BG Kritik:

Der Marsianer


Seit 6 Jahren bei BG. Er hat Geschichte, Soziologie und Anthropologie studiert und ist ebenfalls als Autor tätig.

The Martian (USA 2015)
Regisseur: Ridley Scott
Cast: Matt Damon, Jessica Chastain, Jeff Daniels, Kate Mara, Chiwetel Ejiofor

Story:
Aufgrund eines schweren Sturms ist die Mannschaft der Hermes gezwungen, ihre Mission abzubrechen und die Marsoberfläche zu verlassen. Im Tumult der Evakuierung geschieht ein Unfall, wodurch man annimmt, dass der Astronaut Mark Watney getötet wurde. Die Mannschaft ist gezwungen ihn zurück zu lassen, jedoch hat Mark überlebt und ist allein auf dem Mars gestrandet. Nun liegt es an ihm, so lange zu überleben, bis die NASA ihn retten kann.

Rettet Mark Watney vor schlechten Untertiteln.

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Ridley Scotts neuester Film „Der Marsianer“ ist die Verfilmung des Debütromans von Andy Weir. Ein amerikanischer Softwareingenieur, der sein Buch so authentisch wie nur möglich gestaltet hat. Erst im Selbstverlag erschienen, wurde es innerhalb kürzester Zeit zum Bestseller und damit für Hollywood interessant. Das Buch war intelligent, wissenschaftlich, spannend, dramatisch, humorvoll und all das, ohne Laien zu überfordern. Eine filmische Umsetzung war demnach ein ambitioniertes Ziel. Eines, das man Ridley Scott in früheren Jahren eher zugetraut hätte als heute, denn seine neueren Filme wie „Prometheus“ ließen durchaus zweifeln. Tatsache ist, er kann es noch!

Im Vordergrund von „Der Marsianer“ steht die Wissenschaft. Der Funk ist zerstört, die Kommunikation ist erschwert, die Nahrungsmittel reichen nicht aus und Watney muss versuchen, eine neue Nahrungsquelle zu finden. Er muss sich mit Wissenschaft zu helfen wissen, und das ist das Grundthema des Films: Wissenschaft ist cool! Wie schon im Buch weiß sich der Botaniker und Ingenieur zu helfen, indem er sein Wissen anwendet. Bis auf kleinere Freiheiten, die man sich genommen hat, ist sein Handeln so realistisch wie möglich, da sich das Produktionsteam sowohl mit Autor Weir, als auch mit der NASA selbst abgesprochen hat. Dabei wurde, wie schon im Buch, Wert darauf gelegt, niemanden mit schwieriger Wissenschaftssprache zu überfordern, oder gar belehrend wirken zu wollen.

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Watney sitzt allein auf dem Mars fest. Nun könnte er verzweifeln und der Film könnte ein durchweg dramatisches und vielleicht sogar deprimierendes Spektakel werden, aber die Autoren und Scott sehen es anders. Watney ist der Clown seiner Mannschaft und hält seine eigene Moral aufrecht. „Der Marsianer“ ist nicht nur spannend und clever, er ist außerdem witzig. Watneys Humor zieht sich durch den gesamten Film und erheitert beinahe jeden Moment. Beispielsweise ist für Watney das größte Problem weder der Sand, die Strahlung oder die mangelnden Nahrungsmittel, sondern, dass die einzige Musik auf dem gesamten Planeten die zurückgelassene Discomusik-Sammlung seines Commanders (Jessica Chastain) ist. Demnach wird auch der gesamte weitere Film immer wieder mit seltsam passender Discomusik von unter anderem ABBA unterlegt, was die Stimmung positiv belässt. Dennoch bleibt es auch in vielen dramatischen Momenten spannend. Matt Damon steht selbstverständlich im Vordergrund der Handlung und spielt durchweg grandios.

Während Mark versucht, sich selbst aus dem Marsdreck zu ziehen, bekommt die NASA langsam mit, dass er noch am Leben sein muss. Der Film schaltet hin und her, zwischen den Anstrengungen der NASA und der von Watney. Dabei beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn Watneys Lebenszeit auf dem Mars ist begrenzt. Sie müssen ihn erreichen, bevor seine Vorräte zuneige gehen. Ohne groß weitere Handlungsverläufe zu verraten, lässt sich über „Der Marsianer“ nichts mehr viel sagen. Einer der besten Science-Fiction Filme seiner Zeit und einer der besten Ridley Scott Filme seit Jahren. Der Film ist eine Liebeserklärung an die Raumfahrt, an die Wissenschaft, die Zusammenarbeit zwischen Menschen und an den Pioniergeist. Die Kenner des Buches werden möglicherweise leicht enttäuscht sein, da viele Momente überhaupt nicht enthalten sind, doch in seiner Gesamtkonzeption ist er eine hervorragende Umsetzung. Vieles andere wird jedoch auf dem offiziellen YouTube Kanal ergänzt und es soll einen Director’s Cut mit über 20 Minuten mehr Material geben.

Fazit:

„Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ ist mehr Science als Fiction und eine grandiose Mischung aus Spannung und Humor. Laserkanonen und Raumschlachten sollte man nicht erwarten, aber einen sehr guten Cast, tolle Bilder und eine Menge Disco Musik aus den 70er Jahren.

9 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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