BG Kritik:

300: Rise of an Empire


von Daniel Schmitt

300: Rise of an Empire (USA, 2014)
Regisseur: Noam Munro
Cast: Sullivan Stapleton, Eva Green, Lena Headey, Rodrigo Santoro

Story:
Während König Leonidas gegen Xerxes' gewaltige Armee sein Leben lässt, nutzt Themistokles, der Heerführer der Athener, all sein taktisches Geschick um die persische Flotte aufzuhalten. Diese wird angeführt von Xerxes' rechter Hand und Beraterin Artemisia. Sie will Griechenland brennen sehen.



„Wanderer, kommst du nach Sparta, so sage, du habest uns hier liegen sehen, wie das Gesetz es befahl" - Das waren die Worte von König Leonidas (Gerard Butler) am Ende von „300“, in dem beinahe alle Figuren ihr Leben ließen. Der Regisseur Zack Synder (Sucker Punch, Man of Steel) erzielte mit der Comicadaption von Frank Millers „300“ seinen ersten großen kommerziellen Erfolg und hat damit nicht nur seinen eigenen Stil etabliert, sondern auch zum Nachahmen animiert. Seine Kombination von Zeitlupe und Effekten wurde seitdem immer wieder kopiert. Besonders in der Actionserie „Spartacus“ konnte man drei Staffeln lang der inflationären Verwendung von CGI-Blut und Zeitlupe zusehen. Das Konzept ging auf, dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass uns Zack Snyder eine weitere Kriegs- und Heldenmythe aus der griechischen Geschichte präsentiert - dieses mal allerdings nur als Autor und Produzent. Regisseur des neuen Films ist der bisher unbekannte Noam Murro. Und das merkt man auch.

300 2 spielt vor, während und nach 300


Xerxes (Rodrigo Santoro), König von Persien, steht mit seiner gesamten Armee vor Griechenland und ist entschlossen, es zu zerstören und zu unterjochen. Während König Leonidas mit seinen 300 Kriegern die Hauptstreitmacht von Xerxes bekämpft, segelt die persische Kriegsflotte unter Artemisia (Eva Green) auf der Ägäis in Richtung Griechenland. Stoppen kann sie nur ein vereintes Griechenland und der brillante Heerführer Themistokles (Sullivan Stapleton), der sie mit einer Hand voll Schiffen aufhalten will. Ein Kampf um die Freiheit und gegen die Tyrannei beginnt.

„300: Rise of an Empire“ ist keine direkte Fortsetzung zu "300". Die Handlung beginnt zeitlich vor dem Aufeinandertreffen von Leonidas' Soldaten mit den Persern, verläuft dann parallel und zeigt, was anschließend geschieht. Eine interessante Herangehensweise ist es, die Geschichten um Xerxes und den neuen Figuren Artimisia und Themistokles in Rückblenden zu erzählen. Was in der Theorie äußerst gelungen sein könnte, ist es in der Praxis leider nicht.

Erzählerisch kämpft Munro mit der unterschiedlichen Geschwindigkeit der einzelnen Abschnitte. Deutlich stärker sind dabei die Erzählungen auf persischer Seite, während die Griechen sich in ewigen Ansprachen und bedeutungsschwangeren Dialogen wiederholen. Das hat in „300“ zwar noch gut funktioniert, wirkt in „300: Rise of an Empire“ aber nicht so ausgereift, da die Figuren der Griechen nicht so gut geschrieben sind wie die der Spatiaten. Auch werden ihre Zitate wahrscheinlich niemals an die aus „300“ herankommen, die über die Jahre Kultstatus entwickelt haben. Insgesamt ein Problem, mit dem der gesamte Film zu kämpfen hat. Das Highlight in „300: Rise of an Empire“ sind jedoch Eva Green (Casino Royal, Dark Shadows) und Sullivan Stapleton (Gangster Squad, Strike Back). Green passt in ihre Rolle als bösartige und von Rache getriebene Flottenkommandeurin Artemisia und zusammen mit Stapleton als kluger Stratege funktionieren sie gut, mit- und gegeneinander - der Film definiert die Bedeutung des Wortes „Zweikampf“ neu.

Rodrigo Santoro ist wieder Gottkönig Xerxes


Die Wurzeln von „300: Rise of an Empire“ sind eindeutig. Es ist ein Zack Snyder Film aber er wirkt nicht rund. Als hätte er sich in seinem eigenen Stil verloren oder wäre nicht in Höchstform. Das kann aber auch daran liegen, dass nicht er Regie führte, sondern Noam Murro. Welcher bisher erst einen Film (Smart People) und ansonsten nur Werbefilme gedreht hat. Es erscheint, als würde Murro verzweifelt versuchen Snyders Stil zu kopieren, was aber nicht vollständig gelingen mag. Die Effekte wirken, als wären sie aus einem Spiel der neuen Konsolengeneration herauskopiert worden und die Zeitlupe, welche in „300“ zwar schon oft aber nie grundlos verwendet, wird hier bis zum Erbrechen eingesetzt. Oft verständlich verwendet, bremst es sporadisch das eigentliche Geschehen unnötig ab und findet zudem noch bei Sequenzen Anwendung, wo es schlichtweg unnötig ist.

Über „300: Rise of an Empire“ kann man aber so viel fluchen wie man möchte, er liefert, was er verspricht. Blutige Action, harte Schlachten und eine „Es geht um alles und nicht weniger“-Handlung. Die Kämpfe funktionieren, sind hervorragend choreographiert und mitreißend inszeniert, wenn sie dann mal flüssig laufen. Leider verrutscht gegen Ende alles ins Lächerliche, was den Spass aber nur ein wenig schmälert. Die Bildsprache ist gewaltig und steht in „300“ in nichts nach. Der Soundtrack jedoch, geht dieses mal in eine andere Richtung. Anstatt von Chören untermalt, unterlegen nun infernalische Trommeln die Schlachten. Der Soundtrack des DJ, Junkie XL, erfüllt seinen Zweck und passt sehr gut zu den Schlachtszenen, wie auch den ruhigen Passagen. Einzig beim Finale gab es beim Soundmix ein paar Fehler, aber an der Komposition ist für einen solchen Actionfilm nichts auszusetzen. Insgesamt fällt „300: Rise of an Empire“ aber weit hinter „300“ zurück.

Fazit:

Zuschauer kommst du ins Kino, so sage, du hast uns hier blutig schlachten sehen wie das Drehbuch es befahl! Viel Gewalt, viel Blut und viel Slow-Motion ergeben einen ähnlichen Film, nur fehlt ein wenig Schliff. Die Fortsetzung ist schwächer, mehr „Spartacus“ als „300“, wer aber beides mochte, wird zufrieden sein und freut sich über die beiden neuen Figuren Artimisia und Themistokles.

5,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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