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Kritik:
Die fast vergessene Welt


von Christian Mester

Land of the Lost (2009)
Regie: Brad Silberling
Darsteller: Will Ferrell, Danny McBride, Anna Friel

Story:
Rick Marshall (Will Ferrell) sieht sich selbst als den weltbesten Feldforscher, seine Branche allerdings hält ihn für einen völligen Versager. Seine Chance, sein Image aufzubessern scheint zu kommen, als er mit zwei Bekannten in einer Parallelwelt voller Saurier landet...

Kritik:
Keine Frage, Will Ferrell hat sich mittlerweile als einer der beliebtesten Stars der Comedy-Szene etabliert. Mit schrägen Komödien wie "Die Stiefbrüder", "Anchorman: Die Legende von Ron Burgundy" oder "Old School - Wir lassen absolut nichts anbrennen" beanspruchte der 1,90m große Scherzkeks Lachmuskeln und wurde für seine Fans das, was Jim Carrey früher einmal in den 90ern war - ein Garant für gute Unterhaltung. Bislang waren Ferrells Filme inhaltlich aber noch sehr bodenständig, da er hauptsächlich gewöhnliche Dinge des Alltags verblödelte. So spielte er unter anderem einen debilen Rennfahrer, einen glücklosen Supermarkt-Weihnachtself, einen verrückten Fernseh-moderator, ein 40jähriges Kind mit Reifeproblemen und einen legendären Party-Großmeister.

"Die fast vergessene Welt" ist für ihn nun ein recht gewagter Schritt, denn die teure und abgedrehte Fantasy-Komödie verlässt die Grenzen der Realität und spielt in einer surrealen Parallelwelt, in der es Saurier, riesige Krabbelviecher und viele andere seltsame Wesen gibt. Das Ganze basiert auf der bekannten alten TV-Serie "Im Land der Dinosaurier", die Anfang der 90er Jahre im deutschen Fernsehen lief und vor allem für ihre lachhaften Kostüme bekannt war. Zeit also, das zu veralbern? Wie zu erwarten war, ist Will Ferrell selbst mal wieder hervorragend. Äußerst amüsant spielt er den trotteligen Dinoforscher, der zwar immer wieder Gutes im Sinn hat, es aufgrund Pech und völliger Planlosigkeit aber immer wieder vermasselt. Ständig versucht er, als höchst vorbildlicher Erklärbär seinen Mitreisenden gegenüber als smarter Überlebensexperte aufzutreten, was aber natürlich kein einziges Mal hinhauen will. Selbstredend enden seine Vorschläge immer in einem Desaster, weswegen sie unentwegt von vor Sabber triefenden Fleischfressern gejagt werden, in Dinofäkalien baden und am laufenden Band um ihr Leben rennen müssen.

Für uns bedeutet das erfreulicherweise reichlich Action am laufenden Band, die darüber hinaus auch noch sehr gut gemacht ist. Seit "Jurassic Park 3" hat es wohl keine so überzeugenden Dinosaurier mehr im Kino gegeben und auch wenn der Film sich hinsichtlich des Genres insgesamt nicht allzu ernst nimmt und bloß auf einfache Späße setzt, ist er relativ aufwendig gemacht. Highlight des Films ist dabei ein engstirniger Tyrannosaurier, der die Truppe andauernd verfolgt und mit seinen lautstarken Auftritten für Spektakel sorgt.

Im Zuge der Action traut man sich dabei netterweise auch, jede Menge doppeldeutige Witze anzubringen, sodass das alberne Abenteuer nicht - wie etwa "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde 3-D" aus dem letzten Jahr - ausschließlich auf Kinder ausgerichtet ist. Die Geschichte hat zudem immer wieder nette Überraschungen in petto und wird bis zum Ende niemals langweilig, da es immer wieder neue unterhaltsame Gefahren und Konfliktsituationen gibt. Verpackt wird sie in einer zugegebenermaßen recht platten Pseudo-Science-Fiction-Rahmenhandlung, die inhaltlich bestenfalls an die Folgen der alten "Raumschiff Enterprise" Fernsehserie erinnert und die Regeln der Physik zum Selbstzweck überspannt. Letztendlich kommt es natürlich darauf an, ob man mit der typischen Comedy Ferrells an sich gut auskommt. Wer seine bisherigen Werke nicht sonderlich spaßig fand, der wird auch wohl mit seinem neuesten nicht viel anfangen können, da es im Grunde wieder das gleiche, nur in anderem Milieu ist, mit ähnlich überzogenen Grimassen, stupiden Momenten und albernen Phrasen.

Wirklich nicht gelungen ist allerdings der größte Teil der restlichen Besetzung, denn vor allem Chaka ist nicht ganz so lustig wie er sein könnte und Marshalls Begleitung ist mehr Bildfüller als sinnige Ergänzung. Sie scheinen hauptsächlich dabei zu sein, damit Marshall jemanden zum unterhalten hat, denn ohne ihn wäre der Rest wohl nur marginal erträglich. Vor allem der mitgereiste Spielzeugverkäufer, gespielt von Danny McBride, der schon in "Ananas Express" und "Tropic Thunder" nicht sonderlich lustig war, lässt sehr zu Wünschen übrig.

Insgesamt ist es ein sehr bunter, actionreicher und unterhaltsamer, aber auch oberflächlicher und unrealistischer Fantasy-Spaß, für den man eine gewisse Offenheit mitbringen muss. Wer die aufbringen kann, wird positiv überrascht, alle anderen warten besser auf den nächsten "Jurassic Park".

Fazit:
Ferrells neuer ist ganz amüsant, bringt allerdings keine echten Highlights mit und kann auch auf DVD gesehen werden.

5 / 10 

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