groß, noch besonders hübsch anzusehen.
“Viel
Lärm um nichts“ dachten sich also die meisten, von
daher ist es auch kein Wunder, dass sich nur die wenigsten um sein
zweites Abenteuer scheren. Können sie aber.
Illuminati oder Angels
& Demons, wie er im Original heißt, macht fast alles
besser. Aufgrund eines besonders engen Zeitplans (Langdon muss das
Rätsel innerhalb von wenigen Stunden klären)
bleibt keine Zeit für Nickerchen, und so
sind Langdon und Co. pausenlos unterwegs und hechten von Ort zu Ort,
was der Dramatik wirklich zu Gute kommt. Auch geht es endlich mal um
richtigen Einsatz, denn statt wie Miss Marple kleinere Morde
mit Hieroglyphen aufzuklären, gilt es hier den Tod tausender Menschen zu
verhindern.
Von der Optik her ist
Illuminati auch kein Vergleich zum Vorgänger. Vom Vatikan und
seinen Traditionen und heiligen Plätzen mag man zwar
grundsätzlich halten was man will, aber die Bauten selbst sind
allesamt wahnsinnig beeindruckend und wirklich Ehrfurcht erweckend, was
Regisseur Ron Howard in unzähligen umwerfenden Bildern
spektakulär einfängt. Der Fall hat also endlich mal
einen gewissen Rahmen, den der erste noch missen ließ.
Hanks (der übrigens endlich beim
Friseur war) bekommt dieses Mal auch mehr zu tun, denn statt sich alles
von Außenstehenden erklären zu lassen (Audrey Tautou und Ian McKellen in Sakrileg) und am Ende
kurz mal selbst zum Erklärbär zu werden, gibt seine Rolle
hier rundum den Ton an und knobelt, taucht, rennt und befreit sich und
andere aus tödlichen Fallen, wie es gute Helden zu tun haben.
Natürlich wird Langdon nie zu einem Sprüche
klopfenden, sich prügelnden Indiana Jones Verschnitt (auch der
alberne Luftstunt aus dem Buch fehlt Gott sei Dank), aber es tut gut,
ihn hier mal als Frontmann vorn am Steuer zu sehen.
Schön ist auch,
dass man sich die im Buch gezwungen wirkende Love-Story gespart hat,
denn er und Partnerin Vittoria Ventra sind auch so nett miteinander, ohne sich gegenseitig anzuschmachten. Ebenfalls gute Arbeit
machen Ewan McGregor und Armin Müller-Stahl als
traditionsbewusste Kirchenvertreter, Stellan Skarsgard als
zwielichtiger Gardenchef, sowie einige andere unbekanntere Darsteller
als Cops, Kirchenmitglieder und… Illuminaten.
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"Raphael, Donatello, Michelangelo - sie alle sind da unten."
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Die
Illuminaten. Einer von diesen vielen Geheimnis umwobenen Geheimbunden,
die seit Jahren für Diskussionen sorgen, meistens jedoch in
albern aufgezogenen Aiman Abdallah Galileo Mystery Sendungen peinliches
Thema und damit eher Lachnummer als Bedrohung sind. Sicher, der neue Fall Langdons ist gute
Popcornkost, aber auch wenn die vielen Informationen über die
Papstwahl, die Illuminaten und deren Geheimwaffe (gewonnene
Antimaterie) überzeugend gut klingen, sollte man besser nichts davon
ernst nehmen. Vor allem das mit der Antimaterie ist.... naja.
Wie Dan Brown selbst schon mal sagte, basiert lediglich ein Teil seiner
Sachen
auf Fakten, vieles ist zur reinen Unterhaltung wild verfremdet und
übertrieben. Zwar nimmt sich der Film insgesamt viel ernster
als Vermächtnis der Tempelritter 1+2, ist inhaltlich aber
trotzdem vollkommen hanebüchen. Es gibt viele große
Logiklöcher, viele blödsinnige Szenen und extreme
Zufälle am laufenden Band, die alle nur aufkommen, damit es auch
durchweg zügig weiter geht. Man sollte also vor allem darüber
hinweg sehen können, dass der Film laufend belehrend sein
will und ihn am besten als stumpfe Popcornkost sehen. Dann schmeckt er.
Nicht so wirklich gelungen ist, dass aufmerksame Zuschauer schon recht
früh darauf kommen werden, wer denn hinter allem stecken mag.
Da Howard übrigens nicht im Vatikan
drehte durfte kommen viele der Sets leider aus dem Computer, was zwar in
großen Teilen funktioniert, teilweise aber auch mal sehr nach
Bluescreen aussieht.... wenn man denn genau hinsieht. Auch ist die letztendliche Auflösung eher schwach geworden.
Wirklich gut dagegen? Der dynamische Soundtrack.
Fazit:
Der neue Langdon ist besser als sein
Vorgänger und ein guter, wenn auch teils alberner
Popcornmampfer. Drückt man beide Augen zu und lässt das Hirn an der Kasse,
7 / 10
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