Story:
In seiner Kindheit hat der junge David einen schlimmen Unfall, der ihm fast das
Leben kostet. Wie durch ein Wunder teleportiert er sich jedoch im letzten Moment
Kraft seiner Gedanken an einen anderen Ort, und entgeht so seinem sicheren Tod.
Fasziniert von seiner Gabe, flieht er sodann aus seinem lieblosen Elternhaus und
beginnt ein aufregendes Leben als Dieb und Reisender. Dies läuft gut, bis ihm
eines Tages eine merkwürdige Gruppe folgt, die es sich zum Ziel gesetzt haben,
Jumper wie ihn zu töten...
regie :
doug liman
cast :
hayden christensen, rachel bilson
kritik :
christian mester
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Kritik:
Der neue Film von Doug
Liman (Die Bourne Identität, Mr & Mrs Smith) ist originell und gut gemacht,
reicht aber nicht an seine anderen Werke heran.
Seit Star Wars Episode II:
Angriff der Klonkrieger wird Hayden Christensen mit dem Vorurteil geplagt, ein
miserabler Schauspieler zu sein. In den Filmen ist er nicht so düster und
ehrfürchtig wie ihn manche gern gesehen hätten, aber all das entsprang
hauptsächlich George Lucas' Kopf, der den jungen Vader genau so haben wollte wie
Hayden ihn darstellte.
Er mag nicht unbedingt mit göttlichem Talent gesegnet sein, aber er ist besser
als sein Ruf und hat einen gewissen Charme, der ihn sympathisch macht. Das
trifft hier auch auf Jumper zu, dessen erstes Drittel gerade wegen ihm sehr gut
funktioniert. Das Finden der Gabe, sein täglicher Umgang damit und seine
Beziehung zur Freundin Millie wirkt gut und liefert eine gute Basis. Würde man
den Film noch vor der ersten Actionszene abschalten und das Publikum fragen, ob
sie weitersehen wollten - nahezu alle würden zustimmen.
Bis hier hin klappt eigentlich alles; Christensen und Bilson sind nicht
umwerfend, aber ausreichend für einen Film wie diesen, die Regie ist flott,
die vielen Sprünge in verschiedene Länder schön abwechslungsreich und
es gibt es auch noch jede Menge zu lachen. Allein schon, weil viele der Jumps an
sich schon lustig sind und es immer wieder amüsant ist, wie die Umwelt auf das
plötzliche Auftauchen und Verschwinden David's reagiert.
Mit der ersten großen Actionszene im römischen Kolosseum fangen dann allerdings
die Probleme an, von denen Jumper sich nicht mehr erholt.
Ein zweiter Jumper, Griffin
(gespielt von Jamie Bell), ein zynischer und kampfeslustiger Artgenosse, taucht
auf und hinterlässt zunächst einen
falschen Eindruck. Anfangs findet man seinen Charakter interessant, doch
je mehr man von ihm sieht, desto mehr enttäuscht er. Man nimmt ihm einfach nicht
ab, dass er schon seit über einem Jahrzehnt Menschen tötet und psychisch schwer
angeschlagen ist. Er wirkt kein bisschen bedrohlich, was auch an seiner trotz 22
Jahren jungen Erscheinung liegen wird. Bell vermag es aber auch nicht, der Figur
irgendeine Persönlichkeit zu verleiheen.
Hier wäre es wesentlich besser gewesen, Griffin als ältere Mentorfigur zu
zeigen. Die Chemie zwischen ihm und David passt so nämlich gar nicht. Er bringt
ihm nichts bei, er ist ihm kein Freund, kein Feind und hat auch keine wahre
Verbindung zu all den anderen Figuren. Er tötet Paladine und sie versuchen
ihn zu kriegen, das ist dann auch schon alles. An dieser Stelle hätte man David
zum Beispiel Fragen aufwerfen können, in wie weit seine Taten moralisch in
Ordnung sind - oder warum er seine Kraft nicht nutzt, anderen zu helfen, obwohl
er das sehr wohl tun könnte.
Interessant ist das schon am Anfang, als David im Fernsehen Menschen in Not
sieht und dann seine Kräfte einsetzt; nicht etwa um ihnen zu helfen, sondern nur
um sich neues Popcorn aus der Küche zu holen.
Ein guter Held braucht Antagonisten, aber wie schon bei Mr & Mrs Smith mangelt
es Liman hier wieder gewaltig. Samuel L Jackson mit weißer Puderfrisur langweilt
sich durch leere Phrasen und Verhöre, die keinerlei
Belang haben und nur dafür da sind, damit er zumindest etwas Text hat. Auch ihm
nimmt man keine Sekunde ab, dass er beruflich gern Menschen umbringt, hier fehlt
der Hass, die Wut und Intensität eines Hugo Weaving aus Matrix.
Es wird gesagt, dass die Paladine schon seit Jahrhunderten Jumper jagen, was
angesichts der fehlenden Technik vor 100 Jahren allerdings äußerst schwierig
gewesen sein müsste. Warum jagen sie Jumper überhaupt? Weil es im Drehbuch
steht. Abgesehen von Puderquaste Jackson ist kein anderer Paladin nennenswert,
und genau wie er wirkt auch keiner von ihnen glaubhaft oder mörderisch.
Die Actionszenen im zweiten und dritten Akt sind handwerklich gut gemacht, haben
aber fast keine Bedeutung, da einem zwei der vier Hauptfiguren egal
sind, der Humor abhanden kommt und der gesamte Rest vorhersehbar ist.
Unterstrichen wird das ganze dann von einem flachen, etwas offenen Ende, mit dem
man wohl auf einen zweiten Teil hoffte (Jumper ist die Verfilmung des ersten von
drei Büchern). Bei einem erwarteten Einspiel von etwa 250 Millionen Dollar + dem
gleichen noch mal in DVD-Zahlen, durchaus möglich.
Fazit:
Jumper ist ein gut
gemachter, origineller Sci-Fi Actionfilm, dem es bei all den Effekten und Stunts
leider an guten Bösewichten und Tiefen mängelt. So lange man aber nicht zuviel
erwartet, wird man gut unterhalten.
6 / 10
Im Vergleich mit anderen
Filmen des Regisseurs:
Go - 5 / 10
Die Bourne Identität - 8 / 10
Mr & Mrs Smith - 8 / 10
Jumper - 6 / 10
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