BG Kritik:

Doktorspiele


von Michael Herbst

Doktorspiele (DE, 2014)
Regisseur: Marco Petry
Cast: Merlin Rose, Max von der Groeben, Ella Maria Gollmer

Story:
Andi wird noch immer von seinem Kindheitstrauma verfolgt: als Kind sah seine Freundin Lilly sein bestes Stück und deklarierte es als unfassbar klein, seitdem ist er extrem schüchtern und unsicher. Beste Voraussetzungen, um sich an die Klassenschönheit Katja heranzumachen…



Die nächsten Harten Jungs.

Regisseur Petry drehte auch einen der ProSieben Funny Movies...


Wenn Teenagerkomödien funktionieren, drehen sie sich zumeist mit jeder Menge Humor um die vielen Tücken der Pubertät. Die Sorge, nicht scharf genug zu sein, das Unwissen mit dem anderen Geschlecht umzugehen und dem ständigen Vergleich mit anderen, die schon so viel weiter sind. Regisseur Marco Petry zeichnete sich bereits für einen anderen Jugendlichenfilm verantwortlich, Schule, der etwa zu gleichen Zeit wie American Pie erschien, mit dem beliebten US Hit aber nicht mithalten konnte.

14 Jahre später inszeniert er nun was relativ vergleichbares, hat aber leider nicht viel dazu gelernt. Doktorspiele fällt zunächst anders aus als Schule, hat aber eklatante Schwächen. Zwar kümmert sich Petry um das wichtigste, seine jungen Darsteller durch möglichst viele aberkomische Peinlichkeiten zu jagen und schreckt dabei vor keiner Penis- oder Schamhaarzote zurück, doch ist es die Inszenierung des Humors, an der es zu oft zwickt. Dass es oft grober Humor ist, ist dabei sogar hilfreich, aber Petry inszeniert eine komische Mischung aus Slapstick und Spießerhumor, als würde Matthias Schweighöfers saubere Neubaureihenhausbesitzerkomödien mit American Pie kollidieren. Manches wird witzig, aber das Gesamtkonstrukt wirkt wie ein Frankenstein-Monster, zusammengesetzt aus seltsamen Humorbausteinen. Dass Marco Petry mal selbst einen der unsäglich unlustigen ProSieben Funny Movies inszeniert hat, kommt da wieder zutage. Verglichen mit seinem alten Film Schule setzt Doktorspiele weniger auf ernste Momente, was auch gut ist, da diese alle schwach ausfallen.

... und den Film Schule von 2000


Das Drehbuch des Films ist typisch und gute Teenagerkost. Andi checkt nicht, dass er vollkommen okay ist so wie er ist, er checkt nicht, dass die blonde Traumfrau nichts für ihn ist und er stattdessen von einer anderen hübschen Freundin beseufzt wird. Die gesamte Schauspielgruppe um Jannis Niewöhner, Ella Maria Gollmer, Max von der Groeben und Merlin Rose macht einen tadellos lebhaften Job, auch wenn man ihnen ansieht, dass sie mit einer Sache große Probleme haben. Die gesprochene Jugendlichensprache ist völlig unauthentisch. Fack ju Göhte mags letztes Jahr übertrieben haben, aber im Vergleich wirkt fast jeder flippige Spruch der jungen Doktoren pseudo, was vor allem deutlich wird wenn neue Begriffe versucht werden. Sorry, aber gegen Fack und Türkisch für Anfänger hat Doktorspiele da eher nen Kurzen. Doktorspiele hat Teens, Handys, Tablets und Apps, aber keinen Finger an der aktuellen Jugendlichenkultur.

Echte Jugendliche, die das verschmerzen und als komische Akzente abtun können, werden dennoch viel Spaß mit der klischeehaften Handlung haben, deren Klischeehaftigkeit man damit abtun kann, dass diese Prozesse halt immer wieder gleich ablaufen und für immer neue Generationen immer genau so relevant bleiben.

Fazit:

Für Jugendliche unter 18 ist Doktorspiele ein großer Spaß und der Charme mancher Akteure lässt sich nicht verleugnen, doch im Gesamtbild ist Doktorspiele zu gestellt wirkender Slapstick, als dass er unter all den anderen Teenie-Sexkomödien als die Empfehlung herausragen würde.

4,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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