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Special:
Erwartete, erhoffte und angekündigte Filme 2013


von Christian Westhus

Filmtipps fürs neue Jahr, auch wenn es bei bis zu 25% der hier genannten Filme womöglich gar nicht für einen Deutschlandstart reicht. Das ist hier häufig nämlich erst mal nur Wunschdenken und grundsätzlich erst mal gekoppelt an den Starttermin im Herstellungsland. Sei’s drum. Aufmerksam gemacht werden muss so oder so. Für gewöhnlich – und auch dieses Mal – in Form einer persönlich ausgewählten Top 10 (in diesem Fall eine Top 13 für das Jahr 2013) der Jahreshighlights, zusammen mit Ausführungen zu allgemeineren Tipps. Weil 2013 jedoch pickepacke voll scheint, wird der Reigen ein wenig erweitert. Mit diversen Kategorien, die die Aufteilung in Interessensgebiete etwas einfacher machen sollen. Aber zum Beispiel auch mit einer separaten Kategorie nur für den Januar. 

(Deutsche Starttermine können sich noch ändern, bezogen in der Regel über die zuverlässige Seite www.zelluloid.de/ Spoilerwarnungen bei Trailern sind durch ein [SP] markiert. Sämtliche erwähnten Filme sind fett hervorgehoben. Zum Stöbern einfach mal durchscrollen. Verlinkte Filmtitel führen zum Trailer.)

Januar 2013:
Weil die ersten Filme bei Erscheinen dieses Specials quasi schon im Kino sind und weil der Januar dieses Jahr besonders voll ist, wird er gesondert besprochen. Die Oscar-Nachzügler aus den USA trudeln zum großen Teil schon zum Jahresanfang bei uns ein. Hinzu kommen die durchschnittliche Anzahl gewöhnlicher Genretitel und einige Festivalfilme des letzten Jahres. Und es ballt sich, es ballt sich sogar extrem. Ganz ehrlich, der Januar ist pervers überladen. Je nach Interesse kann das selbst bei viel Zeit und Geld nicht ohne Verluste ablaufen. Mit Steven Spielbergs „Lincoln“ (am 24.), Kathryn Bigelows Osama bin Laden Film „Zero Dark Thirty“ (31.), der gefeierten Tragikomödie „Silver Linings Playbook“ (direkt am 03.) und Quentin Tarantinos Sklaven-Western „Django Unchained“ (17.) knallt man uns direkt vier ganz große Titel vor den Latz, die in wahrscheinlich jedem Jahr große Kandidaten wären. Hinzu gesellt sich die nicht minder große, prominente und/oder verheißungsvolle zweite Riege. In „Flight“ (24.) soll Denzel Washington als alkoholisierter Pilot seine beste Leistung seit langem abgeben. Im französischen Drama „Der Geschmack von Rost und Knochen“ (10.), dem neuen Film des „Ein Prophet“ Regisseurs Jacques Audiard, trifft Orca-Trainerin Marion Cotillard auf einen raubeinigen Kerl in Gestalt von Matthias Schoenaerts. In „The Sessions“ (03.) hilft Helen Hunt dem gelähmten John Hawkes in Liebesdingen. In „The Impossible“ (31.) geraten Naomi Watts und Ewan McGregor mit ihrer Familie in den Tsunami in Thailand. Und Tim Burtons Animationsfilm „Frankenweenie“ (24.) soll endlich mal wieder ein richtiger Burton sein, was Sinn macht, basiert er doch auf einem frühen Kurzfilm des Regisseurs. 

Aber es ist noch nicht Schluss. Für Actionfreunde tritt Tom Cruise in „Jack Reacher“ (03.) als Mann fürs Grobe aufs Gaspedal. Der verschobene Gangsterfilm „Gangster Squad“ (24.) über eine Spezialeinheit in den 40er Jahren bringt seine Starbesetzung (Ryan Gosling, Emma Stone, Sean Penn, Josh Brolin) in die Kinos. Und Arnold Schwarzenegger wehrt sich in „The Last Stand“ (31.) als Sheriff gegen ungebetene Eindringlinge. Für Horrorfans gibt es den eher günstigen, aber mit „Hunger Games“ Star Jennifer Lawrence prominent besetzten „The House at the End of the Street“ (17.) oder den deutschen (!) „Zimmer 205“ mit Jennifer Ulrich und Julia Dietze aus „Iron Sky“. Und auch Matthias Schweighöfer legt mit der romantischen Komödie „Schlussmacher“ (10.) schon wieder einen Film nach. Da müssen die kleinen Dramen „For Ellen“ (03.) mit Paul Dano und „The Loneliest Planet“ (03.) mit Gael Garcia Bernal wirklich kämpfen, um noch irgendwen zu sich zu locken. Und so ganz nebenbei habe ich mich bei den genannten Filmen nur auf Titel konzentriert, die ich schon erwarte bzw. die bekannt genug sind, dass sie auf Interesse stoßen könnten. Ich könnte auch noch Dustin Hoffmans Regiedebüt „Quartett“ (24.) oder die Episodencomedy „Movie 43“ (24.) erwähnen. In Letzterem spielen ja nur so No-Names wie Kate Winslet, Hugh Jackman, Emma Stone, Uma Thurman, Kristen Bell, Richard Gere, Naomi Watts, Gerard Butler, Johnny Knoxville, Chloe Moretz und der Rest von Hollywood mit. 

Ehrlich mal, wann soll man das alles denn gucken? Für mich sind „Der Geschmak von Rost und Knochen“, „Silver Linings Playbook“, „Django Unchained“ und „Zero Dark Thirty“ absolute Pflicht, auf die ich mich auch freue. Spielbergs „Lincoln“ kann ich vor den Oscars nicht ungesehen an mir vorbeiziehen lassen und selbst danach gibt es noch zwei, drei, vier weitere Filme, die ich in einem schwächeren Monat durchaus anschauen würde. Alter Schwede, wer plant so was nur?!

Darren Aronofskys „Noah“, die Verfilmung der Bibelgeschichte. Angekündigt ist er fürs Frühjahr 2014, aber ich hege noch die naive Hoffnung, dass Darren Aronofsky schneller als geplant mit seiner sündhaft (^^) teuren Bibelverfilmung fertig ist. Der Film, ein Traumprojekt von Aronofsky seit Jugendtagen und mit Russel Crowe, Emma Watson und anderen prominent besetzt, ist schon seit Ende November offiziell abgedreht. Und auch wenn angesichts globaler Zerstörung und angekündigter Riesenwesen etwas mehr Effektarbeit ansteht, als bei Aronofskys sonstigen Filmen, erscheinen 14, 15 Monate an Nachbearbeitungszeit seeehr großzügig bemessen. Ich hoffe einfach, dass das Studio Aronofsky keinen Druck machen wollte, die Deadline daher mit viel Spielraum angesetzt hat. Wenn es gut läuft, ist der Film vielleicht schon zum Winteranfang 2013 fertig. – Es wäre jedenfalls die klare Nummer 1 für meine persönliche Erwartungsliste 2013. Diese Liste, mit 13(14) persönlichen Highlights für 2013, sieht jedoch wie folgt aus…

Regie: Paul Thomas Anderson. Mit Joaquin Phoenix, Philip Seymour Hofman, Amy Adams

Schon wieder eine Sondernennung. Noch vom letzten Jahr übrig geblieben und in weiten Teilen der Welt bereits gesehen, daher nimmt der neue Paul Thomas Anderson Film, der ansonsten die #1 wäre, eine Sonderstellung ein. Unter den folgenden 13 Filmen sind zwei, die ebenfalls schon letztes Jahr in der Liste standen, aber die hat nach jetzigem Stand noch fast keiner gesehen und die wurden noch nicht ausgiebig besprochen. Der vergleichsweise späte Deutschlandstart von „The Master“ in Kombination mit den gemischten Reaktionen aus Übersee drückt so ein wenig auf die Euphoriebremse, obwohl klar feststeht, dass der Film, der die Geschichte eines traumatisierten Soldaten in den 50ern erzählt, der in die Entstehung eines philosophisch-religiösen Kults gezogen wird, unbedingt geguckt werden muss. 

Trailer. [SP] 
Startet wahrscheinlich: 21.02.2013

Regie: Baz Luhrman. Mit Leonardo DiCaprio, Carey Mulligan, Tobey Maguire 

Baz Luhrmans überlebensgroßer, hochstilisierter Optik-Exzess ist nicht jedermanns Sache und ob F. Scott Fitzgeralds „Jahrhundertwerk“ „Der große Gatsby“ unbedingt die passende Vorlage für Luhrmans rauschhafte Inszenierung ist, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass ich Luhrmans Stil bisher fast immer mochte und nicht darauf bestehe, dass Fitzgerald Wort für Wort übernommen wird. Die ersten Trailer sehen unbestreitbar faszinierend aus und auch als 3D-Drama sollte es einen Blick wert sein. 

Trailer.  
Startet wahrscheinlich: 16.05.2013

Regie: Martin Scorsese. Mit Leonardo DiCaprio, Matthew McConaughey, Jonah Hill 

Basierend auf der Autobiographie von Jordan Belfort, der in den 90ern quasi als realer Gordon Gekko die Wall Street mit krummen Geschäften, Drogen und Partys überschwemmte. Dürfte für Scorsese vielleicht eher wieder in die Richtung eines „Casino“ gehen, wo er – ganz symbolträchtig – die Mafia gegen Börsenmakler austauscht. So oder so ist ein neuer Scorsese immer interessant und dieser klingt ungemein spannend. 

Trailer: -- 
Deutschlandstart unbekannt. US-Start im August.

Regie: Jonathan Glazer. Mit Scarlett Johansson, Robert J. Goodwin, u.a. 

Der ehemalige Musikvideo-Regisseur Jonathan Glazer hat erst zwei Filme gemacht. Den sehr guten „Sexy Beast“ mit Ben Kingsley und den fast noch besseren, aber irgendwie unterschätzten „Birth“ mit Nicole Kidman. „Under the Skin“ klingt zunächst mal wie ein Remake des 90er Edeltrashs „Species“: Ein Alien im Körper einer jungen Frau „ernährt“ sich von Männern. Aber Glazer ist nicht der Typ für B-Schund. Hier soll mehr hinter stecken. Und Scarlett Johansson sollte mal wieder zeigen, dass sie auch schauspielern kann (und zwar nicht nur am Broadway). 

Trailer: -- 
Startdatum noch unbekannt. Ist aber schon abgedreht.

Regie: Richard Linklater. Mit Ethan Hawke, Julie Delpy 

Die beiden Romanzen „Before Sunrise“ (1995) und „Before Sunset“ (2004) sind absolute Lieblingsfilme. Fast nur aus Dialogen bestehend, ist die schicksalhafte Begegnung von Jesse und Celine (erst in Wien, später Paris) romantischer und authentischer als die meisten Melodramen und Liebesfilme. Scheinbar im Rhythmus von neun Jahren kommen die Fortsetzungen. Einen dritten Teil hätte es nicht gebraucht, aber da er kommt und da Linklater, Hawke und Delpy wieder eng zusammen gearbeitet haben, ist „Before Midnight“, der wahrscheinliche Schlusspunkt der Reihe, ein absoluter Pflichttermin. 

Trailer: -- 
Startdatum noch unbekannt. Ist aber schon abgedreht.

Regie: Terrence Malick. Mit Ben Affleck, Rachel McAdams, Olga Kurylenko, Javier Bardem 

Terrence Malick machte in den ersten 40 Jahren seiner Karriere vier Filme, hat aber seit seinem fünften Film „The Tree of Life“ 2011 schon drei weitere (+ eine Doku) abgedreht. Der erste aus den Startlöchern ist „To the Wonder“, der wie ein Geschwisterfilm zum Hauptteil von „The Tree of Life“ aussieht. Malicks wenig-narratives, überwiegend emphatisches Kino besteht einmal mehr aus Wind, Vorhängen, der Natur und Handbewegungen in Nahaufnahme. Aber Malick ist auch ohne Frage einer der markantesten Filmemacher des amerikanischen Kinos und jeder neue Film sollte eine kleine Kostbarkeit sein. Es geht um einen Mann, der nach einer gescheiterten Beziehung wieder mit einer Jugendfreundin anbandelt. Aber wie gesagt, mit Inhaltsangaben ist es bei Malick nicht weit her. 

Trailer. 
Startet wahrscheinlich: 30.05.2013

Regie: Nicolas Winding Refn. Mit Ryan Gosling, Kristin Scott Thomas, Tom Burke 

Nach „Drive“ ist jeder neue Film des Duos aus Regisseur Nicolas Winding Refn und Schauspieler Ryan Gosling ein Pflichttermin. Der neue Film führt Gosling auf der Flucht vor der Polizei nach Thailand, wo er in als Thai-Boxing-Clubs getarnte Drogengeschäfte einsteigt. Wenn der nur halb so gut wird wie „Drive“ wird es ein Knaller. 

Trailer: -- 
Deutschlandstart unbekannt. US-Start im Frühsommer.

Regie: Sofia Coppola. Mit Emma Watson, Leslie Mann, Taissa Farmiga 

Für „Lost in Translation“ hat Sofia Coppola auf ewig einen Stein bei mir im Brett. Zudem waren auch ihre anderen Filme immer einen Blick wert und ohne ihre Filme wäre meine Musiksammlung bedeutend kleiner. Ihr neuer Film nimmt sich der wahren Geschichte einer jugendlichen Diebesbande an, die in die Häuser berühmter und reicher Leute stieg und Dinge klaute, obwohl die meisten Kids aus gutem Hause kamen. Kirsten Dunst und Paris Hilton (die damals wirklich bestohlen wurde) haben Gastauftritte. 

Trailer: -- 
Startdatum noch unbekannt. Wahrscheinlich Herbst.

Regie: Park Chan-Wook. Mit Nicole Kidman, Mia Wasikowska, Matthew Goode 

Das englischsprachige Debüt von „Oldboy“ Regisseur Park Chan-Wook ist ein Mysterythriller in der Tradition von Alfred Hitchcock (besonders wahrscheinlich „Shadow of a Doubt“). Der Vater von India (Mia Wasikowska) stirbt und der mysteriöse Onkel zieht im Haus ein, wo Indias Mutter vor sich hin leidet. Doch vielleicht ist der Onkel nicht der, für den man ihn hält. Schon durch die tolle Besetzung vor und hinter der Kamera ungemein interessant, macht der erste (etwas zu viel zeigende) Trailer viel Lust auf mehr. 

Trailer. [SP]
Startet wahrscheinlich: 09.05.2013

Regie: Lars von Trier. Mit Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgard, Shia LaBeouf 

Der neue Lars von Trier. Mit jedem neuen Film ein Fall für diese Erwartungsliste. Mit „Nymphomaniac“ scheint von Trier all diese zu bestätigen, die ihn für einen Provokateur und nicht viel mehr halten. Die Geschichte einer Frau, die verprügelt aufgefunden wird und ihrem „Retter“ ihre von sexuellen Abenteuern durchzogene Lebensgeschichte erzählt. Und weil Lars von Trier Lars von Trier ist, dreht er den Film mit echten Hardcore-Sexszenen (wahrscheinlich Body Doubles) und besetzte Shia LaBeouf, der ausgiebig von seiner Vorfreude plauderte, echte Sexszenen zu drehen. Geplant angeblich als Zweiteiler, zudem in einer Softcore- und einer Hardcore-Version. Aber wenn schon denn schon, muss es für einen Lars von Trier Fan heißen. 

Trailer: -- 
Startet wahrscheinlich: 07.11.2013

Regie: Edgar Wright. Mit Simon Pegg, Nick Frost, Rosamund Pike, Martin Freeman 

Nach „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ beschließt Edgar Wright mit diesem Film seine so genannte Cornetto-Trilogie. Eine lose verbundene Filmreihe, die insbesondere durch das Pegg/Frost Duo belebt wird. Im dritten Film soll es um einen nostalgischen Pub-Marathon unter Freunden gehen, aber obwohl die letzte Bar auf der Liste den Filmtitel als Namen trägt, scheint es auch etwas wörtlicher um die Apokalypse (oder so) zu gehen. Egal wie man es dreht, jeder neue Edgar Wright Film ist interessant und wenn der Film dann noch als Abschluss für eine Trilogie gedacht ist, ist er umso interessanter. 

Trailer: -- 
Startet wahrscheinlich: 12.09.2013

Regie: Neill Blomkamp. Mit Matt Damon, Jodie Foster, Sharlto Copley 

2013 wird ein Jahr voll mit Science-Fiction in den unterschiedlichsten Ausführungen. Dass Neill Blomkamp es versteht, Genre-Unterhaltung mit intelligenten und sogar politischen Ideen zu verbinden, hat er mit „District 9“ bewiesen. Sein neuer und wesentlich kostenintensiverer Film handelt von einer zweigeteilten Welt in der Zukunft. Die reichen Menschen leben in einer luxuriösen Raumstation über der Erde, die arme Unterschichte verrottet auf dem zu Tode gewirtschafteten Planeten. Matt Damon plant den Widerstand. Erste Bilder und Designkonzepte überzeugen und grundsätzlich klingt das einfach ziemlich verheißungsvoll. Moderne Science-Fiction in der Art von „Soylent Green“ und „Logan’s Run“ muss geguckt werden. 

Trailer: -- 
Startet wahrscheinlich: 22.08.2013

Regie: Guillermo del Toro. Mit Charlie Hunnam, Idris Elba, Rinko Kikuchi 

Ich kann über diesen Film nicht viel sagen, außer, dass ich ihn unbedingt sehen muss. Guillermo del Toro lässt Riesenmonster gegen Riesenroboter kämpfen, ganz in der Tradition japanischer Mecha-Filme und -Serien. Mit einem internationalen Cast und einem gewaltigen Budget dürfte das ein Fest für del Toros visuelle Kreativität sein. Viel mehr weiß ich nicht und will ich auch nicht wissen. Den verlinkten Trailer habe ich mir z.B. nicht angeschaut. 

Trailer. 
Startet wahrscheinlich: 18.07.2013

Regie: Alfonso Cuarón. Mit Sandra Bullock, George Clooney. 

Der stand schon letztes Jahr auf der Liste und scheint jetzt ein Jahr später nicht wirklich weiter zu sein. Aber abgedreht ist er und Testscreenings mit unfertigen Effekten soll es auch schon gegeben haben. Der Film ist ein Experiment, vor dem selbst James Cameron zurückgeschreckt haben soll. Ein überwiegend im Computer entstandenes Zwei-Personen-Stück, rund um die beiden letzten Überlebenden einer zerstörten Raumstation, die irgendwie versuchen, wieder zur Erde zu kommen. Erste Reaktionen oder Set-Eindrücke (u.a. von Cuaróns Kumpel Guillermo del Toro) sind euphorisch und auch als 3D-Experiment wirkt es spannend. Es ist wohl so oder so der ambitionierteste Big Budget Film des Jahres und eine absolute Pflichtveranstaltung. Gerade weil noch immer fast nichts Offizielles zum Film (das obige Bild ist aus „Solaris“) veröffentlicht wurde. Angeblich beginnt der Film mit einer – typisch Cuarón – 20-minütigen Sequenz ohne einen einzigen Schnitt. 

Trailer: -- 
Startdatum unbekannt. Wahrscheinlich Ende des Jahres.

So eine Highlight Liste ist nie vollständig, selbst wenn man sie erweitert. Irgendwann wird es albern, wenn man eine Top 100 durchforsten muss. Tendenziell wäre eine Top 100 dieses Jahr aber durchaus möglich gewesen. Daher geht es nun in verkürzter Form weiter mit zusätzlichen Tipps, erneut nach überwiegend persönlichem Geschmack ausgewählt, ehe es in folgenden Kategorien allgemeiner wird. Die ganz großen Blockbuster Titel, von denen einige durchaus heiß erwartet sind, wurden ebenfalls in der nächsten Kategorie zusammengefasst. 

Vorfreude wird ja in der Regel dadurch geweckt, dass man irgendwas vom Film schon kennt. Und wenn es nicht gerade die Verfilmung eines tollen Romans oder Comics ist, greift man schnell auf etablierte Schauspieler und mehr noch auf etablierte Filmemacher zurück. So zum Beispiel bei „Inside Llewellyn Davis“, dem neuen Film der Coen Brüder, der aber direkt schon mal für die erste Woche 2014 angekündigt ist. Vielleicht wird es ja doch noch was mit 2013 und diesem Blick in die Folkmusik Branche der 60er Jahre. Seinen Film „Trance“ drehte Danny Boyle, bevor er bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele Hand anlegte. Nun kommt er in die Kinos. Der Film mit James McAvoy und Vincent Cassell klingt wie die light Version von „Inception“, mit Hypnose statt Träumen, aber Boyle ist eigentlich keiner der blind kopiert. Da wird schon mehr hinter stecken. Regisseur Steve McQueen („Hunger“, „Shame“) legt mit „Twelve Years a Slave“ nach, in dem die wahre Geschichte eines Sklaven (Chiwetel Ejiofor) erzählt wird, der frei gekauft und wieder versklavt wird. Mit dabei „Sherlock“ Benedict Cumberbatch, Brad Pitt und McQueens Dauerkumpan Michael Fassbender. Ebenfalls nicht zum ersten Mal aufeinander treffen Ryan Gosling und Regisseur Derek Chianfrance in „The place beyond the pines“ (20.06.) [SP]. Beide drehten zusammen bereits „Blue Valentine“ und wagen sich nun an ein Krimi-Thriller-Drama, mit Gosling als schweigsamen Motorradfahrer. 

Spaniens Regieikone Pedro Almodóvar kehrt nach zuletzt eher schweren Drama und makabren Thrillern mit „Los amantes pasajeros“ (etwa: Die verliebten Passagiere) zurück zu seinen schrill-komödiantischen Ursprüngen. Monty Python Terry Gilliam beendet mit „The Zero Theorem” endlich mal wieder einen Film, der aber, wie für ihn üblich, noch reichlich wirr klingt. Dafür ist er mit Matt Damon, Christoph Waltz, Ben Whishaw, Tilda Swinton u.a. blendend besetzt. Prominent besetzt (Amy Adams, Olivia Wilde, Rooney Mara, Joaquin Phoenix) ist auch „Her“, der neue Film von „Wo die wilden Kerle wohnen“ und „Being John Malkovich“ Regisseur Spike Jonze, der die Geschichte eines einsamen Autors erzählt, der an eine geheimnisvolle Wundermaschine gerät, die all seine Bedürfnisse befriedigt. 

Ein schon länger erwarteter Titel wie Andrea Arnolds radikale Neuverfilmung „Wuthering Heights“ erscheint am 14.02. direkt auf DVD. Ein Schicksal, das wahrscheinlich auch dem 2011er Indie Erfolg, dem Sekten Sci-Fi-Film „Sound of my Voice“ [SP] droht. Vielleicht sogar beim schon Ende 2012 großartig besprochenen „Berberian Sound Studio“, bei dem Toby Jones bei einem italienischen 60er Jahre Horrorfilm den Ton mischt, während um ihn bald echte Morde geschehen. Mörderisch auch gleich zwei Vampirfilme von markanten Regisseuren. Kult-Filmer und Indie-Ikone Jim Jarmush macht in „Only Lovers left alive“ aus „Loki“ Tom Hiddlestone, Tilda Swinton und Mia Wasikowska blutsaugende Untote, während der durch „Interview mit einem Vampir“ bereits im Genre etablierte Neil Jordan mit „Byzantium“ einen nur lose am Mythos orientierten Film abliefert, bei dem Gemma Arterton und Saoirse Ronan Mutter- und Tochtervampir geben. 

Ernster wird es bei „The Railway Man”, der die wahre Geschichte eines britischen Offiziers erzählt, der im 2. Weltkrieg in japanischer Gefangenschaft an Zuggleisen arbeiten muss und im Lager gefoltert wird. Jahre später sucht er, gespielt von Colin Firth, seine Peiniger auf. Mit dabei auch Nicole Kidman. In „Les Misérables“ (21.02.), der Filmversion der Musicalversion des Victor Hugo Romans, geht es bei Arm und Reich in den Nachwehen der Französischen Revolution um Kopf und Kragen. Revolution im kleineren Maße will auch Elle Fanning in „Ginger & Rosa“ (11.04.), die im London der 1960er ihre jugendliche Anti-Haltung entdeckt. Regie führt „Orlando“ Regisseurin Sally Potter. Der spanische Flamenco und Stierkampf Schneewittchenfilm „Blancanieves” ist als Erweiterung zu den beiden 2012er Schneewittchenfilmen sicherlich interessant, sieht aber auch so ziemlich gut aus.

Auch „Laurence Anyways” (27.06.) [SP], der dritte Film des erst 23 Jährigen kanadischen Wunderkinds Xavier Dolan, sieht stark aus. Im fast dreistündigen Film geht es um einen Lehrer, der irgendwann beschließt, sich so zu geben wie er sich fühlt: als Frau. Dolan wird in Kanada schon jetzt neben den großen Regisseuren oder Hoffnungsträgern des Landes genannt: Atom Egoyan, David Cronenberg und Sarah Polley. Egoyan („Das süße Jenseits“) erzählt in „Devil’s Knot“ die wahre Geschichte des rituellen Mordes an drei Kindern, für die drei Jugendlich nach einer dubiose Verhandlung angeklagt wurden. Der zuletzt fleißige David Cronenberg legt mit „Maps to the Stars“ nach, der die Scheinwelt Hollywood unter die Lupe nimmt. Mit dabei Rachel Weisz und mal wieder Viggo Mortensen. Sarah Polleys anderswo schon lange erschienene tragische Liebeskomödie „Take this Waltz” (07.03.) [SP] mit Michelle Williams und Seth Rogen kommt nun endlich in die Kinos. Fehlt nur noch ihre sehr persönliche Familiendoku „Stories we tell“

Steven Soderbergh redet seit Jahren vom Karriereende, haut aber beinahe im Rhythmus von 10 Monaten neue Filme raus. „Side Effects“ (18.04.) [SP] lässt „Verblendung“ Star Rooney Mara die Nebenwirkungen von Medikamenten spüren. Regisseur Brian De Palma drehte mit „Passion“ (02.05.) das Remake des französischen Thrillers „Liebe und Intrigen“. Die mit Rachel McAdams, Noomi Rapace und Karoline Herfurth besetzte Geschichte einer manipulativen Chefin, die ein gefährliches Spiel mit einer Angestellten treibt, wird in De Palmas Händen wie gewohnt zum stilisierten Erotikthriller. Stilisiert auch die Quasi-Biographie „Hitchcock" (14.03.) [SP], die Anthony Hopkins als Regielegende beim Versuch zeigt, das spätere Meisterwerk „Psycho“ auf die Beine zu stellen. Um einen ganz anderen, aber nicht minder berüchtigten Film geht es in „Lovelace“, der Biographie von Porno-Legende Linda Lovelace, die mit dem Mega-Erfolg „Deep Throat“ berühmt wurde, die jedoch hinter den Kulissen nicht gut behandelt wurde. Amanda Seyfried spielt die Titelrolle, mit dabei Juno Temple und James Franco als Playboy Chef Hugh Hefner.

Kult-Regisseur Werner Herzog erzählt in „Queen of the Desert” mit Naomi Watts und Robert Pattinson die Geschichte der realen Gertrude Bell, einer Forscherin, Autorin, Archäologin, Wissenschaftlerin und Ethnologin, kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts. So halb authentisch auch George Clooneys nächster Film als Regisseur, „The Monuments Men”, mit ihm selbst, Daniel Craig, Matt Damon, Cate Blanchett und Bill Murray. Kunstfreunde und Museumsleiter tun sich zusammen, um berühmte Kunstwerke vor den Nazis zu retten. Und ebenfalls authentisch Ron Howards Film „Rush” (03.10.), der die langjährige Rivalität der Formel 1 Piloten Niki Lauda (Daniel Brühl) und James Hunt („Thor“ Chris Hemsworth) aufgreift, die u.a. zu Laudas schwerem Unfall führte. Nicht authentisch, dafür ambitioniert das Doppelfilmprojekt „The Disappearance of Eleanor Rigby: His” und „Hers“, das (wahrscheinlich) nichts mit dem Beatles Lied zu tun hat, aber einen Beziehungskrimi (was immer das ist) aus Sicht von ihm (James McAvoy) und ihr (Jessica Chastain) in zwei separaten Filmen erzählt. Nicht zu verwechseln mit dem Edgar Wright Film (s.o.) ist „This is the End“ (29.08.) mit Seth Rogen, James Franco und Jonah Hill, die beim Ende der Welt auf ihre Freundschaft zurück blicken. Die romantische Tragikomödie „Celeste and Jesse“ (14.02.) [SP] zeigt Rashida Jones und Andy Samberg als geschiedenes Paar, das aber weiterhin wie beste Freunde miteinander abhängen. Sehr zur Verwirrung der gemeinsamen Freunde. Im Alkoholdrama „Smashed“ (28.02.) [SP] zeigt „Ramona Flowers“ Mary Elizabeth Winstead, dass sie auch eine ernstzunehmende Schauspielerin ist. Ihr zur Seite steht „Breaking Bad“ Star Aaron Paul. Im Mysterthriller „Magic Magic“ ist Juno Temple kurz vorm Durchdrehen, was Freund Michael Cera zu spät bemerkt. Die immer sehenswerte Juno Temple gibt’s auch im lesbischen Werwolf-Jugenddrama „Jack & Diane“, das wohl ähnlich – nur weniger witzig – funktioniert wie „Ginger Snaps“. Mit dabei Elvis Enkelin Riley Keough und Kylie Minogue, sowie Musik der Isländer von Múm und Animationssequenzen der Stop Motion Götter Quay Brothers. Richard Ayoade, in erster Linie bekannt aus „The IT Crowd“, liefert mit „The Double“ (Der Doppelgänger) seinen zweiten Film (nach „Submarine“) als Regisseur ab und adaptiert (wenn auch recht frei) niemand Geringeres als Fjodor Dostojewski. Und schließlich noch „Upstream Color“ von Shane Carruth. Dessen Micro Budget Zeitreisefilm „Primer“ ist inzwischen ein Kultfilm und mit „Upstream Color“, einem Mystery Psycho Liebesdrama (oder so), liefert Carruth endlich seinen zweiten Film ab. Der Trailer allein sollte schon Grund genug für einen Kinobesuch sein.

Es ist noch nicht Schluss. Zur besseren Übersichtlichkeit schreiten wir nun zu den großen Filmen, den teuren Filmen, den Franchises und etablierten Reihen. So schwingt sich unter der Führung von „300“ Regisseur Zack Snyder in „Man of Steel“ (20.06.) der neue Superman in Gestalt von Henry Cavill auf. Sicherlich einer der interessantesten und am meisten mit Spannung erwarteten Blockbuster des Jahres, turnt im Hintergrund doch auch Christopher Nolan als Co-Produzent herum und will Warner Bros. doch mit diesem Film ihre „Justice League“, das DC Pendant zu den „Avengers“, endlich ins Rollen bringen. Ein so genannter No-Brainer ist Ende des Jahres „Der Hobbit: Die Einöde von Smaug“ (12.12.), der in knapp drei Stunden erzählt, wie Bilbo, Gandalf und die Zwerge die Zwergenstand Erebor erreichen, die am Ende des ersten Teils gar nicht mehr so weit weg schien. Marvel schlägt 2013, Jahr 1 nach dem „Avengers“ Erfolg, gleich doppelt zu, um die zweite Phase des Marvel Kinouniversums zu beginnen. Tony Stark kämpft in „Iron Man 3“ (01.05.) gegen einen seiner stärksten Widersacher, den Mandarin. Und Thor plagt sich in „Thor: The Dark World“ (31.10.) mit einer ganzen Reihe von Problemen in der alten Heimat herum. 

In den Weltraum zieht es auch zwei der (ehemals?) größten US-Stars überhaupt, Tom Cruise und Will Smith. Cruise spielt in „Oblivion“ (11.04.) [SP], vom Regisseur von „Tron: Legacy“, eine Art menschlichen Wall-E, der die verlassene Erde aufräumt. Bis er ein gefährliches Geheimnis entdeckt. Mit „After Earth“ (13.06.) hat M. Night Shyamalan seine vermutlich letzte Chance, seinen Ruf wiederherzustellen. Will Smith gibt das Zepter an seinen Sohn Jaden ab, der hier die Hauptrolle übernimmt, als Vater und Sohn 1000 Jahre nach Verlassen der Erde dort wieder notlanden. Noch mehr Weltraum im zweiten Teil von JJ Abrams Star Trek. „Star Trek Into Darkness“ (16.05.) [SP] etabliert einen neuen, menschlichen Schurken der Kirk und Co. ans Leder will. Johnny Depp gibt in der ultra-teuren Verfilmung der TV-Serie „The Lone Ranger“ (08.08.) den Indianer Tonto, der Cowboy Lone Ranger (Armie Hammer) wieder zum Leben erweckt, während ein gieriger Geschäftsmann beim Eisenbahnnetzausbau abkassieren will. Gore Verbinski, Regisseur von „Fluch der Karibik“ 1-3, führt Regie. „Spider-Man“ Regisseur Sam Raimi erzählt in „Die fantastische Welt von Oz“ (07.03.) [SP] die Vorgeschichte zum „Zauberer von Oz“, mit James Franco als Zauberer und Michelle Williams, Mila Kunis und Rachel Weisz als Hexen. 

Eine ganze Armee an Verfilmungen von Fantasy/Sci-Fi Jugendromanen bahnt sich 2013 an. Neben der Fortsetzung zu „Die Tribute von Panem“ („Hunger Games: Catching Fire” (28.11.)) wird mit „The Host” alias „Seelen” (18.04.) der nächste Roman von „Twilight“ Autorin Stephenie Meyer verfilmt. „Gattaca“ Regisseur Andrew Niccol erzählt mit Saoirse Ronan und Diane Krüger in den Hauptrolle die Geschichte einer Zukunft, in der fast die gesamte Menschheit von außerirdischen Seelen besetzt ist. Die wenigen echten Menschen leisten Widerstand. Den leisten in der seit zig Jahren geplanten Romanverfilmung „Ender’s Game” (31.10.) Jugendliche gegen angriffslustige Außerirdische, basierend auf der gefeierten Jugendbuchreihe von Orson Scott Card, der sich jedoch im Vorfeld nicht begeistert von dieser Adaption zeigte. Harrison Ford gibt einen knorrigen Ausbilder. „Beautiful Creatures: Eine unsterbliche Liebe” (04.04.) [SP] ist eine weitere Jugendromanze mit Romanvorlage und Fantasy-Einschlag, entdeckt hier doch ein Schüler, dass eine Mitschülerin einer Familie von Zauberern und Hexen angehört. „The Mortal Instruments”, in Deutschland bekannt als „Chroniken der Unterwelt“, zeigt „Schneewittchen“ Lily Collins als Quasi-Buffy, die erfährt, dass sie das Blut der Schattenjäger in sich trägt. Sie tut sich mit anderen jugendlichen Auserwählten zusammen, um zu verhindern, dass ein böser Engel Finsteres vollführt. Etwas verspätet erhält auch Percy Jackson mit „Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen“ (15.08.) seine Fortsetzung. Der Sohn griechischer Götter muss sich dieses Mal u.a. gegen einen Zyklopen zur Wehr setzen. 

Ebenfalls etwas später wie man das sonst so kennt kommt die Fortsetzung zu „Kick-Ass“ (11.07.), als Red Mist sich zum Superschurken aufschwingt und Jim Carrey unserem Spandex-Helden beisteht. Die rüstigen und schießwütigen Rentner der Comic-Verfilmung „R.E.D. 2“ (12.09.) legen ebenfalls zum zweiten Mal Hand an die Waffen. Die noch spätere und irgendwie nur schwer einzuordnende „300“ Fortsetzung „300: Rise of an Empire” (01.08.) gibt sich als Prequel ohne Spartiatenkrieger. „Hangover III” (30.05.) soll indes das Epos des Wolfsrudel zu Ende bringen, indem es dieses Mal nicht um eine eskalierte Party gehen soll, sondern um die Befreiung des bärtigen Chaoten aus einer psychiatrischen Anstalt. Schließlich legt Bruce Willis alias John McClane in „Stirb Langsam 5” (14.02.) zusammen mit seinem Sohn mal wieder Städte in Schutt und Asche, die muskelbepackten Jungs von „Fast Six” (23.05.) machen es kaum besser und Danny Trejo macht in „Machete Kills” (11.04.) ziemlich sicher genau das, was der Titel verspricht. Mehrfach.

Noch lange nicht Schluss. Es wird etwas allgemeiner, weg von persönlichen Tipps hin zu mehr oder weniger bekannten oder interessanten Filmen. Prestigefilme, prominent besetzt, mit brenzlichen Themen in gesicherter Handhabung, am besten noch basierend auf realen Begebenheiten. Zum Beispiel „The Butler“ von Lee Daniels. Die Geschichte eines schwarzen Butlers im Weißen Haus, der ein halbes Dutzend US-Präsidenten erlebt. „Der Untergang“ Regisseur Oliver Hirschbiegl inszeniert indes Naomi Watts in „Diana“ als englische Prinzessin. Und „Captain Philips” (07.11.) mit Tom Hanks, unter der Führung von Paul Greengrass, hat auch ohne reale Begebenheiten genug Prominenz und politisches Sujet, um ein erste Kandidat für Awards zu sein. Etwas geerdeter da Robert Redford mit seinem „The Company you keep“ [SP] oder Ridley Scott mit seinem „The Counselor”. Keira Knightley und Mark Ruffalo fragen sich „Can a Song save your Life?”, während Anna Kendrick, Olivia Wilde und Jake Johnson nur „Drinking Buddies“ sind. 

Im Comedysektor gibt es die Rückkehr von Will Ferrell als Nachrichtensprecher Ron Burgundy. „Anchorman: The Legend continues“ vereint nahezu das komplette Team des damaligen Hits, also auch Steve Carell als leicht debilen Wetterfrosch. Judd Apatow beschreibt mit Leslie Mann und Paul Rudd auf etablierte, derbe-humorvolle, aber doch irgendwie warmherzige Weise die Tücken des Älterwerdens ab 40: „This is 40“ (14.03.) Michael Bay lässt die kloppenden Roboter in der Garage und dreht mit „Pain and Gain“ (15.08.) eine noch etwas unentschlossene Mischung aus Krimi und Comedy, angesiedelt im Bodybuilder Milieu. In „Now you see me” (11.07.) rauben Magier und Illusionisten in der laufenden Show eine Bank aus. Ebenfalls Magier, nämlich Steve Carell, Steve Buscemi und Jim Carrey, gibt es in „The incredible Burt Wonderstone“ [SP]. Und Seth Rogen ist in „Unterwegs mit Mum“ (23.05.) mit Barbara Streisand unterwegs. 

Die Verfilmung von Pascal Merciers „Nachtzug nach Lissabon“ (07.03.) steht an. Til Schweiger legt mit „Kokowääh 2“ (07.02.) erfolgreich Bewährtes und Bekanntes nach, während die Verfilmung von Charlotte Roches gehyptem Skandalroman „Schoßgebete“ (03.10.) kein Selbstläufer ist. Um so was schert sich Helge Schneider wohl weniger, bringt er mit „00 Schneider“ (12.09.) doch scheinbar eher spontan einen alten Klassiker zu einem neuen Teil. Im Kontrast dazu „3096 Tage“ (28.02.), der Natascha Kampusch Film. 

Für die Programmkinos verkündet Regielegende Alain Resnais mit seinem kruden Werk „Ihr werdet euch noch wundern“ (06.06.), während der andere Altmeister, Carlos Saura, in „33 Dias“ die Entstehung von Picassos ‚Guernica‘ behandelt. Mit Antonio Banderas und Gwyneth Paltrow. Cristian Mungiu legt fast sechs Jahre nach „4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage“ mit dem Klosterdrama „Beyond the Hills“ nach. Dogma-Mitbegründer Thomas Winterberg hetzt den Mob einer Kleinstadt auf Mads Mikkelsen, der von einer kleinen Schülerin zu Unrecht (oder nicht?) beschuldigt wird, diese belästigt zu haben. „Die Jagd“ (28.03.) In „ No!” (07.03.) protestiert Gael Garcia Bernal gegen das Regime von Augusto Pinochet in Chile. Ähnlich politisch Olivier Assayas mit „Something in the Air/Après Mai“ (30.05.) über die sozialen Unruhen Ende der 60er. Und Laurent Cantet („Die Klasse“) verfilmt mit „Foxfire“ Joyce Carol Oates Roman über eine krawallige Mädchengang in den 50ern.

In „Serena” (24.10.) vereint Susanne Bier erneut Jennifer Lawrence und Bradley Cooper aus „Silver Linings Playbook“. Zur Zeit der Großen Depression plagt sich ein Holzfabrikant, als sich herausstellt, dass seine Frau keine Kinder bekommen kann. Die Komödie „Frances Ha” vereint mit Noah Baumbach und Greta Gerwig zwei aktuelle Größen des amerikanischen Indie-Films. Dazu gehört auch Gus van Sant, der in „Promised Land” (13.06.) Matt Damon durchs ländliche Amerika schickt, um Landflächen für Öl-Böhrungen zu kaufen. In „Spring Breakers” (21.03.) landen ein paar Party-Mädels (u.a. Vanessa Hudgens, Selena Gomez) im Knast und werden von Drogendealer James Franco freigekauft. Franco gibt indes sein Regiedebüt und hat gleich zwei Filme in petto, beide nach Buchvorlage literarischer Schwergewichte. William Faulkners als unverfilmbar geltender „As I lay dying“ und Cormac McCarthys düsterer „Child of God”. Ebenfalls sein Regiedebüt gibt Joseph Gordon-Levitt in „Don Jon’s Addiction“ (10.10.), einer Komödie um eine pornosüchtigen modernen Don Juan (JGL selbst), der versucht sich zu bessern. Mit dabei Scarlett Johansson. Nicht bessern will sich James McAvoy (der war ziemlich fleißig, die letzte Zeit) in „Drecksau“ (04.04.), der Verfilmung eines Romans von „Trainspotting“ Autor Irvine Welsh. McAvoy spielt einen rassistischen, frauenfeindlichen, homophoben, trinkenden, prügelnden Junkie-Polizisten, der mit unaufrichtigen Mitteln versucht, Frau und Tochter zurück zu bekommen. 

Spike Lees Remake von „Old Boy” (07.11.) mit Josh Brolin steht angesichts der Klasse des Originals unter keinem guten Stern, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass Remakes nicht immer schlecht sein müssen. Zuletzt bewies das David Fincher mit seinem „Verblendung“ Remake. Niels Arden Oplev, Regisseur des schwedischen „Verblendung“, liefert mit dem Thriller „Dead Man Down“ (04.04.) [SP] sein englischsprachiges Debüt. Mit dabei seine Lisbeth Salander Noomi Rapace und Colin Farrell. Down geht in Roland Emmerichs „White House Down” (19.09.) das Weiße Haus, das von Terroristen gestürmt wird. In „The Tomb” (10.10.) sitzen Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger in einem Knast, das einer von ihnen als Architekt entworfen hat. Und in „Shootout” (ehemals „Bullet to the Head”) (07.03.) tun sich ein Cop und ein Kopfgeldjäger (erneut Stallone) zusammen, um einen gemeinsamen Feind auszuschalten.

Im Horrorgenre greift man ebenfalls gerne auf etablierte Namen und Titel zurück. Remakes bzw. Neuverfilmungen stehen an von Stephen Kings Klassiker „Carrie“ (06.06.) mit „Hit Girl“ Chloe Moretz in der Hauptrolle. Sam Raimis berühmt-berüchtigter Klassiker „Tanz der Teufel“ bekommt in „Evil Dead“ (18.04.) [NSFW] ein knüppelhartes Remake und „Texas Chainsaw 3D“ gibt sich als offizielle Fortsetzung des Tobe Hooper Klassikers aus. Natürlich steht aber auch ein neuer „Paranormal Activity” (31.10.) an. Wir sind mittlerweile bei Teil 5. Etwas origineller hoffentlich „The Conjuring“ (15.08) von James Wan („Insidious“), der immer mehr zum interessantesten Mann im US-Horror wird. Rob Zombie scheint sich vom „Halloween“ Versagen erholt zu haben und liefert mit „Lords of Salem“ einen faszinierenden Bizarro-Shocker, während der Shock bei „Aftershock” eher darin besteht, wo diese Schilderung menschlicher Abgründe bei Eli Roth mal wieder hinführt. Subtiler da „Mama” (18.04.) [SP] produziert von Guillermo del Toro, mit Jessica Chastain, um zwei verwahrloste Kinder, die ein dunkles Geheimnis mit in ihre neue Familie bringen. „The Grudge“ Regisseur Takashi Shimizu lässt in „7500” Geister in ein Flugzeug. Die 26-teilige Kurzfilmsammlungshorrorkomödie „The ABCs of Death“ dürfte immerhin ein unterhaltsames Kuriositätenkabinett werden, während „Hänsel & Gretel: Hexenjäger“ (28.02.) kaum wirklich Horror sein dürfte und eher in die Richtung von „Abraham Lincoln: Vampirjäger“ geht. Eine eigenartige, aber irgendwie interessante Grundidee hat „Warm Bodies“ (21.02.) in dem Nicholas Hoult als Zombie in eine Romanze mit einem Menschenmädchen gerät. Und die Comicverfilmung „R.I.P.D.“ (01.08.) schickt Ryan Reynolds und Jeff Bridges als Cops wortwörtlich in Hölle. 

Noch mehr Fortsetzungen bei den Animationsfilmen. Pixar schickt Mike und Sully im Prequel „Die Monster Uni“ (20.06.) zur Uni, wo sie sich kennen lernten. „Ich – einfach unverbesserlich 2” (04.07.) veranstaltet wieder unterhaltsamen Quatsch mit Gru, den Kids und den schusseligen Minions, „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen (24.10.) klatscht wieder Essen in Übergröße auf die Stadt und Disney übernimmt ohne Pixar den „Cars“ Spin-Off „Planes“ (29.08.). Doch bei „Die Schlümpfe 2“ (01.08.) könnte der Spaß angesichts dämlicher Punk-Schlümpfe schnell vorbei sein. „The Croods“ (21.03.) schildert den ungewollten Umzug einer Familie vorzeitlicher Höhlenmenschen, „Epic – Verborgenes Königreich“ (16.05.) zeigt eine verborgene Welt kleiner Menschen, die auf Vögeln fliegen und den Wald beschützen, und in „Turbo” (03.10.) träumt eine Schnecke davon Rennfahrer zu sein. Deutschland versucht sich mit dem Team von „Die Konferenz der Tiere“ am animierten „Tarzan 3D“ (10.10.), während es bei Ari Folman („Waltz with Bashir“) politischer, ernster und experimenteller wird, wenn er „The Congress“ vorstellt.

Zum Abschluss (es ist endlich so weit) noch ein paar Sonderfälle, die es nicht so einfach hatten, ihren Weg zu uns zu finden und die teilweise noch immer auf wackligen Beinen stehen. Beim überteuren Zombiefilm für ein Familienpublikum, „World War Z“ (27.06.), basierend auf dem Buch von Max Brooks, mit Brad Pitt in der Hauptrolle, häuften sich schlechte Meldungen hinter den Kulissen. Terminverschiebungen, Nachdrehs, überzogenes Budget, unzufriedene Produzenten, ein angeblich überforderter Regisseur, ein Star der angeblich (!) nicht gut auf den Regisseur zu sprechen ist, ein neuer Drehbuchautor für ein neues Ende, und noch mehr Nachdrehs. Inzwischen gibt es Bilder und der Nebel des Krieges hat sich etwas gelichtet, aber „World War Z“ wird es schwer haben, sich der Welt zu beweisen. Ein ganzes Jahr verschoben wurde Bryan Singers „Jack the Giant Slayer“ (Jack and the Giants) (14.03.), eine effektreiche Neuverfilmung von „Hans und die Bohnenranke“. Ein erster Trailer vor einem Jahr sorgte eher für Spott, der neue Trailer sieht aber nicht so sehr anders aus. Angesichts des Überangebots an deutlich frischer wirkenden Projekten, wird es Singers Film schwer haben. 

„Sin City: A Dame to kill for” fordern Fans schon seit Erscheinen des ersten Teils. Mal war es angekündigt, dann sprangen Darsteller (u.a. Angelina Jolie) ab, dann hatte Robert Rodriguez keine Lust, dann fehlte das Geld und in der Zwischenzeit interessierte sich eigentlich niemand mehr für „Sin City“. Jetzt soll der Film doch kommen, fast alle Darsteller des ersten Teils versammeln und Geschichten erzählen, die nicht immer aus der Feder von Comic Schöpfer Frank Miller stammen. Noch viel problematischer allerdings die Entstehung von „Mad Max: Fury Road“ mit Tom Hardy und Charlize Theron. Als Fortsetzung ziemlich spät, sollte es vor einigen Jahren schon mal losgehen, doch daraus wurde nichts. Als der Dreh und die Finanzierung nun standen, kamen Drehverzögerungen, Wetterkapriolen, Budgetüberschreitungen hinzu. Die Produktionsfirma engagierte angeblich einen Aufpasser für Regisseur George Miller und die Frage ist, wie sich das auf den nun anstehenden Schnitt auswirkt.

„The Wolverine“ (25.07.) sollte eigentlich der Film sein, mit dem Fox den ersten Wolverine Einzelfilm vergessen macht und die neue Marschrichtung vorgibt. Eine Zeit lang stand ganz überraschend Darren Aronofsky als Regisseur fest, den man in so einem Franchise Titel eigentlich nicht erwartet hatte. Hugh Jackman trainierte wie ein Bekloppter, ehe Aronofsky das Projekt aus privaten Gründen verließ. Ein Jahr verging, mehrere Regisseure klopften an und gingen wieder, Jackman saß auf heißen Kohlen, Fox‘ X-Men Universum veränderte sich, bis James Mangold schließlich übernahm und den Dreh verhältnismäßig problemlos durchzog. Wolverine verschlägt es dieses Mal nach Japan, wo er sich mit Samurai Mutanten anlegt. Ein weiteres Projekt, das durch Darren Aronofskys Einfluss ein wenig ins Wanken kam, ist das Remake zu „RoboCop“. Aronofsky wollte es drehen, sagte dann aber erneut ab, nicht zuletzt weil das Studio in Geldproblemen steckte. „Tropa de Elite“ Regisseur Jose Padilha übernahm in seiner ersten großen Produktion für ein amerikanisches Studio. Gerüchte wurden laut das Studio lehne jede zweite Entscheidung Padilhas ab, und Fans kritisierten das Neudesign von Cop Murphy. 

Ebenfalls um fast ein Jahr verschoben wurde „G.I. Joe 2“ (28.03.) [SP], angeblich nur um den Film in 3D zu konvertieren. Tatsächlich sollen erste Tests (der Film stand bei der Ankündigung nur einen Monat vor Kinostart) grausig ausgefallen sein. Paramount orderte Nachdrehs und u.a. wurde dabei die Rolle von Channing Tatum vergrößert, der wohl ursprünglich zu Beginn drauf gehen sollte, inzwischen aber durch „21 Jump Street“ und „Magic Mike“ ein Star war und besser länger im Film bleiben sollte. Der neue Trailer sieht nicht so anders aus, deutet aber Tatums verlängerte Lebenszeit an. Mit „47 Ronin” (25.12.) bahnt sich ein ähnlich kurioses Filmchen an, wie bei „World War Z“. Der nur durch wenige Kurzfilme bekannte Carl Eric Rinsh übernimmt die wahnsinnig teure Fantasy-Samurai Klopperei mit Keanu Reeves. Und fast standesgemäß kam es zu Vermutungen, der junge Regisseur sei überfordert, das Budget explodiere, Nachdrehs stünden an. Die Dreharbeiten sind wohl schon mehr als ein Jahr her und noch gibt es fast kein offizielles Material, was nie ein gutes Zeichen ist. David Twohys „Riddick 3” (05.09.) hatte nach dem Quasi-Flop des teuren „Chroniken eines Kriegers“ keinen guten Stand, wurde nun arg verspätet und mit erneut relativ viel Geld in Auftrag gegeben, obwohl sich die Fan-Begeisterung für Riddicks Abenteuer bisher sehr in Grenzen hielt. Twohy hält die Kiste für sein „Star Wars“, aber das sieht wahrscheinlich nur er so. 

Zum Schluss noch Wong Kar-Wais „The Grandmasters“ der eigentlich gar kein Problemfall ist bzw. nicht zwangsläufig sein muss. Die Tatsache, dass seit gefühlt zwei Jahren am Film gedreht wird, ist bei Wong Kar-Wai nicht so ungewöhnlich. Ein ebenfalls langer Prozess im Schneideraum nicht ausgeschlossen. Nun kommt der Film, die Geschichte von Kampfkunst Meister Ip Man, endlich, feiert seine Premiere im Frühjahr bei den Filmfestspielen in Berlin, was einen zeitnahen Deutschlandstart wahrscheinlich macht.

Fazit:
Ein gnadenlos gut gefülltes Jahr. Für mich persönlich sind es gefühlte 25 bis 40 absolute unabwendbare Pflichttitel, 30 weitere, die eigentlich unbedingt geguckt werden müssen und abermals 50, die mich eigentlich recht stark reizen oder bei denen ich zumindest einen Blick riskieren wollen würde.

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