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Kritik:
In tödlicher Mission


von Christian Mester

FOR YOUR EYES ONLY
(1981)
Regie: John Glen
Cast: Roger Moore, Julian Glover

Story: Nachdem Bond nur knapp einer Falle entgeht und sich eines alten Problems entledigt, sucht er zusammen mit der rachsüchtigen Tocher eines Millionärs eine Kontrolleinheit für Atomraketen...

Bösewicht: Kristato, Blofeld
Masterplan: Bösewicht Kristato will die Kontrolleinheit an die Sowjetunion verkaufen.
Handlanger: Locque, Hector
Bondgirls: Melina, Gräfin Lisl
Bond Song: Sheena Easton - For your eyes only
Nennung des (Original-)Filmtitels im Dialog oder Text:
-
"Das ist nur für dich" (For your eyes only), als sich eine Frau Bond anbietet

Kritik:
Nachdem der Strombergmord in Spion noch nicht eindeutig genug als Blofeld-Ende erkannt wurde, rollte Bond die Ärmel ein Stück weiter hoch und lässt in der Eröffnung des 12. Film den Dampf ab: Blofeld, in seinem Telly Savalas Glatzen-Look, steuert zunächst per Fernsteuerung einen Hubschrauber mit Bond darin (der kurz vorher am Grab seiner verblichenen Tracy weilte), der sich natürlich nicht lang ärgern lässt, Blofelds Steuerung deaktiviert und die Maschine übernimmt. Der im Rollstuhl sitzende Blofeld will fliehen, doch Bond spießt sein Gefährt auf und schmeißt den um Gnade flehenden SPECTRE Anführer in einen hohen Fabrikschlot. Nicht so ernst dreinblickend wie beim Strombergmord, aber vor dem bis dato noch immer drohenden Feuerball Remakes (das dann als Sag niemals nie 1984 kommen sollte) wollte man im offiziellen Bond-Kanon Schluss mit Blofeld machen, um markant zu signalisieren, dass nur der EON Kanon der echte ist.

Prinzipiell keine schlechte Eröffnung, die dann jedoch ein überraschend tristes Abenteuer folgen lässt. Wieder weg vom Spektakel, von Riesenbasen und manischen Weltveränderern ist In tödlicher Mission ein kleinerer Auftrag ala Im Geheimdienst ihrer Majestät; Gadgets halten sich in Grenzen, die Bösewichte sind bodenständig und ohne Gimmicks ala Stahlzähne, die Actionsequenzen - wenn auch solide umgesetzt - insgesamt eher weniger aufregend. Dreimal wird es spannend, wenn Bond unter Wasser einen Mann im Big Daddy Suit trifft und sich anschließend mit einem Forschungs-U-Boot anlegt, bei einer Skijagd sowie bei einer Klettertour, bei der Bond mühsam versucht einen Hang zu erreichen, bevor ein Bösewicht ihm alle gesetzten Haken entfernen kann.

Die sonstige Zähigkeit schadet vor allem in der ersten Filmhälfte, in der sich ein zuweilen doch etwas angegrauter Roger Moore durch eine eher triste Ermittlung hievt, mit Bondgirl Carole Bouquet, die introvertiert, zu introvertiert bleibt und mit ihrer ganzen Art eher in einen anderen Film gehören dürfte. Für Bond selbst ist die Geschichte indes ein wichtiges Erlebnis, denn nach der Vergeltung an Blofeld kehrt sein Albtraum später wieder zurück - nicht in Form Blofelds, aber erneut wird eine Frau, die ihm nahstand - hier Gräfin Lisl von Schlaf (Cassandra Harris, damals Ehefrau von Pierce Brosnan) vor seinen Augen getötet, ohne dass er was tun kann. Ein Erlebnis, das ihn anschließend lange davon abhalten sollte, sich noch einmal enger verbunden zu fühlen. Es lässt Bond in diesem Film sehr gegen Roger Moores Wünschen auch etwas gnadenloser wirken, beispielsweise, wenn er einen um Hilfe flehenden Handlanger eiskalt von einer Klippe stößt

Was Bonds tödliche Mission vor dem Fall gen goldener Colt retten kann, ist eine stattliche Regie von Neuling John Glen, der bei vielen vorherigen Bonds Second Unit Regisseur war. Wem er den Platz damit vor der Nase wegnahm? Steven Spielberg, der leider hören musste, dass man für die nächsten Bonds unbedingt einen britischen Regisseur haben wollte. So sollte es dann auch sein, und Glen drehte durfte die ganzen nächsten Teile übernehmen. Als Gruß ließ Glen dafür in einer Unterwasserszene (in der zum xten Mal Haie vorkommen sollten) ganz unauffällig die Der Weiße Hai Melodie anzuspielen. Da Bernard Lee verstarb, gibt es in diesem Film dann auch erstmals Wachablöse bei den anderen: einen neuen M.

Alle James Bond Filme in der BG Kritik:
James Bond jagt Dr. No (1962) Liebesgrüße aus Moskau (1963) Goldfinger (1964) Feuerball (1965) Man lebt nur zweimal (1967) Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969) Diamantenfieber (1971) Leben und sterben lassen (1973) Der Mann mit dem goldenen Colt (1974) Der Spion, der mich liebte (1977) Moonraker – Streng geheim (1979) In tödlicher Mission (1981) Octopussy (1983) Sag niemals nie (1983) Im Angesicht des Todes (1985) Der Hauch des Todes (1987) Lizenz zum Töten (1989) GoldenEye (1995) Der Morgen stirbt nie (1997) Die Welt ist nicht genug (1999) Stirb an einem anderen Tag (2002) Casino Royale (2006) Ein Quantum Trost (2008) Skyfall (2012)


Fazit:
In tödlicher Mission ist Roger Moores Im Geheimdienst ihrer Majestät
- ein ruhigerer, kleinerer
Film mit Fokus auf Bonds Entwicklung und besserer Action, allerdings teilweise zäh, mit einem schwachen Bondgirl und ohne ansprechenden Handlungsverlauf.

6 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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