BG Kritik:

Dumm und Dümmehr


von Christian Mester

Dumb & Dumber To (US, 2014)
Redschissör: Farrelly Brüder
Kaahst: Jim Carrey, Jeff Daniels, Laurie Holden

Storie:
Nach 20 Jahren als sabbernder Invalide wacht Lloyd auf und schockiert Harry damit, dass seine gesamte Zeit als Pflegefall Verarsche war. Der aber hat eine Hiobsbotschaft zu beichten. Er braucht dringend eine Nierenspende. Da Lloyd nichts abgeben will, begeben sie sich auf einen Road Trip zu Harrys vergessener Tochter…

Ein Film, wie sich aus einem Gummi-Nashorn-Hintern zu drücken.

Jim Carrey gehörten die 90er. Er war der Dummschwätzer, der Cable Guy, die Maske, der Tierdetektiv Ace Ventura und hatte mit seiner gespaltenen Persönlichkeit ebenso zu kämpfen wie mit Batman und dessen Nippeln. Und jetzt ist er wieder da, mit dem gleichen Pottschnitt, den gleichen Klamotten und dem gleichen original Jim Carrey Grimassenzirkus. Carrey hatte sich ab den 2000ern verstärkt dem Dramenfach gewidmet und sich kurioserweise nie wieder zu seinen Wurzeln zurückgetraut, die ihm in den 90ern 20 Millionen Dollar pro Film einbrachten.

Haben sich kein Stück verändert: Harry und Lloyd


Es folgten noch weiter Komödien, aber an Werke wie Dick & Jane, Der Ja-Sager und Burt Wonderstone wird jedoch leider keine nennenswerte Karriere gemessen. Zum Jubiläum eines seiner größten Hits (und weil die Farrelly Brüder auch dringend mal wieder einen brauchen) gibt’s jetzt also Dumm & Dümmer 3 (2003 gabs mit dem Prequel Dumm & Dümmerer schon einen zweiten Film, aber ohne Carrey und Daniels). Und - Dumm 3 schlägt sich ganz gut. Doch, das ist eine beachtenswerte Reunion Tour geworden. So wie Lloyd aus Jahren der Lethargie aufschreckt, scheint auch Jim Carreys Comedyherz wieder reaktiviert zu sein.

Carrey und auch "Newsroom" Serienchef Jeff Daniels verschreiben sich ihren alten Rollen mit einem Eifer, mit der sich Oscar-Anwärter auf schwierige Dramenstoffe stürzen. Sie scheinen ihre alten Figuren genauestens eingeübt zu haben, verkörpern sie sie nicht nur perfekt, sie haben noch alte Angewohnheiten, Ticks und physischen Reaktionen drauf. Beide sind mit vollstem Enthusiasmus dabei und stürzen sich ohne zu Zögern auf alles, was ihnen die Farrellys antun. Die zwei haben in den letzten Jahren kreativ gepennt, haben für Dumm 3 aber viel lohnendes Zeug aus den Ärmeln geholt. Auch die beiden scheinen sich mit Dumm und Dümmehr also (endlich) zu rehabilitieren.

Den nächsten dann mit 72?


Wer den ersten Film nicht gesehen hat, muss den nicht noch erst sehen. Es lohnt eventuell, da manche Sachen aus dem ersten noch einmal aufgegriffen werden. Es kann aber auch den Spaß etwas schmälern. Nicht, weil Dumm 3 weniger lustiger wäre oder Carrey heut nicht weniger draufhätte, aber weil das Schema auffallend wiederholt wird. Wie in Teil 1 werden die beiden Teil eines Verbrechens, machen den Kriminellen unwissend das Leben schwer, verlieben sich und zanken, ärgern und versöhnen sich so nah, dass man die Filme vermutlich gleichzeitig abspielen könnte und die Szenen pünktlich zueinander passen. Es gibt sogar eine Traumsequenz wie im ersten, wo Carrey mit Bruce Lee Handkanten gegen einen Koch vorging. Hier sind es Ninjas, denen mit einer Peitsche Einhalt gewahrt wird. Die Farrelly Witze sind fast immer gelungen. Manche Kritiker schreiben, der Filme gehe zu sehr unter die Gürtellinie, da sogar Großmütter gefingert werden. Das ist im Prinzip wahr, ist in Harry und Lloyds Fall aber in einem anderen Licht zu sehen. Verharmlost wird es dadurch, dass Harry und Lloyd keine 50jährigen Perversen sind und nicht einmal 20jährige notgeile Stiffler, sondern harmlose Vollidioten mit dem Verstand von frechen 12jährigen. Es sind erwachsene Männer, die sich ins Fäustchen lachen wenn jemand „Brüste“ sagt. Hinzu kommt, dass sich auch schon der erste Teil recht derben Humors bediente. Die Katheterzerrungen und Furzattacken sind in diesem Dummversum nichts Neues, und wie in Teil 1 läuft nichts auf Gross-Out Ekelirrsinn hinaus. Das ist kein Jackass.

Den Hodencheck mit dem Original wird er jedoch nie gewinnen können. Was die Farrellys übersehen haben ist, dass in den letzten 15-20 Minuten des Films die Kondition weg ist. Die Gags werden überschaubar weniger, die Auflösung des Abenteuers schleppend in die Länge gezogen und man merkt, dass man all das hätte einkürzen müssen. Allerdings ist das nicht nur ein Problem dieses Films, sondern fast jedes Comedysequels. Bei fast allen Komödien gibt es strukturbedingt gegen Ende einen unnötigen Konflikt, der dann langweilig aufgelöst wird. Bei allen ersten Teilen nimmt man das hin, selbst der erste Film hatte eine schlechte Kernhandlung, aber bei Fortsetzungen wie dieser sind diese scheinbar notwendigen Punkte um einiges störender.

Fazit:

Buschclub! Carrey meldet sich mit einem gottseidank lustigen Dumm & Dümmer zurück, der allen Fans wie ein Geschenk des Himmels vorkommen müsste. Eine fabelhafte Slapstick-Parade. Wer noch nie was von den Dummen gesehen hat, wohl besser erst kurz trailern.

7 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel

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