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Kritik:
Moonraker - Streng geheim


von Christian Mester

MOONRAKER
(1979)
Regie: Lewis Gilbert
Cast: Roger Moore, Richard Kiel

Story: Als ein Space Shuttle überfallen wird, darf sich Bond den mysteriösen Entrepreneur Hugo Dax näher ansehen, der ein geheimes Raumfahrtprogramm plant...

Bösewicht: Hugo Drax
Masterplan: Der größenwahnsinnige Drax hat im Geheimen eine Basis im Weltraum errichtet, von der er aus die Menschheit auf der Erde ausrotten will. Mit ausgesuchten "perfekten" Rassenmenschen plant der Space-Hitler einen Neuanfang mit sich als Weltherrscher...
Handlanger: Beißer, Chang
Bondgirls: Goodhead, Corinne
Bond Song: Carly Simon - Moonraker
Nennung des (Original-)Filmtitels im Dialog oder Text:
-
auf einem Space Shuttle direkt zu Anfang steht der Name Moonraker

Kritik:
Ende der 70er: Star Wars war das Thema der Kinowelt, folglich musste auch der ansonsten als Trendsetter geltende Bond plötzlich dem Trend hinterher. Einige der Filme hatten schon zu Genüge mit Szenen im Weltraum zu tun gehabt, doch jetzt musste Double-O-Seven selbst ins All (wo er u.a. natürlich auch, wen wundert's, Sex in Schwerelosigkeit haben sollte). Da der letzte Film schon mit einer aufregenden Eröffnungsszene exzellent auf Folgefun eingestimmt hatte, macht's Moonraker ebenso stark nach: Bond springt ohne Fallschirm aus einem Flugzeug, um sich diesen gelassen von einem unter sich fallenden Gegner zu holen. Dabei direkt im Nacken? Ausnahme-handlanger Beißer, der als erster seiner Zunft ein zweites Mal dabei ist und Bond wieder eisern Ärger machen darf.

Mit Schmackes geht es als Globetrotter-Hatz zu verschiedenen Orte auf der Welt, auf der Bond immer wieder von Attentätern belagert wird. Sehenswerte Bilder sind ein Kampf auf einer Seilbahn am Zuckerhut in Rio (was Im Geheimdienst nur andeutete, aber nicht bot), eine Verfolgungsjagd mit einem Langboot in Venedig (das Bond unter verwirrten Blicken von Touristen zu einem Luftkissenfahrzeug umfunktioniert) sowie eine Bootsverfolgungsjagd (mittlerweile Moores Markenzeichen) im brasilianischen Dschungel. Absolut fantastisch ist dabei das erneut von Ken Adams stammende Setdesign, der mit Drax' Dschungelbasis und später der Weltraumstation alle Register zieht und Moonraker eigenhändig zum bis dahin visuell spektakulärsten der Reihe machte.

Dass Beißer wieder dabei ist, ist ein amüsantes Wiedersehen, und so darf er Bond erneut mehrfach auflauern und ihm ordentlich Kontra geben, nur um dann am Ende - es war auf Wunsch vieler Fans hin - einen gütigen eigenen Abschluss zu finden (mehr als zwei Auftritte wären womöglich auch zuviel des Guten gewesen, zumal Beißer nicht gerade durch Variation auffällt). Ein ungewolltes DejaVu zu Feuerball gibt's kurz in einem Raumtestcenter, in dem Bond in einen Schwerkraftsimulator eingeschlossen wird, nur um dann wie auf der albernen Wellness-Streckbank ähnlich albern hilflos gefoltert zu werden - ungemütlich und sicher tödlich, doch im Film eher unfreiwillig komisch.

Austauschbar ist Bondgirl Lois Chiles, die hier das aktionslose Bondgirl Holly Goodhead (!, nicht zu verwechseln mit Mary Goodnight), eine eher reservierte CIA-Agentin gibt. Michael Lonsdale gibt zwar ein Abziehbild der bisherigen Blofeld-Varianten ab, ist mit seinem dauerernsten Blick, seinem Suit und seinen Weltausrottungsfantasien aber ein völlig herrlich schräger Vogel, der in seiner ganzen Art sehr an Kim Jong Il aus Team America denken lässt. Statt Haien oder Piranhas hat auch er ein Wassertier für Bond: in diesem Fall eine Anaconda, mit der Bond im Pool schwimmen geht. Die Handlung ist wie zu erwarten hauchdünn und nur ein loser Handlungsfaden, um die Story nach viel Action möglichst bald ins teure Weltraumset zu manövrieren, wird aber flott und souverän inszeniert. Während Carly Simons Nummer nicht wirklich greifen will, überbietet Komponist John Barry spielend den Sound der letzten Filme.

Alle James Bond Filme in der BG Kritik:
James Bond jagt Dr. No (1962) Liebesgrüße aus Moskau (1963) Goldfinger (1964) Feuerball (1965) Man lebt nur zweimal (1967) Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969) Diamantenfieber (1971) Leben und sterben lassen (1973) Der Mann mit dem goldenen Colt (1974) Der Spion, der mich liebte (1977) Moonraker – Streng geheim (1979) In tödlicher Mission (1981) Octopussy (1983) Sag niemals nie (1983) Im Angesicht des Todes (1985) Der Hauch des Todes (1987) Lizenz zum Töten (1989) GoldenEye (1995) Der Morgen stirbt nie (1997) Die Welt ist nicht genug (1999) Stirb an einem anderen Tag (2002) Casino Royale (2006) Ein Quantum Trost (2008) Skyfall (2012)


Fazit:
Beißers zweiter ist schon spürbar platter als Der Spion, der mich liebte, aber letztendlich ein so opulent aufgezogener Weltraumquatsch, dass man einfach klasse unterhalten wird
.

7 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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