BG Kritik:

A Million Ways to Die in the West


von Daniel Schmitt

X-Men: Days of Future Past (USA, 2014)
Regisseur: Seth MacFarlane
Cast: Seth MacFarlane, Charlize Theron, Liam Neeson, Neil Patrick Harris, Sarah Silverman

Story:
Der feige Schäfer Albert will seine Ex-Freundin durch ein Duell zurückgewinnen. Die neu in die Stadt gezogene Anna will ihm helfen, verliebt sich dabei aber in ihn. Das bringt Probleme mit sich, denn Anna ist bereits mit dem kaltblütigen Revolverhelden Clinch verheiratet...



Volltreffer oder Blindgänger? Nach "Ted" lädt Seth MacFarlane in den Wilden Westen ein.

Auf den Spuren von Mel Brooks' Blazing Saddles


„Family Guy“, „American Dad“ und die „Cleveland Show“ machten Seth MacFarlane berühmt. Nun, gut. Die letzte der drei Serien wurde endgültig abgesetzt, aber MacFarlane ist seitdem für seinen ungewöhnlichen, politisch unkorrekten und deplatziert wirkenden Humor bekannt. Er geht gerne noch einen Schritt weiter, reizt eine Pointe gern noch bis über ihren Höhepunkt hinaus aus, nur um zu sehen, ob es noch witzig ist. Das kann aber auch sehr wohl scheitern, wie man bei seinem ersten Kinoversuch „Ted“ aus dem Jahre 2012, mit Mila Kunis und Mark Wahlberg, sehen konnte. „Ted“, in welchem ein Teddybär durch Magie zu Leben erweckt wird und ein Drogenproblem aufweist, war im Grunde kein schlechter Film, hat aber trotzdem eher gemischte Gefühle beim Publikum und bei den Kritikern hinterlassen. Ob „A Million Ways to Die in the West“ besser ist? Ja. Aber aus vollkommen anderen Gründen. Es gibt zum Beispiel keinen magischen Teddy, sondern nur dumme Schafe.

Der Wilde Westen im Jahre 1882, alles kann dich jederzeit töten. Selbst für den Gang zum Klo formuliert man besser einen Abschiedsbrief. Mittendrin in diesem Wahnsinn lebt der Schäfer Albert (Seth MacFarlane) - er hasst die Zeit, in der er lebt. Es ist dreckig, gefährlich und egal ob Mensch Mensch oder Tier, alles will dir an den Kragen. Das einzige was ihm sein Leben erträglich macht, ist seine Freundin Louise (Amanda Seyfried), die kurzerhand mit ihm Schluss macht, als er bei einem Duell kneift. Er ist am Boden zerstört und triff Anna (Charlize Theron), welche ihm helfen möchte seine Ex-Freundin wieder zurückzugewinnen. Natürlich verlieben sie sich ineinander, was zum Problem wird, als der berüchtigte Revolverheld Clinch (Liam Neeson) in die Stadt kommt und auch noch Annas Ehemann ist. Die Geschichte ist schnell erklärt, bietet keine großen Überraschungen und auch die Charaktere sind weder tiefgründig, noch alle wirklich notwendig.

Trifft er? Seth MacFarlane zielt ins Schwarze


Das ist aber zu verzeihen ist, da sie alle ihr Päckchen Humor in den Film tragen. Manche mehr, manche weniger. Neil Patrick Harris, als Schnurbartfetischist und Sarah Silverman, als christliche Hure, sind hier in ihrem Element und auch die Leistung von Charlize Theron ist soweit angemessen. Aber bei Seyfried und Neeson fragt man sich schon, wie sie in diesem Film landen konnten. Zugegeben, bei Liam Neeson fragt man sich schon seit „Battleship“ nach welchen Kriterien er eigentlich seine Rollen auswählt, denn dort, wie auch hier, war er vollkommen austauschbar aber bei Amanda Seyfried überrascht es schon. Insgesamt sind keine schauspielerischen Glanzleistungen. darunter aber auch keine totalen Katastrophen, außer von MacFarlane selbst. Er will den Film tragen, ist aber schlichtweg nicht gut genug. Der Mann ist eindeutig witzig, aber seine Schauspielkunst kommt nicht an die komische Darstellung eines Charlie Sheen aus „Hot Shots“ oder an einen Leslie Nielsen aus „Nackte Kanone“ heran. Zwar steigert er sich von Szene zu Szene, erreicht aber nie ein wirklich hohes Niveau.

MacFarlane, welcher auch das Script geschrieben und Regie geführt hat, beweist aber durchaus Potentia. Schon zu Beginn von „A Million Ways to Die in the West“ merkt man, dass er sich mit dem Genre des Westernfilms auseinandergesetzt hat und ganz klar die Brücke zu Mel Brooks „Blazing Saddles“ (zu Deutsch „Der wilde wilde Westen“) schlagen will. Einer der größten Westernkomödien seiner Zeit und in Amerika noch immer ein Kultfilm. Was den Humor angeht, ist MacFarlane zwar genau so erfreulich unterste Schublade wie Brooks, aber sein Niveau erreicht er - trotz aller Härte - nicht. Zu viel stimmt dafür nicht. Im Drehbuch , wie auch in der Technik. „A Million Ways to Die in the West“ wirkt roh, unausgereift und es ist ersichtlich, dass MacFarlanes Stil nicht ganz mit dem Medium harmoniert. Er benutzt die gleichen Einstellungen wie in seinen Cartoons, was in einem Realfilm aber nur bedingt gelingen mag, an anderen Stellen wiederum aber für frischen Wind sorgt. Er ist schlichtweg zu unerfahren. Er nutzt nicht alle Gelegenheiten die in seiner Vorlage stecken. Was ihn jedoch noch mehr mit Brooks in Verbindung bringt, den sein Start war ebenfalls holprig.

„A Million Ways to Die in the West“ ist aber trotzdem keine schlechte Komödie. Ein überraschend, genretreuer Soundtrack von Joel McNeely, einer der merkwürdigsten Gesangseinlagen seit Jahren und lauter unerwartete Cameos ergänzen MacFarlanes Humor erfolgreich und helfen über die eine oder andere Durststrecke hinweg. Es ist auch schön zu sehen, dass sich noch jemand versucht an den alten Klassikern zu orientieren und nicht in die Schemata der modernen Hollywoodkomödien wie die „Movie-Movies“ (z.B. „Scary Movie“ oder „Epic Movie“) verfällt. Jene Katastrophen, welche keinerlei Humor aufweisen und deren Macher nicht mal die Bedeutung des Wortes Parodie kennen würden, selbst man sie ihnen fünf Minuten vorher ausführlich und genau erklärt. „A Million Ways to Die in the West“ ist eine erfrischende Wohltat nach dem billigen ADS-Hollywoodhumobrei und lässt hoffen, dass MacFarlane doch noch Schauspielunterricht nimmt und noch ein paar Komödien produziert oder sich am besten ganz auf Regie und Drehbuch konzentriert. Vielleicht lernt er daraus, den 2015 kommt bereits „Ted 2“.

Fazit:

Mit „A Million Ways to Die in the West“ versucht Seth MacFarlane, die alten Komödienzeiten von Mel Brooks und Leslie Nielsen wieder aufleben zu lassen. Leider ist er noch zu unerfahren, dies wirklich zu erreichen, aber das Potential ist vorhanden. Wer „Family Guy“, „American Dad“ und den Film „Ted“ mochte, wird nicht enttäuscht werden.

6,0 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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