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KRITIK:

BLOOD CREEK


von Christian Mester

TOWN CREEK (2010)
Regie: Joel Schumacher
Cast: Dominic Purcell, Michael Fassbender

Story:
Zur Zeit des zweiten Weltkriegs bittet ein Nazi-Offizier (Michael Fassbender) eine Bauernfamilie, in ihrer Scheune ein Experiment mit okkulten Runen starten zu dürfen. Sie willigen ein. Rund 60 Jahre später stoßen zwei Männer (Henry Cavill, Dominic Purcell) auf die Farm, auf der sich Farmer mit einem nun dämonifizierten Supernazimonster herumschlagen…

Dominic Purcell in der Rolle
seines Lebens

Kritik:
Die meisten Filmfans verbinden nur einen Filmtitel mit Schumacher: "Batman & Robin". Neben dem disaströsen Batnippel-Fiasko hat der Mann allerdings auch ein paar andere, durchaus gute Filme in seiner Liste, die sich durchaus kennen lassen, darunter "8mm", "Der Klient", "The Lost Boys" und "Falling Down - Ein ganz normaler Tag". Wie kommt es nun, dass es Schumacher 2010 mit einem Nazihorrorfilm direkt auf DVD verschlägt?

Eine gute Frage. Theoretisch hat das Konzept Nazis und Okkultismus jede Menge Potential für guten Stoff (s. "Hellboy"), doch während die Welt noch immer auf die Verfilmung eines bestimmten Videogames der Firma id Software wartet, ist "Blood Creek" wie schon "Outpost" mit Ray Stevenson eine lahme Geschichte.

Der Deutsche Fassbender gilt als einer der
Fanfavoriten auf die nächste James Bond Inkarnation

Der Prolog des Films ist noch relativ ansprechend - in einem stimmigen Rückblick wird der Hergang der Ereignisse gezeigt, der mit Wieder-Nazi Michael Fassbender (nach "Inglourious Basterds") treffend besetzt ist. Springt man in die Gegenwart, springt man qualitativ aus dem Fenster und nicht nur das. Man landet in einem brennendem Jauchefass, das daraufhin wild polternd über eine Schotterpiste rollt, in eine Schrottpresse fällt und auf die Größe eines handlichen Fußballs reduziert wird, eines Fußballs, den Schumacher gegen die gedachte Latte hämmert und der ihn dann selbst ausknockt, nur um mit einer roten Karte für Schwalbe vom Platz geschickt zu werden. Es beginnt ein zäher, witzloser Kampf gegen einen lachenden Supernazidämon, der ein drittes Auge hat, die Farm aufgrund gemalter Kritzeleien nicht betreten kann und Zombies und Zombiepferde für seinen Kampf einsetzt.

Dominic Purcell, besser bekannt als Lincoln aus "Prison Break", besser bekannt als Rüschen-Dracula aus "Blade 3", blamiert sich ein weiteres Mal. Ein weiterer Fehlgriff, der enttäuscht. Purcell selbst wirkt unzufrieden, hilflos mit seiner lächerlichen knöchernen Ritterrüstung, mit der er dem Nazischergen beikommen will. Ebenso verloren wirkt Henry Cavill, der auf langes Pech zurückblicken kann: er war damals erst einer der Hauptfavoriten auf die Rolle des neuen Batman, Superman dann d
es neuen James Bond. Mit "Blood Creek" droht er, in den filmischen Keller zu stürzen. Die beiden quälen sich durch ein beleidigend dämliches Drehbuch, dessen Dialoge zwischen bedeutungslosem Gefühlsgefasel und langweiligem Ernstversuch in Mist ertrinken. Fassbender, mittlerweile durch "300" und die "Basterds" halbwegs als Deutscher in den USA gehypt, erscheint als austauschbarer, platter Faucher ohne längerem Atem.

Dass der Film von einem so erfahrenen Filmemacher inszeniert sein soll, ist kaum zu glauben. Der Schnitt ist völlig unharmonisch, die teils gut gemachten Effekte wirkungsarm, die Action ungelenk und verquert. Kleine Recherche zeigt, dass der Film schon 2007 fertig war. Es verwundert nicht, dass es lange keinen Vertrieb gab, der sich diesem erbarmen wollte. Nach dem schwachen Psycho-Thriller "Number 23" eine neue, noch schlechtere Ausbeute Schumachers, der anscheinend aktiv versucht, den Schatten "Batman & Robins" mit stärkerem Schwarz zu übermalen. Das gelingt ihm.

Fazit:
Die dritte Peinlichkeit "Prison Breaks" Purcells nach "Primeval - Die Fährte des Grauens" und "Blade 3: Trinity". Jetzt gibt es für ihn nur noch einen Weg: nach oben. "Blood Creek" ist ein alberner, unsinniger, langweiliger, zäher Action-Horrorfilm ohne Flair und Werte.

2 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel


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