BG Kritik:

Marvel's The Avengers 2 - Age of Ultron


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Avengers: Age of Ultron (USA 2015)
Regisseur: Joss Whedon
Cast: Robert Downey Jr, James Spader, Scarlett Johansson, Chris Hemsworth, Chris Evans

Story: Nachdem sie die Welt vor Loki und seiner außerirdischen Armee retten konnten, droht die nächste Gefahr aus ungeahnter Nähe. Dieses Mal ist es eine Waffe Tony Starks, die das Schicksal aller herausfordert.

Der erste Avengers wurde zum Welterfolg - klappt es erneut?

Ultron wird in Deutschland von Edward Nortons Synchronsprecher Andreas Fröhlich gesprochen


Bei einer Mission der Avengers, welche zum Ziel hat, Lokis Szepter aus den Händen von Hydra zu reißen, entdeckt Tony Stark (Robert Downey Jr.), dass Hydra bereits seit längerem mit den Überresten der Chitauri Invasion experimentiert. Die Forschungsergebnisse will Stark nach dem Fall von S.H.I.E.L.D. nutzen um sein Ultron-Programm zum Erhalt des Friedens voranzutreiben. Die daraus entstehende künstliche Intelligenz macht sich jedoch selbstständig und kommt zu dem Schluss, dass die einzige dauerhafte Rettung der Menschheit in deren Auslöschung liegt. Die anderen Avengers fühlen sich von Stark hintergangen, müssen jedoch erneut als Team zusammenhalten um den immer stärker werdenden Ultron (James Spader) besiegen zu können. Dieser hat sich jedoch mit den Zwillingen Pietro und Wanda Maximoff (Aaron Taylor-Johnson & Elizabeth Olsen) verbündet, welche durch Hydra mit übernatürlichen Kräften ausgestattet wurden und den Avengers das Leben schwer machen.

Joss Whedon stand im Vorfeld vor der schweren Aufgabe, eine ebenbürtige Fortsetzung des Erfolgshits zu realisieren. Doch anstatt nur eine Kopie des Erstlings zu schaffen, lässt er seine Charaktere in tiefe Abgründe blicken. Es wird sehr deutlich, wie jeder seine eigene Bürde zu tragen hat. Handelte der erste Avengers Film noch davon, wie die Helden zueinander fanden, zeigt uns die Fortsetzung wie die Allianz der Helden Risse bekommt und bröckelt. Unverkennbar schafft es Whedon die Geschichte in Comic-esquen Bildern einzufangen und zeigt die Helden in beeindruckenden Bildern. Auch wenn es wieder reichlich over the top Action gibt, wirkt diese nie übersättigend und wird durch viele ruhige und ernste Szenen abgerundet. Avengers: Age of Ultron fühlt sich stellenweise weniger lustig wie sein Vorgänger an, bietet dafür aber mehr Komplexität und Charaktertiefe, wenn man beispielsweise mehr über den Bogenschützen Hawkeye (Jeremy Renner) erfährt. Auch die anderen Charaktere wie Black Widow (Scarlett Johanson) bekommen trotz der stets flüssigen Erzählgeschwindigkeit aufschlussreiche Momente in der Vergangenheit, welche geschickt durch Scarlet Witchs telepathische Fähigkeiten an den Zuschauer herangeführt werden.

Der Hulkbuster: speziell entwickelt, um der Urgewalt des Hulks (zumindest vorübergehend) zu widerstehen


Die Rohfassung des Films musste von über 3 Stunden Laufzeit auf verdaubare 140 Minuten herunter reduziert werden, jedoch hat dies keinen negativen Einfluss auf das Endergebnis. Der Film hat allerdings nicht nur Stärken, denn hatte das vorherige Abenteuer einen beeindruckenden Gegenspieler in Form von Loki, krankt der wandelnde Gottkomplex Ultron daran, dass man ihn kaum als ernstzunehmenden Gegner empfindet. Seine Monologe über die Existenz und die Rettung der Menschheit durch deren Auslöschung mögen kurzzeitig überzeugen, jedoch wird dies abrupt von Ultrons Art, sich selbst zu kommentieren, ins Lächerliche gezogen.

Untermalt wird das Gesehene mit Musik von Danny Elfman, welcher einen markanten aber dezenten Soundtrack komponierte. Trotz dessen, dass der 3D Effekt beworben wird, ist dieser sehr unauffällig und rechtfertigt kaum den Zuschlag an der Kinokasse. Sonst bewegt sich die Technik auf absolut hohem Niveau und der Kampf zwischen Tony Stark in seinem Hulkbuster Anzug gegen Hulk ist eine beeindruckende Szene, welche lange im Gedächtnis bleiben wird. Auf alte Stärken berufend, läutet der Film das Ende von Marvels Phase 2 ein, welche im Sommer noch von Ant-Man ergänzt wird und hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei den Fans und durch die Ereignisse in der Handlung auch auf das Cinematic Universe.

Fazit:

Joss Whedon gelingt das fast unmögliche und schafft eine würdige Fortsetzung, welche auch zugleich Abschiedsgeschenk ist, da für ihn die Russo-Brüder, welche bereits Captain Americas zweiten Soloflug inszenierten, das Ruder übernehmen. Mit einer leichten Schwäche schafft es Avengers: Age of Ultron trotz weniger Humor, dafür aber mehr Tiefe und drückender Atmosphäre, mindestens auf die gleiche Stufe wie der Erstling und bildet eine neue Ausgangsposition für die weiteren Marvel Filme. Comicfans dürfen also bedenkenlos ins Kino stürmen.

9 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut

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