Story:
Jennifer ist das schönste Mädchen der Stadt Devil’s Kettle, die allerdings am
Gesäß der Welt zu liegen scheint und demzufolge tierisch langweilig ist. Die
Kleinstadtdiva hat eine enge Freundin namens Needy (Amanda Seyfried), die sie
schon seit ihrer frühsten Kindheit begleitet und die im Gegensatz zu ihrer
ständig aufgebrezelten Freundin eine treue Beziehung zu einem netten Jungen
pflegt.
Alles ändert sich eines Abends, als die zwei sich das Konzert einer vorbei
ziehenden Rockband ansehen und Jennifer danach von ihnen verschleppt wird. Tief
im Wald fesseln die Musiker sie und erklären ihr, dass sie vorhaben dem Satan
eine Jungfrau zu opfern, um so endlich Erfolg mit ihrer Musik zu haben. Gesagt,
getan, doch das Ritual schlägt fehl, da Jennifer genau genommen keine Jungfrau
mehr war. Die vermeintlich Tote kehrt zurück und ist fortan von dämonischen
Kräften vergiftet, die ihr Heißhunger auf Menschenfleisch machen. Während Needy
der Sache langsam auf den Grund geht, hat Jennifer ihre Mitschüler zum Fressen
gern. ...
regie :
karyn kusama
cast :
megan fox, amanda seyfried
kritik :
christian mester
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Kritik:
Horrorfilme haben
schon immer ein Faible für das schöne Geschlecht gehabt, weswegen es nicht
selten vorkommt, dass rein zufällig bildhübsche, sportliche und vollbusige junge
Frauen vor bösen Mördern davon laufen, im Film duschen gehen oder mit weißen
Blusen durch verregnete Szenen hasten. Auf die Spitze treiben will das nun Karyn
Kusama, die sich mit Megan Fox das wohl angesagteste Starlet der Gegenwart
schnappte, um mit ihr einen waschechten Horrorfilm zu machen. Fox war ja bislang
nur als ansehnliche Dekoration in den ersten beiden Teilen von "Transformers" zu
sehen (Teil 3 kommt 2011) und wollte nun endlich auch einmal zeigen, dass sie
mehr als nur gut aussehen kann.
Dabei helfen sollte ihr die Autorin Diablo Cody, eine ehemalige Stripperin, die
für ihr erstes Drehbuch der kultigen Komödie "Juno" direkt einen Oscar bekam.
"Jennifers Body - Jungs nach ihrem Geschmack" ist nun Codys zweites Projekt, dem
man aufgrund der Besetzung mit hoher Skepsis entgegen sehen durfte. Ob die Fox
etwas aus dem wahrscheinlich guten Material machen würde? Klar war jedenfalls,
dass der Film zumindest einiges für die Augen bieten würde.
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"Einer von uns beiden wird auch in zehn
Jahren noch Karriere haben."
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Keine Frage, der Film ist sehr hübsch anzusehen, was allerdings nicht bloß an
Hauptdarstellerin Megan Fox liegt, die selbstredend gut in Szene gesetzt wird.
Nicht nur, dass der Film sehr harmonisch inszeniert ist, er hat viele
interessante Kameraeinstellungen und fängt die eher trostlose Gegend der
Kleinstadt in reichlich schicken Bildern ein. Auch die Musik kann sich hören
lassen, da sie stets gut zur Szenerie passt und mit ungewöhnlicher Liederauswahl
das ein oder andere Mal überraschen mag.
Leider ist das so aber auch schon beinahe alles, was man positiv in Erinnerung
behalten kann. Als Horrorfilm ist "Jennifer’s Body" recht schwach, was an
verschiedenen Aspekten liegt. Zum einen sind die Charaktere recht unsympathisch.
Jennifer selbst ist eine selbstverliebte, stupide und einfältige Dorfpomeranze,
die nach ihrer Verwandlung zwar tödlicher, aber nicht interessanter wird. Needy
ist als typisches Mauerblümchen, die später selbst gegen ihre Freundin vorgehen
darf noch halbwegs annehmbar, doch der Rest der Besetzung ist gesichtsloses
Monsterfutter. Daher hinterlassen auch alle die Szenen, in denen Jennifer als
mordgierige Nymphe auf ihre Opfer losgeht, keinen Eindruck, da sich jeweils zwei
uninteressante Figuren gegenüber stehen.
Zum anderen ist der Horror selbst ein Witz, denn abgesehen von ein, zwei
Schreckmomenten und etwas Blut ist Jennifers Körper eine völlig harmlose,
erschreckend handzahme Geschichte, die weit hinter möglichen Erwartungen
zurückbleibt. Es bleibt unverständlich, wieso es von der FSK für diese laue
Nummer keine Jugendfreigabe als Wertung bekam. Wer sich von dem Film wenigstens
nackte Haut der Fox erwartet, wird maßlos enttäuscht sein, denn abgesehen von
kleinen Andeutungen gibt es nichts Derartiges zu sehen. Jennifer schwimmt zwar
einmal nackt durch einen See und zieht sich vor einem Schüler aus, allerdings
wird es so konservativ eingefangen, dass man nichts sieht.
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Jenny nimmt den Mund zu voll.
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Schauspielerisch kann Fox auch
nichts groß zeigen, da Jennifer eine recht simple Figur ist und im Laufe des
Films keine größeren emotionalen Wandlungen durchmacht. Das Böse an zeigt sich
im Grunde immer nur darin, dass sie finster lächelt und nach versuchter
Verführung wie ein typischer Vampir zubeißt. Inhaltlich bleibt auch nicht viel,
da es eine sehr vorhersehbare Geschichte ist, die ohne größere Überraschungen in
einem wohl unvermeidlichen Showdown endet, der kurzweilig sogar richtig albern
wird. Spätestens, wenn Jennifer anfängt zu fliegen und sich aufmacht, ihre
letzten vermeintlichen Freunde aufzuessen, darf man sich enttäuscht zurücklehnen
und sich fragen, wer das so genehmigt hat.
Was das Dämonische betrifft, so gibt es keine speziellen Effekte, da sich
Jennifer nur geringfügig verwandelt. Statt kreativem, aufwendigen Monster
Make-Up gibt es in der Hinsicht nur langweilige verlängerte Zähne und Pupillen,
die ihre Farbe ändern. Mit etwas mehr Witz, mehr Haut und ausfallenderen
18er-Szenen hätte man vielleicht darüber hinweg sehen können, dass die Story
dünn und spannungsarm ist und die Charaktere blass bleiben, so wirkt es aber wie
die geschnittene TV-Fassung eines wesentlich gewagteren, besseren Films.
Fazit:
Jennifers Körper ist ganz nett anzusehen, hat aber nicht viel zu bieten. Rein,
raus und bald vergessen.
4 / 10
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