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KRITIK:

CENTURION


von Christian Mester

CENTURION (2010)
Regie: Neil Marshall
Cast: Michael Fassbender, Dominic West

Story:
Im Norden Schottlands laufen melgibsonlose, blau angemalte Leute herum, die den Römern ein Pfeil im Auge sind. Sie töten zahlreiche ihrer Helmträger, weswegen Rom eines Tages die berühmte neunte Legion losschickt. Kritisch wird es, als diese in einen Hinterhalt gerät, der nahezu allen das Leben kostet. Trotz Unterzahl und Verletzungen versuchen die wenigen Überlebenden, ihren entführten General (Dominic West) zu befreien.

CENTURION sollte eigentlich ins Kino kommen,
lief aber nur auf dem Fantasy Filmfest

Kritik:
Momentan scheint wohl Schwertfilmsaison zu sein, denn neben „Centurion“ gibts in diesem oder nächsten Jahr noch „Valhalla Rising“, „Black Death“, „Der Adler der neunten Legion“ und „Season of the Witch“; alles Filme, in denen raue Recken mit Schwert und Pferd über Wiesen und Felder schreiten und wacker ihre Feinde breiten. „Centurion“ steht schon seit Längerem bei vielen auf der Liste, da es der neue Film von Neil Marshall ist. Marshall, der mit „The Descent: Abgrund des Grauens“ (8,5/10) einen hervorragenden, mit „Doomsday: Tag der Rache“ (6/10) und „Dog Soldiers“ (6/10) zwei solide, beliebte Genretitel inszenierte, stürzt sich hier auf einen Ausschnitt der römischen Geschichte, der bis heute nicht eindeutig geklärt ist (und damit Thema vieler Filme wurde, unter anderem „Die letzte Legion“ (2007), „Der Adler der neunten Legion“ und „Mortis Rex“ (beide 2011)).

Eine eigentlich spannende Geschichte, die Marshall hier in erster Linie als Actionfilm erzählt. Zwar gibt es greifbaren Thrill in Form der ständig näher rückenden schergischen Schotten, doch wirkliche Spannung bleibt daheim in Bella Italia. In erster Linie liegt das daran, dass die Helmträger auf ihrem Trip durch die schottischen Karpaten wenig bis keine Angst zeigen. Eine natürlich durchaus realistische Darbietung, da es in der Tat stolze Krieger waren, die nie Angst davor hatten, zu sterben, allerdings nimmt der imposante Mut der Helden sämtliche Spannung aus dem Film, da es so nichts mehr zu verlieren gibt.

Dominic West sollte man aus der zurecht
hoch gelobten Serie THE WIRE kennen

Freiheit!!
Restsumme ist eine abenteuerliche Hetzjagd durch die schottischen Hills, die immer wieder mit kleineren Umständen und unterhaltsamen Kämpfen gefüllt wird. Wie zu erwarten war, fallen alle Kämpfe des Films von Anfang bis Ende recht Rot und schonungslos aus. Richtige Highlights mögen darin zwar fehlen, da es immerzu nur blutiges Gehacke bleibt, bis zum letzten Hieb ist das jedoch recht sehenswert, da Marshall ein Auge für Übersicht und gutes Gespür für flotte Kurzweil hat. Einzig das Aufkommen einer vollkommen überflüssigen Romanze bremst für Minuten und schadet dem Ende. Die Reise selbst sieht relativ schick aus, da die vor Ort gedrehten Szenerien auch heute noch gespenstisch wirken. Schade ist in der Hinsicht, dass Marshall die Atmosphäre der Highlands selbst nicht einfängt, da er sich wie bei seinen Charakteren nur oberflächlich kümmert und somit Möglichkeiten verpasst.

Drei Rollen gibt es, die näher im Vordergrund stehen. In seiner Rolle als mutiger Zenturion ist Michael Fassbender (der nach gelobten Auftritten in „Inglourious Basterds“ und „300“ als kommender Star gilt und eine der Hauptrollen im nächsten „X-Men“ spielt) gut, ebenso „Punisher: Warzone“ Bösewicht Dominic West als beliebter General, die beide solide, gute Helden spielen. Das Konzept toughe Typen gegen überragende Übermacht hat ja auch schon x-mal funktioniert, klappt in diesem Fall aber mal nicht, da alle anderen Mitläufer fürchterlich austauschbar wirken und West und Fassbender selbst nur ganz kurz miteinander zu tun haben.

Das kürzliche Bondgirl Olga Kurylenko mimt eine stumme Schottin, die den ganzen Film über grimmig dreinblickt und sich aufs Spuren schnuppern und Kämpfen mit langen Lanzen konzentriert. Als Kämpferin ist sie nur halbwegs glaubhaft, als Gegenspielerin zu wenig. Sie bekommt keine eigenen Charakterszenen und würde, wäre sie nicht öfters im Fokus, zwischen den anderen angemalten Krieger und –innen selbst durch nichts hervorstechen. Schwächen finden sich auf ihrer gesamten Seite, da Team Wald einsilbige Barbarenklopper in Fellfummeln sind, die zwar viel schreien und das Blut ihrer Feinde trinken, für eine gute Geschichte aber zu wenig darstellen
.

Fazit:
Den Schwertmeister von Melee Island bezwingt man damit nicht, aber „Centurion“ ist gewohnt raue, robuste, unterhaltsame Marshall Kost.

5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel


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