Story:
Als sein Sohn bei der Öffnung
eines für 50 Jahre verschlossenen Schatzes einen Zettel mit unscheinbaren Zahlen
nach Hause bringt, denkt sich Astrophysiker John Koestler (Nicolas Cage) zunächst
einmal nichts dabei - bis ihm abends eine bekannte Zahlenkette auffällt. Aus Neugier
gibt er sie in seinen Computer ein und stellt erschrocken fest, dass die Zahlen
doch etwas zu bedeuten haben: sie zeigen alle großen Katastrophen der Menschheit
seit des Vergrabens des Zettels, und da sie davor aufgezeichnet wurden, müssen
es augenscheinlich wahr gewordene Prophezeiungen sein.
Das Unheimliche? Es stehen noch drei weitere Daten auf dem Plan...
regie :
alex proyas
cast :
nicolas cage, rose byrne
kritik :
christian mester
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Kritik:
Der neue Cage
mischt verschiedenes Filmgenres und ist von allem ein bisschen, das aber nicht
wirklich gut.
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Nein, trotz großer Bemühungen lehnte Damon
Lindelof es ab, Nic Cage
bei Lost als Shannon zu casten.
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Nic Cage ist einer der
bekanntesten Schauspieler der Gegenwart und gehört ohne Frage mit zu den letzten
großen Hollywood-Gesichtern, gleichauf mit Ikonen wie Mel Gibson, Jack Nicholson
und Tom Hanks. Während diese sich ihre Projekte aber lieber gezielt aussuchen,
scheint Cage derzeit scheinbar schlichtweg alles zu nehmen, weswegen der Mann
neben eindrucksvollen Filmen wie 8mm, Leaving Las Vegas und Lord of War: Händler
des Todes ständig suboptimalen Trash wie Ghost Rider, Wicker Man und Bangkok
Dangerous mit im Programm hat, den er eigentlich besser zweitklassigen Stars wie
Jason Statham, The Rock und Owen Wilson überlassen sollte.
Wie man seinen neuesten Streifen jetzt einordnen soll, ist schwierig zu sagen,
da Knowing zwar ebenfalls leider Schrott ist, den aber zumindest gut verpackt.
Da der Film sehr auf Geheimnisse setzt, werden jene an dieser Stelle natürlich
nicht verraten, aber es sei mal gesagt, dass Knowing zunächst mal recht spannend
anfängt. Neugierig verfolgt man Professor Cage beim Erforschen der ersten
Mysterien, bis der Film urplötzlich zum effektgeladenen Bombastkino, dann zum
laschen Horrorfilm, dann zum lustlosen Paranoia-Streifen und abschließend zur
albernen, abstrusen Science-Fiction Fantasy verkommt. Diese ständigen
Genrewechsel sind prinzipiell halbwegs interessant, werden aber immer blöder, je
mehr man von dem ganz großen Geheimnis erfährt. Logiklöcher werden so gewaltig,
dass man mit der New Yorker U-Bahn durchfahren könnte, Zufälle werden extrem
zufällig, und der gesamte Kern samt Ende der Story ist so perplex und meschugge,
dass die meisten wohl eher kopfschüttelnd den Saal verlassen werden.
Fans von Realismus werden zudem viel zu Lachen (oder Weinen) haben, da Knowing
in großen Teilen an unsinniges Sci-Fi Kino vom Schlag The Core oder Der Tag, an
dem die Erde still stand (remake) erinnert. Darüber hinaus geht bei all den
Genrewechseln leider recht schnell die Spannung flöten, bis man später nur noch mit
einem großen Fragezeichen da sitzt und wie ein ahnungsloses Reh auf der Landstraße
drauf wartet, von dem näher kommenden Acht-Tonner überfahren zu werden.
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"Hui Buh!"
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Der kommt dann auch in Form eines
zwar gut gemachten, aber völlig schwachsinnigen und albernen Disney-Sci-Fi
Endes, bei dem man sich wirklich fragen kann, ob die Jungs im Projektorraum die
letzte Filmrolle mit der eines anderen zurzeit laufenden Kinderfilms getauscht
haben.
Cage macht es dem Zuschauer leider auch nicht leicht, sich in diese völlig
verrückte Geschichte hinein zu versetzen. Hier hätte man eine mitreißende
Performance wie die von Cruise in Krieg der Welten gebraucht, doch Professor
Cage wankt völlig verschlafen durch seine Szenen und überzeugt nicht ein Mal
durch Mut oder Gefühle, kriegt keine echten Momente und keine einzige
unvergessliche Szene, nicht einmal eine schlechte. Das ist echt schade, bedenkt
man dass der Mann für gewöhnlich sogar Sachen wie Ghost Rider und Wicker
Man durch wildes Overacting zu unterhaltsamen Popcornkino macht. Es macht
einfach den Anschein, als hätte Cage einfach keinen Draht zu seiner langweilig
geschriebenen Figur gehabt, was sich leider auch überträgt.
Und sonst? Marco Beltramis Score ist gut, die vier großen Effektszenen sind
technisch umwerfend und die Regie ganz passabel, doch als Paket ist Knowing
einfach insgesamt ein großer Flugzeugabsturz: ist spektakulär, lauter und heller
als man es hätte vermuten können, aber letztendlich eher schrecklich, vor allem
wenn am Ende leuchtende, singende Teletubbies angeflogen kommen – gut, Lala und
Lulu tauchen nicht wirklich auf, aber Proyas' Ende kommt doch gefährlich nah
dran.
The Day after Tomorrow trifft Der Tag, an dem die Erde still stand trifft
The Core trifft Die Vergessenen trifft Number 23 trifft Final Destination trifft
Fletcher’s Visionen und das alles - trifft daneben.
Fazit:
Das einzige, was Knowing noch so ganz knapp gerade an der Mittelmäßigkeit hält,
sind die technisch atemberaubenden Effektszenen, die Musik und der mehr oder
weniger gelungene Anfang. Hätte der Film weniger Spektakel für Augen und Ohren,
wäre es ganz schnell einer der schlechtesten des Jahres.
4
/ 10
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