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Kritik:
End of Watch


von Christian Mester

END OF WATCH
(2012)
Regie: David Ayer
Cast: Jake Gyllenhaal, Michael Pena

Story:
Brian und Mike mögen noch relativ jung sein, doch auf den rauen Straßen Los Angeles' sind sie bereits abgebrühte Cop-Veteranen, die routiniert Job nach Job erledigen. Als sie dabei dem Tun eines mexikanischen Kartells auf die Schliche kommen - das FBI vermeintlich offenen Spuren jedoch nicht nachgehen will, klappt Brian die Sonnenbrille hoch und lässt nicht locker...

Kritik:
Kaum ein anderer Filmemacher mag das Cop-Metier so sehr wie Regisseur/Autor David Ayer, der Training Day, Dark Blue, SWAT und The Fast and the Furious geschrieben, sowie Street Kings gedreht hat. Sein nächster hier nach? Ten, ein... richtig, ebenfalls rauer Cop-Thriller, mit Arnold Schwarzenegger als Markenträger. Ayer ist folglich ein relativ einsilbiger seines Fachs, als solcher allerdings, muss man ihm lassen, eine immerzu grundsolide Bank. Eine, die mitunter klasse Darbietungen aus Hauptrollen holen kann (siehe Denzel Washington in Training Day, Christian Bale in Harsh Times, Kurt Russell in Dark Blue) und sons tnie wirklich daneben greift. Die Zeichen standen also durchaus gut für seinen neuesten, End of Watch, da man sich bei Ayerschlimmstenfalls auf Mittelmaß einlassen muss. 

Leider wie hier, denn gefühlt ist er bloß, was auch seine Hauptcharaktere sind: Streife. Angenehm kurzweilig inszeniert, spielt sich End of Watch recht flott ab und zeigt einen reichlich sehenswerten Ausschnitt aus einer abwechslungsreichen Streifentour, gespickt mit gelegentlichen Actionmomenten (Action kommt vor, wird aber nie zum Spektakel), etwas Thrill und ein, zwei gelungenen Charaktermomenten. Ein Fest für jeden, der bei Onelinern mit den Augen rollt, Explosionen und Nahkämpfe scheut und lieber das handwerklich-authentische der Polizei erlebt. Gyllenhaal, hier überraschend zurückhaltend, und Pena, wie immer gut und noch zurückhaltender,  geben ein brauchbares uniformiertes Duo ab, dem man gern folgt; hätten sie eine von den vielen Cop-Serien, hätten sie fraglos loyale Fans und mehr als eine Staffel.

Doch selbst wenn End of Watch im Serienformat daher käme und mit weit mehr Zeit spielen könnte, was fast jeder Cop-Geschichte zu gute kommt, wäre es nicht ansatzweise mit Spitzen wie The Wire oder The SHIELD zu vergleichen. Zu glatt bleiben die Figuren, zu gesichtslos die Gegner, zu belanglos die familiären Ereignisse, zu fremd die Beteiligten (satelitär: Anna Kendrick), zu wenig aufregend die spannenderen Momente um länger im Gedächtnis zu bleiben. Das einzige, was End of Watch etwas von anderen Genretiteln unterscheidet, ist fast ausschließlich gewähltes Found-Footage-Format für die Kamera. Was anfangs nervig erscheinen mag, wird visuell glücklicherweise ebenso dezent und flüssig behalten wie in Chronicle, doch misslingt es wiederum, allzu positiv verwertet zu sein. Versucht der Film anfangs noch diverse Ausreden zu finden, wieso die Cops ala Blair Witch Project die ganze Zeit mit einer Kamera herumlaufen, gehen dann doch irgendwann die Ausreden, sprich sinnvollen Gelegenheiten aus und man lässt es irgendwann schlichtweg sein; nicht schlimm, aber da der Film auch nichts aus dem Kniff macht, stellt sich das gewählte Format mehrfach in Frage. Für gewisse Dramatisierungen oder Angriffsszenen brauchbar, zumal es an Kriegs-Footage erinnert, doch hier in Spielfilmlänge kreativ nicht immer profitabel.

End of Watch tut sich auch gewiss keinen Gefallen damit, sich so dermaßen nah an Konventionen und Klischees zu halten, dass man dem Film glatt seine Rechte vorlesen möchte. Natürlich, Ayer fühlt sich dort wohl und so auch jeder, der sich in diesen Konventionen gern zurecht findet, doch aus einer Reihe ähnlicher würde man End of Watch wegen keiner Eigenart herauspicken. Vertan vor allem die Chance, einen der beiden Hauptcharaktere hervorstechen zu lassen - beide wirken wie Mitfahrer, wie die wenig dialoglastigen, gutherzigen, aber bescheidenen typischen Nebenfiguren, ... wie sie der immer herzensgut wirkende Michael Pena so oft spielt, auch hier. Gyllenhaal bleibt als Kontrast jedoch zu bescheiden, zu blank und haarlos wie seine Frisuren im Film.

Fazit:
Guter Copthriller mit einigen sehr starken Momenten, doch das Found Footage Prinzip schränkt diese eigentlich sehr persönliche Geschichte zu sehr ein.

6 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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