hauptseite  |  vorschauen  |  kritiken |  impressum |  forum

 

 

(von Christian Westhus)

- Der Ausblick auf 2012 

(Pssst… der Bundestrojaner liest mit.) 
2011 ist vorbei. Nun also der obligatorische BereitsGesehen Nachruf zum Filmjahr 2011. Garantiert nicht ungekennzeichnet abgeschrieben, nicht verstrahlt und die Bewerbung für die freie Stelle bei „Wetten, dass…“ ist es auch nicht. Wie üblich zieht man am Ende eines Jahres ein Fazit, ein Resumé, und fragt, ob es gut war, ob es sich gelohnt hat. In diesem Fall, ob sich die Filme des Jahres gelohnt haben. Und wie üblich bleibt nichts anderes übrig, als darauf zu verweisen, dass man das nicht so eindeutig in simpel entgegen gesetzte Kategorien aufteilen kann. Es gab gute Filme, sehr gute Filme, miese Filme und ganz viel Kram irgendwo dazwischen. Würde man mich fragen, was so der Konsens des Filmjahres 2011 war, würde ich zwar auch auf die eigentlich jedes Jahr zutreffende Qualitätsstreuung verweisen, in erster Linie aber auf bestimmte Eindrücke, die ich hatte. Themen, die sich, ob geplant oder nicht, wie ein roter Faden durch verschiedene Filme aus verschiedenen Genres und verschiedenen Ländern zogen. 

„Holding out for a Hero“ habe ich den Kram hier übertitelt. Manch Spaßvogel könnte denken, das „Footloose“ Remake habe mich wieder an Bonnie Tylers ohrwurmigen Smash-Hit erinnert, weil „Footloose“ ja eh der Über-Film schlechthin ist. Tatsächlich aber hatte ich den Eindruck, die Filme von 2011 beschäftigen sich auffällig häufig mit Helden, Heldentum und der Frage, was es heißt, Gutes zu tun. Vielleicht ist es eine Reaktion auf die schwierigen Zeiten, in der wir uns befinden, mit Klima, Wirtschaft, sozialen Unruhen und dem ganzen Käse. Schon der Blockbuster-Sommer gab es vor, als sich gleich vier großkalibrige Comic-Superhelden-Filme kloppten. „Captain America“ und „Thor“ waren die Vorboten für die „Avengers“ 2012, „Green Lantern“ war der Versuch von Warner Bros. und DC mehr aus dem Rechtehaufen zu machen, als Batmen und Supermen. Und auch bei Fox und „X-Men: First Class“ überwogen natürlich finanzielle Interessen, weswegen man auch den billigen Neuanfang mit neuen (billigeren) Darstellern einer weiteren Fortsetzung vorzog. Dennoch ist diese Ballung der großen Superhelden ein auffälliges Unikum, seit Marvel, DC und Co. Anfang des Jahrtausends begannen, den Kinosommer zu beherrschen. Und die vier Filme blieben ja nicht allein. Mit „Immortals“ (Krieg der Götter) widmete man sich dem Ur-Bild des griechischen Heros. Theseus, einer der größten Heroen der Antike, kommt ja nun wirklich nicht all zu häufig zu einem Abstecher ins Kino. Und obwohl Regisseur Tarsem wie gewohnt mehr an Äußerlichkeiten, statt an Figuren und Inhalt interessiert war, hatte der Film in seinen finalen Momenten doch noch ein paar interessante Überlegungen zu Heldenmut und Nachruhm parat, die zum Beispiel dem letztjährigen „Clash of the Titans“ völlig abgingen. Auch die zuvor erwähnten großen Jungs sind nicht einfach nur Helden. Der arrogante Halbgott Thor muss von den Menschen Bescheidenheit lernen und wird erst dann ein wirklicher Held, als er sein Tun und potentielle Opfer abwägt. In „Green Lantern“ und „Captain America“ bekommen normale oder gar körperlich unterdurchschnittliche Männer große Macht verliehen, aus der natürlich große Verantwortung (Danke, Onkel Ben) folgt. Und die moralische Ambivalenz im zunächst freundschaftlichen Dualismus zwischen Charles und Eric in „X-Men: First Class“ macht einen Diskurs über Dasein, Wirkung und Ausdrucksformen von Heldentum auf, den es seit der Chaos-Kausalität in „The Dark Knight“ und den komplexen Theorien in „Watchmen“ nicht mehr im Superhelden-Film gegeben hat. 

Und es gibt noch mehr. Auch wenn Ryan Gosling in "Drive" die meisten deutschen Zuschauer als schweigsamer Driver erst 2012 beglückt, so hat er dem Rest der Welt 2011 seinen Stempel aufgedrückt. Und nicht nur die Musik im Film regt dazu an, den Driver als eine vielschichtige Heldenfigur zu sehen, gleichzeitig aber auch zu hinterfragen. In „Rango“ schwingt sich ein geistiges verwirrtes Chamäleon mit Realitätsverzerrung zum Retter einer unterjochten Westernstadt auf, während ein junger Mann aus dem Armenviertel in „In Time“ zum Robin Hood wird, der gegen das ungerechte Finanz- und Sozialsystem kämpft. Im Drama „Tyrannosaur“ ist ein cholerischer Wüterich, der auch mal im Suff einen Hund tot tritt, die einzige Hoffnung für eine Frau, die unter häuslicher Gewalt leidet. Jeff Bridges mutiert in „True Grit“ vom knorrigen Trunkenbold zu, genau, dem Retter in der Not für ein junges Mädchen. Oder Caesar aus „Planet der Affen: Prevolution“, der sich in einer der heroischsten Szenen des Jahres gegen seinen menschlichen Widersacher auflehnt und die Affen zu Aufstand und Freiheit führt. Die sozial benachteiligten Kids vom englischen Wohnblock aus „Attack the Block“ rufen ihr eigenes Unheil erst selbst hervor und entwickeln sich dann zu den Rettern der gesamten Gegend, spätestens wenn Hauptheld Moses im entscheidenden Moment versucht, sich über einen ganz bestimmten Fetzen Stoff zu retten. Und die Facetten von Heroismus sind vielseitig. Auch persönliche Triumphe umweht der Hauch des Heroischen, wenn Mark Wahlberg in „The Fighter“ oder Colin Firth in „The King’s Speech“ ihre großen Momente haben. Und Beethovens Siebte schwächt das ganz sicher nicht ab. 

Ja sogar der Junge in „The Tree of Life“, der die Welt langsam mit den Augen eines Erwachsenen sieht und die Väter, den eigenen und Gott den Vater, hinterfragt, hinterfragt dadurch auch Modelle so genannter Helden oder zumindest Vorbilder. Auch die Frauenwelt wurde nicht nur (wenn auch gewohnt stark) darauf reduziert, des Helden Anhang zu sein oder in Gefahr zu geraten. Bei den X-Men spielte sie eine untergeordnete Rolle, aber in „Winter’s Bone“ machte sich Jennifer Lawrence als 16jährige Ree auf, den verlorenen Vater zu suchen, um die Existenz ihrer Familie zu retten. Und auch wenn sie am Ende doch auf die Hilfe von Jeff Bridges angewiesen ist, so ist der Aufbruchsgedanke von klein Mattie Ross in „True Grit“ so dickköpfig wie bewundernswert mutig und – wir haben’s verstanden – heroisch. Es ist mir halt aufgefallen. Ich könnte auch über das Ende der Welt sprechen, das – vielleicht aus ähnlichen Gründen – ähnlich häufig in Filmen thematisiert wurde. Viren in „Contagion“ und „Planet der Affen: Prevolution“, die Auslöschung der Sinne durch einen unbekannten Virus in „Perfect Sense“, das dramatisierte Klima in „Hell“ oder ein Planet auf Kollisionskurs in „Melancholia“ – Das Weltende wurde mehrfach unterschiedlich thematisiert. In „The Tree of Life“ gab es Eindrücke vom bloßen Ende allen menschlichen Seins, während bei den Superhelden ja auch schnell mal die gesamte Menschheit/die Erde auf dem Spiel steht. Merke: Weltuntergang und Heldentaten gehen thematisch gerne Hand in Hand. 

Genug der Theorien und des Geschwafels. Es folgen: Die Listen. Top-Listen, Flop-Listen und ein Best-Of in unterschiedlichsten Kategorien, was das Filmjahr im Detail zu bieten hatte. 
(„Black Swan“, „127 Hours“ und „Love and other Drugs“ waren schon letztes Jahr dabei und werden deswegen hier nicht erneut berücksichtigt. „Black Swan“ wäre aber erneut ein Top 3 Kandidat. Und „König der Löwen 3D“ fällt ebenso raus, wäre ansonsten aber natürlich auch ein Kandidat für die Plätze ganz weit vorne. Aber so eine Wiederholung zu berücksichtigen, ist ja auch irgendwie unfair. Außerdem gilt wie immer: Punkte aus Kritiken mit der Listenplatzierung vergleichen, bringt nichts.)

#Die 15 Top-Filme 2011: 

  #15#

15. Melancholia (von Lars von Trier)
Fast hätte es für den neuen Lars von Trier nicht für die Topliste gereicht. Es kommt nicht all zu oft vor, dass ein neuer Film des Dänen nicht mindestens Top 5 Kandidat ist. Und tatsächlich hat mich diese aufgeblasene Lethargie in den Ultrazeitlupen und im Intro der banale Umgang mit Bildmaterial aus dem Ende gestört, ähnlich wie die schwammige Handhabung der episodisch zweigeteilten Erzählweise. Alles Weitere (abgesehen von der bescheuerten Sex-Szene auf dem Golf-Platz) ist aber wieder Lars von Trier wie man ihn liebt oder gegebenenfalls auch hasst. Kirsten Dunst und Charlotte Gainsbourg bieten ein großartiges Schwesternpaar ab, die – besonders Dunst – bis zur völligen Selbstaufgabe spielen. Eine erschütternde Charakterstudie wird mit der drohenden Auslöschung des menschlichen Lebens verbunden. Und von Trier ist in seinem wahrscheinlich poetischsten Ende (mindestens seit den Glocken von „Breaking the Waves“) unterschwellig böse und brutal konsequent, aber überraschenderweise nicht so nihilistisch, wie man erwartet hatte. „Melancholia“ ist trotz oder gerade wegen seiner Macken ein Film, der mir langfristig mehr bietet, als einige Filme, die es dadurch nicht auf einen Show-Platz dieser Liste geschafft haben. >KRITIK. 

  #14# 

14. Perfect Sense (von David Mackenzie)
Eine unerwartete Überraschung dieses Jahr. Eine positive Überraschung natürlich. Ich war über den Trailer gestolpert, entdeckte den Film im Programm vom Fantasy Film Fest und entschloss mich einfach mal, einen der am wenigsten zum Festival passenden Filme zu gucken. Hat sich wohl gelohnt. Eine ungewöhnliche Kombination aus Romanze, Liebesdrama und Katastrophenthriller, der sich durch und durch europäisch anfühlt, obwohl er auch ganz geschickt Ausblicke in globale Reaktionen auf die Katastrophe bietet. Ein ungewöhnliches Konzept, das den Sinnesverlust immer an eine emotionale Überreaktion koppelt und damit leicht einige Zuschauer verunsichern oder an falschen Stellen amüsieren könnte. „Perfect Sense“ ist die emotionalere, mitreißende Alternative zu „Die Stadt der Blinden“ und wirkt unter Garantie lange nach. Ohne die großartig harmonierenden Ewan McGregor und Eva Green wäre der Film trotz all der inszenatorischen Fähigkeiten aber wohl verloren. Ohne Max Richters traumhaft deprimierende Musik wahrscheinlich auch. >KRITIK. 

#13#

13. Pina (von Wim Wenders)
3D und Ausdruckstanz. Das Erste ging mir zum Zeitpunkt, als ich den Film sah, schon fast auf den Keks. Wim Wenders war die letzte Hoffnung, dass aus der neuen 3D-Welle noch was zu holen sein könnte. An Ausdruckstanz habe ich durchaus Interesse, war aber auch skeptisch, ob ich das auf Spielfilmlänge wirklich brauche, weil ich mit tatsächlichem Tanztheater praktisch keine Erfahrung habe. Am Ende hatte ich nicht nur den Glauben daran gefunden, dass Regisseure mit einer klaren Vision aus 3D ein wirkungsvolles und vor allem sinniges Werk machen können, ich war auch komplett involviert in den expressiven, mitreißenden und emotionalen Tanzdarbietungen aus dem Fundus der verstorbenen Pina Bausch. Die dazwischen geschnittenen Interviews sind eigentlich nur der unvermeidliche Zusatz, um die körperlich zumeist unsichtbare aber doch allgegenwärtige Hauptfigur des Films zu würdigen. Groß wird der Film, wenn sich die Leinwand als Bühne öffnet, wenn Wenders die Tänzer und Tänzerinnen hinausführt, über die Straßen Wuppertals und weiter. Ein audiovisuelles Erlebnis für ein spezielles Publikum, das ganz nebenbei auch daran festhalten lässt, dass Wim Wenders tatsächlich noch was kann und will. >KRITIK.

#12#

12. Blue Valentine (von Derek Cianfrance)
Ein Beziehungs- und Ehedrama. Gibt es eigentlich wie Sand am Meer. Und sonderlich originell ist „Blue Valentine“ nun wirklich nicht. Nicht mit seiner parallelen Struktur, die den Beginn, das Aufkommen der Liebe dem brutalen und schmerzhaften Ende gegenüber stellt. Auch nicht mit seiner zwischen amerikanischem Indie-Film und europäischem Realismus pendelnden Direktheit und Ehrlichkeit. Es ist ein Film, dem das ungeheuer schwierige Kunststück gelingt, unmittelbar zu bewegen, nachvollziehbar zu sein, ohne zu verkünstelt manipulativ oder ultra-realistisch dokumentarisch zu werden. „Blue Valentine“ wirkt schmerzhaft real und realitätsnah, platt gesagt, wie aus dem Leben gegriffen, wirkt aber noch immer wie ein Film, was für die unvermeidbare und geschickte Manipulation auch nötig ist. Und trotz der guten Dialoge und der geschickten räumlichen Zuspitzung der Geschichte, sind es in erster Linie Michelle Williams und Ryan Gosling in den Hauptrollen, die den Film so stark und intensiv machen. >KRITIK.

#11#

11. The Fighter (von David O. Russell)
„The Fighter“ ist ein merkwürdiger Kandidat. Eigentlich fand ich ihn damals im Kino verdammt gut. Nicht nur Christian Bales grandiose Performance, sondern auch den Film an sich, das clevere Script und einige kluge Ideen und Momente von Regisseur David O. Russell. Ja, auch Mark Wahlberg machte aus seiner im Vergleich zu Bale recht flachen Rolle verdammt viel. Dennoch ist vom Film irgendwie wenig hängen geblieben. Er ist ein astreines Sportdrama, das eher ein Familien- und Charakterdrama ist, aber andere Filme blieben länger und lebendiger im Gedächtnis. Ich habe aber auch noch nicht genug vergessen, um zu ignorieren, wie großartig das Erlebnis ist. Ich habe nicht vergessen, wie geschickt der Hintergrund von Bales Charakter eingebunden wurde, wie emotional dessen Reaktionen auf des Bruders Erfolg oder Misserfolg sind. Wie packend und realistisch die Kämpfe sind, obwohl das eigentliche Interesse bei den Figuren außerhalb des Rings liegt. Und dort atmet der Film Indie-Flair, gibt sich grimmig und rau, mit frecher „street credibility“ in der Ausdrucksweise. Das bleibt schon hängen und hebt den Film weit über die absolute Mehrheit sonstiger kitschiger und all zu formelhafter Sportsdramen.

#10#

10. Die Liebesfälscher - Copie Conforme (von Abbas Kiarostami)
Hätte ein von mir geschätzter englischer Kritiker diesen Film nicht letztes Jahr schon auf seiner Top 10 Liste auf Platz 3 gehabt, wäre er wahrscheinlich komplett an mir vorbei gegangen und frühestens bei der TV-Ausstrahlung geguckt worden. Manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden und manchmal sind Filmtipps wirklich, wirklich nützlich. Auf dem Papier liest sich die beinahe-Romanze von Juliette Binoche und William Shimell auch relativ unspektakulär. Auf dem Papier ist schwer zu beschreiben, wie aus einer scheinbar zufälligen Begegnung zweier vermeintlich Fremder ein dialogintensiver Bummel-Tag in der Toskana wird, wo die beiden Fremden plötzlich einen Streit nach mehreren Jahren Ehe haben. Klingt verrückt und ist ungeheuer effektiv, wie Gefühle, Bedeutung von Gesten und Beziehungsgeflechte auf den Kopf gestellt werden. Ist es nur ein Spiel, ein Blick in die Zukunft, eine Beziehungstheorie? Traum? Wahrheit? Fiktion? Was auch immer es ist, es macht verdammt viel Spaß und bietet gleichermaßen viel für Herz und Verstand. >KRITIK.

#09#
 

09. Tyrannosaur: Eine Liebesgeschichte - Tyrannosaur (von Paddy Considine)
Ein Internetblog stellte letztes Jahr die 100 interessantesten Filme für 2011 vor und erwähnte irgendwo zwischen Platz 80 und 50 (oder so) das Regie-Debüt von Paddy Considine. Ich fiel fast vom Stuhl. Paddy Considine als Regisseur? Und er macht einen Film, der „Tyrannosaur“ heißt? Mehr als ein Minimalplot (ein Mann mit Aggressionsproblemen trifft eine Frau in Nöten) war damals nicht bekannt. Der Film stand dennoch prompt unter Beobachtung, gefiel einigen Leuten auf Festivals und kam dann erfreulicherweise schon relativ zeitnah tatsächlich in die deutschen Kinos. Die vielleicht positivste Überraschung des deutschen Terminkalenders 2011. Grimmige Sozialdramen haben auf der Insel eine lange Tradition und dieser wird Considine voll gerecht. Er setzt eine Hand voll faszinierender Figuren aufeinander an, von denen keine auch nur im Entferntesten als eindimensional zu bezeichnen ist. Sympathien, Mitleid und Abscheu wechseln sich hier zusehends ab, während der Film nicht nur berührt, sondern auch interessante Themen beinhaltet. Der Bärenanteil gehört aber auch hier den Darstellern, ganz besonders Olivia Colman und Peter Mullan. >KRITIK.

#08#
 

08. Die Haut in der ich wohne - La piel que habito (von Pedro Almodóvar)
Als Fan von Pedro Almodóvar ist jeder neue Film natürlich irgendwie Pflicht. „Zerrissene Umarmungen“ hatte ich seinerzeit aber wissentlich an mir vorbeiziehen lassen, weil es wie ein Selbstzitat klang. Das konnte man von diesem Film sicher nicht sagen. Almodóvar macht einen Thriller, angeblich brutal und böse. In erster Linie aber treibt der Spanier sein perverses und hintersinniges Spiel mit dem Zuschauer. Aus einer wahrscheinlich (reine Spekulation) eher trashigen Romanvorlage macht er einen formvollendet durchstilisierten (Alb-)Traum, der die Wahrnehmung des Zuschauers gehörig durcheinander wirbeln kann. Antonio Banderas ist als brodelnder Unruheherd wohl einfach mal wieder froh, in einem guten Film zu sein. Sein Gegenüber, Elena Anaya, überzeugt noch mehr, spielt sogar gegen das visuelle Zelebrieren ihres Körpers an. Tolle Musik, grandios ausgestattet und wunderbar eingefangen – aber das erwartet man von Almodóvar auch. Das Faszinierende dieses Films ist sein Inhalt und über den sollte man nicht zu viel wissen, egal wie früh man womöglich des Rätsels Lösung erblickt. Der Film ist ja auch kein Rätsel, sondern eine ___. >KRITIK.

#07#
 

07. The Tree of Life (von Terrence Malick)
Der umwerfendste Widerspruch der letzten 15 Jahre. Meine Erwartungen waren exorbitant außer Kontrolle geraten, der Trailer allein war ein intensiveres Erlebnis, als die meisten Filme und ganz nebenbei war alles, was Terrence Malick zuvor gemacht hat, mindestens „sehr gut“, wenn nicht gar ein Meisterwerk. Und würde man die esoterisch-verkünstelte, mit plattem Symbolismus überladene Rahmenhandlung mit Sean Penn herausnehmen, wäre „The Tree of Life“ ein ganz heißer Anwärter auf den Platz an der Sonne auf dieser Liste. Der Hauptteil, die Geschichte eines Jungen, der im Anbruch seiner Adoleszenz seine Eltern beobachtet und beurteilt, insbesondere mit dem strengen Vater im Clinch liegt, ist phasenweise das Beste, was es 2011 im Kino zu sehen gab. Außerdem hat mich kaum ein Film überhaupt je so lange nach dem ersten Sehen beschäftigt, wie dieser. Einige Momente haben sich für immer in mein cineastisches Gedächtnis eingebrannt und auch wenn nicht alles funktioniert, bin ich gerne bereit, künstlerische Ambitionen zu honorieren und das Gefühl beim Sehen höher zu bewerten, als die nüchterne Rückbetrachtung. Denn dieser Film verschließt sich beinahe explizit gegen das nüchterne, gegen das vernunftbetonte Sehen. >KRITIK.

#06#
 

06. Wer ist Hanna? - Hanna (von Joe Wright)
Ungewöhnliches Genrekino. Regisseur Joe Wright hat sich mal davon lösen können, aufwendig inszenierte Epen (die noch so gut sein können wie Abbitte/Atonement) oder berechnende Dramen mit Oscar-Anbiederung zu inszenieren. Sein Ausflug ins Genrefach ist einer von gleich mehreren Beiträgen, die zeigten, dass der Genrefilm von kreativen Regisseuren nur gewinnen kann. Mit Märchenmotiven durchzogen entspinnt sich ein Jugenddrama als Agenten- und Actionthriller. Nur all das halt nicht so, wie man das gewohnt ist. Saoirse Ronan hat eine unglaubliche Präsenz und in den Actionszenen eine glaubwürdige Physis, dass es nie unglaubwürdig wird, wie sie die gestandenen Kerls zu Boden schickt. Und Joe Wright inszeniert den Film mit Geduld, überlegten Actionszenen und einer genüsslich ausgearbeiteten Märchen-Symbolik, die im grandiosen Finale ihren Höhepunkt in einem stillgelegten Freizeitpark in Berlin findet. Ach ja, und die Chemical Brothers knuspern sich einen Soundtrack vom Feinsten! >KRITIK.

#05#
 

05. Attack the Block (von Joe Cornish)
Big gorilla-wolf-motherf***ers! Das sahen nicht alle so, aber für meinen Geschmack ist Joe Cornishs Kitchen-Sink-Alien-Invasion auf dem besten Weg zum Kultfilm. Wir haben ein super-cooles und originelles Alien-Design, das zwar keine Charakterisierung zulässt, aber dafür umso besser wirkt. Wir haben eine zeitlich und räumlich begrenzte Handlung, durch die Joe Cornish mit fantastischer Übersicht führt. Wir haben fetzig inszenierte, fast durchgehend rasante Action, dazu pfiffige Dialoge und sympathische, coole Figuren, die viel mehr hergeben, als man zunächst denkt. Ein donnernder Electro-Hip-Hop Soundtrack hält den temporeichen und mordsunterhaltsamen Schabernack stets im Fluss und so ganz nebenbei hat die Alien-Keilerei auch noch tatsächliche soziopolitische Relevanz. Eine großartige Mischung und ein riesen Spaß. Und ehrlich: Besser als „Fish Tank“ trifft „Predator“ kann ich es nicht sagen. >KRITIK.

#04#

04. Winter's Bone (von Debra Granik)
Zunächst klang es „nur“ wie ein etwas besseres Indie-Drama, mit einer starken weiblichen Hauptrolle. Als der Film nach Deutschland kam, wurde er in Übersee schon über ein Jahr lang in den höchsten Tönen gelobt und fuhr als kleiner Independent-Film vier Oscar-Nominierungen ein. „Winter’s Bone“ führt uns in eine Welt, die schon irgendwie unsere Welt ist, in der aber andere Gesetze herrschen. Die Menschen, denen Ree bei der Suche und den Nachforschungen zum Verschwinden ihres Vaters begegnet, sind so rau, ungemütlich und undurchsichtig wie die Landschaften. Jennifer Lawrence gibt eine kraftvolle Hauptrolle ab, die den gesamten Film jederzeit stabil hält. Intensive Nebenfiguren, von denen John Hawkes die wohl markanteste bildet, beleben diesen düsteren, spannenden Thriller. Viele großartige Szenen, eine beinharte Atmosphäre und reichhaltige Themen, die den Film auch bei mehrfachem Sehen interessant halten.

#03#
 

03. Planet der Affen: Prevolution - Rise of the Planet of the Apes (von Rupert Wyatt) 
Hat das irgendwer kommen sehen? Ich jedenfalls nicht. Dass ein Virenlabor mit eingesperrten Tieren nur normale Glasscheiben hat… na ja. Dass ein erkrankter Mitarbeiter in diesem Labor nicht näher untersucht wird… okay. Dass sich das Militär gegen Ende nicht übermäßig professionell anstellt… tja, wann tut es das schon mal? Alles egal. Auch die etwas unterkühlte menschliche Komponente zwischen James Franco und Freida Pinto ist ein Makel. Dafür reißt es der Restfilm umso mehr heraus. Mit mehr über-epischen Gänsehautmomenten, als man zählen kann, erinnerte der Film daran, dass auch Blockbuster-Kino über emotionale Involvierung zu funktionieren hat. Und das vermag der Film, vermag insbesondere Andy Serkis als Caesar, der alle zehn Minuten irgendwas macht, dass es einem die Kinnlade zu Boden reißt. >KRITIK.

#02#
 

02. Drive (von Nicolas Winding Refn)
Der Film startet offiziell Ende Januar. Da ich ihn schon sehen durfte, sage ich es jetzt klar und deutlich: Schaut euch diesen Film an! Als ein Film namens „Drive“ angekündigt wurde, wo es um einen Stuntman/Fluchtfahrer ging, interessierte mich das null. Als Nicolas Winding Refn, Ryan Gosling und Carey Mulligan dabei waren, war ich irritiert. Als der Film in Cannes lief und sogar den Regie-Preis gewann, konnte ich es immer noch nicht einordnen. Vielleicht kann man das auch gar nicht. Fest steht nur eins: Cooler wird’s nicht. Die Musik, die Klamotten, das Feeling, Albert Brooks Ausbrüche, die Fahr-Szenen und Ryan Gosling, der das alles lebt und atmet. Ryan Gosling, Mister Cool in Person. Um das noch mal zu betonen: „Drive“ ist kein Actionfilm. Wer „Fast & Furious“ mag, wird nicht zwangsläufig auch diesen mögen. Nicolas Winding Refn zimmert sich einen Auto-Film als Charakterdrama, irgendwo zwischen 80er Hommage, Retro und subtil stilisierter Post-Moderne. Aber in erster Linie einfach saucool. >KRITIK.

#01#

01. Another Year (von Mike Leigh)
Mike Leighs vermeintlicher Rentnerfilm ist vielleicht auch genau das, ein Rentnerfilm. Ein Ehepaar jenseits der 60 blickt auf das eigene Leben und das ihrer Mitmenschen. In der Hand von Mike Leigh wird daraus der emotionalste, menschlichste und vielleicht auch berührendste Film des Jahres. Insbesondere Lesley Manville spielt hier eine Rolle, an der sich eigentlich die folgenden Generationen zu messen hätten. Wunderbar arrangiert, mal humorvoll, mal bitter, meist einfach nur menschlich. Menschen und ihre Leben, ihre Lieben, ihre Laster. Nicht viele Regisseure schaffen es, das vermeintlich Banale derart ergreifend und authentisch einzufangen. Mike Leigh ist einer davon und einer der besten. >KRITIK.

Jap. Das sind die 15 besten Kinostarts, die es in Deutschland 2011 gab (mit der einen "Drive" Ausnahme). Weil aber nicht alle Filme das Licht der Leinwand erleben dürfen, hier noch ein Extra-Schmankerl: 

#Honorable-DVD-Release-Mention des Jahres#

#Dogtooth - Kynodontas (von Yorgos Lanthimos)
Cannes 2010 brachte dieses surreale, hintersinnig fiese Familienidyll, aus dem Filmland schlechthin (Griechenland, falls das noch nicht bekannt war^^) hervor. Damals wurde der von ein paar Leuten schon recht gut besprochen und der irre Trailer tat sein Übriges, um mich neugierig zu machen. Und als dieses provokante Ungetüm von einem Film, mit absonderlich (und doch zutreffend) behandelten Themen wie Kindererziehung, Sex, Gewalt und Inzest, tatsächlich für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert wurde, musste ich ihn sehen. Im UK gab es ihn schon längst auf DVD, also wurde er gekauft. Ein paar Monate später kam dann auch die kinolose direkt-auf-DVD-Veröffentlichung in Deutschland, auf die (und den Film natürlich) hiermit noch mal aufmerksam gemacht werden soll. Für ein aufgeschlossenes, experimentierfreudiges Publikum definitiv einen Blick wert. >KRITIK.

#Und mehr...#

#Sonst noch gute Filme:
Geschmacksabhängig mag man da jetzt ein paar „gaaaanz ganz wichtige“ Filme vermissen. Ich selbst hätte „Rango“ zum Beispiel gerne noch mit aufgenommen. Als bester Animationsfilm des Jahres hat es mich selbst überrascht, dieses Jahr nicht einen animierten Film dabei zu haben, wo doch unter den 12 Titeln des letzten Jahres gleich drei animierte dabei waren. Es hat letztendlich nicht gereicht. Ich habe abgewägt, im Speziellen zwischen „Rango“ und „Melancholia“, aber Von Triers Weltende hat trotz Macken das Rennen gemacht, während die etwas dünne zweite Hälfte von „Rango“ rückblickend deutlich negativer wirkte. Der Gesamtfilm ist aber dennoch lohnenswert. Schrill, verrückt, unterhaltsam und – sollte sonst nichts funktionieren – animationstechnisch eine Augenweide. Das „True Grit“ Remake der Coens ist ein astreiner Western, „Jane Eyre“ eine betörend schöne Verfilmung des Roman-Klassikers, und „X-Men: First Class“ wäre ein grandioser Reboot, wenn er sich klar bekennen würde ein solcher zu sein. Roman Polanskis „Der Gott des Gemetzels“ ist die nette Verfilmung eines mit tollen Dialogen gespickten Theaterstücks,
„Crazy Stupid Love“ eine der besseren RomComs der letzten Jahre, „Mission Impossible: Phantom Protokoll“ dafür der witzigste und unterhaltsamste Teil der M:I-Reihe. Der Oscar-Gewinner „The King’s Speech“ ist mal wieder „nur“ ganz gut, aber kein Meisterwerk, ebenso wie der letzte Potter nur zufriedenstellend, aber nicht herausragend (trotz 3D, höhö!) war. Was noch? Steven Spielberg schwankt bei „Tim und Struppi“ zwischen Genialität und Fehlerhaftigkeit und wer mal leicht, mal deutlich märchenhafte und doch gelungene Filme zum Thema soziale Un-/Gerechtigkeit sehen will, wird bei „The Help“ oder „Le Havre“ gleich doppelt fündig. 

Die einzigen Filme, die ich dieses Jahr verpasst habe und denen ich Chancen einrechne, zumindest meine Top 15 zu knacken, wären das viel umjubelte iranische Trennungsdrama „Nader und Simin: Eine Trennung“, „How I ended this Summer“, Miranda Julys „The Future“ und das extrem über den grünen Klee gelobte Drama „Weekend“. Vielleicht schlummern aber natürlich noch richtige Geheimtipps unter den Filmen, die 2011 zu bieten hatte. Denn wer weiß, ob „Rubbeldiekatz“ für mich nicht vielleicht das Meisterwerk schlechthin ist. Unwahrscheinlich… seeeehr unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Möglichweise aber bleiben mir manche dieser Geheimtipps auch auf ewig verborgen. Unentdeckten Schrott wird es wahrscheinlich noch wesentlich häufiger geben, da ich wie gewohnt einem Großteil der Rohrkrepierer im Kino aus dem Weg gehen konnte. Die Flop-Liste muss man sich also um einige Kandidaten erweitert denken. 


 #Miese Filme:
(Ein Champion und seine Untertanen:)


#Sucker Punch (von Zack Snyder):
Ein ärgerlich schlechter Film und gleichzeitig die mit Abstand größte Enttäuschung des Jahres. Ich hatte mir den ultimativen Fun-Film gewünscht. Ein durch und durch irres, oberflächliches und saumäßig unterhaltsames Nostalgie-Gefährt, das mehr noch als „G.I. Joe“ das innere Kind (hier den inneren Frischpubertierenden) befüttert, auf dass er sabbernd aus dem Kinosaal torkelt. Zack Snyder wollte das nicht. Okay, seine Entscheidung. Er wollte mindestens zu gleichen Teilen einen unterhaltsamen Fun-Fantasy-Actioner und ein düsteres Charakterdrama, rund um das schmerzhaft schlimme Schicksal junger Frauen, die in einer Irrenanstalt misshandelt, ausgebeutet und hirntot gemacht werden. Ist schon auf dem Papier eine eigenwillige Mischung, aber wenn man Snyder eine Sache positiv anrechnen will, dann, dass er Neues wagt und Ambitionen hat. Die bin ich für gewöhnlich auch gerne bereit zu honorieren, aber dann muss wenigstens irgendwas im Film funktionieren. Da sieht es aber leider erschreckend düster aus. Das vermeintliche Drama ist inhaltlich „Leidende Frauen“ Klischee-Brei vom Wühltisch, das kombiniert mit den Traumausflügen und dem dämlichen Ende unglücklicherweise nur dadurch bewegt, dass es auf die Testikel geht. Die als Befreiung gedachte Tanzerei macht null Sinn, die Träumerei noch weniger und was dort passiert bringt uns weder die Figuren näher, noch hat es irgendwie Symbolcharakter für das, was in der Realität passiert. Zusätzlich läuft das in der Fantasy-Welt leider zu oft gleich und vorhersehbar ab, ganz abgesehen davon, dass die visuell eigentlich extravaganten Actionszenen zu Tode langweilen, weil unsere knapp bekleideten Mädels fast nie in Gefahr geraten und fast generell nichts fühlen. „Sucker Punch“ vollbringt das eigenartige Kunststück, so sexistisch wie feministisch zu sein, ohne irgendeinen Ansatz klar zu Ende zu denken oder zu führen. Dann noch ein grauenhaft aufdringlicher Umgang mit Musik und bisweilen furchtbar schlechte Schauspielleistungen und fertig ist ein Katastrophenfilm. >KRITIK.


#Footloose (von Craig Brewer)
Ist das zu streng? Darf man einem Remake vorhalten, dass es antiquiert und rückständig ist? Ich finde schon, trifft es doch einen Teil der Remake-Idiotie recht genau auf den Kopf. Wenn man nett ist, darf erwähnt werden, dass die Darsteller einigermaßen okay und sympathisch sind und dass einige Tanz-Szenen recht flott daher kommen, auch wenn vieles ans Original erinnert. Problematisch wird’s bei allem, was irgendwie mit dem konkreten Inhalt zu tun hat. Einfallslos kopiert, nicht nachgedacht und einfach mal durchgezogen. Klamotten, Musik, Autos, Dialoge – alles noch beinahe komplett wie aus den 80ern und damit wird das „Footloose“ Remake absolut unwichtig, weil es vielleicht in Takatukaland spielt, aber ganz sicher nicht in den USA des 21. Jahrhunderts. >KRITIK.

#Bad Teacher (von Jake Kasdan)
Wo soll man nur anfangen? Vielleicht beim Humor. Wenn man sagt, man konnte in einer Komödie annähernd gar nicht lachen, dürfte das als Argument doch einleuchten. Der Film besteht fast ausschließlich aus dem kläglichen Eindruck, dass es (hihihi) witzig ist, wenn eine Frau, die noch dazu Lehrerin ist, pausenlos „fuck“ sagt. Ein Brüller über 90 Minuten. Ich schmeiß mich weg. Aus dem Fenster. Wie oft Cameron Diaz mit dieser tendenziell soziopathischen Nummer witzig ist, kann man an einer Hand abzählen. So was wie „Bad Santa“ wollte man sein, aber Misses Lehrerin ist hier ein derart verabscheuungswürdiges Wrack, dass es schmerzt. Und nervt. Man erwartet von uns, Sympathie zu dieser moralisch abartigen, ungerechten, verantwortungslosen und uneinsichtigen Lehrer-Monster Person zu haben, während die etwas übermotivierte, aber eigentlich nette Kollegin Lucy Punch als Antagonistin verkauft wird, die am Ende (Spoiler) als Verliererin ihren gerechten Lohn erhält. Ernsthaft? Habe ich was verpasst? War das irgendwie eine zynische Sozial-Satire? „Election 2“? Und wer dieses Sympathie-Problem nicht hat, soll mir mal erklären, wie Gewalt gegen Schüler, das Zerstören fremder Beziehung und der generelle Unterrichtsstil denn bitteschön witzig oder gar sympathisch sein soll? Von der völlig bescheuerten Sex-Szene in Klamotten (inklusive Abschuss) mal ganz zu schweigen. Ätzendste Kömodie des Jahres.

#Hereafter (von Clint Eastwood)
Ja, auch ein Gigant wie Clint Eastwood liefert mal stinkenden Bockmist in Filmform ab. „Hereafter“ ist kein sonderlich ärgerlicher Film, sondern einfach nur völlig öde, klebrig, zerfahren und belanglos, obwohl er sich mit viel Trara um die ganz großen Themen dreht. Im Prinzip sagt Eastwood gar nichts über das Jenseits aus, abgesehen davon, dass die Toten uns beobachten und darauf warten, uns dort wiederzusehen. Und wir Lebenden sollen solange den Kopf hoch halten. Alter Falter. Einen derart trivialen Sentimentalitätsschmarren erwartet man sonst nur in Nachmittagsfilmchen im TV oder in den einschlägigen Illustrierten mit den Frauennamen. Auch inszenatorisch reißt Eastwood gar nichts. Die Flutwelle sieht blöde aus, das Jenseits ebenso und ansonsten spult er nur monoton nach und nach die absolut chronologischen Stücke der drei Episoden ab, die irgendwann natürlich vereint werden und dann noch immer keinen irgendwie interessanten Effekt erzielen. Wenn Bryce Dallas Howard Matt Damon in seiner Wohnung besucht, wird es für fünf Minuten interessant. Der Rest ist belanglos, oder – wie beim abartigen kitschigen Schluss – nervig.

#Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten - PotC: On Stranger Tides (von Rob Marshall)
Teil 2 und 3 der Piraten-Saga waren ja weiß Gott keine Meisterwerke, aber immerhin bekam man was geboten. Hier herrschen Inhaltsleere und Belanglosigkeit vor. Plötzlich ist alles auf Sparrow zentriert, der aber auch schon mal witzigere Sachen gemacht oder gesagt hat und hier ansonsten null Interesse an gar nichts hat. Die Quelle tangiert ihn kaum, Penelope Cruz ist eher lästig, Blackbeard will man eh aus dem Weg gehen, Hinkebein Barbossa mischt irgendwie auch mit – wozu also noch Sparrow dabei? Was will er da im Chaos? Er wird gelenkt und weiß selbst (und mit ihm Depp) wie fehl am Platz er ist. Das vermeintliche Abenteuer ist im Prinzip ein Witz, nur endlos in die Länge gezogen. Die Meerjungfrauen sind kurz mal interessant, dann aber kaum noch wichtig. Die Liebesgeschichte(n) bringen nichts, es gibt kein Spektakel und zu allem Überfluss ist der angeblich ultra gefährliche Blackbeard eine ultra langweilige Trantüte, dessen Fähigkeit so lachhaft limitiert sind, wie sein Wille, sie einzusetzen.

#Enttäuschungen#
 

The Three Musketeers 3D (Die Drei Musketiere 3D) 
Okay. Genau genommen war ich sogar positiv überrascht, weil ich fest damit gerechnet hatte, Rotz zu bekommen, aber irgendwie doch hier und da Spaß an der Sache hatte. Irgendwo in diesem Rückblick wollte ich aber noch mal aufgreifen, warum dieser Film beinahe alles verkörpert, was am modernen Unterhaltungskino so stinkt. Machen wir uns nichts vor, mit der literarischen Vorlage hat dieser Mantel, Degen und Luftschiff Schmarren nur noch ein paar Namen gemein. Das ist auch gar nicht das Problem. Problematisch ist es, dass scheinbar keine groß budgetierten Massenunterhaltungsfilme mehr gemacht werden, ohne eine auf biegen und brechen in das vorgeschnürte Paket gepresste Vorlage. Ein Problem ist die Handhabe der vermeintlichen Hauptfiguren, ist die Opferung nachvollziehbarer Figuren und Handlungen für sinnbefreites Spektakel. Ein Problem ist die Verschleuderung von finanziellem und menschlichem Potential, wenn letztendlich nichts bei rum kommt, was man nicht schon gesehen hat oder gar nicht erst sehen will. Oberflächlich unterhaltsam mitunter schon, aber eigentlich auch neben „Transformers“ die Ausgeburt des Hollywood-Höllenschlundes schlechthin.

Cowboys & Aliens:
 
Um es kurz zu machen: Der Film nimmt sich zu ernst und ist langweilig. Ende. Das trifft es eigentlich wirklich. Der Film ist nicht halb so selbstironisch, so albern, witzig oder gar aufregend, wie es Konzept und Titel versprechen. Die Figuren sind flach, die eigentliche Story banal, das Alien-Design unoriginell und die Actionszenen qualitativ und quantitativ unbefriedigend. >KRITIK.

John Carpenter's The Ward:
 
Niemand hat ernsthaft erwartet, John Carpenter könnte nach einigen faulen Jahren mit einem Fingerschnippen an die Qualität seiner früheren Meisterwerke anknüpfen. Dass er sich aber ausgerechnet so ein schrottiges Drehbuch für sein Kino-Comeback ausgesucht hat, ist ärgerlich. Spätestens das Ende, die Auflösung und der Twist überstrahlen beinahe komplett, dass Carpenter den dämlichen und unfreiwillig komischen Anstalts-Slasher noch weitgehend zusammen hält. Aber auch ihm fällt scheinbar nicht auf, wie unglaubwürdig und semi-pornös die Situation in der Anstalt geschildert ist, wie unlogisch der Film bei der Rückbetrachtung wirkt und wie wenig Spaß die Kiste macht, sobald man weiß, wie der Hase läuft.

Green Lantern:
 
Ohne sonderlich viel von den Comics zu kennen, aber auch einem Anfänger fällt auf, dass das Green Lantern Universum gewaltiges Potential hat. Daran kratzt der Film immer mal wieder, zeigt die Weltraumpolizei, dessen weitreichende Geschichte, deutet die Macht der Ringe an, bietet ein klassisches Helden-Origin Szenario und spielt direkt mit drei Schurken, von denen mindestens zwei (Paralax und Sinestro) in einem besseren Film absolut gigantisch sein könnten. Für einen Entstehungsfilm war das alles aber schlicht zu viel, dass auch nur irgendwas richtig funktionieren könnte. Und weil das an Verfehlungen noch nicht reicht, albert man mit urigen Effekten und Designs herum, langweilt mit einer unglaubwürdigen Love-Story und suhlt sich in idiotischem Schabernack, dessen Höhepunkt die bekloppte Rennbahn-Rettungsaktion ist. Und die Maske ist Mist. Ganz klar.

Brautalarm - Bridesmaids:
 
„Hangover“ für Frauen. Oder so. Nur leider nicht halb so witzig, dafür überlang und mit zu vielen unwichtigen, idiotischen oder unglaubwürdigen Figuren bevölkert. Kristen Wiig ist als schrille Schreckschraube vielleicht ja sogar irgendwie bewundernswert und Melissa McCarthy hat unbestreitbar Spielfreude, aber ganz nebenbei gibt es einfach zu viele nervige oder sinnlose Szenen. Und die gelungenen Gags werden zu oft einfach mal endlos in die Länge gezogen. Da war mehr drin, wenn man der Frauenwelt mal eine Dirty Comedy spendieren wollte. >KRITIK.

Scream 4:
 
Ein vierter Teil war schon von Anfang an unnötig, aber mit der längeren Pause und der veränderten Gesellschaft im Zeitalter von Saw, Smartphones und Internet, war durchaus was möglich. Stattdessen karrte man schreckliche neue Teen-Figuren an, die nur noch nervige Parodien sind, während die alten Hasen wie Falschgeld durch einen ihnen fremd gewordenen Film wanken. Das ist nicht witzig, nicht spannend, nicht clever genug, obwohl das Ende ein Knaller hätte sein können. Aber auch das verbaut sich das hysterische Script. Schade. >KRITIK.

Alles, was wir geben mussten (Never let me go):
 
Eigentlich ein ganz anständiger Film, aber letztendlich doch eine Enttäuschung. Nicht nur die Romanvorlage zeigt, wie viel mehr aus der Grundidee und den Figuren zu holen war. Besonders an Emotionen mangelt es bis zum Schlussakt recht auffällig, weil – wie so oft bei Adaptionen – zu schnell durch die grundlegenden Szenen gesprungen wird, aus denen die späteren Szenen ihre Wirkung erzielen. >KRITIK.

Eine dunkle Begierde (A Dangerous Method):
 
Ebenfalls kein wirklich schlechter Film, aber ein bisschen mehr wäre beim neuen Cronenberg schon möglich gewesen. Hüftsteif und zahm führt er durch ein zu redseliges Duell aus interessanten Theorien in wenig aufregenden Dialogen. Nicht schlecht gespielt, aber insbesondere die beiden männlichen Hauptfiguren sind so darauf bedacht, andere zu analysieren und nichts von sich nach außen dringen zu lassen, dass oft auch wirklich nichts nach außen dringt. >KRITIK.



#Gelistete Besonderheiten:
- Miesestes 3D: Thor 
- Unnötigstes 3D: Green Hornet 
- Bestes 3D: Pina 
Bestes 3D in einem beschissenen Film: Sanctum 
- Nützlichstes 3D: „Transformers: Dark of the Moon“, weil es Michael Bay zu Ruhe, Übersicht und bewusster Protzerei brachte, was Ausnahmsweise mal gut war. 
- Überpräsenteste Rubrik dieses Rückblicks: 3D 
- Miesester deutscher Titel des Jahres
    o Planet der Affen: Prevolution (Rise of the Planet of the Apes)
    o Wer ist Hanna? (Hanna. - Klingt blöd, auch wenns im Film nicht ungeschickt präsentiert war.) 
    o Meine erfundene Frau („Just go with it“ – Seriously?)
    o Dickste Freunde („The Dilemma“) 
- Score des Jahres: 1. "Tron: Legacy" | dann... "Hanna" | "Perfect Sense" | "Die Haut, in der ich wohne" | "Drive" 
- Design-Fetisch Film des Jahres: Tron: Legacy 
- Gesehen und wieder vergessen des Jahres: Ohne Limit 
- Unkritisierbar des Jahres: New Kids Turbo 
- Ertragreichster filmischer Beleidigungskatalog des Jahres: New Kids Turbo, Fickschnitzel!! 
- Computerrotzklotz des Jahres: Paralax, „Green Lantern“ 
- Peinlichkeit des Jahres: John Malkovich, „Transformers 3“ 
- Talentverschwendung des Jahres: Karin Dreijer macht Musik im öden 0815 Twilight- Trittbrettfahrer „Red Riding Hood“. 
- „Wollt ihr mich verarschen“ oder „Seid ihr eigentlich total bescheuert“ des Jahres: Green Lantern bastelt sich eine Carrera-Rennbahn, um den Tag zu retten. Fail! (Oder eigentlich ‚New Kids Turbo’ von Anfang bis Ende, aber das war oft wieder so bescheuert, dass es gut war. Irgendwie. ) 
- Cameo des Jahres: Daft Punk, „Tron: Legacy“ und ‚eine gewisse Person’, „X-Men: First Class“ 
- Mindfuck des Jahres: Die Haut, in der ich wohne 
- WTF-Lol des Jahres: Alan Tudyk greift in „Transformers 3“ urplötzlich zur Waffe 
- WTF-Überraschung des Jahres: Christina Hendricks schaut im Bad in den Spiegel, "Drive"
- Haar-Fail des Jahres: Orlando Bloom, „The 3D Musketeers” 
- Haar-Win des Jahres: Tom Cruise, „Mission Impossible 4“ Gerne auch bezeichnet als „3 Wetter Taft: Der Film“, denn Cruises Power-Mähne ist nach jedem Szenenwechsel reif fürs Fotoshooting. 
- Männer-Cosplay Outfit des Jahres: Der Driver aus „Drive“. 
- Frauen-Cosplay Outfit des Jahres: Sweet Pea (Abbie Cornish) aus „Sucker Punch“. Da der Film aber „nicht so gut“ war, lieber Elena Anaya aus „Die Haut in der ich wohne“ oder Quorra (Olivia Wilde) aus „Tron: Legacy“. ^___^ 
- Sinnloseste Film-Anekdote des Jahres: Salvador Dalí (Adrien Brody) und sein Rhinozeros („Midnight in Paris“) 
- Filmtechnik-Meisterstück des Jahres: Emmanuel Lubezkis Kamera in „The Tree of Life“ – purer God-Mode. 
- Musik-Moment des Jahres: (d.h. eine Szene mit vorher existierender Source Music) „Tree of Life“ besteht fast ausschließlich aus solchen Momenten, aber abgesehen davon fällt mir das „You and Me“ Stück aus „Blue Valentine“ ein. Und natürlich Kavinsky, Desire und College in „Drive“. 
- Jahr des Jahres: 2011

#Schlechteste Poster des Jahres: (für einen Film dieses Jahres)
Nach Möglichkeit wurden nur offizielle Poster in die Auswahl mit aufgenommen und dann auch solche, die im Herstellungsland bekannt sind. Daher scheidet das grausame deutsche Poster zu „The Tree of Life“ aus, das den Film wie „Aus der Mitte entspringt ein Fluss 2“ wirken lässt. Und solche Sachen wie „Alvin und die Chipmunks“ oder der neueste „Big Momma“ haben ja darunter zu leiden, dass das Poster nur beschissen sein kann, wenn es die Hauptfiguren drauf hat. Und Gwyneth Paltrow kann sich dafür bedanken, dass diese 325 verschiedenen Charakter-Poster, die einige Filme heutzutage erhalten, ebenfalls durchs Rost fallen. Denn irgendwer, der bei der PR zu „Contagion“ was zu sagen hatte, kann die Gute ganz offensichtlich nicht ausstehen. Deswegen hier mal andere Verfehlungen:

The Adjustment Bureau (Der Plan): Langweilig, mit mieser pseudo „Sin City“ Farbgebung. Öde Schrift, alberner Hintergrund. Wie man ein Poster trotz anwesender Emily Blunt versauen kann, sieht man hier 
Arthur: Russell Brand nimmt für sein Hauptrollenvehikel unsympathisch zähneknirschend zur Kenntnis, dass Jennifer Garner selbst beim keine-Lust-Haben keine Lust hat, dass Greta Gerwig sich fragt, was zur Hölle sie hier macht, und dass Helen Mirren Jessica Albas Stirn aus „FF2“ trägt.
Straw Dogs: Weckt früh den Verdacht, dass die Macher des Remakes das Original nicht verstanden haben. Blind kopiert und direkt versaut, sobald eigene Ideen ins Spiel kamen) 
The Ward: RTL Film des Monats? In erster Linie einfach nur generisch, aber spätestens beim Titeldesign fällt auf, wie ranzig und billig dieser Poster-Käse ist.  
X-Men: First Class: Charles ist schwanger mit sich selbst? Miese Idee, amateurhaft ungesetzt

Und die Designer des Posters für „No strings attached“ (Freundschaft plus) sollten sich mal fragen, warum ihr Poster im Vergleich zu inhaltlich ähnlichen Konkurrenz von „Love & other Drugs” oder „Friends with Benefits“, so zahm, spießig und vollkommen öde ist. Die anderen beiden zeigen, wie man mit einfachen Mitteln ein bisschen Würze in die Materie der im Film behandelten Beziehungskisten bringen kann. 
 
#Beste Poster des Jahres:
Dass es auch besser geht, beweisen diese Poster:
Captain America: Schlagt mich, aber ich finds äußerst schick! Kraftvoll, ikonisch, farblich gelungen. Astrein.
Green Hornet: Nette Idee, passt zum Film, subtile Motivpräsentation – stilvoll.
Scream 4: So ähnlich hat es das in der Geschichte des Horrorfilms schon gegeben (z.B. „Halloween“), aber dies ist dennoch außerordentlich pfiffig und wirkungsvoll gemacht.) 
Die Lincoln-Verschwörung: Der Spruch ist ein bisschen schief, aber das Poster, mit der lädierten Statue vom Lincoln Memorial ist ein Volltreffer und unterstreicht subtil das Anliegen des Films.
Don’t be afraid of the Dark: Klassisches Horrorposter. Stilvoll und effektiv, mit einer absolute gelungenen Farbgestaltung, die im Bezug zum Titel den Nagel auf dem Kopf trifft.
The Ides of March: „Persona” im Posterformat. Erstaunlich effektiv, passt zum Film und regt dazu an, mindestens einen Moment länger hinzuschauen.) 

Der nächstes Jahr anlaufende Drive zelebriert ganz naheliegend die unverschämte Coolness von Ryan Gosling. o Aber der Gewinner des nächsten Jahres steht schon fest: „Shame“  

#Weitere Listen:
- Trailer des Jahres
Blue Valentine  |  The Tree of Life  |  und der im Januar '12 anlaufende 'Girl with a Dragon Tattoo'
- Miesester Trailer des Jahres: (wird auch nicht verlinkt. The horror, the horror...)
Homies 

#Personen:
- Darsteller und Nebendarsteller des Jahres
    o Peter Mullan, Tyrannosaur | Ryan Gosling, Blue Valentine & Drive | Hunter MacKracken, The Tree of Life | Paul Giamatti, Barney’s Version | Mark Wahlberg, The Fighter 
    o Christian Bale, The Fighter | Brad Pitt, The Tree of Life | Eddie Marsan, Tyrannosaur | Andy Serkis, Planet der Affen: Prevolution | John Hawkes, Winter’s Bone 
- Darstellerin und Nebendarstellerin des Jahres
    o Olivia Colman, Tyrannosaur | Jennifer Lawrence, Winter’s Bone | Kirsten Dunst, Melancholia | Juliette Binoche, Die Liebesfälscher | Michelle Williams, Blue Valentine 
    o Leslie Manville, Another Year | Gefolgt fast vom kompletten „The Help“-Cast, aber am ehesten von Viola Davis (ist vielleicht doch eher Hauptrolle), Jessica Chastain, Octavia Spencer und Bryce Dallas Howard. In dieser (absteigenden) Reihenfolge. 
- Beste Schauspielleistung in einem schlechten Film des Jahres: Bryce Dallas Howard in „Hereafter“ 
- Schlechtester Darsteller des Jahres: Rhys Wakefield, „Sanctum“ 
- Schlechteste Darstellerin des Jahres: Gab wirklich nicht so viel Schlimmes dieses Jahr und davon habe ich noch ne Menge verpasst. Daher mangels Alternativen: Unentschieden zwischen Vanessa Hudgens in „Sucker Punch“ und Emma Roberts in „Scream 4“ 
- Unglaubwürdigstes Leinwandpaar des Jahres: Ich schätze mal, das trifft wie üblich am besten auf Bella und Edward zu. Da ich den nicht gesehen habe nenne ich Natalie Portman und Chris Hemsworth in „Thor“. Dabei war Er eigentlich ganz cool. 
- Nervenäge des Jahres: Das grässliche „Lollipop“ Lied aus der Eis-Werbung im Kino und damit verbunden der Eisverkäufer in der Werbung selbst. Depp. 
- Overacting des Jahres: Gary Oldman, „Red Riding Hood“ 
- Männlicher Newcomer des Jahres: Man hätte ihn schon seit längerer Zeit kennen müssen, aber dieses Jahr wurde aus Michael Fassbender endgültig ein richtiger Star. 
- Weiblicher Newcomer des Jahres:    
    o Jessica Chastain: Sieben (!) Filme in 2011, die meisten davon auf wichtigen Festivals vertreten, mit „The Tree of Life“ einen viel beachteten Arthouse-Hit, mit „The Help“ einen gefeierten Box-Office-Hit. 
    o Beschränkt auf eine einzelne Rolle ist aber sicherlich Jennifer Lawrence als Ree in „Winter’s Bone“ die Newcomerin, wenn das im Rest der Welt auch schon eigentlich 2010 passierte. 
- „Wo ist eigentlich…?“ des Jahres: Jennifer Connelly (Okay, sie war in „Dickste Freunde“ und Mutterschaft geht vor, aber, aber… Mach mehr Filme, Jennifer. Du fehlst.) 
- Schönheit des Jahres: Jennifer Lawrence („Winter’s Bone“ & „X-Men: First Class“) 
- Badass des Jahres: Ryan Gosling als Fahrer; „Drive“, gefolgt von Michael Fassbender als Magneto („X-Men: First Class“), Saoirse Ronan als Hanna (“Hanna”) und „Moses“ (“Attack the Block”) 
- Mister „unerhört awesome“ des Jahres: Ryan Gosling (Drive, Crazy Stupid Love, sogar "Ides of March") – da kriegt man ja Komplexe! Und dem Kerl kann man’s nicht mal übel nehmen. 
- Lucky Bastard des Jahres: Anton Yelchin, wegen Jennifer Lawrence in „The Beaver“ und Imogen Poots in „Fright Night 3D“. Und schon mal prophylaktisch für den abgedrehten und 2012 anlaufenden „Like Crazy“ mit der tollen Felicity Jones, bei dem Jennifer Lawrence gleich noch mal mit dabei ist. – Diesen Award hat er sich redlich verdient, der Anton. 

#Szenen: 
- Caesar widersetzt sich gegen Tom Felton! – „Rise of the Planet of the Apes” 
- Caesar erklimmt einen Mammutbaum und überblick San Fransisco – „RotPotA” 
- Die Schlussszene zwischen Caesar und James Franco – „RotPotA” 
- Der Fahrer dreht im Fahrstuhl durch und der Skorpion atmet. – „Dive“ 
- Die nächtliche Bootstour. – „Winter’s Bone“ 
- Genesis. – „The Tree of Life“ 
- Jessica Chastain im Schneewittchen-Sarg. 
– „The Tree of Life“
- James will sich nicht mit einem Brautpaar vor dem goldenen Baum fotografieren lassen und eine andere Braut ist emotional angeschlagen. – „Copie Conforme“ 
- Cate Blanchett entsteigt dem Wolfsmaul. – „Hanna“ 
- Eric Bana plättet mehrere Gegner in einer U-Bahn Halle in einem einzigen Take. – „Hanna“ 
- Magneto vs. Shaw – „X-Men: First Class“ 
- Tom Cruise und Simon Pegg schleichen mit technischem Gerät durch einen Korridor. – „MI: 4“ 
- Tom Cruise klettert, kraxelt und schwingt am Burj Khalifa in Dubai. – „MI: 4“ 
- Eva Green und Ewan McGregor in der Badewanne – „Perfect Sense“
- Die Jagd nach drei Zetteln – „Tim und Struppi“ 
- Juno Temple erklärt ihrem männlichen Bettpartner, wie man oral „nett“ zu einer Frau ist. – „Kaboom“ 
- Sam im Auto – Sam in der Luft – Panik – Sam im Auto! – „Transformers 3“ 
- Intro – „True Grit“ - Bryce Dallas Howard isst einen ganz besonderen Kuchen. Und Sissy Spacek lacht sich schlapp. – „The Help“ 
- Emma Stone kommentiert Ryan Goslings Waschbrettbauch. – „Crazy Stupid Love“ 
- Silberkugeln und Weihwasser – „Fright Night 3D“ 
- Die Alienaufstellfigur im Nerd-Laden. – „Paul“

#Zitate:
Diese Zitate – und die meisten Filmzitate im Allgemeinen – stehen hier als auf etwa eine Dialogzeile runter gebrochener cooler, humoristischer oder markanter Bestandteil eines größeren Films. Es sind kurzweilige Momente, die man sich durch Wiederaufsagen erneut ins Gedächtnis ruft. In dieser Rubrik werden nicht generell gelungene Dialoge hervorgehoben und die Filme müssen nicht zwangsläufig gut sein. (Zumeist wird der O-Ton verwendet, weil da der korrekte Wortlaut meist recherchierbar ist.)

  #Geschehnisse 2011:
- Guillermo del Toros „At the Mountain’s of Madness“ wird gecancelt. 
- Darren Aronofsky steigt bei der Fortsetzung zu „Wolverine“ aus… 
- …kündigt dafür nach einer kleinen Weile aber an, den Noah-Film zu machen. Freude! 
- George Lucas vergewaltigt weiter den einzigen Grund, warum Menschen ihn mögen. Oder zumindest mal mochten. Schweinereich wird er damit aber auch weiterhin. („Star Wars“ BluRays) 
- Anne Hathaway und James Franco enttäuschen als Oscar-Hosts, weil sie gelangweilt (er) oder übermotiviert karikierend (sie) mit dem aufgezwungenen und öden Standard-Gagmaterial umgehen.
- Der Anteil von 3D-Tickets an der Gesamtzahl der gelösten Kinotickets nimmt ab. Der letzte Strohhalm für finanzinteressierte Produzenten/ Rechtebesitzer: Nachkonvertierung in 3D für ältere Filme. „Der König der Löwen“ hat es erfolgreich vorgemacht, 2012 gibt es mehrfach Nachschlag. 
- Harry Potter endet. >BG-Special 
- Lars von Trier sagt auf einer PK in Cannes dumme Sachen und macht es mit sprachlich ungelenkem Humor noch schlimmer. Ungeschickt, aber die halbe Welt dreht durch, als hätte er den dritten Weltkrieg angezettelt. 
- Brett Ratner soll die Oscarverleihung inszenieren – OMG! – und verliert den Job bald schon wieder, weil er zu dämlich ist, seine idiotischen Ansichten für sich zu behalten. 
- Ashton Kutcher ersetz… Ach, ernsthaft, wen interessiert’s?! 
- Falsche Nacktszenen in „The Change-Up“ („Wie ausgewechselt“) sorgen für Aufruhr und Skepsis. Zumindest bei mir.
- „Contagion“ zeigt, wie virales Marketing wirklich auszusehen hat: >Video

#Und was lernen wir von den Filmen oder vom Filmjahr 2011? 
- Die Menschen sehnen sich nach Helden, insbesondere dann, wenn die ganze Welt auf dem Spiel steht. 
- Manche Filmtipps sollte man befolgen, führen sie doch zu Frohsinn und Glückseligkeit. 
- 2011 war ein gutes (und entscheidendes) Jahr für den Genre-Film. Die Blockbuster waren meist erträglich (Tatsache: Transformers 3) oder gar gut (X-Men: First Class), während oft mit europäischer Hilfe (Hanna, Attack the Block, Drive) und einer originellen, stilgerichteten Herangehensweise echte Duftmarken im Genre-Sektor gesetzt wurden.
- 2011 war ein eher unterdurchschnittliches Jahr für Animationsfilme. 
- Matthias Schweighöfer will der neue Til Schweiger sein. Wer braucht schon zwei von der Sorte?
- 3D kann (!) in den richtigen Händen durchaus Sinn machen. 
- Wer in der Öffentlichkeit steht, sollte aufpassen, was er sagt. 

Und damit: Auf ein ertragreiches Jahr 2012. Dazu gleich mal ein Ausblick

> Deine Meinung?

Copyright © 2004-2050 bereitsgesehen.de, alle Rechte vorbehalten
bereitsgesehen.de ist nicht für die Inhalte verlinkter Websites verantwortlich