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Kritik:
Carrie


von Daniel Schmitt

CARRIE
(2013)
Regie: Kimberly Peirce
Cast: Chloë Grace Moretz, Julianne Moore, Judy Greer

Story:
Carrie White (Chloë Grace Moretz) ist ein schüchternes und ängstliches Mädchen, welches von ihrer  fanatisch
religiösen Mutter (Julianne Moore) zur Außenseiterin aufgezogen und in der Schule von Mitschülern terrorisiert wird. Carrie entwickelt übernatürliche Kräfte und rächt sich, als ihre Mitschülerinnen zu weit gehen.

Kritik:
Stephen King gilt als der König des Horrors Genres, zumindest was Bücher anbelangt, denn seine Filme werden selten seinem Geschichten gerecht. 1974 veröffentlichte er „Carrie“ die Geschichte einer gequälten Schülerin, welche übermenschliche Kräfte entwickelt hat und sich an ihren Peinigern rächen will. Der Grundgedanke, wenn auch nicht genau nach Buch, wurde 1976 von Regisseur Brian DePalma (Scarface, Die Unbestechlichen), mit Sissy Spacek und John Travolta verfilmt und noch einmal in einer Mini Serie von 2002, die wir am besten gleich wieder vergessen. 2013 präsentiert uns Regisseurin Kimberly Peirce (Stop-Loss, Boys don't cry), ihre moderne Version des Klassikers mit Chloë Grace Moretz (Kick-Ass, Let Me In) als Carrie, welche zwar nicht schlecht ist aber an den gleichen Problemen leidet wie viele Remakes. Es war schon mal da. 

Carries Mutter (Julianne Moore), ist eine tief religiöse Frau und glaubt eines Nachts, dass sie sterben muss, als sie, blutend und vor Schmerzen schreiend, überraschend Carrie zur Welt bringt. Sie will sie eigentlich sofort töten, doch überlegt es sich anders. Sie sieht ihre Tochter als Prüfung an und zieht sie religiös auf, was Carrie merklich prägt. Sie wird in der Schule zur Außenseiterin und zum Opfer vom Mobbing und Spott. Auch hat ihre Mutter sie nie aufgeklärt, weswegen Carrie in Panik gerät, als sie eines Tages in der Mädchendusche ihre Periode bekommt. Ihre Mitschülerinnen verspotten sie deswegen auf furchtbare Weise. Die Sportlehrerin (Judy Greer) bestraft die Mädchen für ihre Taten, was die Abneigung gegenüber Carrie eigentlich nur noch steigert. Carrie bemerkt das drohende Unheil jedoch nicht, sondern entdeckt, dass sie telekinetische Fähigkeiten entwickelt.

Kimberly Peirces „Carrie“ Remake hat keine sonderlich großen Schwächen. Außer den üblichen Remake Schwierigkeiten der aktuellen Zeit. Es werden neue Effekte hinzugefügt, alles wird noch einen Tick schlimmer gemacht, eine Stufe schneller, größer und bombastischer. Meist unter Abzug der fähiger Schauspieler oder der Handlung. Das Problem hat „Carrie“ nur zum Teil. Zwar gibt es viele neue Effekte, aber die Besetzung ist weitgehend gelungen. Julianne Moore als fanatisch religiöse Mutter, welche sich selbst peinigt und verletzt, irritiert und schockiert. Sie spielt ihre Rolle gut und glaubwürdig. Dasselbe kann man von Chloë Grace Moretz sagen. Sie verkörpert Carrie als telekinetische Superfrau ausgezeichnet, aber scheitert als das ängstliche Mädchen. Es ist schwer, sich Moretz nach ihrer Rolle als Hit-Girl in Kick-Ass als verletzliches Opfer vorzustellen. Man sollte sich Wünschen, der jungen Carrie helfen zu wollen. Man will Mitleid bekommen aber dazu reicht Moretz' Leistung nicht. Moretz ist zweifellos talentiert aber die passive Carrie der ersten Hälfte, war nichts für sie. 

Das Remake erzählt nicht genau die Handlung des Buches, sondern hält sich fast genau an die Verfilmung von 1976 und das ist das Problem. Während das „Evil Dead“ Remake sich am Original orientierte, es dabei aber gekonnt veränderte, verläuft „Carrie“ wie das Original. Zwar wird das Mobbing im Film mit Handys und Youtube den negativen Seiten des 21. Jahrhundert angeglichen aber das geht fast vollends unter. Den wahren Horroraspekt bringt schlussendlich auch nicht das Mädchen mit telekinetischen Kräften, sondern nur das Mobbing davor. Der wahre Horror besteht darin, was Menschen einander antun können und die Tatsache, dass jeder Mensch, so nett er auch ist, irgendwann den Punkt erreicht, an dem er bricht. Hier ist das Remake besser. Da war zwar auch das Mobbing der pure Horror aber Carries Rache ebenfalls.

Fazit:
„Carrie“ ist ein guter Film mit einer guten Besetzung, auch wenn nie wirklich ein Gefühl von Horror aufkommt. Wer allerdings das Original gesehen hat, kann sich den Kinoeintritt sparen, denn das Remake fügt nichts Neues hinzu.

6 / 10

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