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KRITIK:
A NIGHTMARE ON
ELM STREET
7: New Nightmare
von
Christian Mester
New Nightmare (1994)
Regie: Wes Craven
Cast: Heather Langenkamp, Robert Englund
Story:
Nach zahlreichen "A Nightmare on Elm Street"
Filmen will New Line Cinema einen weiteren Teil der
Reihe in die Wege leiten. Heather Langenkamp, die im
ersten und dritten Film mitspielte, soll darin
wieder die Hauptrolle spielen, hat allerdings ganz
andere Sorgen. Das Böse manifestiert sich in Form
ihres alten Filmgegners und stellt ihrer Familie
nach...
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Im sechsten Film hat Johnny Depp einen Cameo;
er spielte zuvor im ersten Film mit |
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Kritik:
Okay, "The Final Nightmare" war dann doch noch nicht
der finale "Nightmare". Das lag nicht unbedingt
daran, dass der letzte Film nun gegen jede Erwartung
so erfolgreich war, dass ein nächster
marktwirtschaftlich Sinn gemacht hätte, sondern
auch daran, dass "A Nightmare on Elm Street 6: Freddy's
Dead - The Final Nightmare" 1991 ein
grottenschlechter Film war, als solcher beschämend
getadelt wurde und man die ikonische Horrorfigur des
grinsenden Toastgesichtes würdig und denkwürdig in
die ewigen Jagdgründe schicken wollte. (Das, und
sicher auch weil die meisten New Line Cinema Filme zwischen
1991-1994, darunter "Critters 4" und "Freitag der
13. Teil 9: Jason Goes to Hell" eher miserabel
liefen).
Das Schöne ist, dass man sich nach dem unverzeihlich
schlechten letzten Teil dieses Mal endlich wieder dazu entschloss, sich
Mühe zu geben. Nicht nur, dass man
sich eine interessante, als spannend gedachte Handlung ausdachte,
man verband all das geschickt mit dem Kniff, alle
wichtigen Beteiligten des ersten Films wieder
zusammenzutrommeln: Regisseur, Autor und
Freddy-Schöpfer Wes Craven, Hauptdarstellerin
Heather Langenkamp und natürlich Robert Englund.
Letzterer war zwar auch in allen vorherigen Filmen
vertreten, hatte den Draht zur Figur aber
mittlerweile verloren. Als gefeierter
Mainstreamliebling hatte er Freddy Krueger zur
witzigen, harmlosen Medienfigur gemacht, als die er
in Talk Shows und Werbespots auftrat und sogar unter
Kindern zum geliebten Star wurde. Er, der ein
riesiger Genrefilmfan ist und selbst in schlechten,
billigen Horrorstreifen der Genreliebe wegen
mitspielt(e), war fasziniert von der Idee, Freddy
wieder zu etwas Gruseligem zu machen.
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Das neue Krallendesign basierte auf
Künstlerentwürfen,
die anfangs das Poster des ersten Films bildeten |
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"New
Nightmare" schlägt eine gänzlich andere Richtung als
alle Vorgänger ein. Es zeigt die Filmemacher als
sich selbst, die quasi außerhalb der Freddy Filme
von einem nun real gewordenen Freddy angegriffen
werden. Ein interessantes Konzept, das viele
unterhaltsame Aspekte anspricht. Da wäre die
Tatsache, dass "A Nightmare on Elm Street" Producer
Bob Shaye offen sagt, wieso es weitere Freddy Teile
gäbe: weil die Fans sie doch wollen. Langenkamp wird
kritisiert, dass sie ihrem Kind ihre gewalttätigen
Filme zeigt und Wes Craven inszeniert sich selbst
als verängstigten Künstler, der seine Angst mit
Hilfe neuer Geschichten los wird
Gute Ideen, die clever mit dem Film-im-Film Konzept
spielen (Craven sollte Ähnliches später noch einmal
für "Scream 3" aufgreifen) und einen spannenden
Ausgangspunkt für einen guten Horrorfilm bilden. Das
Absurde, dass ausgerechnet die Hauptdarstellerin
einer berühmten Horrorsaga von ihrem eigenen Monster
gejagt wird, sorgt dafür, dass Heather Langenkamps
Geschichte spannend wird. Das ist auch Regisseur
Craven zu verdanken, der mit seinem Talent einen
qualitativ wesentlich besseren Film aus dem Ärmel
schüttelt. Freddy ist endlich wieder unheimlich und
schafft es trotz Erinnerungen an Superfreddy und 3D
Traumdämonen, wieder ernsthaft als schaurige
Spukgestalt gesehen zu werden.
Es ist jedoch nicht alles Gold, was glänzt. Der
siebte Film ist zu kurz und zu beschränkt. Es ist
zwar strukturell eine gute Wahl. Freddy wieder
seltener auftreten zu lassen, doch letzten Endes
gibt es zu wenige Szenen mit ihm und diese sind auch
noch arg klein geraten. Ausgefallene
Albtraumlandschaften bleiben aus, Freddy läuft auf
Low Budget Sparflamme und kann auf keine der
visuellen Highlights der anderen Filme
zurückgreifen. Besonders mau ist das Setting des
Showdowns. Die Welt des sich als Freddy ausgebenden
Dämons wird als gelb-beige-graue Gegend mit
griechisch anmutenden Tempelanlagen gezeigt, doch
das zu knappe Budget erlaubt eine nur schrecklich
künstlich aussehende, kleine Requisitenaustattung.
Der neue, dämonifizierte Look Kruegers hingegen ist
sehr gelungen, ebenso ist der finstere Soundtrack
eine großartige Abwechslung zum lieblosen, teils
poppigen Gedudel der anderen Teile. Schauspielerisch
ist es schwierig zu sehen, inwiefern sich die
Akteure überhaupt verstellen - jeder wirkt wie im
Privatleben, wobei auffällt, dass Heather
Langenkamp, die im Gegensatz zum zweiten Teil
abschließend wirklich mal wie ein Erwachsene
aussieht, sichtlich Schauspielstunden genommen hat
und vor der Kamera die beste Figur macht. Englund
und Craven sind als sich selbst zu verhalten, zu
schüchtern. Schräg ist das Auftreten von John Saxon,
der in den Filmen 1 und 3 Langenkamps Vater spielte
und hier über Umwege eine gleiche Position einnimmt
(und schräger Weise noch immer genau so aussieht wie
im ersten Film 10 Jahre zuvor). Nervig ist der junge
Miko Hughes ("Friedhof der Kuscheltiere"), der
Langenkamps Sohn spielt und viele Szenen damit
verbringt, nervtötend zu schreien.
Da findet sich handlungstechnisch das größte
Problem. Anstatt auch zu zeigen, wie der
Freddy-Dämon Freddy-Darsteller Robert Englund,
Freddy-Schöpfer Wes Craven und Freddy-Producer Bob
Shaye heimsucht, terrorisiert und ggfs. tötet, wird
zuviel Zeit mit Langenkamps Unterhaltungen mit ihrem
Filmsohn verbracht.
Fazit:
1, 2, Freddy kommt vorbei..."New Nightmare" ist eine
spannende Rückkehr zu den Wurzeln der Reihe, kommt
aber trotz allen Gutwillens nicht ganz an die beiden
besten Filme 1 & 3 heran. Zu knapp ist das Budget,
zu eingeschränkt die Möglichkeiten, was vor allem im
nur mäßigen Showdown zum Tragen kommt.
6 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
Schon gewusst?
- im Abspann steht, dass Freddy Krueger sich selbst
gespielt habe
- die Idee eines Film-im-Films wollte man
ursprünglich auf den #3 anwenden
- ursprünglich sollte es eine Szene geben, in der
Robert Englund (Freddy) einen Albtraum hat: darin
wäre er von einer riesigen Freddy-Spinne gefressen
worden
- man traute sich nicht, Johnny Depp zu fragen, ob
er ebenfalls kurz auftreten würde / auf Anfrage
sagte dieser später, dass er gern dabei gewesen wäre
- Lin Shaye, die im ersten Film eine Lehrerin
spielte, ist hier als Krankenschwester zu sehen
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