BG Kritik:

Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman


von Michael Herbst

Mr. Peabody & Sherman (USA 2014)
Regisseur: Rob Minkoff
Cast: Christian Berkel, Hella von Sinnen

Story:
Der sprechende Hund Mister Peabody ist ein genialer Professor, Erfinder, Sportler und Wissenschaftler, der sich einen Menschen adoptiert hat. Raufbold Sherman, so dessen Name, will seiner Mitschülerin Penny imponieren und reist mit Peabodys Zeitmaschine durch die Zeit.

Ein sprechender Hund als strenger Naturwissenschaftler, der seinen Sohn aus verschiedenen Epochen retten muss?

Basiert auf der Serie Rocky und Bullwinkle


Wir leben in einer Luxuszeit der Animation. Man darf sich überlegen, wie viele animierte Filme gibt es heuer, die für jedes erdenkliche Alter ausgelegt sind? Früher stempelte man den meisten Zeichentrick verdienterweise als Kinderkram ab. Heute muss sich kein Erwachsener schämen, ohne Kindbegleitung in einen neuen Disney oder Pixar zu gehen.

Alles, was Kinder sehen wollen ist drin: eine leicht zu verstehende Handlung mit einer schönen Lektion, stilisierte, überzogene Charaktere, alberne Tierchen. Viel Action, viel Spaß. Was die Animationsschmieden in den letzten 15 Jahren brav gelernt haben, ist einen Spagat zu schaffen. Alles, was Kinder wollen ist drin, aber das was Ältere nicht ertragen, nicht. Keine piepsigen Nervfiguren, keine hektischen Bilder, keine zu versimpelten Konzepte. Viel mehr haben sie oft subtile Andeutungen oder doppeldeutige Witze, die man erst als älterer versteht.

Hella von Sinnen spricht eine der Figuren


Der lange Prolog soll vorsichtig klarmachen, dass Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman die Zeitmaschine anschmeißt und zurück führt in genau die Zeit, in der animierte Filme primär für Kinder waren. Sein Herz hat er am rechten Fleck. Die Freundschaft zwischen einem Jungen und seinem Hund ist etwas Besonderes und dieser Film versucht mit Sci-Fi, Hund und Elternteil miteinander zu einer neuen Figur zu kombinieren. Das Resultat fällt jedoch überaus oberflächlich aus. Nach kurzer Recherche scheint es, als habe Mister Peabody im Original in der Fernsehserie, auf der es basiert, einen spöttischen und leicht zynischen Humor, der auch Erwachsene erreicht. In der deutschen Kinofassung ist davon aber nichts zu hören. Der antromorphe Hund mit der Brille ist ein disziplinierter Spießer-Papa. Die Beziehung zwischen den beiden bekommt keine Tiefe und dass ausgerechnet das böse Jugendamt die beiden voneinander trennen will, ist ein denkbar uninteressantes Gegenspiel.

Der Rest des Films versucht angestrengt zu unterhalten. Jede Minute eine Pointe, einen Verweis auf die Unterhaltungsbranche, eine Actionszene, Musik oder ein starker Ausdruck. Einstein, Da Vinci und die Gründungsväter werden veralbert, in Ägypten und Troja gibts jede Slapstick. Manches davon ist zweifellos lustig, auf Dauer fühlt man sich aber, als schnippe Rob Minkoff nervös um Aufmerksamkeit. Vergleichbar ist das mit Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen und Madagascar, auch zeichnerisch. Viele Elemente fallen einfach aus, ohne größere Details, aber auch ohne diesen speziellen Funken zu haben, den es im ebenfalls einfach entwickelten Ich - unverbesserlich zu finden gibt. Es ist hochwertig gemacht und in gutem 3D, es fehlt aber der gleiche Feinschliff, der auch an Handlung und Herz fehlt.

Fazit:

Muntere, turbulente Geschichtsstunde, nur halt nicht für die ganze Familie. In Gegenwart der warmherzigeren, lustigeren, besser gemachten Konkurrenz durchaus unterwältigend, aber alle Male besser geeignet als der kürzliche Tarzan.

5 / 10
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