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KRITIK:
A SERBIAN FILM
von
Christian Mester
SRPSKI FILM (2010)
Regie: Srdjan Spasojevic
Cast: Srdjan Spasojevic
Story:
Ein ehemaliger Pornostar unterschreibt für einen
neuen Film, nicht ahnend, was auf ihn zukommt...
Kritik:
Wer sich abseits von Mainstream-Produktionen
informiert, wird wohl über kurz oder lang schon von
"A Serbian Film" gehört haben, jenem ach so
berüchtigten Skandalfilm des Jahres, der die Grenzen
des guten Geschmacks überschreitet und angeblich so
hart ist, dass es diverse prominente Filmfeste
ablehnten, ihn mit ins Programm aufzunehmen. Wie
Spasojevic dem Horrormagazin bloody-disgusting.com
erzählte, habe die deutsche Polizeibehörde sogar
eine offizielle Untersuchung angeordnet, um zu
prüfen, dass die im Film gezeigten Mordszenen nicht
doch vielleicht echtes Snuff-Material sind. Darüber
hinaus rühmen sich die Macher tatsächlich stolz
damit, einen kunstvollen, wichtigen, guten Film
fabriziert zu haben.
Ist er das nun, oder doch nur kruder Gewaltkram?
Harte Szenenmotive selbst sind für sich nichts
Ungewöhnliches. Seit jeher gehören schreckliche
Ereignisse wie Mord, Inzest, Misshandlung und
Vergewaltigung zu den festen Bestandteilen der
allgemeinen Filmwelt, weil sie halt zum typischen
Menschsein dazu gehören und Film dies in all seinen
Formen reflektiert. Da die meisten Filmschauer
drastische Gewaltdarstellung als zu unangenehm
empfinden, findet sie sich im härteren Maß
eigentlich nur in zwei verschiedenen Genres wieder.
In Horrorfilmen sollen möglichst schreckliche
Situationen primär für Spannung sorgen; in
tragischen, düsteren Dramen haben sie indes
emotionale Auswirkungen. Was, wenn man die ganze
Gewalt auf die Spitze treibt und letzten Endes
nichts damit bezweckt?
ACHTUNG: Die nächsten Paragraphen beinhalten
Beschreibungen des drastischen Filminhalts.
Um es direkt und unmissverständlich offen zu legen:
"A Serbian Film" zeigt erhebliche Extreme. Menschen
werden im Film nicht nur geschlagen und bedroht, sie
werden vergewaltigt, zu Tode vergewaltigt und dann
noch einmal vergewaltigt. "Menschen" heißt in diesem
Fall Männer, Frauen und Kinder, selbst
Neugeborene werden zum Opfer. Immer wenn man gerade
denken mag, es gehe nicht noch schlimmer, öffnet ein
anderer seine Hose und setzt noch einen drauf, oder
besser gesagt, rein. Selbst Tiere und Großmütter
sollten Teil der Handlung sein, doch da scheint
einem irgendwann die Laufzeit ausgegangen zu sein.
Das weckt zwei Gedanken. Zum einen kann einem schon
von der Beschreibung her gerechtfertigterweise
schlecht werden, zum anderen kann man sich fragen,
was das denn soll? Dieses Crescendo der Sexgewalt
nimmt schier alberne Züge an und ist so
überfrachtet, dass man nichts davon ernst nehmen
kann. Man wird mit Vergewaltigungen nahezu
erschlagen. Wie der Regisseur behauptet, wolle er
damit veranschaulichen, wie sehr das Land Serbien in
den letzten Jahren politisch vergewaltigt worden
ist, aber die einzige Vergewaltigung die sich im
ganzen Projekt findet, ist die am Zuschauer. Nach
jeder Szene sieht man den Macher förmlich vor sich,
der provozierend dreinblickt und meint "Na, noch
nicht genug? Dann wart mal die nächste Szene ab".
Selbstironisch ist die Tatsache, dass der
Regisseur-im-Film als der Böse dargestellt wird, da
er geldgierig auf jegliche Moral pfeift und
neugierige Zuschauer mit möglichst krassem
Filmmaterial schockieren will. Genau dasselbe lässt
sich auf den echten Regisseur übertragen, der
ähnlich talentfrei und mit den gleichen Intentionen
auf reine Provokation aus ist und damit sein großes
Geld machen will.
Man sollte es schlichtweg mit Nichtbeachtung
strafen, da der serbische
Vergewaltigungs-Bohneneintopf abseits seiner
abartigen, perversen, lachhaften
Reihenvergewaltigungen absolut nichts zu bieten hat.
Eine armselige Handlung, staubtrockene Darsteller,
starre Regie. Es gibt keine Spannung, da einem alles
egal ist, es gibt kein Drama, da alles so surreal
überzogen und bescheuert ist, dass man zum Ende hin
schon fast Trinkspiele starten kann, was wohl von
wem als nächstes vergewaltigt wird. Abscheulich,
abartig und schlecht, bei aller Kunstfreiheit etwas,
das absolut keine Daseinsberechtigung hat.
Fazit:
"A Serbian Film" will möglichst krasses Gewaltkino
sein, ist aber viel Lärm um Nichts und alberner,
abartiger Schund. Angebliche Werte gibt es nicht,
diese als Kunst verkaufte Gewaltpornographie ist
krank und überflüssig.
keine Wertung / 10
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