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KRITIK:
A NIGHTMARE ON
ELM STREET
3: Freddy Krueger lebt / 4 / 5: Das
Trauma
von
Christian Mester
A NIGHTMARE ON ELM STREET 3: Dream Warriors (1987)
Regie: Jack Sholder
Cast: Heather Langenkamp, Robert Englund
A NIGHTMARE ON ELM STREET 4: The Dream Master (1988)
Regie: Jack Sholder
Cast: Lisa Wilcox, Robert Englund
A NIGHTMARE ON ELM STREET 5: The Dream Child (1989)
Regie: Stephen Hopkins
Cast: Lisa Wilcox, Robert Englund
Story:
III: In einer Anstalt für geistige Gestörte
dringt Freddy Krueger in die Träume weiterer
Jugendlicher ein. Nancy (Heather Langenkamp), die
mittlerweile Psychologie-Studentin ist, versucht den
Teenagern zu helfen. IV: Nach den Erlebnissen
des dritten Teils treffen die Überlebenden außerhalb
der Anstalt auf einen wiederbelebten Freddy Krueger.
Freundin Alice (Lisa Wilcox) muss helfen. V:
die mittlerweile schwangere Alice sieht einem Grauen
entgegen: Freddy versucht über ihr Kind in Die Welt
der Lebenden zu gelangen.
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Stephen King und Frank Miller ("Sin City")
lehnten es ab,
Regie beim 5. zu übernehmen |
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Kritik:
"A Nightmare on Elm Street" 3-5 sind sich relativ
ähnlich, weswegen sie sich als eigenständige
Trilogie besprechen lassen. Es gibt zwar merkliche
Unterschiede zwischen allen drei Teilen, doch die
Ähnlichkeiten und gemeinsamen Richtungswechsel
lassen sich leicht zusammenfassen.
Das markanteste Merkmal der neuen drei Filme ist die
Tatsache, dass sie sich nicht mehr länger primär als
Horrortitel verstehen. Sie spielen in unheimlichen
Umgebungen und selbstredend sterben auch hier wieder
Menschen, doch die grundsätzliche Stimmung ist eine
gänzlich andere als zuvor. Alle drei Filme
versprühen eher den Eindruck eines
Teen-Abenteuerfilms, da echter Horror bewusst
gedämpft wird. Zwar gibt es in jedem einzelnen der
drei groteske Horrorszenen, doch im Vergleich zu den
ersten beiden Filmen werden sie immer mit einem
harmlosen Augenzwinkern präsentiert, was vor allem auf
Hauptdarsteller Englund zurückzuführen ist. Stand
sein Freddy Krueger zuvor hauptsächlich bedrohlich
in den Schatten, springt er hier immer wieder ins
Licht, kaspert herum und garniert jeden seiner Kills
mit zotigen Onelinern ("Dein Durchbruch zur besten
Sendezeit, Flittchen!", "Bon Appetite, Miststück!").
Auf eine gewisse Art ist das recht unterhaltsam -
was auch die Zuschauer fanden, die "3" und "4" zu
den erfolgreichsten Ablegern machten - doch der
bewusste Fortgang vom effektiven Horror hin zum eher
platten Popcornspaß für zwischendurch enttäuscht, da
die Filme Spannung und mögliche Intensitäten gegen
Spaß eintauschen.
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#3 ist das Filmdebüt von
Patricia Arquette |
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Vor
allem wenn man sich einige der verwendeten Konzepte
ansieht, ist es schade, dass man sich mit diesen
Filmen nur noch auf leichten Horror besann. Einige
Einfälle sind schier fantastisch: beispielsweise
fasziniert eine Szene, in der Freddy einem Jungen
die Sehnen ausreißt und ihn damit wie eine
Marionette steuert; in einer anderen verwandelt er -
inspiriert vom vorherigen Jahres-Horrorklassiker
"Die Fliege" - ein Mädchen in ein Insekt. Großartige
Horrormomente, die allerdings mit anderen,
fragwürdigen Momenten entkräftet werden: ein Junge
wird von einem Monsterrollstuhl verfolgt (was an die
Monstertoilette aus "Kuck mal, wer da spricht"
erinnert), einer wird zu Pizza verarbeitet, Freddy
fährt mit einem Freddy-Skateboard durch die Gegend,
verwandelt sich in einen kostümierten Superfreddy
und ein Mädchen trifft einen Urlaubs-Freddy mit
Sonnenbrille in einem hell erleuchteten Ferientraum,
inklusive schrägem
"Der weiße Hai"-Verweis (apropos
Horrorfilm-Verweise: im vierten Film wird Krueger
von einem Hund wiederbelebt der Jason heißt, im
zweiten sieht es an einer Stelle so aus, als trage
Krueger eine Michael Myers-Maske).
Ungünstig ist auch die Wahl, die Gegenwehr der Opfer
auszubauen. War schon Nancys "Kevin allein Zuhaus"
Fallenaufstellung im ersten Film etwas albern,
überschlagen sich ähnliche Ideen in den neuen
Filmen. Die Kinder merken, dass sie in den
Traumwelten eigene Kräfte haben - sie verwandeln
sich in Punker, Superstarke und Zauberer, deren
Duelle mit Freddy aber keine Sekunde ernst zu nehmen
sind. Eine junge Patricia Arquette schlägt Salti
gegen Freddy, Lisa Wilcox greift zum Nunchaku und
wird zum Karate Kid ("Karate Kid II" war im Vorjahr
ein großer Erfolg gewesen); ein anderer boxt und
kämpft sich gegen einen unsichtbaren, kichernden
Gegner.
Toll ist andererseits, dass die drei Filme
wesentlich aufwendiger gemacht sind. Die
Albtraumlandschaften sind ausgefallener, größer und
skurriler. Die Effekte sind allesamt sehr gelungen
und machen die Filme visuell mit zu den
interessantesten Genretiteln der 80er.
Nachlässigkeit finden sich in der Story. Dass Freddy
nach den ersten beiden Filmen noch einmal
wiederkommen kann, macht Sinn, da Freddy sich in die
Träume anderer Elm Street Kinder stürzt, doch seine
Ziele, Mächte und Regeln werden daraufhin vollkommen
durcheinander geworfen. Im vierten Film wird Freddy
beispielsweise mit einem Spiegel besiegt - völliger
Humbug eines unaufmerksamen Drehbuchautors, da
Freddy gerade erst im Finale des dritten Films
selbst ein
Spiegelkabinett eingesetzt hatte. Freddys Mächte
schwanken zudem: im vierten Film hat er die Macht,
Autos in der wirklichen Welt zu bewegen und auch
außerhalb der Traumwelt zu kämpfen; im fünften will
er unbedingt als Mensch wiedergeboren werden - was
keinen Sinn macht, da er als Traumdämon unsterblich
und mächtig ist und beides als Mensch verlieren
würde.
Schauspielerisch sind die Filme moderat. Heather
Langenkamp kehrt im dritten Film zurück und versucht
sich mit grausamer Andy Borg Frisur als Erwachsene
(lustig: aufgrund des Finales des ersten Films hat
sie eine weiß-graue Strähne wie die Braut aus
"Frankenstein und seine Braut"), stößt aber merklich
an die Grenzen ihres Talents. Julie Wilcox übernimmt
ab der Hälfte des vierten und macht ihre Sache recht
gut, Nebendarsteller wie John Saxon sind okay, aber
nie der Rede wird - typisches 80er Jahre
Slasherfutter. Patricia Arquette macht in ihrem
Debüt nichts
außer verstört sein, Lawrence Fishburne taucht im
dritten als Pfleger auf, bekommt aber nichts zu tun.
In Sachen Regie unterscheiden sich vor allem drei
und fünf stark. Drei ist der wohl dynamischste aller
Teile und springt nonstop von Kapitel zu Kapitel -
Langeweile kommt da keine auf. Renny
Harlin ("Cliffhanger", "Stirb Langsam 2") macht das
in seinem Sequel sichtlich nach und macht seine Sache ebenso gut; im
fünften übernahm Stephen Hopkins das Ruder, hatte
allerdings ein großes Problem: aufgrund fehlender
Gelder musste er den Film in jeweils vier Wochen
komplett abdrehen und schneiden. Die Folge: die
Regie ist nicht ganz so ausgeglichen, der Pace nicht
oft ungenau - es gibt mehrere Längen. Die Sets sehen
auch nicht ganz so gut aus wie in den beiden
vorherigen Teilen und die Musik grenzt zuweilen ans
Transusige (wobei im Abspann dann funkiger Rap
läuft).
Fazit:
Die drei Filme sind sich sehr ähnlich und
generell unterhaltsame Horrortitel, allerdings lassen sie bei
all den guten Effekten und unterhaltsamen
Freddy-Szenen das Wichtigste missen:
Gruselatmosphäre. Es sind oberflächliche Popcornmampfer, die
Spaß machen und mit ihrem gut aufgelegtem Englund
die Figur Krueger zum Kult machten, selbst aber
alles andere als besonders denkwürdig sind. "3" ist
der beste der drei, "4" ist nah dran; "5" ist
schwächer, da teils langatmig inszeniert.
A
Nightmare on Elm Street III: Freddy lebt
7 / 10
A
Nightmare on Elm Street IV
6 / 10
A
Nightmare on Elm Street V: Das Trauma
5 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
Schon gewusst?
- #3 ist Patricia Arquettes Filmdebüt; wie auch
Langenkamp im ersten spielte sie als fast 20jährige
eine 15jährige
- im #4 wurde ihre Rolle neu besetzt, da Arquette zu
der Zeit schwanger war
- #4 einer der Studenten ist Regisseur Renny Harlin;
einer der Lehrer Producer Bob Shaye
- #3 im dritten sollte es eigentlich bereits um
einen Film-im-Film gehen, eine Idee, die man sich
für #7 aufhob
- im #4 sollte es ursprünglich um Zeitreisen gehen,
doch die Idee verwarf man aus Kostengründen
- Patricia Arquette war mit Nicolas Cage
verheiratet, danach mit Thomas Jane
- obwohl #5 floppte, war man von Regisseur Stephen
Hopkins Arbeit so erstaunt, dass man ihm "Predator
II" überließ
- Stephen King und Frank Miller ("Sin City") lehnten
es ab, Regie bei #5 zu übernehmen
- in #5 sieht man Robert Englund ohne Make-Up - als
einen der Irren
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