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KRITIK:
Black Death
von
Christian Mester
BLACK DEATH (2010)
Regie: Christopher Smith
Cast: Eddie Redmayne, Sean Bean
Story:
Im Jahre 1348 steht der junge Mönch Osmund (Eddie Redmayne)
vor einem Dilemma. Einerseits weiß er die sicheren
Mauern seines Klosters zu schätzen, andererseits
muss er eiligst hinaus. Eine hübsche junge Frau
schwebt in Lebensgefahr, da es in der Gegend gerade
zum Trend wird, Frauen Hexen zu nennen und sie grausame
Tode sterben zu lassen. Da es sich bei dem Mädchen
um seine heimliche Freundin handelt, ergreift er
demnach die
erstbeste Gelegenheit, das Kloster verlassen zu
dürfen.
Als Wegweiser für ein paar vorbei ziehende raue
Ritter hilft er diesen durch einen tiefen Wald, nur
um sich kurz darauf alleine abzusetzen. Am
vereinbarten Treffpunkt findet Osmund jedoch nur
noch
blutverschmierte Kleidungsfetzen seiner Freundin vor, worauf er
verzweifelt aufgibt und den Kämpfern seine Treue
schwört. Unter der Führung des rauen Ulrich (Sean Bean) beabsichtigen
diese, einen berüchtigten
Nekromanten zu fangen, der in der Lage sei, Tote
wieder zum Leben zu bringen.
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Sean Bean spielte Boromir in
HERR DER RINGE: DIE GEFÄHRTEN |
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Kritik:
Als Ex-Bond Bösewicht Sean Bean das letzte Mal mit
Schwert und Schild durch die Gegend rannte, half er
Achilles, "Troja" zu erobern. 2010 ist das sechs Jahre her.
Genau so lange wie das Filmdebüt des Regisseurs
seines neuen Films, Christopher Smith, der sich
damals mit dem gruseligen. "Creep" als
interessanten Neuling vorstellte. Es folgten "Severance - Blutiger
Betriebsausflug" und "Triangle - Die Angst
kommt in Wellen", die zwar weiterhin nur im kleinen
Kreis bekannt sein dürften, darin aber sehr
geschätzt werden.
"Black Death" hat nun auch seine schaurigen
Elemente, ist aber erstmals kein
Horrorfilm. Das Schaurigste darin ist das
Zeitalter selbst, in dem an jeder Ecke fiese
Raubmörder lungerten, so freudig wie bei "Dungeon Keeper" gefoltert wurde
und die todbringende Pest umging. Fünf Monate nach
"Robin Hood" also der nächste Mittelalterfilm,
allerdings hatte Smith für seinen gerade einmal
einen Bruchteil des Budgets der Mammutproduktion zur
Verfügung. Ob es für eine ordentliche Umsetzung
reichte?
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Sean Bean sprach Septimus im Spiel
THE ELDER SCROLLS: OBLIVION |
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Moloch Mittelalter
Am ehesten lässt sich "Black Death" wohl als
Ritterfilm mit Mystery-Elementen beschreiben, da es
lange Zeit unklar bleibt, ob die übernatürlichen
Elemente des Totenerweckers und der Hexerei nun wahr
sind oder nicht. Smith spielt sehr geschickt mit den
Erwartungen und spannt lange effektvoll auf die
Folter. In erster Linie wird diese Spannung durch
den finsteren Ton des Films geschaffen, da Smith
sich darauf konzentriert, die Welt dieser Epoche
möglichst realistisch darzustellen. Tod und
Verderben lauern hier sichtlich an jeder Ecke, was
angenehm unbequem und sehr atmosphärisch inszeniert
ist.
Gleichermaßen weiß aber auch die Handlung selbst zu
überzeugen, die bis zum spannenden Finale gelungen
unvorhersehbar bleibt. Smith jongliert dabei mit
Elementen mehreren Genres, indem er mal dramatisch,
mal actionreich, mal schaurig oder auch nachdenklich
wird. Was auch passiert, Smith versucht stets, das
Szenario möglichst glaubwürdig darstellen, was auch
selbstredend Einfluss auf die Action hat.
Sean wieder Sean Bean
In nahezu jedem Film mit Männern mit Schwertern
treffen irgendwann zwei verfeindete Parteien
aufeinander, bis von den einen irgendwann nicht mehr
viel übrig ist. Das ist natürlich auch in "Black
Death" der Fall, und wer Smiths vorherige Filme
kennt, weiß längst, dass der Brite gescheites
Blutvergießen nicht scheut. Überraschenderweise
wälzt sich der Film jedoch keine Minute lang in
ausschweifendem Gore. Die verschiedenen
Auseinandersetzungen sind zwar hart, werden jedoch
relativ stumpf und trocken dargestellt. Smith
versucht möglichst nichts zu verherrlichen oder
romantisieren, weswegen es in diesem Fall keinerlei
lässigen Oneliner oder cool gemeinte Kämpfe gibt.
Das stört allerdings nicht sonderlich, da die
Darsteller mit dem Look des Films mithalten und das
gute Drehbuch zu nutzen wissen. Das Poster des Films
ist da etwas irreführend, denn obwohl Sean Bean ("Silent
Hill - Willkommen in der Hölle", "Herr der Ringe", "GoldenEye")
der wohl bekannteste Darsteller von allen ist, hat
der junge Eddie Redmayne die tatsächliche Hauptrolle
inne. Als ängstlicher Mönch mit Gewissensbissen ist
er jedoch sehr gut und macht eine interessante
Entwicklung durch, die den gesamten Film trägt.
Smith spielt hier geschickt mit Glaubensfragen,
Aberglaube und packender Mystery. Bean und seine
Gefährten bleiben Nebenfiguren, bekommen selbst
allerdings zahlreiche Momente spendiert. Sie
überzeugen als raubeinige Recken, die ihre
Menschlichkeit noch besitzen. Angenehm fällt auf,
dass sie authentischer als die Krieger vieler
anderer Filme wirken... und, dass einer von ihnen
wie Klaus Kinski in "Aguirre - Der Zorn Gottes"
aussieht.
Fazit:
Nach dem Bombast-Mittelalterfilm "Robin Hood" ist
"Black Death" zwar merklich kleiner, muss sich aber
dennoch keineswegs verstecken. Spannend,
atmosphärisch und gut gespielt, Pflichttitel für
jeden, der Schwert- und Schildfilme mag.
7 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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