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Kritik:
Altitude


von Christian Mester, basierend auf Import-DVD

ALTITUDE (2010)
Regie: Kaare Andrews
Cast: Julianna Guill, Ryan Donknowho

Story:
Kurz nachdem Sarah (Jessica Lowndes) ihren Flugschein gemacht hat, lädt sie ihre besten Freunde auf einen Ausflug zu einem weit entfernten Coldplay Konzert ein. Der Trip wird zum schaurigen Albtraum, als die Maschine in einen finsteren Sturm gerät und scheinbar unaufhaltsam  im Steigflug zum Himmel auf steigt…

Kritik:
Nach "Saw" und "Buried" schon wieder so ein Film, der auf engstem Raum effektvollen Horror erzählen will. "Altitude" verschlägt es in die Luft und verspricht, ein eher ungewöhnlicher Genrevertreter zu sein. Klar, zum einen muss man aufgrund des kleinen Raums einer Cessna ohnehin sehr kreativ sein, um darin dauerhaft Spannung erzeugen zu können, aber zum anderen gabs da auch schon im Trailer und auf Postern ein schwebendes Tentakeltier zu sehen. So eins wäre schon auf dem Boden urig genug, aber in der Luft? Macht erst einmal neugierig.

Wie üblich dauert es erst einmal eine ganze Weile, bis sich das Böse zeigt. Kurz nach Abflug landen Sarah und ihre Mitflieger in einer seltsamen Sturmfront, die ihre Instrumente verrückt spielen lässt. Laut Anzeige geht's dann nur noch im Steigflug nach oben, was auf Dauer sicherlich nicht anzuraten wäre, da irgendwann der Orbit beginnt oder die Maschine schlichtweg zu wenig Sprit hat, wieder heil nach unten zu kommen. Nun ist "Altitude" kein Katastrophen-Thriller über einen technischen Defekt wie "Unstoppable - Außer Kontrolle" und setzt deswegen da noch einen drauf. Bis dahin dauert's aber recht lange, sodass Andrews sich bis kurz vor Ende nur auf die drohende Katastrophe und mögliche Resultate stürzt.

Das Problem dabei ist, dass die fünf Teenies qualitativ weder Denzel Washington, noch Chris Pine sind. Von ihnen kennt man am ehesten Julianna Guill, die sich im "Freitag, der 13." Remake ungeniert ausgezogen hat. Hier macht sie es nicht und bleibt genau so schlecht wie der Rest der miserablen Besatzung, die kaum schlechter zusammengestellt sein könnte. Die Pilotin macht nicht mal ansatzweise den Anschein, als könne sie, was sie da tut. Sie wirkt eher, als gäbe sie eine solide Flugbegleiterin ab, wobei auch sie nicht verhindern kann, dass die vier anderen, die unglaubhaft Freunde sein sollen, in wilde Panik geraten und sich schnell gegenseitig auf die Nerven oder an die Gurgel gehen. Eine Flugbegleiterin (unterschätzter Job übrigens) muss das können, also wären sie vielleicht am ehesten zum Tanken geeignet, wobei auch das wegfällt, merkt man nach kurzer Zeit, dass sie nicht halbvollem Tank los geflogen sind.

Mit an Bord sind laufende Klischees: ein typisch unausstehlicher Macho-Footballspieler, ein Musiker (der seine Klampfe mit im Flugzeug hat - was will er damit? Will er beim Konzert mitspielen?) und ein Durchschnitts-Nerd, der klischeehaft sogar Comics mit ins Flugzeug gebracht hat, und, wie sollte es anders sein, heimlich in eins der für ihn unerreichbaren Mädels verliebt ist. Um die Wartezeit bis zum Monsterauftritt rumzukriegen, fangen sie bald nicht nur an, sich zu streiten, sondern auch, in ihren Vergangenheiten zu wühlen, die storygebunden verbunden, aber unnötig kompliziert und unnütz verstrickt sind. Jegliches Drama an Bord geht aufgrund der Handlungsschwäche und fehlender Darstellertalende zu Grude.

Also ist es lange Zeit ein schwacher Katastrophenfilm, aber was ist denn nun mit den Noppen? Was haben die Tentakel damit zu tun? Nicht viel, da sie erst am Ende kurz vorkommen und kaum der Rede wert sind. Niederschmetternd ist dann das Finale, das einen cleveren Twist aus dem Ärmel schütteln will, denn man jedoch schon früh selbst erahnen kann, der spannungsfrei serviert wird und zudem fast 1:1 von einem anderen US-Film geklaut ist, der zwar schon eine Weile her liegt, an den man jedoch umgehend denken muss. Und der in jeder Beziehung besser ist. Andrews kann man nun höchstens dafür loben, dass die 90 Minuten im fliegenden Geigenkasten technisch zumindest auf dem Niveau eines TV-Films sind, mehr ist da jedoch nicht.

Fazit:
Wäre "Altitude" eine 40 Minuten lange Folge einer Mystery-Serie ala "The Outer Limits", wäre es ein mittelmäßiger Beitrag, als doppelt so langer Spielfilm stürzt er jedoch ab. Was fehlt, ist eine kompetente Besatzung und ein ordentlicher Flugplan. Im Film mag "Altitude" zwar haltlos nach oben rasen, qualitativ gehts jedoch eher nach unten. Eine zweitklassige Wahl für einen Videoabend mit ohnehin gesenkten Erwartungen.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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