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Kritik:
Buddy


von Michael Herbst

Buddy
(2013)
Regisseur: Michael Bully Herbig
Cast: 
Michael Bully Herbig, Alexander Fehling

Story:
Eddie (Alexander Fehling) ist ein arroganter Lebemann, der sein Geld verprasst und sich nicht um die Firma seines Vaters schert. Als diese schließlich den Bach runterzugehen droht, schickt ihm der Himmel einen Schutzengel (Michael Bully Herbig), der ihn nicht nur retten, sondern auch noch mit einer bescheidenen Altenpflegerin (Mina Tander) verkuppeln will...

Kritik:
Fragt man den Durchschnittsdeutschen nach Michael „Bully“ Herbig, weiß man Bescheid. Er ist einer der beliebtesten heimischen Filmemacher, fast 30 Millionen Kinokarten verkaufte er allein mit seinen letzten vier Filmen. Erwähnt sei aber - Bully hatte seine markantesten Publikumstitel Anfang der 2000er. Seitdem ist sein Name nicht mehr so geläufig, seine letzten kleineren Filme wie Zettl oder Hotel Lux gingen an der Allgemeinheit regelrecht vorbei, vor allem an der jungen. So will er jetzt wieder auf sich aufmerksam machen, mit einer neuen Komödie, bei der er auch wieder vieles selbst beisteuert: eine der Hauptrollen, Buch, Regie, Produktion, wahrscheinlich auch Catering.

Buddy ist jedoch keine neue Gaga-Komödie mit den üblichen Verdächtigen Rick Kavanian und Christian Tramitz im Hauptgeschehen, vielmehr wagt er sich dieses Mal an eine romantische Komödie. Bully kramt nicht in seiner Bullyparadenkiste, stattdessen äfft er dem aktuellen Erfolgszug deutschen Kinos nach, imitiert also Schweighöfers Stil. Dem und Schweiger kam genau das Kuschelkino finanziell und imagetechnisch sehr, sehr gelegen, weswegen man Herbigs Schritt da hinterher verstehen kann.

Die Handlung Buddys greift brav in den Klischeetopf. Fehling versucht einen jungen Schweiger zu geben, den kantigen, aber unsympathischen, unverbesserlichen Egomanen mit Hang zur 90-60-90 Blondine. Setzt Schweiger zur Unterstützung der Wandlung zum Herzensmenschen immer gern auf den Einfluss extrem niedlicher Kinder, lehnt Bully hier aber lieber zu Schweighöfers Art, eine konforme, konservative Figur von einem vermeintlich Verrückten aus seiner Komfortzone getrieben zu sehen. Da Fehling schon den Biedermann spielt, ist es Herbig, der sich in die Rolle des Chaoten begibt. Eddie will lange nicht wahrhaben, dass er Buddy als einziger sehen kann und so halten ihn Kollegen, Polizisten und Geschäftspartner regelmäßig für verrückt, sehen sie, wie die beiden miteinander sprechen. Buddy drängt sich ihm zudem auf, tanzt viel und macht vieles, um den Spießer aus der Reserve zu locken, sogar zu einer Verfolgungsjagd mit der Polizei kommt es.

Wer Herbigs Humor jedoch gern hat, kriegt ihn hier nur auf Sparflamme. Bis auf einige wenige Szenen hält sich der Autor Herbig mit seiner Figur zurück, überlässt Fehling die Bühne. Dafür fehlt es dem aber an Ausstrahlung, und dem ganzen Gesamtkonstrukt an berührenden Randmomenten, was weder die ein oder andere Tanzeinlage, noch der ständig (wie bei den Kollegen) überpräsente Romantik-Soundtrack vergessen lassen können. Das Resultat ist eine absehbare Buddy-Komödie ohne nennenswerte Comedy, mit einer wenig romantischen Romanze im Kern. Ernüchternd ist all das im Spiegel des Handwerks, in dem der Film umgesetzt ist. Optisch auf hohem internationalem Standard gehalten, kann sich Buddy wie auch die Filme der Kollegen technisch als sehr versiert präsentieren. Bedauerlich, wofür all das Talent und die Fördermittel aufgebracht wird, denn schon in einem Monat wird sich niemand mehr an diesen Film erinnern. Da ist es langhaltender, dass Bully mal eine animierte Sissi sprach.

Fazit:
Da scheint wohl ein Schweiger / Schweighöfer Script beim Bully im Büro gelandet zu sein. Buddy ist inhaltlich wie optisch ein Film, wie er von den Kollegen sein könnte: kitschig, kuschlig, musiklastig, nicht besonders lustig und insgesamt nicht besonders gut. Dürfte erfolgreich werden.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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