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KRITIK:
Bocky -
Ein Mann steckt einen weg
von
Christian Mester
THE PARTY AT KITTY AND STUDS (1970)
Regie: Morton Lewis
Cast: Sylvester Stallone, Henrietta Holm
auch lesen:
BG Kritik: 1 Night in Paris
Story:
Kitty (Henrietta Holm) und Stud (Sylvester Stallone)
laden Freunde in ihre Wohnung ein und veranstalten
eine ausgelassene, wilde Sexorgie.
Disclaimer: diese redaktionelle
Begutachtung des indizierten Titels ist nicht als
werbend intendiert.
Kritik:
„The
Party at Kitty & Stud’s“, auch bekannt als „Bocky –
Ein Mann steckt einen weg“, „Cocky“, „Italian
Stallion“, „Randy – Die Sexabenteuer des Sylvester
Stallone“ oder „Kitty & Stud – Der italienische
Deckhengst“ ist Sylvester Stallones erster Film als
Schauspieler. Der Film gilt als die dunkle Fußnote
des heutigen Megastars, auch wenn den meisten nicht
bekannt ist, unter welchen Umständen der eigentlich
schon damals nach Höherem strebende Mann
ausgerechnet diese Rolle annahm.
1970 war der 24jährige Sly blank, obdachlos (er
lebte in einer Busstation) und war dadurch so
verzweifelt, dass er längst mit dem Gedanken
spielte, ahnungslose Passanten für ein paar Mäuse zu
überfallen. Er sah dann durch Zufall ein
Rollenangebot in der Zeitung und war bereit, alles
zu tun, so lange er sich davon etwas zu Essen kaufen
konnte. Das Resultat war „The Party at Kitty &
Stud’s“, eine Low-Budget Produktion auf unterstem
Niveau, für die er für gerade einmal zwei Tage
Arbeit 200 Dollar bekam (inflationsbedingt wären das
heute rund 800 Euro).
Wie die meisten Erotikfilme hat auch dieser kaum
Handlung: nachdem Stud anfangs verspielt durch ein
verschneites New York tollt und ausgelassen auf
einem Spielplatz spielt, geht es zu seiner Freundin
ins Apartment, die kurz darauf weitere Freunde zu
einer Sexparty einlädt. Es wird getanzt, sich nackt
aneinander gerieben und Zeug geraucht.
Das Gerücht, dass Stallone mal in einem
Hardcore-Film mitgespielt hat, stimmt jedoch nicht
ganz. „Italian Stallion“ ist ein Softcore-Streifen,
in dem es zwar nackte Leute (auch Sly) und Sex (mit
Sly) zu sehen gibt, doch graphische Penetration gibt
es nicht – nur in verschiedenen, nachträglich
bearbeiteten Editionen, in die Hardcore-Sexszenen
anderer Filme hinein geschnitten wurden. Nachdem Sly
1976 seinen Megaerfolg als „Rocky“ feierte, sprang
man plötzlich auf den Hype auf (erst dann kamen die
Titel „Bocky“, „Cocky“ und „Italian Stallion“, von
Rocky Balboas Spitznamen) und unterlegte den Film in
neuer Fassung mit einem neuen Soundtrack (fast der
gesamte Film ist mit dudelnder Musik untermalt), der
augenscheinlich dreist an Bill Contis „Rocky“
Fanfaren erinnert.
In Sachen Qualität ist Stallones erstes Projekt
schlicht schlecht. "Regisseur", eher, talentloser
Voyeur mit Kameraequipment Morton
Lewis fängt das eigentlich romantisch gedachte
Szenario fad ein, das schlaffe Herumwälzen und Gereibe nackter Leiber
bleibt kalt und fernab davon,
jemals erotisch zu wirken. Dazu kommt, dass der Film
nur in schlechtester erdenklicher Qualität verfügbar
ist. Was Lewis wohl als Kunst empfand, sind lange,
starre Kameraeinstellungen, sodass sich die auf die Swingerparty freuende Henrietta Holm auch mal knapp
zehn Minuten lang sinnlos durch ihre Wohnung swingt,
Close-Ups auf wackelnde Brüste und Popos das Frivole
fokussieren sollen oder auch mal gedankenverloren
ins Nirgendwo geblickt wird.
Kunst oder kunstvoll ist das nicht, eher gekünstelt
kunstvoll wirken wollend.
Fazit:
Sylvester Stallone lebt bereits seit über 23.500
Tagen. Diese beiden könnte er wohl verfluchen; da es
ihn jedoch vor dem Verhungern gerettet und von einem
kriminellen Leben abgebracht hat, wird er dessen
Existenz nicht allzu eng sehen. Sehen sollte den
Film jedoch niemand; nicht, weil er ein Schandfleck
Stallones Schauspielerkarriere ist, sondern weil es
abgesehen vom Bezug zum "Stop, oder meine Mami
schießt'" Star absolut nichts zu sehen gibt.
0,0 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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