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KRITIK:
DUELL DER MAGIER
von
Christian Mester
THE SORCERERS APPRENTICE (2010)
Regie: Jon Turteltaub
Cast: Nicolas Cage, Jay Baruchel
Story:
Es waren einmal drei mächtige Magier: Balthazar
(Nicolas Cage), Veronica (Monica Bellucci) und Maxim
(Alfred Molina). Zusammen kämpften sie unter Führung
des legendären Obermagiers Merlin gegen die Hexe
Morgana, die 760 nach Christus plante, die Welt zu
unterjochen. Die drei Guten behielten die Oberhand,
bis sich Balthazar eines Tages in seine hübsche
Arbeitskollegin verliebte. Ein Problem, denn der
eifersüchtige Maxim wechselte kurzerhand die Seiten
und half, den großen Merlin zu erledigen.
Balthazar sperrte Maxim für tausend Jahre in eine
Urne ein und begann fortan, Merlins würdigen
Nachfolger zu suchen. Im Jahr 2000 findet er ihn im
jungen Schüler Dave, wird dann jedoch durch einen
Zauberspruch mit zu seinem Gegner gesperrt. Zehn
Jahre später sind beide wieder frei und sofort
wieder auf der Suche nach dem Auserwählten, der
mittlerweile ein nerdiger Physikstudent (Jay
Baruchel) ist.
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Der Film basiert auf dem Disney-Klassiker
FANTASIA |
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Kritik:
Nic Cage war in diesem Jahr schon zweimal auf der
großen Leinwand zu sehen und konnte beide Male
überzeugen. Im schrägen "Bad Lieutenant 2: Cop ohne
Gewissen" spielte er einen abgehalfterten Polizisten
auf Drogen, im lustigen
"Kick-Ass" einen Batman-Nachahmer, der seine minderjährige Tochter
zur Elite-Killerin ausbildet. "Duell der Magier"
sollte nun sein größter Film des Jahres werden, da
die 150 Millionen Dollar teure Jerry Bruckheimer
Produktion als einer der wichtigsten Sommer
Blockbuster gedacht war.
Alles sah nach einem Selbstläufer aus, denn mit
Regisseur Jon Turteltaub hatte Cage bereits seine
beiden erfolgreichen "Vermächtnisse" umgesetzt, der
am Film beteiligte Star-Producer und gute Freund
Jerry Bruckheimer hatte ihm bislang ebenfalls immer
Glück gebracht. Mit ihm hatte Cage bereits seine
Hits "The Rock - Fels der Entscheidung", "Nur noch
60 Sekunden", "Con Air" und die zwei besagten
Schnitzeljagden realisiert, die in Kürze auch wieder
fortgesetzt werden. Sequels hatte man auch für
"Duell der Magier" im Sinn, doch daraus wird wohl
nichts mehr. In den USA floppte Cages Simsalabim als
fauler Zauber - zu Recht?
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Es sollte weitere Teile geben,
doch der Film floppte in den USA |
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"Duell
der Magier" wird als der neue Cage beworben, sieht
man jedoch genauer hin, hält sich der
Ausnahmedarsteller dieses Mal bevorzugt im
Hintergrund auf. Er ist zwar den ganzen Film über zu
sehen und redet ausschweifend über Abrakadabra und
Hokus Pokus, doch als Supermagier Balthazar Blake
ist der ansonsten immer auffällige Schauspieler
dieses Mal überraschend unauffällig. Sein Blake
bleibt blass, hat bis auf sein Obdachlosen-Outfit
wenig Charakter und dürfte damit wohl eine der
oberflächlichsten Figuren sein, die Cage je gespielt
hat. Normalerweise darf man von Cage erwarten, dass
er entweder gut oder unterhaltsam schlecht ist, hier
bleibt er jedoch arg uneins. Oberflächlich darf man
auch den gesamten Film nennen, der sich
ausschließlich abgedroschener Klischees bedient.
Natürlich ist der Auserwählte ein
liebenswert-schusseliger Nerd, natürlich versuchen
die Bösewichte, die Weltherrschaft an sich zu reißen
(oder sie zu vernichten, sie wissen es selbst nicht
so genau), wieder geht es um abstruse Artefakte und
selbstredend gibt es noch eine Love-Story mit einem
Mädchen, das optisch zehn Ligen über dem Helden
spielt und, wie immer, mehr Set-Deko als echte Rolle
ist.
Baruchel, der schon in der niedlichen Romanze
"Zu
scharf um wahr zu sein" dieses Jahr recht charmant
auftrat, ist es hier erneut, auch wenn der
schlaksige 27jährige merkwürdigerweise schon wieder
dieselbe Rolle spielt. Nicht nur, dass er genau so
aussieht wie im Film zuvor, auch sein Schwarm
(Teresa Palmer) ähnelt seinem letzten (Alice Eve)
aufs Haar genau. Als unsicherer, netter Nerd mit
Heldenrolle ist er ganz nett und bekommt viele
Lacher, kann mit dem flachen Drehbuch aber nichts
anfangen. Im Gegensatz zu seiner kleinen Schmonzette
fehlt es hier vollkommen an Herz und Emotionen,
wodurch einem schlichtweg alles egal bleibt.
Weder
die Suche nach ihm als Retter der Menschheit, noch
seine Ausbildung, noch seine anschließende Prüfung
bleibt denkwürdig. Es gibt zwar immer wieder einige
lustige Szenen und Sprüche, aber das gesamte Konzept
ist weitab davon, selbst magisch zu sein. Da wäre
beispielsweise jene berühmte Szene aus dem berühmten
Disney Zeichentrickfilm "Fantasia", in der der faule
Zauberlehrling Wischmops zum Leben bringt, die dann
totales Chaos anrichten. Die Vorlage des Films mit
Mickey Mouse als Schüler ist bis heute sensationell,
da liebevoll, niedlich und lustig inszeniert. In der
hochmodernen Neuauflage sind es nun
computeranimierte Wischmops, die langweilig durch
die Luft wedeln.
Gelangweilt wirkt auch Alfred Molina, den meisten
wohl als Doc Ock aus "Spider-Man 2" bekannt, der
auch hier wieder den Hauptbösewicht mimen darf.
Seine persönliche Bindung zu Cages Figur, seine
Jahrhunderte währende Eifersucht bleibt völlig
ungenutzt. Als 0815-Standardbösewicht will er
grimmig die Welt vernichten, doch weil er das
scheinbar ohne echte Motivation verfolgt, wirkt es
nicht. Unterstützt wird er von einer handvoll
lumpiger Lakaien, die bis auf einen halbwegs
amüsanten Criss Angel Verschnitt allesamt wie
Statisten wirken. Sie haben noch weniger Charakter
als die ohnehin schon blassen Hauptfiguren und sind
ihnen überdies kein einziges Mal merklich
gefährlich.
Das ist ein weiteres Problem, denn obwohl es mal um
die Zerstörung, mal um die Eroberung der Erde geht
(das Drehbuch ist sich da selbst nicht ganz im
Klaren), kommt kein Gefühl einer tatsächlichen
Bedrohung auf. Die Weltrettung und das Bekämpfen
böser Magier wirkt weder schwierig, noch aufregend,
was vor allem in einem dramatisch gedachten, aber
recht langweiligen Showdown mündet. Vermutlich
versuchte Turteltaub, in etwa den Ton der ebenfalls
oberflächlichen, aber sehr unterhaltsamen "Die
Mumie" Filme zu treffen, verfehlt aber deren
Stärken. Was die Action betrifft, so gibt es jede
Menge Magierduelle, Kreaturen und Special FX, die
von Turteltaub allesamt solide umgesetzt sind. Auch
hier greift jedoch die große Kritik gähnender
Einfallslosigkeit. Egal, ob es Drachen,
Verfolgungsjagden in Spiegelwelten oder
Shoryuken-Duelle sind, alles wirkt emotionslos
heruntergespult und durchgekaut.
Fazit:
Nachdem
Bruckheimers amüsante Game-Verfilmung
"Prince of
Persia: Der Sand der Zeit" im Sommer zu Unrecht gefloppt war, kann man die nachfolgende Niederlage
seiner Magier nicht in Schutz nehmen.
Man kann dem Film zwar nirgends vorhalten, schlecht,
schlecht gespielt oder schlecht gemacht zu sein,
aber die strotzende kreative und emotionale Leere
des Films lässt doch sehr zu Wünschen übrig. Für
einen Film über Zauberei hat er selbst nichts
Bezauberndes.
4 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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