BG Kritik:

Afflicted


von Christian Mester

Afflicted (CA, 2014)
Regisseur: Derek Lee, Clif Prowse
Cast: Derek Lee, Clif Prowse

Story:
Da Derek schwer krank ist und nicht mehr lang zu leben hat, beschließt sein bester Freund eine Weltreise zu machen. Einige Zeit haben die zwei ihren Spaß, bis einer von beiden eines Nachts eine unheimliche Begegnung hat. Kurz darauf zeigen sich erste Veränderungen…

Chronicle 2?

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Der Term Found Footage genießt bisweilen einen eher schlechten Ruf, steht er doch oft für uninspirierte Paranormal Activity Nachahmungen; für schnelle Filmschüsse ohne Budget, die es den kleinen Überraschungshits gleichtun wollen. Found Footage ist ein sehr eigenwilliger Erzählungsstil, auf den die jeweilige Story gesondert ausgelegt sein muss. Viele Filme wie The Devil Inside oder Chernobyl Diaries sind das nicht, und deswegen erscheint die Handkamera-Optik dann auch oft unnötig. Apathisches Kameragewackel und Getuschel nach dem Motto „hast du das auch gesehen“ reichen auf Dauer nicht aus, um Spannung aufrecht zu erhalten.

Bei Afflicted passt der Look teilweise. Was Derek und Clif inszenieren ist ein Videotagebuch, und da es sich bei dem einen um seine letzten Tage handelt, macht es hier ausnahmsweise einmal Sinn ihn fast immer aufzunehmen. Es wird sogar noch sinniger, als einer von beiden sich plötzlich verwandelt und neue Fähigkeiten bekommt, die der Low Budget Streifen beeindruckend realisiert. Die Parallelen zu Josh Tranks Chronicle sind auf einmal unverkennbar. Junge Leute finden etwas, bekommen übermenschliche Kräfte und dann heißt es „shit hits the fan“. Bis zu einem gewissen Punkt ist Afflicted gleichauf und nähert sich wie der Vorgänger ebenfalls Actionkino an, doch dann entscheiden sich Lee und Prowse für Horror und gehen in eine andere Richtung.

...


Eine interessante Alternative zum Chronicle Konzept, doch leider ist das Horror-Enddrittel, in dem der bis dahin unterhaltsame Afflicted durcheinder gerät. Nach einem wirklich unglaublichen Wow-Moment, bei dem bei vielen Filmen direkt schon Schluss wär, erhebt sich Afflicted unholfen in ein hektisches, überladenes Finale mit einem übermenschlichen Gegner und Polizei, das plötzlich höheres Budget missen lässt. Was zuvor geschickt kaschiert wurde, wird hier auffällig: Kohle fehlte, um diese Szenen vernünftig zu inszenieren. Das Ende des Films schließt zu offen ab und enttäuscht in seiner Ziellosigkeit.

Die beiden Regisseure, die gleichzeitig auch die Hauptrollen spielen machen für einen Debütspielfilm eine gute Sache. Vor der Kamera fehlt ihnen wirkliches Schauspielcharisma, aber ihre Intensität und Begeisterung für den Stoff, sowie der generell schnelle Schnitt überspielen vieles. Leider lässt sich das nicht von den anderen Darstellern sagen, die weniger authentisch erscheinen. Dass Lee und Prowse daher die meisten Szenen zu zweit spielen ist verständlich, doch die beiden haben ihre Stärken eher hinter der Kamera. Keiner von beiden ist ein Dane DeHaan. Wer Chronicle und Paranormal Activity gesehen hat, kann Afflicted nicht mehr originell nennen, da es ein recht deutlicher Zusammenschnitt beider Filme mit leicht anderem Thema ist. Lorbeeren für besonders gute tolle Ideen gibt’s daher nicht, aber was sie damit umsetzen, kann sich sehen lassen. Afflicted ist sehr treibend und springt schnell von Idee zu Idee. Insgesamt ein Film, der vermutlich als Kurzfilm inmitten der VHS Kurzfilmsammlungen besser atmen könnte, als Schauwerk bisher unbekannter Talente aber ein eine echte Empfehlung.

Fazit:

Nicht von dem komischen Kopfposter verschrecken lassen - Afflicted dreht sich kaum um eine Krankheit als solche. Wer Chronicle mochte, dem wird Afflicted verdächtig ähnlich vorkommen. Eventuell dementsprechend verdächtig gleich gut.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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