BG Kritik:

Absentia


Der "Snob" unter den BG Redakteuren. Seine Herkunft ist mysteriös. Angeblich besucht er ein Bildungsinstitut in Bielefeld. In Bielefeld!

Diese Kritik erschien im Rahmen der Kritikenreihe 'Treasure Monday'. Was ist 'Treasure Monday'?

Absentia (USA 2011)
Regisseur: Mike Flanagan
Cast: Courtney Bell, Catherine Parker

Story:
Vor sieben Jahren verschwand der Mann von Tricia ohne Spur und ohne Hinweis auf seinen Aufenthaltsort. Nun, mit der Unterstützung ihrer Schwester Callie, die für ein paar Tage vorbeikommt, will sie ihren Mann als „Tod durch Abwesenheit“ melden, um mit ihrem Leben weiter zu machen. Schwester Callie spürt derweil eine merkwürdige Anziehung zu einem kleinen Tunnel in der Nachbarschaft, während sich im Haus merkwürdige Ereignisse häufen.

Low-Budget Horror, der deutlich effektiver ist als einige seiner paranormalen Kollegen der aktuellen Horrorgeneration.

2013 drehte Flanagan den ähnlich gelungenen Spiegelgeisterfilm „Oculus“


Keine 100.000 Dollar hat Mike Flanagans teilweise per Kickstarter Crowdfunding Kampagne produzierter Film gekostet. Und man sieht’s. Doch Flanagan hat ausreichend originelle und wirkungsvolle Ideen, um aus der Not eine Tugend zu machen. In den ersten beiden Dritteln des Films entsteht eine zum zerschneiden dichte Atmosphäre, mit mehr Gänsehaut verursachenden Momenten als im gesamten Kosmos der durchaus vergleichbaren „Paranormal Activity“ Reihe. „Absentia“ ist dabei kein Found Footage Film und kann mit einer befreiten Kamera das tun, was Horror und Film zu einer so effektiven Kombination macht. Flanagan holt sich die Inspirationen beim jungen Roman Polanski, beim unvermeidbaren David Lynch und inszeniert nach der simpel und doch originell etablierten Grundsituation einen wunderbar undurchsichtigen Nackenhaaraufsteller, der viel leistet, weil er lange Zeit viel zulässt.

Die Geschichte bleibt lange vage; wir ahnen zwar, dass hier etwas Übersinnliches im Spiel ist, erkennen einen Bezug zwischen den lebendigen Albträumen, die Tricia seit einer Weile plagen, und der kleinen Tunnelunterführung, in der Tricias Schwester Callie bald auf einen mysteriösen Fremden trifft. Doch was genau im Haus passiert, bleibt unklar. Das Haus, in dem Tricia mit ihrem Mann Daniel lebte, in dem sie ihre Familie gründen wollte, ehe Daniel auf mysteriöse Weise verschwand, soll nun verkauft werden. So ist Tricias Psyche ob der endgültigen Abnablung vom alten Leben angeknackst, aufgewühlt und verunsichert, als die Vergangenheit wieder die Finger nach ihr ausstreckt. Nicht zuletzt ist Tricia zurzeit auch schwanger von ihrem neuen Lebensgefährten, einem Polizisten.

Doug Jones aus "Hellboy" und "Pans Labyrinth" hat eine kleine Rolle.


Flanagan leistet viel durch Licht, insbesondere durch die Abwesenheit von Licht. Er weiß, dass Dunkelheit grundsätzlich ein Gefühl von Unwohlsein vermitteln und, hat man die Tür zum Übersinnlichen glaubwürdig geöffnet, in sich quasi jede nur erdenkliche Gefahr verbergen kann. Die Angstvisionen, die wie ein Poltergeist Spuk beginnen, schnell jedoch befremdlicher und verstörender werden, wirken frisch und zu diesem Zeitpunkt gut in der Handlung fundiert. Doch wie so oft, wenn ein Film die Tür zur anderen Welt aufstößt, wenn mit Geisterwelt, Tod und Jenseits geflirtet wird, neigen manche Filmemacher zur Verklärung ihrer eigenen Geschichten. So ergeht es leider auch Flanagan, der sich und seinen effektiven Grusel nach und nach erklärt, aus dem Dunkel ins Licht zieht und sich zu sehr auf das Dramapotential seiner Geschichte verlässt. Es ist ein bedauerlicher Abstieg im letzten Drittel, nicht zuletzt weil der Weg dorthin so reizvoll war. Doch dieser Reiz bleibt auch weiterhin bestehen. Trotz überambitioniertem Schlussakt ist „Absentia“ ein sehenswerter Hoffnungsschimmer im undurchsichtigen Überangebot des Horrorfilms.

Fazit:

Ungewöhnlicher Horrorfilm, der viel aus seinem winzigen Budget macht. Je mehr die Handlung und das Geheimnis konkretisiert werden, desto weniger funktioniert der Film, doch der Weg dorthin ist zweifellos einen Blick wert.

6,5 / 10

Dir gefällt BG? Unterstütz uns mit einem Klick auf

> Lies alle Meinungen zum Film! (226)

Gleich weiterlesen:


    Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/yeah/kritik/kritikabsentia.php on line 108

    Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/yeah/kritik/kritikabsentia.php on line 108

    Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/yeah/kritik/kritikabsentia.php on line 108

    Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/yeah/kritik/kritikabsentia.php on line 108

    Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/yeah/kritik/kritikabsentia.php on line 108

    Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/yeah/kritik/kritikabsentia.php on line 108

    Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/yeah/kritik/kritikabsentia.php on line 108

    Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/yeah/kritik/kritikabsentia.php on line 108

    Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/yeah/kritik/kritikabsentia.php on line 108

    Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/yeah/kritik/kritikabsentia.php on line 108

    Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/yeah/kritik/kritikabsentia.php on line 108

  • Sin City 2   Michael Essmann

  • American Sniper   Daniel Schmitt

  • The Interview   Daniel Schmitt

  • Wild   Christian Mester
bereitsgesehen.de - Lass uns über Filme sprechen! - Home - Kritiken - Community - Specials - Impressum
Copyright 2017 bereitsgesehen.de, alle Rechte vorbehalten
bereitsgesehen.de ist nicht für die Inhalte verlinkter Websites verantwortlich