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MEINE FAVORITEN 2013
(von Christian Mester)


2013.
Das Jahr, in dem wir drei neue Filme von Stallone und Schwarzenegger bekamen, einen davon sogar mit beiden (und 50 Cent). Das Jahr, in dem Sorgenkind Mad Max 4 schon wieder verschoben wurde. In dem Jennifer Lawrence einen Oscar gewann und in House at the End of the Street mitspielte (Hashtag war #HATES). In dem Hugh Jackman seine Seele aus dem Leib trällerte und in Movie 43 Hoden am Hals sitzen hatte.

In dem Hänsel & Gretel: Hexenjäger in Deutschland mehr Zuschauer ins Kino lockte als Gravity - und Fack ju Goethe der erfolgreichste Film des Jahres ist.


In dem der neue Superman endlich abhob und trotz großen Einspiels nur viele hmms hinterließ, und die Studionot aufkam, in seinen nächsten Film Batman und Wonder Woman zu packen. Ach ja, in dem Ben Affleck zum neuen Batman gekürt wurde und viele meinten, Pacific Rim werde das neue Star Wars. In dem ein neuer Star Wars angekündigt wurde, über den bislang noch nichts weiter bekannt ist weil den Machern anscheinend selbst aktuell nicht so ganz klar ist, was sie da machen. In dem Hayao Miyazaki seinen Abschied bekannt gab und Paul Walker viel zu früh gehen musste. In dem der teuerste Western aller Zeiten floppte und niemand Frances Ha sah. In dem die ganz große Erwartung Elysium enttäuschte und die ganz sicher geglaubte Niete World War Z überraschte. Und... in dem es nicht nur das vielgefragte Cars Spin-off Planes gab, sondern auch noch ein inoffizielles Rip-off zum Spin-off namens Jets. JETS.

Nachfolgend also meine Liste der 15 Filme, die mich dieses Jahr am meisten begeisterten, mit Reihenfolge, auch wenn die eigentlich egal ist. Das Kinojahr war so gut, jede Reihung wäre richtig...


Nicht gesehen, daher hier nicht auflistbar gewesen (Auszug): The Hunger Games – Catching Fire, Blau ist eine warme Farbe, Smashed, Escape Plan, Takes this Waltz, Leviathan, Act of Killing, Song for Marion, The Broken Circle, Die Eiskönigin, Rush, Metallica, Die Monster Uni, Prince Avalanche, The Grandmaster, Liberace, Jets, Planes, The Butler, Blue Jasmine, You’re Next, Don Jon, The Counselor, Inside Llewn Davis, Sein letztes Rennen, Prisoners  



VORHER NOCH EBEN EINE SPECIAL ERWÄHNUNG, UNGELISTET - DER FILM HEISST ONLY GOD FORGIVES UND IST EIGENARTIG.

ONLY GOD FORGIVES

Regie+Script Nicolas Windig Refn


Es ist viele Monde her, dass ich Refns spirituellen Thai-Rätsler sah, aber ich kann mich nach wie vor nicht festlegen, ob der Film außerordentlich gut oder einfach nur schlechte Kunst ist, durchaus verblendet von der Sympathie am Macher und Gosling. Cliff Martinez‘ atmosphärischer Score, die durchweg fantastische Kameraarbeit und die göttlich anmutende Henkerfigur des jagenden Polizisten faszinieren nachhaltig (knapp mehr als Kindsköpfe 2), und kaum ein Film bleibt so sehr in Erinnerung wie dieser, aber die deplatzierte Karaoke, Gosling als stilles Nichts an zudem unsympathischer Figur und, dass der Film sich ungeniert und in aller Geduld Reiswein schlürfend jeglichen Handlungskonventionen entzieht, macht es letztlich schwer, ihn bedingungslos zu lieben.

Hier ist es ein schmaler Grat zwischen genial und prätentiösem Mist . Ich kann euch beim besten Willen nicht versprechen, dass er euch gefallen wird. Wahrscheinlich nicht. Aber wer sich gern mal über den "sicheren" Rand hinaus traut, sollte mal reinsehen.


OKAY, JETZT GEHT'S LOS!



THE PLACE BEYOND THE PINES
Regie Derek Cianfrance, Script Derek Cianfrance+Ben Coccio+Darius Marder

Spricht man Gosling (ja, schon wieder Gosling), nennt man Drive, spricht man Cooper, nennt man Silver Linings. Viele haben jedoch nicht mitbekommen, dass die zwei dieses Jahr einen kleinen Film gemacht haben, der ganz fantastisch ist. Pines ist eine bewegende Geschichte über mehrere Schicksale, die miteinander zusammenhängen und dessen Bindungen erst später klarer werden. Es ist aber keineswegs ein Aha! Film, der sich wie beispielsweise 11:14 clever zusammenfügt, sondern mit starken Charakterentwicklungen daherkommt. Circa 37mal besser gemacht als im Best Picture Gewinner LA Crash, da authentischer und weniger plump auf übertriebene Tränendrückermomente setzend. Toll gefilmt dazu. Die letzten paar Minuten und ein zu früher Darstellerverlust mögen irritieren und verhindern einen höheren Platz, aber den auf der Liste hat er sich dick verdient.



DER GESCHMACK VON ROST UND KNOCHEN
Regie Jacques Audiard, Script Jacques Audiard+Thomas Bidegain+Craig Davison


Mit dem Geschmack von Rost und Knochen entschuldigt sich Cotillard scheinbar für ihre schlechte Rolle in The Dark Knight Rises, die Christopher Nolans dritten Teil der Flattermannreihe 2012 doch reichlich störte. Ihr kleines Drama ist ein herzerweichendes, das inhaltlich zunächst krude zusammengemixt scheint, aber gekonnt zusammengestrickt wird und dann mehrfach sehr emotional trifft. Eine der spannendsten Szenen des Kinojahres findet sich unter dem Stichpunkt Eis und es kann sein, dass man Katy Perry nach dem Film mit anderen Ohren hören kann. Eine willkommene Überraschung ist der Neuling Matthias Schoenaerts, der mit der großen kleinen Aktrice spielend mithält.
  



STOKER
Regie Chan-wook Park, Script Wentworth Miller

Wer hätte jemals in Erwägung gezogen, dass sich hinter Wentworth Miller aus Prison Break und Resident Evil 4 ein beeindruckender Autor verbergen könnte? Millers tiefschwarze, originelle Geschichte über ein leicht ungewöhnliches sexuelles Erwachen paart sich mit Chan-wook Parks US-Debüt, der mit seinem Einstand vielen anderen Landeskollegen wie Jee-woon Kim (The Last Stand) zeigt, was eine Klatsche ist. Der wahrscheinlich von der Bildgestaltung her schönste Film des Jahres, wird auch noch zu einem hervorragenden Thriller, dessen Ende keinen kalt lassen kann. Hat ein bisschen was von einer Damenfassung von Oldboy.... entfernt. 



THE BEST OFFER
Regie+Script Giuseppe Tornatore

The Best Offer ist ein italienischer Film, der in Deutschland bloß in gefühlten 2 Kinos lief, mittlerweile aber endlich auf BD zu haben ist. So kann man nachholen, was wir alle schwerstens im Kino verpasst haben. Eine außerordentlich starke Charaktergeschichte über einen exzentrischen Antiquitätenspezialisten mit ausgeprägtem Desinteresse an sozialen Kontakten, der sich eines Tages in eine mysteriöse, sehr viel jüngere Kundin verliebt, deren Zurückgezogenheit ihn verrückt nach ihr macht. Ohne zuviel vorweg zu nehmen - von einer besonderen Charaktergeschichte wird es zu einer ausgefallenen Romanze, dann aber auch nochmal etwas anderes. Vielleicht der Underdog des Jahres.



SILVER LININGS
Regie+Script David O. Russell


Ja.



CAPTAIN PHILLIPS
Regie Paul Greengrass, Script Billy Ray

Michael Bay wär beim Lesen des Captain Phillips Scripts bestimmt vor Langeweile eingeschlafen, gibt es doch nur eine handvoll Enterer, keinerlei Nahkämpfe oder Schießereien, und obwohl später ganze Zerstörer und toughe Navy Seals auftauchen, explodiert noch nicht einmal der überfallene Frachter (der nicht einmal ausschließlich mit Benzin/Sprengstoff/Bikinibräuten geladen ist!). Wahnsinn, daraus einen Film zu machen, aber Paul Greengrass machts'. Und wie er es macht.

Ähnlich wie bei seinem legendären Flug 93 schafft er Gänsehaut-Authentizität und darüber ungemein fesselnde Spannung, denn ja, von Terroristen entführt werden ist an sich schon aufregend genug, das bedarf keine Explosionen und Oneliner. Gleichwertig trägt auch Tom Hanks bei, der trotz seiner vielen Preise, seiner vielen Erfolge und seines vorangeschrittenen Alters mit einer Präzision und Intensität schauspielt, die umhaut, und ihn wieder einmal als einen der besten festigt. Packender Film, unbedingt in Ruhe ansehen. Nachos essen verboten.




SPRING BREAKERS
Regie+Script Harmony Korine

"
Schaut euch meinen Scheiss an, schaut euch meinen Scheiss an!!" In rund 20 Jahren Kinobesuchen habe ich so etwas wie bei Spring Breakers noch nicht erlebt. Aufgrund der gelungenen Werbung war der Saal bei der Vorstellung ausverkauft, allerdings gaben die ersten Besucher schon nach ersten 5 Minuten auf, weil sie die Bilderflut betrunken tanzender, gröhlender, teils nackter Teens zu basslastiger Dancemusik nicht ertragen konnten. Kam dann aber die Handlung so langsam ins Rollen, drehte sich der Wind schlagartig. Nachdem bis dahin hauptsächlich ältere Leute ab 30+ Kopf schüttelnd gegangen waren, schwanden nun die ersten Jugendlichen sauer, die immer mehr wurden.

Yep, denn der ekstatisch Gesetzlosigkeit, Materialismus, Oberflächlichkeit und Betäubung abfeiernde Einsteig war nur Rutschbahn gewesen, führte Regisseur Harmony Korine das ganze in eine finstere, überaus kritische Trend-Beobachtung. Korine belehrt dabei auch nicht bloß bieder mit dem Fingerzeig, sondern webt eine erstklassige Jugendgeschichte, die einiges zu sagen hat. James Franco als kalifornischen Möchtegerngangster Alien muss man gesehen haben, oder auch die wohl beste Nutzung eines Britney Spears Songs in einem Film (Sorry, Not A Girl). Einziger No-No Fingerzeig darf hier an den deutschen Verleih gehen, der im Gegensatz zur internationalen Fassung ans Filmende einen unnötigen „Das wurde aus den überlebenden Charakteren“ Text setzt, der versucht, das Empfinden des soeben geschauten Sodom und Gomorrhas für den Zuschauer sicherheitshalber richtig zu deuten. Nicht nötig.




FAST & FURIOUS 6
Regie Justin Lin, Script Chris Morgan

Traurig war der kürzliche Abschied von FF-Star Paul Walker, der vielleicht den meisten ausschließlich durch die "Boliden-Prollofilme" Fast Filme bekannt war, für diese aber ungemein wichtig schien. Und mittlerweile lässt sich die Reihe auch nicht mehr als blöde Poser-Autotuner-Action abtun, denn jeder gestandene Actionfan dürfte Fast 5 und 6 mögen. Beide Filme sind erstklassige Actioner mit netten Einfällen, charismatischen Charakteren und hohem Tempo, und mittlerweile auch schon hauptsächlich Heist-Filme. Das schöne ist auch, dass sämtliche übertriebene Action mit Autos geschieht, der Film selbst aber eine sehr entwaffnende Lockerheit an den Tag legt.

Nein, natürlich soll das nicht glaubhaft sein, wenn ein Sportwagen einen zig Tonnen schweren Safe wie einen Flummi hinter sich her zieht oder wenn eine Flughafen-Landebahn gefühlt unrealistische 30 km lang ist, damit man eine lange Hochgeschwindigkeitsverfolgungsjagd drauf abhalten kann, aber Justin Lin gibt viel zurück, lässt man sich darauf ein: viel Unterhaltung. Und wer das nur augenrollend kommentieren kann, für den gibt es in 5 einen deftigen Zweikampf zwischen Diesel und The Rock, in 6 einen fast noch deftigeren zwischen Michelle Rodriguez und Gina Carano, die man nicht schlecht finden kann. Und selbst wenn man auch das grummelnd noch schlecht redet kann niemand nach dem Cliffhangerende von 6 sagen, 7 nicht mehr sehen zu wollen. P.S.: Walker nur aus den Fast Filmen kennen? Running Scared und Antarctica schauen, asap.




DER GROSSE GATSBY
Regie Baz Lurman, Script Baz Lurman+Craig Pearce

Leonardo DiCaprio ist schon fast langweilig geworden. Wer jetzt entsetzt die Arme hochwirft – ja, denn sobald Leo irgendetwas ankündigt, weiß man, dass es grandios wird. Oder zumindest, dass er darin Weltklasse sein wird. Demnächst muss ihn niemand mehr bei der Frage nach Lieblingsschauspielern nennen, weil jedem klar sein wird, dass er auf jedermanns Liste steht. Gatsby ist auch wieder so ein Fall. Sahen die Trailer arg künstlich aus und waren mit Black Eyed Peas Musik gespickt, und wurde der Film verdächtigerweise noch einmal lange verschoben – wir erinnern uns, nie ein gutes Zeichen, haut uns Baz Lurman einen Kronleuchter von Film um die Ohren.

Laut, extravagant, aber das alles ungeheuer storydienlich, mit punktgenauen Performances, die sich gewaschen haben, und einem der seltenen guten Einsätzen von 3D. Zentrum von allem natürlich mal wieder DiCaprio, der den arroganten Bruce Wayne in seinem Goldpalast schlicht fesselnd spielt. Womöglich ein Film, der mit jeweils kleinerer Leinwandgröße immer schwächer ausfällt, aber im Kino ein Fest.




DJANGO UNCHAINED
Script+Regie Quentin Tarantino

Quentin dreht einen Western, wie könnte das auch nicht super werden? Gut, Waltz noch einmal in einer süffisant ähnlichen Rolle zu besetzen erschien nicht allzu aufregend, aber wenn jemand so gut wie Waltz ist, dann sei’s doch drum. Sehr lustiger Film, auch hier wieder mit einem genialen DiCaprio in einer für ihn mutigen Rolle, der es zudem ungeheuerlich schafft, neben seiner schwarzhumorig lustigen Geschichte (KKK Meeting), das Thema Sklaverei respektvoll zu behandeln. Django hat jeder gesehen, also muss hier wahrscheinlich nicht mehr viel erklärt werden.



DIE JAGD
Regie Thomas Vinterberg, Script Tobias Lindholm+Thomas Vinterberg


Die Jagd. Sehr kleiner Film, könnte das Budget einer Tatortfolge haben. Könnte sogar eine Tatortfolge sein. Ich sage, der Film ist in Wahrheit ein Horrorfilm… einer der zwar etwas blutig wird, primär aber rein durch Worte und falschen Glauben schmerzt. Das Ende ist vielleicht etwas zu kompakt, aber die allerletzte Szene relativiert auch das dann wieder. Ein grandioser, wichtiger Film über die Macht des Wortes, über Freundschaft, und den Umgang mit einander.



THE MASTER
Regie+Script Paul Thomas Anderson


The Master ist wieder einmal ein absoluter Meilenstein. Joaquin Phoenix gibt nicht nur eine der besten Darbietungen des Jahres ab, sondern seit es Filme gibt, Punkt, und das in einem reichlich schwierigen Film, der zunächst den Aufbau und Beginn einer Sekte ins Auge zu nehmen scheint. Das ist aber gar nicht das Hauptthema, auch wenn Phoenix sich in Amy Adams‘ und Philipp Seymour Hoffmans Gemeinschaft zu verlieren scheint. Nein, stattdessen geht es um einen Soldaten, der nach Verlassen der Armee wieder auf die Gesellschaft losgelassen wird und einen neuen Taktgeber sucht, einen neuen Glauben, Lebenssinn. Wer also den Entschluss fasst, den Film zu sehen, sollte das nicht aufgrund des Scientology Rahmens, der um den Film gelegt wurde.



GRAVITY
Regie Alfonso Cuaron, Script Alfonso Cuaron+Jonas Cuaron

Sandra Bullock wurde lange als unverdient erfolgreich betitelt, aber mit ihrer Leistung in Alfonso Cuarons Katastrophenfilm dürfte sie alle Kritiker in die Blind Side schieben. Eine Wahnsinnsdarbietung von ihr, aber auch vom Children of Men Macher, der den story-dünnen Actionfilm zu einem unvergesslich packenden Erlebnis macht, spannender noch als Greengrass' Captain, und der vor allem allen (!) Studios vormacht, wie 3D für Kino zu nutzen ist. Da ist 3D wirklich ein Plus, eine Empfehlung, ein Must-See Grund für's Kino.

 


BEFORE MIDNIGHT
Regie Richard Linklater, Script Linklater+Julie Delpy+Ethan Hawke

Die wundervolle Geschichte der undenkbarsten Trilogie, um Celine und Jesse, geht also in die dritte Debatte. Dh, ausschließlich lange, langem lange Gespräche über Beziehungen, Zukunftsvorstellungen, gegensätzliche Ansichten und die Reaktionen des geliebten Partners auf diese. Julie Delpy und Ethan Hawke spazieren durch griechische Gegenden, streiten sich im Hotel und genießen einen weiteren?letzten? unvergesslichen Sonnenuntergang.

Was kann Teil Drei noch erzählen, was die ersten beiden Before Sunset und Before Sunrise nicht schon gesagt hätten? Vieles, wie uns Delpy, Hawke und Linklater dezent zeigen. Before Midnight ist kein Regiefilm, aber starke, starke Dialoge und bewegendes Schauspiel machen den kurzen Einblick in ihr weiteres Leben zu einer nachdenklichen, berührenden und sehr philosophischen Reise. Kein Film für jedermann, aber wenn das ganze Kinospektakel, die Action, die Effekte, die Gags, die Bilder verklingen, sind es Filme wie dieser, die bleiben und bestehen. Oder wie der nächste, letzte:




FRANCES HA
Regie Noah Baumbach, Script Noah Baumbach+Greta Gerwig

Ein Schwarz/Weiß-Drama, das nicht einmal besonders tragisch oder europäisch ist. Was soll das denn? Wie kann das denn einprägsamer, wichtiger als Iron Man 3 sein, oder Gravity, oder The Master? Auch wenn es mich schon anbretzelt, in der Top 15 Liste keinen Platz für den wirklich hervorragenden neuen Marvel Film gehabt zu haben (der war wirklich gut), so ist Frances Ha doch mit kleinem Abstand der eine Film, dem ich die Jahreskrone gebe.

Das ist Greta Gerwig zu verdanken, die Frances zu einer authentischen, vielseitigen Figur macht, oder der Regie Noah Baumbachs, die für diese Geschichte einfach toll ausfällt, oder dem Drehbuch der beiden, die eine Geschichte um eine unreife, unfertige, aber liebenswerte, herzensgute junge Frau spinnen, die ihre Fehler hat und ihren Weg noch vor sich hat, ihn aber gehen wird. Vielleicht steht der Film hier auch, um ihm als kleinen Underdog noch mehr Bühne zu geben. Fakt ist, 2013 war ein so gutes Kinojahr, man könnte die Nummern dieser Liste auch eigentlich weglassen, denn es sind alles wunderbare Filme. In meiner steht Frances Ha ganz oben, wie es wohl bei euch ausschaut? Schreibt es uns!




Weitere nennenswerte Jahrestitel außer Iron Man 3, die nicht übersehen seien sollen:

Jack Reacher - Tom Cruise mag 20cm kleiner als Romanfigur Reacher sein, reached aber in seiner eigenwilligen Interpretation fraglos an dessen Unterhalterqualitäten heran

Oblivion - nochmal Cruise? Yep, denn obwohl der neue Film vom Tron: Legacy Macher besonders im letzten Drittel daneben greift, ist es ein origineller, schicker Sci-Fi Streifen mit einem anstandslos guten Cruise

Pacific Rim
– Guillermo del Toros ist gewiss kein Neon Genesis Evangelion, aber allein die Kaiju und Mechszenen sind so gewaltiges Actionkino, dass er viele innere 6jährige erfreuen dürfte

Lincoln
– es mag unspektakuläre Geschichtsstunde sein, aber hat man einen Draht dazu, ist Spielbergs neuer sehr nett, nicht zuletzt wegen des immer erhabenen Daniel Day-Lewis

Flight
– Robert Zemeckis‘ Rückkehr zum Realfilm ist gedankt, zumindest für Washingtons bemerkenswerte Leistung in der Hauptrolle

Les Miserables
– selbst Musicalhasser werden mitgenommen Wellen heulen, sehen sie Anne Hathaway und Hugh Jackman hier im Einsatz

Hänsel & Gretel: Witch Hunters
– der neue Evil Dead dieses Jahr hatte wenig von dem Sam Raimi Spaß der beiden letzten Teile, aber dieser vermaledeit unterhaltsame Titel trotzte seinem immens blöden Konzept und legt eine Brotspur, der man ruhig hinterher suchen darf

Die fantastische Welt von Oz
– ach, da ist ja auch Raimi, dessen Der Zauberer von Oz Prequel durchaus unterhaltsam ausfiel

Die Croods
– der beste animierte Film des Jahres kommt aus dem Hause Dreamworks, eine überaus lustige, überraschend herzliche Familiengeschichte

Riddick – es mag fast das gleiche wie Pitch Black sein, aber David Twohys dritter Riddick erfreute als dankbar anderer, schmutziger Machoactioner mit einem charismatischen Diesel

Ginger & Rosa
– gelungenes Drama, über das man besser im Vorfeld nicht viel weiß, nur, dass es eine interessante Geschichte zwischen zwei jungen Mädchen ist

Das Glück der großen Dinge – es ist schlimm, wenn ein Elternteil sich nicht gut um sein Kind kümmert, was aber, wenn es beide nicht können? Mit Julianne Moore, die im Film singt!

Conjuring: Die Heimsuchung
– James Wans neue Geisterstunde. Anders als Dead Silence und Insidious, aber super ausgestattet und mit einigen extrem spannenden Momenten

Das ist das Ende
– dieser Film schien wie ein gegenseitiger, unnötiger Handjob der Seth Rogen Truppe, aber als womöglich beste Komödie des Jahres eine angenehme Überraschung. Franco, Hill, McBride und Rogen sind sehr lustig im Film und eingestreute Ideen und Cameos sind klasse

The World’s End
– ich war nie der größte Edgar Wright Fan und erachte Shaun of the Dead und Hot Fuzz keineswegs als unantastbar, und ihren dritten Cornetto-Film auch nicht als so spitzenmäßig wie viele andere (er taucht in zahlreichen Toplisten auf), aber obwohl weniger Komödie und mehr Freundschaftsgeschichte, ist TWE fraglos sehenswert

Evil Dead
– war sicher eins der unnötigeren Remakes und der Abspanncameo unfassbar enttäuschend, aber Fede Alvaraz hat so einen blutigen Spaß mit dem Ganzen, dass man zunicken kann

Star Trek Into Darkness
– der zwölfte Star Trek Film hat eine der hirnrissigsten Handlungen der letzten Blockbusterjahre und unübersehbar viele Schwächen, u.a. die Klingonen, die meisten vertanen Charaktere der Besatzung, aber JJs Regie ist unterhaltsam, der Film klasse gemacht und Benedict Cumberbatch eine Freude als Zwinkerzwinker John Harrison

Olympus Has Fallen
– der beste Stirb Langsam seit Stirb Langsam 3: Jetzt erst recht

>> Die Jahresliste des anderen Chefredakteurs von BG, Christian Westhus: -folgt-

 


By the moments - Momente, für die man ins Kino gegangen ist:

Silver Linings: Jennifer Lawrence & Bradley Cooper tanzen
Les Miserables: Anne Hathaways Solo
Only God Forgives: Fäuste hoch
Spring Breakers: Everytime
Star Trek Into Darkness: Der Weltraumsprung
Man of Steel: erster Flug im Suit
Pain & Gain: der Monk Fail
Hangover 3: Die Giraffe
The Impossible: die Flutwelle
Lone Ranger: Chaos mit Zügen
The World’s End: Nick Frost dreht endlich auf
Die Jagd: Supermarkt
Gravity: die ersten 12 Minuten
Captain Phillips: Bandagen
Zero Dark Thirty: der Angriff
Pacific Rim: Makos Vergangenheit
World War Z: Jerusalem
Wolverine – Weg des Kriegers: Zugkampf
Iron Man 3: Trevor Slattery, Freifall
Stoker: Klavierspiel
Riddick: Glasbehälter
Fast Six: Panzer 
Flight: der Absturz
Der Geschmack von Rost und Knochen: Eis
Django Unchained: "Hat einer noch extra Kaputzen dabei?" "Nein - keiner hat extra Kaputzen dabei. "Man wird doch mal fragen dürfen!"

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