BG Kritik:

Cop Car


Hat BG vor 10 Jahren gegründet und seither eine Menge neuer Filme gesehen. War als Redakteur für GameStar und Gameswelt tätig.

Cop Car (USA 2015)
Regisseur: Jon Watts
Cast: Kevin Bacon, Kevin Bacons Bart

Story: Als zwei Jungs in einer abgelegenen Gegend einen verlassenen Polizeiwagen auffinden, steigen sie aus kindlichem Unfug ein und unternehmen eine wilde Spritztour. Ein Problem, da der Wagen einem korrupten Cop namens Kretzer gehört, der die Krätze kriegt, als er davon erfährt...

Vom Regisseur des nächsten Spider-Man Films.

Bacon würde gern in einem neuen Tremors mitspielen


Fies blickt Kevin Bratspeck auf dem Cover drein, und ein deutlicher Teil des Films dreht sich tatsächlich darum, wie der fiese Mann mit dem fiesen Schnäuzer und dem offensichtlichen Dreck am Stecken die naiven Jungs mit ihrem geklauten Cop Car sucht. Eine Art harmloseres Joy Ride mit Kindern für das Spy Kids Publikum ist es trotz allem nicht. In dem professionell umgesetzten Kleinkaliber-Thriller geht es durchaus ans Eingemachte. Kretzer und die Jungs treffen sich dabei überraschenderweise nicht sofort, und obwohl sie über Funk in Kontakt bleiben, ist der bärtige Cop kein unheimlicher Psychopath.

Bis sie einander finden, baut Watts zwei interessante Handlungsfäden auf. Während die verspielten Jungs auf ihrer Tour langsam mehr über ihre unschönen Hintergründe offenbaren, darf man Kretzer mit Neugier beobachten, ja sogar fast mit ihm mitfiebern. Wie auch die Jungs steht auch er mehrfach davor, erwischt zu werden, und obwohl er zweifellos nichts Gutes im Schilde führt, will es die Thriller-Erwartung, dass er die Kinder erreicht. Watts hat dabei ein gutes Auge für Spannungsmomente und findet mehrere gute kleinere Wendungspunkte, die das Geschehen unberechenbar bleiben lassen, die aber nie das Gewicht eines Shyamalan Twists erreichen.

Watts wir den noch unbenannten neuen Spider-Man Film drehen


Spannung besteht, doch obwohl Kugeln fliegen und Leute sterben, und der Film trotz Kinderprotagonisten für Erwachsene ist, hält Watts einen gewissen Rahmen ein. Zu blutig oder finster wird es nicht, von Horror ist man weit entfernt. Auch ist die Figurenzeichnung beider Seiten nicht unbedingt die genaueste. Watts hat offensichtlich die nötige Sensibilität für Figuren und auch Offenheit zu richtig ungemütlichem Werk wie Blue Ruin, doch in seiner Zurückhaltung kämmt er Bacons Schnäuzer zu ordentlich.

Der Film läuft nicht gerade auf ein Enid Blyton Ende mit Lachen und Golden Retriever Knuddeln im Löwenzahnfeld hinaus, doch es ist eine gewisse Zaghaftigkeit, die Cop Car vor größerem Eindruck zurückhält. Diese Zaghaftigkeit legt er schon bei den beiden Figuren an den Tag, und es scheint, als wolle er Cop Car nicht zu düster werden lassen. Vielleicht fehlt es ihm an Talent, das Unausgesprochene deutlich zu machen, aber so bleibt vieles zu vage. Zu gering ist der Fokus auf den Geist eines mitreißenden Kindheitsabenteuers, zu gering die emotionalen Bindungen oder Faszinationen. Man bleibt mit dem Gefühl zurück, dass mehr hätte sein können. Würde dem Film ein weiterer Akt gut tun? Möglich. Würde er als Kurzfilm besser wirken? Das allerdings nicht, dafür füllt Watts zu viel zu unterhaltsam aus.

Fazit:

Inwiefern dieser Film die beste Bewerbung für einen Spider-Man ist, erschließt sich nicht so ganz, aber Cop Car ist ein durch und durch solider Thriller, und keinesfalls für Kinder geeignet.

6 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut

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