BG Kritik:

Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere


von Daniel Schmitt

The Hobbit - The Battle of the Five Armies (US, 2014)
Regisseur: Peter Jackson
Cast: Ian McKellen, Martin Freeman, Richard Armitage, Orlando Bloom

Story:
Nachdem die Zwerge den Drachen Smaug erweckt und verärgert haben, fliegt dieser in Richtung Seestadt davon. Dem Thronfolger Thorin ist das Schicksal der ahnungslosen Menschenbürger scheinbar gleichgültig und so versucht Bilbo, rechtzeitig Hilfe zu vermitteln. In der Zwischenzeit bereitet sich Saurons Armee darauf vor, Menschen, Zwergen und Elben den Krieg zu erklären.

Eine Triggerwarnung für epilepsiekranke Zuschauer. Ungefähr bei der 45 Minuten Marke, gibt es starke Stroboskopeffekte und schnelle Schnitte.

Peter Jackson führt mit „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere„ seine neuste und letzte Trilogie im Mittelerde Universum zu seinem Ende. Bei „Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs“ war das Budget groß, die Tränen flossen reichlich und die Fans waren traurig dass es vorbei war. Hier war das Budget ebenfalls groß, Tränen flossen vermutlich irgendwo auch aber traurig ist niemand so wirklich, denn die Trilogie stand von Anfang an unter einem schlechten Stern. Wahre Fans haben sie geliebt, andere haben sie zerrissen oder gleich ignoriert. Eines ist jedoch klar. An „Herr der Ringe“ kam „Der Hobbit“ nie wirklich ran. Weder bei Fans, noch bei den Kritikern und „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“, konnte daran leider nichts mehr ändern.

Die Trilogie kostete zusammen über 600 Millionen Dollar


Der dritte Teil, der Trilogie der Verfilmung des Buches „Der Hobbit“ (Daran gewöhnt man sich nie), schließt sofort an das Ende des zweiten an. Der Drache Smaug (Benedict Cumberbatch) stürzt sich auf Esgaroth die Stadt im See. Die Menschen fliehen und kämpfen um das nackte Überleben. Geführt von Bard (Luke Evans) suchen sie Zuflucht in der Stadt Thai bei Erebor, beim einsamen Berg. Dieselbe Kulisse wie schon im zweiten Hobbit Film. Thorin (Richard Armitage) kämpft mit dem Wahnsinn, denn das Gold übt einen bösen Einfluss auf ihn aus, Bilbo (Martin Freeman) versteckt etwas und Gandalf (Ian McKellen) ist ein Gefangener der bösen Kräfte Mittelerdes. Im Gegensatz zu den ersten Hobbitfilmen, bleibt der dritte Film fast durchgängig vor dem einsamen Berg. Das wäre ja nicht schlimm aber optisch gibt weder der Berg, noch die Städte davor viel her. Auch fühlt es sich nicht mehr an wie ein Film im Mittelerde Universum, denn was in jeder der beiden Mittelertetrilogien ikonisch gewesen ist, war die Reise. Diese ist hier schon zu Beginn des Films beendet. Auch ist die Optik allgemein nicht sehr gelungen. Eher schon fast übertrieben. Die Computereffekte sind natürlich sehr gut, betten sich in die Umgebung ein aber das gesamte Bild ist mit einem Weichzeichner bedeckt, welcher einen fast Schneeblind werden lässt. Das Bild ist hell, weich, kantenfrei. Selbst die Szenen ohne Animationen, auch wenn diese kaum vorhanden sind. Spätestens bei den zahlreichen Schlachtszenen, wirkt der Film wie eine große Rendersequenz eines modernen Videospiels. Dieser Stil kann durchaus Freunde finden aber die große Welt von Mittelwerde wirkt dadurch kleiner, gleicher und weniger differenziert.

Dabei gibt es durchaus schöne Bilder. Das Auftreten der einzelnen Heere, Bards Duell mit Smaug, Thorins Kampf mit dem Wahnsinn und fast alles was Bilbo anstellt, stellen die Highlights dar, auch wenn keines davon wirklich erinnerungswürdig ist. Was die Charaktere betrifft, stehen gerade Richard Armitage als Thorin und Luke Evans als Bard groß im Mittelpunkt. Thorins Kampf mit dem Wahnsinn verursacht durch die Gier, in dem er doch glatt einen Krieg vom Zaun bricht und Bards Bemühen für seine Mitbürger zu sorgen, dominiert den Film. Gandalfs Kampf gegen die dunklen Kräfte Mordors und Bilbos Rolle in den Geschehnissen gehen dafür unter. Gerade letzteres ist äußerst schade, da Bilbo die eigentliche Hauptfigur darstellt und Martin Freeman durchaus versteht die Rolle sympathisch zu verkörpern. Thorin und Bard sind aber nicht das Problem.

Billy "Pippin" Boyd singt das Abspannlied.


Peter Jackson hielt es wohl für wichtiger, die vielen „Herr der Ringe“ Anspielungen einzubauen, da man sonst vollends vergessen könnte, dass der Film im selben Universum spielt. Außerdem hielt er es für notwendig, Tauriels (Evangeline Lilly) deplatzierte, kitschige Dreiecksliebesgeschichte, die nirgendwo hinführt weiterzuspinnen und Legolas (Orlando Bloom) geradezu lächerlich, alberne Elbenaction vollführen zu lassen. Stunts, gänzlich computergeneriert, welche im Vergleich jeglichen Klamauk aus den „Herr der Ringe“ Filmen bodenständig erscheinen lässt. Diese Momente stören einfach nur die Dramatik des Films und nehmen den wirklich Hauptfiguren der Handlung wichtige Zeit weg.

Handlung gibt es allgemein nicht sehr viel. Wie bei jeder Filmreihe, dessen letzter Part geteilt wird, gibt es nur noch den finalen Kampf zu inszenieren und sonst nichts zu erreichen. Ein Hollywood Trend des modernen Kinos, welche einen guten Film in zwei Passable trennt, nur um die Kuh weiter melken zu können. Spätestens bei „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“ wird es klar, Jackson hat die Filme nicht geteilt, da die komplexe Geschichte es erfordert hat. Drei Filme sind einer zu viel. Insgesamt ist „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“ aber auch kein schlechter Film. Er ist der schwächste der Trilogie aber bringt ihr immerhin ein akzeptables Ende, welches sich im Großen und Ganzen sehen lassen kann. Ob er aber auch ein würdiges Ende für das Mittelerde Universum darstellt, ist eine andere Frage.

Fazit:

„Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“ ist eine optisch übertriebene Heerschau mit sehr guten Schauspielern und starken Momenten, allerdings auch mit weniger glücklichen Entscheidungen seitens Peter Jackson, wie zum Beispiel Orlando Bloom. Für Freunde von Mittelerde eine Pflicht aber für alle anderen keine Notwendigkeit.

6 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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