BG Kritik:

Anchorman 2 - Die Legende kehrt zur├╝ck


von Michael Herbst

Anchorman: The Legend Continues (USA, 2014)
Regisseur: Adam McKay
Cast: Will Ferrell, Steve Carrell, Paul Rudd

Story:
F├╝r Nachrichtensprecher Ron Burgundy bricht eine Welt zusammen, als sein Boss ihn feuert und ausgerechnet seine Frau und News-Partnerin Veronica bef├Ârdert wird. Ron rastet aus, kann die Schande nicht ertragen und zieht sich nach Vegas zur├╝ck. Monate sp├Ąter stellt er sein altes Team wieder zusammen und beschlie├čt, Veronica zur├╝ckzugewinnen...



Es gibt Filme, die erst nach mehrmaligen Sichtungen so richtig in Fahrt kommen wollen. Anchorman: Die Legende von Ron Burgundy vor zehn Jahren war so ein Kandidat. Mit Sicherheit nicht Will Ferrells beste Kom├Âdie, bot die 70er-Parodie aber viele urkomische Momente. Am├╝sante Zuf├Ąlle, Absurdit├Ąten und gro├čartige Unterhaltungen zwischen Burgundy und seinen drei seltsamen Mitstreitern, gespielt von Steve Carrell, Paul Rudd und David Koechner. Anchorman 2 kommt nach langem Hickhack sp├Ąt hinterher, um das Anchorwesen dieses Mal in die 80er zu verlegen.

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Burgundy ist noch der gleiche wie damals. Ein Vollidiot, der ein gewaltiges Gesp├╝r daf├╝r hat, zu jedem Zeitpunkt Unpassendes zu sagen. Als stets beleidigender Chauvinist, Sexist und Rassist steigt er ├╝ber jegliche Etikette und versucht krampfhaft, der Platzhirsch zu bleiben, der er einmal war. Eine verbl├╝ffend an den ersten Teil erinnernde Handlung bleibt dabei Aufh├Ąnger, Burgundy und seine drei Musketiere des Schwachsinns wieder durch neue Abenteuer zu jagen. W├Ąhrend die vier R├╝ckkehrer noch lustiger als zuvor sein d├╝rfen, kommen etliche ├ťberraschungsauftritte von Gesichtern wie Harrison Ford und Kanye West dazu, die man am besten erst im Kino sieht.

Regisseur Adam McKay und Will Ferrell, die zusammen das Drehbuch geschrieben haben, nutzten die lange Zeit des Gedeihens gut, um sich erstklassige Sketchmomente einfallen zu lassen. Teil 2 ist gef├╝llter mit Witzen als es noch der erste war und f├Ąllt zudem sehr viel deftiger aus. Einige der Szenen, wie ein erneuter Kampfmob gegen andere Nachrichtensprecher, sind zwar nur Abwandlungen der Sp├Ą├če aus dem Vorg├Ąnger, aber wirksam ├╝berdreht. Wom├Âglich ist es die Wiederverwertung von Sp├Ą├čen gar ein Geniestreich, denn wonach der erste Film mehrmals gesehen werden muss um aufzukeimen, kann Anchorman 2 so direkter ankommen.

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Was ihn aber zu einer wirklich gelungenen Persiflage macht, ist die ├╝berraschend untergeschobene Gesellschaftskritik. Regisseur Adam McKay l├Ąsst daran erinnern, dass die Nachrichtenwelt einmal eine unschuldigere war. Eine, in der Nachrichten nur zu festen Zeitpunkten am Tag gesendet wurden und recherchierte Fakten ├╝ber Vermutungen und Sensationalismus standen. Eine Zeit, in der man Nachrichten mit Respekt begegnete und vergleichsweise neutral ├╝ber den Tod eines Schauspielers, anstatt sich darum zu rei├čen, einen m├Âglichst unterhaltsamen Skandal zu entlarven. Wenn man dann ├╝ber den eigentlich unausstehlichen Ron Burgundy lacht, der im Film alles verschlimmert ohne je zu kapieren, was er da anstellt, ist es eine merkw├╝rdig lustige Analogie zum Wolf of Wall Street.

Dass die europ├Ąische Fassung von Anchorman 2 jedoch um 6 Minuten gek├╝rzt werden musste, schl├Ągt schon unsch├Ân auf. Vermutlich hat man Witze gek├╝rzt, die ganz speziell amerikanisch sind und im Ausland schlechter verstanden w├╝rden. Das sollte man dann aber dem Publikum ├╝berlassen, mehr Ron Burgundy kann jedenfalls nie ein Problem sein. Burgundy 3 hoffentlich nicht erst in 10 Jahren.

Fazit:

Erneut endlos zitierbar, sch├Ân schonungslos schr├Ąg und unaufhaltsam urkomisch. Newsflash: Anchorman 2 darf gesehen werden.

6,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelm├Ą├čig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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