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Kritik:
Indiana Jones und der
letzte Kreuzzug


von Christian Mester

Indiana Jones and the Last Crusade
(1989)
Regisseur: Steven Spielberg
Cast: Harrison Ford, Sean Connery

Story:
1938. Im dritten Abenteuer von Indiana Jones (Harrison Ford) bekommt der Krempenträger eine Nachricht von seinem Vater (Sean Connery) - er sei auf der Suche nach dem heiligen Gral mit den Nazis in Schwierigkeiten geraten. Zusammen mit der zwielichtigen Schönheit Elsa (Alison Doody) macht sich Indy also daran, seinen Vater zu retten und erneut einen heiligen Schatz vor den Nazis zu retten...

Kritik:
Nachdem "Indiana Jones und der Tempel des Todes" Kritik für seine teils anstrengende Art einstecken musste, besannen sich die Buddies Spielberg und George Lucas beim dritten Film drauf, sich wieder mehr auf den Stil des ersten zu konzentrieren. Im Klartext hieß das, weniger Blut, weniger Albernheiten und mehr Augenmerk auf Abenteuer und Entdecken, statt
auf Kampf und Klamauk. Das fruchtet auch, und so ist der letzte Kreuzzug ein reiferer und besser Film als der zweite.

Sehr schön gelungen ist zum Beispiel der Anfang, in dem kurz gezeigt wird, wie der junge Indy als Teenager (River Phoenix) seinen ersten Grabraub begeht und die Inspiration für sein ganzes Leben bekommt. Was danach folgt, steht ganz im Stern des ersten Teils - eine aufregende Hetzjagd durch verschiedene Länder, voller gesunder Action und Comedy. Überaus gelungen ist der zurück gekehrte, absurde Humor des ersten Teils, der sich in etlichen Szenen zeigt. Etwa wenn Indy und sein Vater von einem Flugzeug verfolgt werden, es abstürzt und der Pilot dann im Tunnel ungläubig an ihnen vorbei rattert. Oder wenn Indy in Nazi-Berlin ein geheimes Dokument stiehlt und auf den Führer selbst trifft, der es unwissend mit einem Autogramm versieht...

Actionmäßig kriegt es Jones im dritten nicht so derbe wie noch im Vorgänger, dafür ist sie wieder besser gefilmt und äußerst abwechslungsreich geworden. Panzer, Flugzeuge, Zeppeline, Verfolgungsjagden und Schlägereien sorgen dafür, dass man keineswegs enttäuscht wird.

Während es etwas stört, dass Indy kaum Zeit mit der Frau des Films verbringt - die zwar absolut offensichtlich zur anderen Seite gehört, aber angenehmer ist als Schreikrampf Capshaw - gibt es dafür Indys Daddy, gespielt von Sean Connery, der sich genial mit ihm ergänzt und mit seiner lässigen Art für viele, viele Lacher sorgt.

"Der letzte Kreuzzug" hat allerdings auch ein paar kleinere Macken, die ihn etwas trüben und von einer wirklichen Topwertung abhalten. Da wäre etwa das Problem, dass der Film nach der grandiosen Eröffnung recht lange vor sich hin plätschert, bevor er dann erst gegen Mitte wieder Tempo aufnimmt. Überhaupt fällt auf, dass einige Szenen etwas käsig in die Länge gezogen sind und somit den Pace drosseln, der im ersten noch so perfekt gesetzt war.

Sind Eröffnung und die zweite Hälfte sehr gut gelungen, hadert es dann jedoch im Showdown, der wenig Neues bietet und relativ unspektakulär Teil 1 kopiert: zerflossen die Narren im ersten Teil noch wie warmes Wachs, zerbröseln sie hier wie Knäckebrot. War der erste noch so unberechenbar, ist der Kreuzzug größtenteils recht vorhersehbar. Das bezieht sich auch auf die Action und dramatischen Momente, die alle mehr oder weniger ernst vonstatten gehen und man deshalb nie ernsthaft das Gefühl bekommt, dass Indy jemals in Gefahr kommt. Ansonsten gibt es nicht viel zu bemängeln; die Regie ist gut, aber wie Jones Sr etwas behäbiger und weniger dynamisch. Musik wie immer genial, die Sets sind abwechslungsreich und interessanter als im zweiten, und die Dialoge sind größtenteils in Ordnung - insbesondere zwischen Vater und Sohn.


Fazit:
Nummer 3 ist etwas schleppend und endet wenig aufregend, ist aber trotzdem ein top gemachter, würdiger Indiana Jones und besser als sein überzogener, blutiger zweiter Teil.

8 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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