Story:
Louis Salinger (Clive Owen) ist ein Agent der landübergreifenden Behörde Interpol
und arbeitet schon seit langem an
einem brisanten Fall. Er hat vor, die illegalen Machenschaften einer
namhaften Weltbank aufzudecken... und eines Tages scheint er die richtigen Hinweise zu
finden...
regie :
tom tykwer
cast :
clive owen, naomi watts
kritik :
christian mester
____________________________________________________________________________
Kritik:
Der neue Clive ist
eine herbe Enttäuschung.
|

"Eh......... ich muss weg."
|
|
Wenn bislang eher anspruchsvolle
Regisseure wie Marc Forster (James Bond: Ein Quantum Trost) sich in für sie
ungewohnte Gefilde begeben, ist das Resultat fraglos oftmals sehr interessant.
Tykwer allerdings, der sich mit Filmen wie Krieger und Kaiserin, Heaven und
zuletzt Das Parfüm eher als Dramenregisseur etablierte (Lola rennt sei mal als
wildes Frühexperiment abgetan), greift mit seinem Action-Thriller The
International leider völlig daneben.
Nachdem er mit seiner Bestsellerverfilmung über Serienkiller Jean-Baptiste
Grenouille einen erstaunlich international wirkenden Topfilm inszeniert hatte,
konnte man also durchaus große Erwartungen an sein nächstes Projekt stellen.
Natürlich sollte das ganze ohnehin mehr Thriller als Action werden, aber mit
Hochkalibern wie Clive Owen (Children of Men) und Naomi Watts (King Kong) in den
Hauptrollen, sowie einer spannenden Plotline über illegal agierende Banken
(gerade jetzt prägnant) hätte man eigentlich nicht viel falsch machen können.
Hat man aber.
Dabei ist die grundlegende Story nicht das Problem: Agent, der schon lange an
einem Fall arbeitet, kriegt endlich den nötigen Hebel in die Hand, um ein großes
Syndikat aus den Angeln zu heben. Ist zugegebenermaßen Einheitsbrei, aber der
deutsche Tykwer kann damit überhaupt nichts anfangen. Schleppend langsam wird
die Story derart langweilig in Szene gesetzt, dass man fast im Popcorn
einschläft. Solches wird auch eher weniger angerührt, denn bis auf eine kleine Schießerei in einem
gelungenen Nachbau des Guggenheim Museums bleibt The International durchweg eher
The Murmeltier.
|

"Seufz..."
|
|
Auch Clive Owen, der eigentlich
immer gute Leistungen bringt kann den Film nicht retten; ebenso wenig
Naomi Watts. Die beiden tauschen lustlos zähe Dialoge aus, die niemals Spannung
generieren oder echtes Interesse an der Ermittlung wecken könnte. Wäre das Ding ein
Pilotfilm für eine neue Copserie geworden, so hätte man sicherlich spätestens nach drei
Folgen die weiße Flagge hissen müssen - denn spätestens dann hätte niemand mehr
einschaltet; höchstens, wenn es nachts mit Die schönsten Bahnstrecken
Niedersachsens konkurriert hätte. Am Rande tauchen dann noch die eigentlich
guten Uli Thomsen und Armin Müller-Stahl als
zwielichtige Figuren auf, die aber beide ebenfalls nicht viel mit ihren
langweiligen Texten anstellen können.
Neben den schwachen Dialogen kommt darüber hinaus noch hinzu, dass die Kamera austauschbar
und lange Zeit zu starr ist. Am schlimmsten ist jedoch der Score, der
als Bremse fungiert und den Thriller zu einer echten Einschlafhilfe verkommen
lässt.
Schade: nicht wirklich spannend, nicht wirklich gut gespielt, nicht wirklich
mitreißend und auch nicht gut gemacht. Das geht besser.
Fazit:
Kaum zu glauben, dass der Film vom gleichen Regisseur sein soll, der uns mit Das
Parfüm vor kurzem noch so faszinierte. The International ist kein guter Thriller, sondern gesichtslos,
einschläfernd und uninteressant.
4 / 10
_____________________________________________________________________________
:::::...: Diskussion im Forum
|