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KRITIK:
DER INFORMANT!


von Christian Mester

THE INFORMANT (2009)
Regie: Steven Soderbergh
Cast: Matt Damon

Story:
Anfang der 90er wendet sich der übergewichtige Mark Withacre (Matt Damon) ans FBI. Wie der Geschäftsmann eines Lysin-Unternehmens verrät, gäbe es in seiner Firma geheime Handelsabsprachen mit anderen Firmen, um Preise gezielt zu dirigieren. Der verantwortliche Agent Shepard (Scott Bakula) engagiert Whitacre daraufhin als speziellen Informanten um dessen Kollegen auf der ganzen Welt auszuhorchen. Whitacre geht in seinem Job auf, hat jedoch ein Geheimnis, das Shepard graue Haare kriegen lässt…

1989 waren Matt Damon und Ben Affleck
Statisten in FELD DER TRÄUME

Kritik:
Der Trailer zum Film machte sich den größten Spaß daraus, zu zeigen, wie der irrwitzig verwandelte Matt Damon – eigentlich schlank und gut aussehend – als übergewichtiger Horst Schlämmer-Verschnitt mit Pornobalken und schlechter Frisur tölpelhaft versuchte, seine eigene Firma zu beschatten. In schrägen Szenen ergraute man mit Scott Bakula, wissend, dass Damons Schusselverhalten die ganze Sache jederzeit auffliegen lassen könnte.

Interessanterweise ist dieser Klamauk nur ein ganz kleiner Teil des Films, der die meiste Zeit über nicht wirklich witzig ist. Ein wenig verschroben, da Damons Charakter verschroben ist, allerdings ließe sich „Der Informant“ schon fast eher Drama als Komödie nennen. Was genau mit Damons Figur nicht stimmt sei an dieser Stelle selbstredend nicht verraten, soviel jedoch: es lässt grinsen, ihn als komplizierte, schwierige Figur zu verfolgen, die sich immer weiter verkorkst und bis zum schmunzelnden Abschluss selbst immer schlimmer in die Pfanne haut. Ein unterhaltsames Charakterportrait, das auf einer wahren Begebenheit basiert.

Damon hätte fast die Hauptrolle in einem Remake
von DAS FLIEGENDE AUGE gespielt

Damon ist sogar so tief in seiner für ihn außergewöhnlichen Rolle drin, dass man fast meinen darf, man hätte ihn 2010 für den Oscar nominieren müssen.

„Zurück in die Vergangenheit“- und „Enterprise“-Star Scott Bakula macht seine Rolle als enttäuschter Agent ebenso akzeptabel wie Melanie Lynsky, die in allen Zeiten als tapfere Musterehefrau zu ihrem Mann hält und Zeitzeuge ist, wie Damon sich mit seiner Wampe gehörig Platz verschafft, beide können jedoch nicht so ganz darüber hinaus ragen. Damon dominiert den ganzen Film und ist sowohl live als auch rückblickend das einzige strahlende Highlight. Story und Entwicklung? Nett, mehr nicht. Witze? Nett, mehr nicht. Dramenentwicklung abseits Damons Charakter? Nett, mehr nicht.   


Soderberghs Regie kann sich wie üblich sehen lassen, hat aber auch schon mal bessere Zeiten gesehen. Besonders gelungen ist dem fleißigen Dauerbeschäftigten der Look der frühen 90er, der sich nicht nur in Damons grässlichen Outfits wiederfindet, sondern auch in den Büros, Hotels und ausgesuchten Farben. Insgesamt ein wenig berauschender Charakterfilm, der Matt Damon großartig in den Vordergrund stellt, aber auch nicht so breakthrough durchfasziniert wie andere Star-Darbietungen (den oben genannten Oscar hätte er nicht verdient gehabt).

Fazit:
Unterhaltsame Dramödie mit einem erstklassigen Matt Damon, der über die sonstigen Schwächen des Films hinweg sehen lässt.

5,5 / 10

10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel


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