BG Kritik:

Dead Snow 2: Red vs Dead


von Michael Eßmann

Død Snø 2 (USA, 2014)
Regisseur: Tommy Wirkola
Cast: Vegar Hoel, Martin Starr, Amrita Acharia

Story:
Der untote Nazis Trupp aus „Dead Snow“ ist zurück und marschiert aus den Bergen ins Tal hinab, um den letzten Auftrag des Führers zu erfüllen. Martin und ein eilig eingeflogenes, komplettes amerikanisches Zombie-Squad stellen sich den Untoten auf dem Feld der Ehre entgegen.



Nach seinem ersten Abstecher ins US-Kino, „Hänsel & Gretel: Hexenjäger“, kehrt der norwegische Regisseur Tommy Wirkola in seine Heimat zurück, um seinem gefeierten Trash-Fest „Dead Snow“ eine Fortsetzung zu spendieren. Obwohl knapp 5 Jahre später entstanden, beginnt Teil 2 der Nazi Zombie Trash-Orgie nur wenige Augenblicke nach dem Finale von „Dead Snow“, und nachdem man die vergangenen Ereignisse noch einmal für vergessliche oder neue Zuschauer in einer schnellen Montage zusammenfasst, geht die Hatz auch schon weiter. Martin, der letzte Überlebende des Massakers, hat nach den Ereignissen weiterhin nur noch einen Arm und ist auch ansonsten nicht gerade in Bestform. Ihm an der Backe hängt, beinahe im wahrsten Sinne, Obernazi Oberst Herzog, welcher sich von Martin einfach nicht loseisen kann und sich durch die Seitenscheibe an dessen Fluchtfahrzeug krallt.

Eine Kollision mit einem entgegen kommenden LKW später, scheint das Problem gelöst und Martin landet kopfüber im Graben. Nur um einige Zeit später im Krankenhaus zu erwachen und Naziführer Oberst Herzog nun näher zu sein, als jemals zuvor. Die eifrigen Chirurgen im Krankenhaus haben Martin den bei der LKW-Kollision abgetrennten Arm des Zombie Anführers angenäht. Davon ausgehend, es wäre (trotz grauer Farbe und Anzeichen von Verwesung) Martins. Und wäre Martins Tag nicht schon schlimm genug, hält die Polizei ihn auch noch für einen durchgeknallten Psycho, der all seine Freunde und auch seine Freundin zerhackt und angeknabbert hat.

Basierend auf einer wahren Geschichte


Lieber Arm dran, als Arm ab. Frei nach dieser, in einem entscheidenden Detail veränderten Volksweisheit, ist Martin von nun an also wieder beidhändig unterwegs. Aber nicht erst ab diesem Moment offenbart der Film in welche Richtung es gehen soll, und dieser Pfad ist abgedreht, wirkt frisch und ist erfrischend unkonventionell und absolut inkorrekt. Denn „Dead Snow: Red vs. Dead“ will ganz offensichtlich kein simpler Abklatsch sein, oder nochmal dieselbe Geschichte erzählen. Dies wird sogar erwähnt. Anstatt also schlicht eine neue Gruppe in die Berge zu führen und diese von den Nazis verspachteln zu lassen, geht man einen neuen Weg, und bringt mit dem Zombiearm ein neues Element in die Handlung, und spielt dieses Ass im Ärmel fortan auch regelmäßig, unterschiedlich und siegesssicher aus.

Die Idee von Wirkola und seinen Co-Autoren ist dabei so einfach, wie genial und witzig, und bringt Nazi-Zombie-Killer Martin einen Schritt näher in Richtung von Kult-Dämonen-Jäger Ash aus der „Evil Dead“-Reihe. Denn natürlich hat die transplantierte Nazi Zombie-Gliedmaße ein weiterhin böses Eigenleben, und sorgt so für allerhand Tumult und Ärger. Gleichzeitig versorgt der second-hand Arm Martin aber auch u.a. mit einem eisernen Schlag, der perfekt geeignet ist, um Zombieschädel zum platzen zu bringen. Und genau das folgt auch, denn nach einer aberwitzigen und blutigen Flucht aus dem Krankenhaus, und weg von der Polizei, folgt die ebenso witzige und noch mit viel mehr Blut getränkte Verfolgung der Nazis. Alsbald bekommt Martin hierbei u.a. Unterstützung aus den USA, denn ein gesamtes Zombie-Squad ist nach Norwegen gereist.

Dead Snow ist Norwegens Oscar-Hoffnung für 2015


Viel mehr darf an dieser Stelle zur Handlung gar nicht verraten werden, denn der Film schlägt noch einige Haken, strotzt vor bekloppten und urkomischen Ideen und diese sollten idealerweise unvorbereitet gesehen werden. Es sei nur soviel gesagt: Was im restlichen Film folgt, ist eine aberwitzige Mischung aus Cartoon-artiger Gewalt und Action, gemischt mit Blut, schrägem und schwarzem Humor, ebensolcher Situationskomik und voll von allerhand aberwitzigen Ideen, in die u.a. ein Nazi-Zombie-Doktor, improvisierte Benzinschläuche sowie „Star Wars“ und weitere Meta-Anspielungen involviert sind. Ganz nebenbei bekommt dann auch noch der US-Hurra-Patriotismus einen rechten Haken mit, und eine Einführung in kreative Gedärmkunst ist ebenso drin, wie eine großartige Liebesszene, die romantischer kaum zu inszenieren ist. Es ist eben ein Sequel der Machart höher, schneller, weiter, denn bei „Dead Snow: Red vs. Dead“ erscheint alles eine Spur härter, lauter, abgedrehter und blutiger. Dafür (noch) weniger ernst und ab und an droht man auch, ins niveaulose abzudriften, bekommt aber meist noch rechtzeitig die Kurve, und unterm Strich bekommt der Zuschauer einen absolut nicht politisch oder moralisch korrekten Film. Aber wer erwartet das denn auch bitte, wenn er mit Knabbereien und Bier gewaffnet, in das Sequel zu „Dead Snow“ marschiert. „Dead Snow“ Nummer 2 traut sich halt was, ist unkonventionell und schert sich nicht um die Konsequenzen oder Moralvorstellungen. Halt entsprechend der den Zombies allgemein innewohnenden Einstellung. Und so verwundert es auch nicht, hier wirklich absolut keine Personen-Gruppe auf der sicheren Seite zu wissen. Kinder, Rentner und Rollstuhlfahrer inbegriffen. Ab und an geht diese Scheiß egal, wir machen es einfach Haltung wie gesagt zwar grenzwertig weit, aber richtig böse kann man Regisseur Tommy Wirkola irgendwie trotzdem nicht sein, denn dafür steckt da zu viel Augenzwinkern und Herz hinter, ist zu cartoonhaft und macht auch einfach zu viel Laune. Speziell in einem gut gefülltem Kinosaal, und unter Gleichgesinnten.

Fazit:

Jesus, Maria und Josef Stalin: „Dead Snow: Red vs. Dead“ strotzt vor kreativen Kills, ist herrlich böse, saukomisch und macht aus dem Mehr an Budget auch ein Mehr an Film, und dürfte für Zombie und Trash-Freunde ein Leckerbissen mit tiefschwarzer Seele sein. Teil 2 ist ein mindestens ebensolcher Spaß wie das Original, nimmt sich dabei absolut nicht ernst und will im Kino gesehen werden.

8,0 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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