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KRITIK:
DIE ETWAS ANDEREN COPS
von
Christian Mester
THE OTHER GUYS (2010)
Regie: Adam McKay
Cast: Will Ferrell, Mark Wahlberg
Story:
Danson (The Rock) und Highsmith (Samuel L. Jackson)
sind die toughesten Motherfucker ihres Bezirks, nur
leider nicht tough genug, um einen coolen, aber
vollkommen sinnlosen Sprung von einem mehrstöckigen
Gebäude zu überleben. Jetzt müssen Schreibtischtäter
Allen (Will Ferrell) und der klein geratene Terry
(Mark Wahlberg) die Weltrettung übernehmen - oder
zumindest übliche Polizeiarbeit erledigen.
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Mit McKay drehte Ferrell bereits ANCHORMAN,
RICKY BOBBY und DIE STIEFBRÜDER |
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Kritik:
Obdachlose, die Helden mit Sexorgien in ihren Autos
drohen, eine stille Flüsterschlägerei auf einer
Totenandacht und Cops, die im Schmerz mit
Muttermilch gestillt werden wollen (?) - derartigen
Vollblödsinn gibt es nur in richtig guten
Komödien. "Die etwas anderen Cops" ist das über
weite Strecken und ist mit derart unterhaltsamen
Schwachsinn gefüllt, dass man einige der Szenen
womöglich noch in Jahren zitieren wird.
Dass das Comedy-Duo Ferrell und McKay mittlerweile
ein eingespieltes Team ist, bleibt nicht zu
übersehen. Neben ihrem wohl einzigen Fehltritt
"Ricky Bobby - König der Rennfahrer", der wohl nur
waschechte NASCAR-Fans wirklich erreichen konnte,
harmonierten sie bereits im unterschätzten "Anchorman:
Die Legende von Ron Burgundy" und dem herrlich
idiotischen "Die Stiefbrüder". Wie schon im letzten
gemeinsamen Film hält sich der ansonsten oft
aufdringlich laute Ferrell auch dieses Mal zurück.
Der stets für jeden Blödsinn zu Habende spielt sich
hauptsächlich als abgestumpften Spießer und
Bürohocker, nur um immer wieder als seine zweite,
völlig unsinnige Persönlichkeit, einer brodelnden
Zuhälter-Vergangenheit mit Namen Gator wirkungsvoll
zu explodieren. Er ist einer der besten seines Fachs
und beweist auch hier wieder, dass kaum jemand
kompletten Blödfug so ernst an den Mann bringen kann
wie er.
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Mit FASTER und THE FAST AND THE FURIOUS 5
hat The Rock gleich zwei neue Actionfilme in der Mache (die
nicht miteinander verwandt sind) |
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An seiner Seite
hätte wahrscheinlich bestenfalls ein Non-Genre
Gesicht wie Christian Bale agiert, aber McKays Wahl
ist dann doch eine absehbare. Mark Wahlberg
harmoniert mit seinem größeren Partner, überrascht
aber nicht sonderlich, da er ähnliches schon
gespielt hat. Hier greift er teilweise auf seine
bislang beste Performance in "Departed: Unter
Feinden" zurück, indem er immer mal flucht und böse
mit seinen kurzen Armen herumfuchtelt, muss sich
aufgrund des US PG-13 Ratings allerdings in seiner
Wortwahl zurückhalten (weswegen er auch mal spontan
entschlossen Ballett-Pirouetten dreht). Er spielt
also teilweise relativ ernst, was jedoch gegen ihn
arbeitet: es erinnert an Wahlbergs schwächere
Actionausflüge ("Max Payne") und ist nicht immer die
Parodie, die der Film anstrebt.
Der Film ist trotz anderer eine Zwei-Mann-Show, denn
"Punisher: War Zone" Ray Stevenson (nach
"The Book of Eli" schon wieder verschwendetes
Talent) und Steve Coogan aus
"Tropic Thunder" spielen austauschbare,
langweilige Bösewichte, die auch die nur kurz
auftauchenden Jackson und Rock eiligst vermissen
lassen. Ex-Batman Michael Keaton (der übrigens
eigentlich Michael Douglas heißt und diesen Sommer
Barbies Ken in
"Toy Story 3" sprach) taucht kurz vor seinem
60sten Geburtstag als Polizeichef auf und lässt in
Gedanken rufen, dass seine letzte Hauptrolle in
"White Noise" erschreckende fünf Jahre zurückliegt.
Eva Mendes hingegen scheint die Rolle ihres Lebens
erwischt zu haben, da sie augenzwinkernd mitspielt
und es ausnahmslos genießt, plakative Eyecandy zu
sein.
Humor ist gewiss
Geschmackssache und wer es gern mal etwas bescheuert
hat, kommt hier vollkommen auf seine Kosten; wer
anderen, eventuell logischeren oder anspruchsvollen
Humor bevorzugt, hält also Abstand. Es ist die
typische Ferrell-Schiene, die man entweder mögen
oder abwinken kann, wobei der Film knapp zur
besseren Hälfte seiner Komödien gehört. McKay kommt
dabei auf die verrücktesten Ideen und strengt sich
vor allem an, seine Einfälle immer wieder zu
variieren. Es gibt viele Running Gags, aber es wird
so planlos von Slow-Motion Partyszene zu gestellter
Verdoofung (Ferrell und Wahlberg lassen sich gleich
dreimal hintereinander bestechen und merken es
nicht) zu todernsten Unsinnsdiskussionen gewechselt,
dass sich nichts festfährt. Insgeheim bleibt das
Gefühl, dass die vielen verrückteren Szenen, die
alle meist erst kurz sacken müssen und oftmals
spontan improvisiert wirken, erst so richtig beim
zweiten und dritten Mal funktionieren.
Trotz allen Lobes gibt es einen gehörigen Dämpfer,
denn trotz einer Länge (Kürze?) von 107 Minuten gibt
es oftmals merkliche Pausen zwischen den Gags und
eine allgemeine Gelassenheit, die so nicht hätte
sein müssen. Die Action des als Action-Komödie
eingeteilten Films ist selbst eigentlich nicht der
Rede wert. Es kracht zwar viel, vieles wird
genrebedingt ramponiert, aber alles bleibt Fahrtwind
für Spaß. Für die Action sollte man nicht hinein.
Fazit:
Herrlich sinnfreie Copkino-Farce, die (leider nur)
teilweise kultverdächtig genial ist.
6,5 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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